Auf gehts…

Auf gehts morgen früh zum lang erwarteten Northland-Trip. 4 Tage bin ich unterwegs, auf dem Programm stehen unter anderem z.B die quasi Nordspitze Neuseelands (Cape Reinga), der Ninety-Mile-Beach (tatsächlich eher 90-Kilometer-Beach, der eine offizielle Straße ist!), auf den ich mich mit meinem Auto aber wohl nicht wagen werde; die Kauri-Wälder der Westküste samt riesigen Bäumen, darunter der älteste, dickste und höchste Baum Neuseelands… Aber auch noch sehr viel mehr.

Aus Zeitgründen will ich es dabei belassen, ich muss morgen früh aufstehen, es steht nämlich eine ziemlich lange Fahrt an, gesäumt mit vielen Stopps. In 4 Tagen gibt es dann wieder schöne Geschichten und hoffentlich noch schönere Bilder – drückt mir die Daumen, dass das Wetter gnädig ist, die Prognosen lassen leider schlechtes erahnen…

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Der Urlaub naht…

Ja genau – der Urlaub naht. Morgen werde ich mich in meine wohlverdienten 4 freien Tage stürzen, die mich (hoffentlich) zur (fast)-Nordspitze Neuseelands führen werden.

Ich sage „hoffentlich“, denn im Weg stehen könnte das aktuelle Wetter hier auf der Nordinsel. Fast überall schwere Regenfälle, einhergehend mit Überschwemmungen, Erdrutschen und so weiter.

Kris, die sich mein Auto geliehen hatte, hat es sicher zurückgebracht – allerdings mit 2 Tagen Verspätung. Sie kam nämlich wegen einer Überschwemmung kurzfristig nicht weiter – und dort wo sie war, die Strecke muss ich auch nehmen um in den Norden zu gelangen. Es gibt kurzfristig nämlich quasi nur eine wirkliche Straße in den Norden, nämlich in Wellsford, ca. eine Stunde nördlich von Helensville. Dort verbinden sich beide State Highways und bilden für kurze Zeit eine Straße, ehe sie sich nach ein paar Kilometern wieder trennen. Bloß ist diese Straße bei Wellsford sehr anfällig gegenüber Überschwemmungen, was bedeuten kann, dass der hohe Norden gut abgeschnitten sein kann. Aber ich denke, trotz der erwarteten Schlechtwetterprognosen, sollte die Strecke möglich sein.

In den Süden auszuweichen bringt nämlih genauso wenig. In Taupo fiel z.B der Strom aus, dort und über andere Teile der mittleren Nordinsel fegten Sturmwinde und Erdrutsche blockierten und blockieren immernoch wichtige Highways, Überschwemmungen ebenso…

Mein Wegplanung werde ich morgen noch anschaulich darstellen, doch es sei schon gesagt, dass ich viel vorhabe – ich hoffe, ich kann das alles in diese 4 Tage quetschen.

Hier auf der Farm ist alles beim Alten. Ich habe mir jedoch heute in einigen Stunden Arbeit ebenfalls hier bei wordpress einen persönlichen Blog zur Selbstreputation gebastelt 😛 Eine eigene Website schadet ja nicht. Sieht bereits ganz nett aus und wird in Zukunft noch ausgebaut. Denn eins steht fest: mit dem Verlassen Neuseelands endet nicht meine Blogger-Tätigkeit, ganz im Gegenteil: sie wird grade erst anfangen…

Allerdings wohl unter anderer Adresse, das werde ich Euch dann natürlich mitteilen. Vielleicht gibt es ja ein paar Leser, die mir weiterhin treu bleiben werden…

Noch ein paar Osterüberraschungen

Seit gestern ist schon wieder soviel passiert, da lohnt sich glatt ein neuer Blog-Eintrag.

Grade  habe ich eine schöne Mail an die Studienberatung Passau geschickt, ein eventuelles Doppelstudium betreffend. Ja, richtig gehört! Ich denke ernsthaft drüber nach, 2 Fächer parallel zu studieren – auch wenn ich noch keine Ahnung vom schlimmen Leistungsdruck in der Uni habe. Allerdings überschneiden sich einige Veranstaltungen und das Fach liegt mir und interessiert mich so, dass ich da womöglich gerne einen Mehraufwand eingehe. „Historische Kulturwissenschaften“ sind es, zusätzlich zu „Staatswissenschaften“,. Da zulassungsfrei gibt es auch überhaupt keine formalen Probleme dabei. Vielleicht auch einfach nur ein paar Extraveranstaltungen besuchen und sich die Leistungen auf dem Abschlusszeugnis aufweisen, das soll anscheinend gehen, aber dies und anderes habe ich jedenfalls grade schön gefragt. Stehe auch in Kontakt mit einer Studentin, die beides momentan parallel studiert. Ihre Antwort beweist, dass man nicht nurnoch „studiert“ dann.

