Über die neuseeländische Küche

Nach dem unrühmlichen Fast-Food-Lobbyismus werde ich Euch heute nun die neuseeländische Küche näherbringen, die natürlich, wenn sie gut ist, von Poggenpohl stammt 😉 Die haben nämlich ihre Verkaufssitze immer in den absoluten Toplagen…

Aber mit Küche meine ich nicht jenen Ort, an dem man das Mahl zubereitet, sondern das Mahl selbst.

Als ich noch in Culverden war, habe ich nicht groß neuseeländische Küche erfahren, lediglich philipo-neuseeländische Kleinigkeiten, zu der sich meine mittlerweile begnadete Kochkunst auch bereits herablassen kann. Hier in Helensville komme ich aber dann wohl eher in den Genuss, an das, was man als neuseeländische Küche bezeichnen kann.

Entgegen weitverbreiteter Vorurteile ist das übrigens kein Lamm: die einzigen beide Male, wo ich (wirklich vorzügliches) Lamm gegessen habe, war in einem Restaurant, das ich extra deswegen aufgesucht habe. In all den Restaurants werden natürlich auch andere Spezialitäten kredenzt, doch dafür ist mein Geldbeutel nun mal zu leer.

Meerestiere und Fisch werden zwar gern gegessen, jedoch umso häufiger je näher man sich am Meer befindet. Hier bei uns gibt es einmal wöchentlich panierten Fisch aus der Kühltruhe bzw. ziemlich eklig riechenden Dosenthunfis auf Toast zum Mittag – ein Glück, dass ich kein Fisch esse und auch niemals werde. Stattdessen brate ich mir meist ein paar Würstchen für mich selbst, die es zwar nicht mit deutschen aufnehmen können, aber doch ganz gut schmecken.

Wie schon einmal angedeutet, sind wir hier auf der Farm auch ziemliche Selbstversorger. Wir haben „Schnitzel“, da Schweinchen, das hoffentlich nicht zum letzteren wird unddie Hühner, die regelmässig Eier legen. Wir haben einen Garten voller Obstbäume, mit Massen an Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Feijoias. Letzteres ist eine sehr leckere Frucht mit grüner Schale und weißem Fruchtfleisch, das man genüsslich hinaussaugen kann (das ist jedenfalls meine Vorliebe). In Deutschland ist die Frucht wohl auch als „Brasilianische Guave“ bekannt, vielleicht kennt die ja wer. Ansonsten habn wir hier auch noch Kiwis, Ananas und Co. regelmössig, bloß nicht aus eigenem Anbau.

Eigens angebaut haben wir aber z.B Salat, den es hier fast zu jedem Abendessen gibt, überhaupt sehr viel Gemüse. Das wird meine Ernährungsgewohnheiten in Deutschland nachhaltig beeinflussen. So hätte ich mir nie gedacht, das Kürbis so lecker schmeckt. Ich kann kaum genug davon bekommen. Kumaras, in Deutschland als Süßkartoffel bekannt, schmecken ebenfalls himmlisch, normale Kartoffeln gibt es hier natürlich auch. Oft gibt es hier einen Kartoffelbrei-Mix aus Kumara und „normalen“ Kartoffeln – schmeckt ganz interessant. Auch Blumenkohl, Brokkoli, Karotten, Erbsen und Bohnen zieren viele Abendessen, ebenso von vielen ja garnicht mehr bekannten Gemüse wie Rote Beete – schmeckt alles sehr gut. Und wie bereits erwähnt eben die Salatblätter aus eigenem Anbau. Vorher mochte ich Salat ja eigentlich nicht so, mittlerweile ess ich dieses Kaninchenfutter aber eigentlich ganz gern.

Kaninchen hatte ich hier übrigens noch nicht. Die würde man hier aber auch nicht vor zusehenden Grundschülern schlachten (warum die ganze Aufregung?), dann doch lieber Possums fangen, sie am Schwanz fassen und einen Weitwurfwettbeweb machen. Oder ihre Schwänze abschneiden und in manch Kneipe mitnehmen – oft gibt es für dieses Tröphäe ein Bier aufs Haus.

Wild wird „normal“ nicht gegessen. scheint in Restaurants aber recht beliebt zu sein. Gibt ja auch genug Wildschweine, Hirsche und anderes Getier, das geschossen werden muss, weil es sonst die Wälder zerstört. Vor allem auf der Südinsel gibt es auch riesige Farmen, wo Rotwild gehalten wird, Neuseeland ist ein nicht unbedeutender Wildbret-Exporteur.

Damit schwenken wir zu „alltäglicheren“ Fleisch über, denn zum Vegetarier habe mich hier nicht gemausert – auch garnicht mausern können. Heute Abend gab es z.B wie jede Woche „Corned Beef“, dünne körnige Rinderscheibe, die den ganzen Tag zusammen mit Zwiebeln im Topf schmoren. Ansonsten haben wir oft Gehacktes in verschiedensten Variationen, Butter- oder Curry-Huhn, verschiedenes anderes Fleisch und sogar Ziegenblock – Robert vermag einen sehr leckeren „Goat-Curry“ zuzubereiten.

Schnitzel scheint man hier jedoch kaum zu kennen – in Culverden örtlichen Pub hatte ich mal ein Jägerschnitzel, aber so ein schönes Wiener habe ich hier noch nirgendswo gesehen. Auch eine schöne Roulade hätt ich gern mal wieder… (jetzt wisst ihr, was ich bei meiner Wiederankuft haben möchte :P).

Nudeln gibts natürlich auch hier, gestern sogar ganz allein von mir gekocht, mit schöner Bolognese-Sauce. Es gab nur positives zu hören!

Zu guten neuseeländischen Essen gehört natürlich auch Wein, den ich zwar selten, aber und an doch auch trank (immer wenn ich ihn ausgegeben bekomme :P). Dabei sind die neuseeländischen Weine meist schon sehr hochwertig, die billigen Weine aus dem Supermarkt sind meist aus Südafrika. Dieses Land wäre ein Eldorado für gewisse Weinfetischisten – überall kann man Weingüter besichtigen und sich einen guten Trunk gönnen, auch grade hier in der Umgebung von Auckland.

Soviel dazu, zum kleinen subjektiven Einblick in die neuseeländische Küche…

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