Aber nun genug vom Größenwahnsinn, widem wir uns dem Osterfest, das mir heute einige Arbeit beschert hat, jedoch ganz schön war.

Es kamen sämtliche Häuser Mt Tabors und die Familen/Freunde/Bekannte vieler Leute, sodass sich letztlich gut 70 Personen hier versammelten. Es gab einen kleinen Gottesdienst, von Pauline gestaltet, der örtlichen Künstlerin, die mit dem Supportworker Robert hier liiert ist und im „Arts Centre“ mit den Core People auch regelmässig malt usw. Ihr durfte ich beim Aufbauen ihres Bühnenbildes helfen, doch – merke: helfe niemals einer Künstlerin, man kann es ihr nicht recht machen…

Letztlich war dann aber wohl alles gut, als alle Gäste da waren, startete dann auch der Gottesdienst, der den vielen anwesenden Gehörlosen von einer Gebärdensprachendolmetscherin übersetzt wurde. Ich habe nicht viel davon mit gekriegt, denn ich hatte die Aufgabe, diesen auf Video festzuhalten. Ich war also munter mit der Mt Tabor-Kamera am Werk und hatte meinen Spaß, immer ordentlich auf (gelangweilte) Köpfe zu zoomen und den Gottesdienst samt kleinen Schauspiel einzufangen, das direkt zum Ostereier-Suchen überleitete.

Das gibt es nämlich auch hier – die Ostereier, in diesen Fall kleine Schokokugeln, hatte ich bereits am Morgen im ganzen Garten verteilt. Ein Versteck meinerseits war zwar eigentlich offensichtlich im wahrsten Sinne des Wortes, gefunden hat das „Ei“ jedoch niemand. Ich hatte es nämlich geschickt an einer Wäscheklammer befestigt und an die Leine gehangen…

Ansonsten gab es natürlich noch ein großes Festmahl (jeder hatte kalten Fingerfood mitgebracht) und viel Kommunikation. Pablo, der Volunteer aus der City war auch da, und brachte mich dazu, eine halbe Chilli zu essen. Das wohlige Brennen sollte mich noch einige Zeit danach begleiten.

Die ganze Veranstaltung fing vielleicht so um 12 an und dauerte bis 3, davor war ich noch mit Auf- bzw. danach mit Abbauen beschäftigt, alles in allem war der Tag aber längst nicht so geschäftig, wie ich eigentlich dachte. War jedoch eine ganz nette Feier! Morgen geht es dann weiter mit dem ANZAC Day…

Eine Sache noch: vor einer Stunde dachte ich schon „Tschüss Blog“ bzw. allgemein Computer: während einemSkypegespräch in die Schweiz (wer ist denn dort ? :P) ertönte ganz plötzlich ein sehr lautes, schrilles, extrem hochfrequentes Piepen, das ich noch 30m entfernt durch mehrere Wände hören konnte – und zwar direkt aus meinen Netbook stammend. So laut werden die Lautsprechernormalerweise garnicht – das Geräusch kam jedoch auch nicht aus denen, sondern eher aus der Lüftung.

Gleichzeitg fror auch der Desktop ein, es ging ganichts mehr und das Piepen raubte mir den letzten Nerv, keine Ahnung habend wie das auszumachen. Nach 20 Minuten fiel mir dann endlich die Rettung ein – Akku rausgezogen und das Netbook also durch Stromentzug zum Absturz gebracht (einen Ausschalter hat es ja nicht). Seitdem geht es (erstmal) wieder, ich habe jedoch keine Ahnung, was das war. Vielleicht ist ja ein Computerfachmann unter meinen Lesern, der sich mit sowas auskennt…

Nun gut, nochmals Frohe Ostern und bis denn 😉 !!!

Überraschung(en) zu Ostern

Heute ist Ostersamstag- heute vor einem Jahr war ein ganz normaler Freitag, abgesehen davon, dass an diesem Freitag die schriftlichen Abiturprüfungen im LK Geschichte anstanden. Ich mache es kurz, kann mir aber eine Anekdote nicht ersparen.

Als ich nach der Klausur mit dem bekennenden Schweichelnhasser sprach, der uns meiner Meinung nach gut auf das Abitur vorbereitete, schien er doch etwas erstaunt über meine Themenwahl zu sein. Die Aufgabe, die ich als einziger im Kurs bearbeitet hatte, befasste sich mit der deutschen Flottenpolitik in der Zeit des Imperialismus gegen Ende des 19. Jahrhunderts – ein Thema, das wir garnicht im Unterricht behandelt hatten. So meinte auch die Lehrkraft, er „hätte die Aufgabe garnicht genehmigt“.

Beim „Lernen fürs Gewissen“ am Vorabend hatte ich mir jedoch die darüber in etwa handelnden Seiten des Geschichtsbuches rein aus Interesse durchgelesen, kannte ein paar Jahreszahlen und konnte die Aufgaben also mit Bravour lösen.

Gut für meinen Abi-Durchschnitt, der mir jetzt im Nachhinein aber etwas schlecht vorkommt, womöglich weil ich bei diversen Studiengangsbewerbungen zittern muss. Die Wahl habe ich jetzt schon sehr eingegrenzt, letztlich wird es wohl auf Folgendes hinauslaufen (jeweils mit einem kleinen speziellen Linkhinweis Studieninahlte und Co. betreffend)

1. Obwohl ich kein Schülersprecher mit 1,0 Schnitt, 3 Jahren Auslandserfahrung und eigener Firma bin, Preise in „Jugend musiziert“ und bereits diverse Stipendien sicher habe, absolviere ich erfolgreich das Auswahlverfahren der TU Dresden im Studiengang „Internationale Beziehungen“, wo jährlich etwa 1000 Bewerber auf 36 Plätze kommen. Nicht nur aus der eigenen Familie kommt da also wohl Konkurrenz 😉 Mit einem gewagt-riskanten Motivationsschreiben kann ich aber vielleicht was rausreißen – oder untergehen, was auch nicht so schlimm wäre. (http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/zentrale_einrichtungen/zis/studiengang/ba_ib/index_html#aufbau)

2. nicht weit von Herford entfernt werde ich in Münster und Enschede „Public Administration/European Studies“ studieren. Das heißt 2 Jahre Münster, 1 Jahr Enschede (Niederlande, aber direkt an der Grenze), als Belohung kriegt man aber gleich 2 Abschlüsse. Problem an der ganzen Sache – der NC: mit meinen wundersamen 1,8 (wer hätte das nach den Dreierschnitten in der 9ten noch für möglich gehalten :D) wäre ich im letzten Jahr grade noch so zugelassen worden. In Anbetracht der G8-Jahrgänge i manch Bundesland und Wegfall des Wehrdienstes könnte es in diesen Jahr arg eng werden… (http://zsb.uni-muenster.de/material/m167b_3.pdf)

3. ich studiere dort, wo andere Urlaub machen: in der schönen Dreiflüssestadt Passau. Wäre da nicht die Entfernung in die Heimat (ich muss ja zugeben, dass würde mir trotz Neuseeland nicht allzu leicht fallen), wäre es wohl mein favoriserter Studiengang dort, der übrigens „Staatswissenschaften  Governance and Public Poliy“ heißt. Da werde ich wohl, trotz massivem Bewerberansturms (da in Bayern G8 ansteht), recht sicher einen Platz bekommen. Wenn einer meiner Leser schonmal in Passau war, ich würde mich über Eindrücke freuen – soweit wie mich bisher informiert habe, finde ich Passau von allen Studienorten deutlich am besten (von der Entfernung abgesehen). Aber da ich nunmal in Neuseeland bin, kann ich vorerst nicht einfach mal vorbeischauen… (http://www.uni-passau.de/fileadmin/dokumente/Studieninteressierte/Studienangebot/Governance_BA.pdf)

Da sehr ihr, das ist eine der Oster-Überraschungen. Ich gehe davon aus, dass ich nächstes Jahr um diese Zeit fröhlich einer dieser Studiengänge studieren werde – zur Sicherheit bewerbe ich mich aber auch noch an ein paar anderen Unis, groß umentscheiden werde ich mich wohl aber nicht mehr (das ist jetzt schriftlich :P).

Zum Inhalt der Studiengänge macht ihr Euch lieber selbst ein Bild. Die sind alle doch recht unterschiedlich in vielerlei Hinsicht, jedoch interdisziplinär mit Teilgebieten wie Geschichte, Recht, Wirtschaft, Politik, Soziologie und Co.. Geht jetzt fürs Erste drüber hinaus, mehr dazu zu schreiben 😉

Was ich danach damit machen kann? Taxi fahren wäre eine Möglichkeit. Eine unter vielen, denn den Fächern liegen ja kein generelles Berufsbild zugrunde. Die Möglichkeiten schätze ich aber bei allen ganz gut ein, eine entsprechende Performance vorausgesetzt 😛

Das nur so am Rande, für die möglicherweise Interessierten 😛

Hier in Neuseeland geht alles seinen gewohnten Lauf. An meinem gestrigen freien Tag schlief ich lang, machte mich dann trotz strömenden Regens aber noch nach Huia und Whatipu auf, 2 kleine Örtchen im Süden der Waitakere Ranges, teilweise am Manukau Harbour liegend. Sehr schöne Gegend, auf die ich jetzt nicht näher eingehe, da ich sie bei besserem Wetter wohl nochmals besuchen werde – das wird auf jeden Fall lohnend sein. Ist vom Stadtzentrum Aucklands zwar nur so 30km entfernt, man braucht trotzdem so eine Stunde, um in Whatipu an der Westküste anzukommen, den kurvigen, schmalen teils nur Schotterstraßen zum Schutz. Trotzdem, und trotz Regens herrschte reger Betrieb- dem Karfreitag wohl geschuldet. Am Strand von Whatipu ist man eh nicht alleine, weil ein paar Hundert Meter nach oben der Luftkorridor für die aus Westen kommenden Flugzeuge liegt, die auf Aucklands Flughafen, der ja direkt am Ende/Beginn des Manukau Harbours liegt, zusteuern. Mehr dazu ein andermal.

Eine weitere Überraschung: mein Auto ist weg! Jemand hat es entführt, allerdings mit meiner Erlaubnis. Die Kris hat nämlich keins und wollte mit ihrer Familie zusammen Ostern verbringen, also zeigte ich mich so galant, ihr das 2 Tage zu leihen – ich hoffe, es taucht auch wieder heil auf…

Gestern habe ich mich auch als Koch betätigt, weil kein Abendessen für mich übrig blieb (das soll nicht heißen, ich kriege hier nix, ich kam bloß zu spät von meinem Ausflug wieder ;)).

Mein Mahl war ein Experiment, aber ich muss sagen, ein äußerst delikates. Zum Nachkochen hier das Rezept (reicht für min. 2 Personen; für mich hat es locker für Abend gestern und Mittag heute gereicht).

Man nehme 2 Kumaras (auch als Süßkartoffeln bekannt, möglichst die mit einer rotlilanen Schale) und schneide sie in nicht allzu dünne Scheiben. Man nehme eine weiße Karotte (den speziellen Namen weiß ich nicht) und schneide sie in viele kleine Schnipsel. Man nehme eine Zwiebel, heule sich mal so richtig aus und zereiße sie mit der Hand in viele kleine Stücke 😛

Diese Gemüsemischung gebe man nun in einen ofenfesten Behälter (idealerweise aus Glas), nachdem man jenen mit Öl beträufelt hat. Man tunke das Gemüse zu allen Seiten in Öl und lege es in den Behälter. Warum auch immer nehme man ein bisschen Mehl und träufelt es über das Experiment. Dann nehme man Chilli-, Paprika- und Currypulver sowie Pfeffer, Salz und Kräuter und gebe eine ordentliche Prise davon auf das Gemüse.

Das Experiment muss nun mindestens eine halbe Stunde im Ofen rösten, bevor man es genießen kann. Falls jemand es wirklich nachkochen sollte, ich übernehme keine Garantie für den Wohlgeschmack, da meiner mittlerweile bereits wohl etwas abgestumpft ist.

Was kann ich noch so erzählen? Heute haben wir 50 Stühle auf die Farm transportiert – morgen ist hier nämlich eine riesige Osterparty mit allen Mt Tabor Häusern, deren Familie und Freunden, wo wir gewiss so 60-70 Leute erwarten. Die letzte Woche war demmach auch recht geschäftig – die Farm ist jedenfalls mal wieder blitzeblank, ordentlich wie nie und der Garten eine Augenweide – dank mir 😉 Mal schaun, wie das so wird. Soll z.B eine Ostereiersuche für die „Core“ geben, wird sicher ganz witzig…

Am Montag ist dann ANZAC Day, der dieses Jahr aber nur zufällig auf den Ostermontag fällt. ANZAC (Australian New Zeland Army Corps) Day erinnert an die Schlacht von Gallipoli (heutige Türkei) im 1. Weltkrieg, da werde ich vermutlich am Montag noch näher drauf eingehen. Jedenfalls gibt es auch hier in Helensville eine große Parade, und die Mt Tabor Bewohner sind da auch irgendwie dran beteiligt. Lassen wir uns mal überraschen!

Euch allen wünsche ich jedenfalls besinnliche Ostern und schönes Wetter !!!

Rangitoto Island

An meinem heutigen freien Tag habe ich mal wieder einen Vulkan bestiegen. Den Rangitoto nämlich, den ihr bereits auf vielen Bildern ansehen musstet undd nun auch nochmal müsst.

Da der Rangitoto im Meer liegt, nämlich die Insel Rangitoto Island bildet, muss man, wenn man nicht grade schwimmen will, per Schiff übersetzen. Ich wachte heute also unverhältnismäßig früh auf, begutachtete das Wetter, welches einen guten Tag versprach, deckte mich bei Woolworths mit Keksen und L&P ein und fuhr nach Auckland, wo ich in meinem üblichen Parkgebiet, dem Villenviertel Ponsonbys, mein Auto abstellte und schnellen Schrittes die paar Kilometer zu Aucklands „Ferry Terminal“ absolvierte.

Ich war nämlich etwas knapp bei Zeit, die Fähre fuhr um 10.30, was ich auch grade so hinkriegte. Schnell zu gehen ist in Auckland, trotz der vielen Hügelchen nicht so das Problem, jenes sind die Straßen, die so dicht befahren sind, dass man sie ohne Ampel nicht überqueren kann. Von letzteren gibt es zwar Massen, bloß muss man auch massig warten, eine halbe Ewigkeit.. (vermutlich genauso lang wie anderswo auch, aber wenn mans eilig hat…)

Um 10.25 erreichte ich dann noch den Ticketschalter, löste meinen Auckland Multipass gegen ein Ticket nach Rangitoto ein (nun bleibt noch Skytower und Rainbows End) und bestieg die bereits prall gefüllte Fähre, mit der es dann schon bald Richtung Rangitoto Island ging. Jenes war eigentlich eine Hafenrundfahrtsfähre, hatte jedoch die Aufgabe, manche Passagiere erst nach Rangitoto abzuliefern. So kam ich nochmal in den Genuss einiger interessanter Kommentare.

Die Sonne knallte so auf die Fähre, das sich mich genötigt sah, Pullover auszuziehen und selbiges mit meiner Hose eigentlich auch. Ein herrlicher Tag heute, dabei ist doch bereits tiefster Herbst. Ein paar Wölkchen am Himmel, die sollten den Blick jedoch nicht schmälern.

Je näher wir Rangitoto kamen, desto mehr fiel mir auf, wie unglaublich bewaldet diese Insel doch ist. Tatsächlich beherrgt sie z.B die größte Ansammlung an Pohutukawa-Bäumen weltweit, neben einer Vielzahl anderer Pflanzen, die den recht extremen Bedingungen auf der Insel trotzen. Pohutukawa-Bäume sind auch als „Christmas -Tree“ bekannt, sie haben rot leuchtende Blüten kurz vor Weihnachten, die ich zu dem jetzigen Zeitpunkt aber natürlich verpasst habe.

All diese Vegetation erscheint etwas wunderlich, schließlich ist Rangitoto Island geologisch gesehen sehr, sehr jung. Das kleine ostwestfälische Städtchen Herford existierte bereits gut 600 Jahre, ehe die Insel erschaffen wurde. Um etwa 1400 gab es nämlich dort nur Meer, als plötzlich der am Meeresgrund ruhende Vulkan ausbrach und diese gewaltige Lavainsel formte. Ein paar Jahrhunderte nur schwarzes Gestein, dann kamen Moose, irgendwann kleinere Pflanzen, Vögel, die weitere Samen verbreiteten und schließlich die größeren Bäume, die jetzt die Insel bedecken, die erst seit knapp 600 Jahren existiert. Ihre Erschaffung wurde von rund um Auckland ansäßigen Maori dokumentiert (sonst kannte Neuseeland ja noch niemand), die auch ziemlich durch die Aschwelle des Vulkanausbruchs zu leiden hatten.

600 Jahre ist zwar bereits etwas her, man sollte sich jedoch zu Augen führen, dass jederzeit wieder solch eine Insel entstehen kann, Experten rechnen sogar noch in diesem Jahrhundert damit. Denn das Vulkanfeld unter Auckland ist ja nach wie vor da – es schläft nur…

Wollen wir hoffen, dass es nicht geweckt wird, die Auswirkungen wären nämlich deutlich fataler als es ein Erdbeben wäre!

Aber zurück zu meiner Wanderung. Rangitoto ist ungefähr 250m hoch, den Gipfel erreicht man in einem recht gemächlichen Spaziergang in gut einer Stunde, das letzte Stück ist allerdings schon etwas steiler. Die Insel ist gut besucht, lag wohl nicht zuletzt an der Tatsache der Schulferien und Gründonnerstag wie auch dem schönen Wetter.

Am Ufer Rangitotos kann man noch einige historische „Baches“ bestaunen (sprich „Betsches“), alte Ferienhäuser für erholungssuchende Großstadtmenschen, ansonsten geht die Küste direkt in den Wald über, durch die ein paar Spazierwege verlaufen. Ich machte mich aber sofort an die Gipfelesteigung und wanderte gemächlich über das schwarze Lavagestein, mitten durch die vielen Pflanzen, ab und an unterbrochen von einer schwarzen Geröllwüste, hin und wieder bereits ganz nette Ausblicke eröffnend.

An der Hälfte des Weges nach oben entschloss ich mich noch eine Zusatzwanderung zu den „Lava Caves“ zu machen, als frischgebackener Höhlenspezialist durfe das natürlich nicht fehlen. Tatsächlich hatte das Lavagestein an dieser Stelle auch Höhlen geformt, die man durchqueren konnte. Ganz ohne Taschenlampe tastete ich mich durch die Höhle, was bei dem unebenen gerölligen Untergrund etwas schwierig war.  Nachdem ich mir derbe den Kopf gestoßen hatte (…), bin ich den Rest gekrabbelt. Die Höhle war nicht sonderlich lang, man sah immer ein wenig Tageslicht und total unspektakulär, einfach nur ein dunkler Gang, wo man sich gut verletzen konnte 😛

Nach den Lava Caves ging es dan hoch zum Gipfel, den ich auch recht schnell erreichte. Erst konnte ich jedoch noch einen Blick in den Krater werfen, über den ein Vulkan nun mal verfügt. Der ist jedoch genauso vollständig von Bäumen bewachsen wie der Rest der Insel. Hinauf zum Gipfel führten noch ein paar Stufen, eine riesige Aussichtsplattform bot dort herrliche 360-Grad-Blicke.

Nun, was konnte man alles sehen?: nach Nordwesten bis zu den Waitakere Ranges, nach Nordosten über die Whangaparoa Peninsula und Orewa hinaus, Devonport und Auckland City sehr nah natürlich im Westen, genauso wie die anderen North-Shore und East-Auckland Suburbs. Man hatte sogar einen guten Blick über den Manukau Harbour und seinen Eintritt zur Tasmansee. Da fällt einem auf, wie schmal der Landstreifen bei Auckland zwischen der Tasmansee mit Manukau Harbour und dem Pazifik doch ist – lediglich ein dicht bebauter Landstreifen von vielleicht 5 Kilometern trennt die beiden Meere und sorgt dafür, dass ich hier in Helensville nicht auf der „nördlichen Nordinsel“ lebe. Nach Süden sieht man über den ganzen Süden Aucklands bis zu den Hunua Ranges, über Waiheke Island und im Südosten kann man gut die Berge der Coromandel-Peninsula erkennen. Genauso natürlich die vielen anderen Inseln im Hauraki Gulf, die Euch aber wie die schon genannten geografischen Namen ja eh nichts sagen werden. Drum schaut Euch lieber nur die Fotos an.

Nach dem ersten Genießen des Blickes marschierte ich einmal um den Krater, entlang an alten Wach- und Geschützstellungen aus der Zeit des 1. und 2. Weltkrieges. Aus Angst vor einer japanischen Invasion (zu der es jedoch nie kommen sollte) wurde die sehr günstige Lage Rangitotos dazu missbraucht, den gesamten Hauraki Gulf zu beobachten, zwischenzeitlich war die Insel militärisches Sperrgebiet.

Der Weg bot keine weiteren Einblicke in den Krater, dafür jedoch über das weite Meer bis zu Great Barrier Island in der Ferne und die Spitze der Coromandel-Peninsula. Rangitoto ist übrigens über einen künstlich aufgeschütteten Damm mit der Insel Motutapu verbunden, die deutlich älter ist und vor allem mit grünen Hügeln glänzen kann (seht ihr auf den Fotos).

Einmal rundum stieg ich dann wieder auf die Aussichtsplattform, machte es mir auf einer Bank gemütlich und beobachte den Hafen Aucklands – was ein genialer Blick auf die Wolkenkratzer der City, die Harbour Bridge, die Halbinsel mit Devonport, die Waitakere Ranges im Hintergrund, die Strände East Aucklands, die dicht beseidelten Suburbs, die vielen Segelschiffe, und und und…

Irgendwann hieß es Abschied nehmen, herunterwandern und auf die Fähre warten, die um 15.30 Uhr das letzte Mal zurück nach Auckland fuhr. Wer diese nicht kriegt, der muss irgendwie auf der Insel übernachten. Dementsprechend war der Andrang, das Fährunternehmen musste heute noch eine Ersatzfähre schicken, weil nicht alle Personen auf die Fähre kamen. Ich schon, dabei einen guten Platz besitzend, der mir die Gelegenheit eröffnete, noch ein paar Fotos von Meereshöhe zu machen.

In Auckland angekommen gönnte ich mir für meine Strapazen noch ein großes, leckeres Eis und marschierte die 3 Kilometer zuück zu meinem Auto, das mich letztlich wieder hier nach Helensville zurückbrachte. Als Rückweg benutzte ich diesmal nicht den üblichen Weg (wo ich mich jedesmal verirrte und auf gut Glück irgendwann auf den Motorway kam), sondern folgte den nahegelegenen anderen Motorway Richrung North Shore, der erst über die Harbour Bridge führte. Die bin ich ja schon ein paarmal gefahren, jedoch immer nur in der entgegengesetzten Richtung.

Noch eine Kleinigkeit, die mir dort aufgefallen ist: auf den Leuchtreklamen überhalb des Motorways  (Ihr wisst was ich meine :P) wurde eine verstärkte Polizeipräsenz angepriesen, die dan nauch bestätigt wurde. Finde ich ja nett, dass das extra angekündigt wird. Angehalten wurde ich zum Glück nicht, jetzt ohne Original-Führerschein wid mir immer etwas mulmig, wenn ich die Polizei sehe, was auf Aucklands Motoways fast immer der Fall ist. Meist rasen die in doppelt so schneller Geschwindigkeit wie der Rest des Verkehrs auf der rechtesten Spur hinter irgendwelchen Verkehrssündern nach, die wohl doch recht häufig sind, den angehaltenen Autos nach zu urteilen, die man tagtäglich sieht.

Nun aber Schluss damit, kommen wir nun zu den Bildern. Erfreut Euch dran!

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Heute vor einem Jahr: Deutsch-LK-Abi

Genau heute, zu genau dieser Zeit (in Deutschland) vor genau einem Jahr habe ich meine erste Abiturklausur im Fach Deutsch geschrieben. Kommt mir jedoch vor, als hätte ich Sie grade erst beiseite gelegt.

Wie bereits angekündigt, möchte ich etwas selbstverherrlichend in diesen Blog über diese Klausur berichten. Fangen wir mit der Vorbereitung darauf an!

Vorbereitung? Naja, naja, die beschränkte sich auf den Vorabend der Klausur. Betrachtet man jedoch dich Umstände, so kann man das sicher verstehen:

Vor den Osterferien hatte man noch Unterricht, das Abitur war noch sooo weit weg. In den Osterferien hatte man Ferien, seine letzten Schulferien, die man also geniessen musste. Nichts mit Lernen dort also. Nach den Osterferien hatten wir letztes Jahr (un-)glücklicherweise ja noch eine Woche Schule, doch die wollte ja auch mit allem Drum und Dran genossen werden.

Blieb also theoretisch noch das Wochenende, da ich als Deutsch-LKler das zweifelhafte Vergnügen hatte, direkt am Montag, heute vor einem Jahr, die Klausur schreiben zu dürfen. Theoretisch aber nur, da am Freitag, dem „letzten Schultag“ ja das berühmt-berüchtigte Parks**** zum letzten Mal, zumindest offiziell, stattfand. Ich war zwar weitgehend „alkalifrei“ ( HBH aus einer grade aktuellen Email zitiert), doch der Freitag und Samstag Morgen war natürlich gelaufen. Das „inoffizielle“ Parks**** war übrigens letzten Freitag, die NW hat einen sehr lesenswerten Artikel dazu 😀 (http://www.nw-news.de/lokale_news/herford/herford/4399866_Spur_aus_Scherben.html)

Der restliche Samstag und Sonntag auch, denn mein lieber (garnicht mehr so) kleiner Bruder ging bei seiner Konfirmation zum (vermutlich) letzten Mal in die Kirche. Das anschließende Freudenfest kostete natürlich Zeit und ließ keine Lernaktivitäten zu.

Wie man daraus ersehen kann, blieb mir also wirklich kaum Zeit, mich vorzubereiten. Ich lernte also in den frühen Abendstunden, denn in den späten wollte ich ja bereits schlafen, gnadenlos auf Lücke, darauf spekulierend, dass ein Gedicht am nächsten Tag drankommen würde. So überflog ich nochmals Stilmittel von Alliteration über Euphemismen bis zum Zeugma, Reimformen und verschaffte mir einen Überblick über die literarischen Epochen. Nichts, was ich nicht eh schon wusste, aber immerhin hat es mein Gewissen befriedigt. Ob nun eine halbe Stunde oder ein halbes Jahr, das macht dem ja nichts aus.

Am nächsten Morgen wurde es dann ernst: voller Spannung wartete unser Kurs auf die werte Frau Schulleiterin, die beim Austeilen der Aufgaben natürlich eine Person vergaß – mich…

Hätte ich eigentlich gegen klagen sollen, schließlich hatte ich nun fast 10 Sekunden weniger Zeit (von einer halben Stunde!)  die Aufgaben durchzulesen und sich für eine günstige zu entscheiden.

Das fiel mir auch recht einfach, denn wie spekuliert gab es auch ein Gedicht, die anderen Aufgaben wurden garnicht angeschaut, schienen jedoch leichter zu sein, denn das Gedicht teilte ich mir nur mit einen Bruchteil des Kurses.

Für die Neugierigen hier das Gedicht:

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Spiele wohl!
Das Leben ein Schauspiel

[22] Was ist dein Lebenslauff und Thun, o Mensch? ein Spiel.
Den Innhalt sage mir? Kinds, Weibs und Tods Beschwerde.
Was ist es vor ein Platz, darauff wir spieln? Die Erde.
Wer schlägt und singt dazu? Die Wollust ohne Ziel.

Wer heißt auff das Gerüst‘ uns treten? Selbst die Zeit.
Wer zeigt die Schauer mir? Mensch, das sind bloß die Weisen,
Was ist vor Stellung hier? Stehn, schlaffen, wachen, reisen,
Wer theilt Gesichter aus? Allein die Eitelkeit.

Wer macht den Schau Platz auff? Der wunderbare Gott.
Was vor ein Vorhang deckts? Das ewige Versehen.
Wie wird es abgetheilt? Durch leben, sterben, flehen.
Wer führt uns ab, wer zeucht uns Kleider aus? Der Tod.

Wo wird der Schluß erwartt des Spieles? in der Grufft.
Wer spielt am besten mit? Der wol sein Ammt kan führen.
Ist das Spiel vor sich gut? Das Ende muß es zieren.
Wenn ist es aus? o Mensch! wenn dir dein JESUS rufft.

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Die Aufgabe war nun ganz klassisch, dieses nette Barockgedichtlein zu analyiseren und mit einem anderen, „naturalistischen“ Gedicht, das man ebenso kurz analysieren sollte, zu vergleichen.

Nichts leichter als das, dachte ich mir, und schrieb mir in 5 Stunden Arbeit die Finger wund. Man nehme einfach ein bisschen „vanitas“, „mement-mori“ und „carpe diem“ (für die des Latein unkundigen: „Vergänglichkeit“, „Erinnere dich, dass auch du sterben wirst“, „Nutze den Tag“), mixe es mit etwas Allgemeinwissen, gebe eine Prise stilmittelanalysierendes Fachvokabular dazu und backe es auf geschätzten 25 Seiten in Krakelschrift bekrikelten Papiers – schon erhält man eine glorreiche Abiturklausur.

Die Glorie konnte ich damals natürlich noch nicht ahnen, vielmehr fürchtete ich mich. Die beiden vorausgegangenen Gedichtanalysen, eine davon in der Vorabiklausur führten nämlich zu den schlechtesten Noten in meiner „knüppelharten“ Deutsch-Karriere. Ich wurde gar extra dazu angehalten, nicht so viel zu schreiben und vorher mal nachzudenken. Habe ich natürlich nicht gemacht.

Ich bekam schon ungläubige Blicke der Mitschüler, als ich mir neues Papier holen musste, nachdem meine 15 Seiten recht schnell gefüllt haben. Und das war nicht das einzige Mal. Nach der Klausur stellte sich raus, dass ich mit meinen 25 Seiten teilweise mehr als doppelt soviel geschrieben hatte wie andere.

Nun ist Quantität nicht unbedingt Qualität, aber meine Masse spitzenklasse. Wie man den obigen Gedicht entnehmen kann, bot es einfach zuviel Stoff, den man schreiben konnte. Ein geschichtlicher Überblick über den 30-jährigen Krieg samt korrekter Jahreszahlen durfte da ja natürlich nicht fehlen.

Es hat sich jedenfalls gelohnt. Aus Datenschutzgründen möchte ich meine Note nicht veröffentlichen :P, sie war jedoch meiner Lernleistung angemessen, soviel weiß ich 😉

Bleibt mir noch zu hoffen, dass mein ehemaliger Deutschlehrer nicht zufällig meinen Blog liest und nachträglich einen schlechten Eindruck bekommt ! Auch wegen der zahlreich hier auftauchenden Rechtschreib- und Grammatikfehler (bin halt schon zu lange im Ausland)

Wer mir eine Analyse des obigen Gedichts schickt, dem benote ich das gerne. Vielleicht keine schlechte Übung für diesjährige AbiturientInnen, denen ich im Übrigen viel Erfolg wünsche!

Bloß eines nicht vergeßen: lernt nicht soviel !!!

Dies und das

Wie die Zeit vergeht – schon oft geschrieben, aber immer wieder wahr. Vor einem Jahr hatte ich den Schulunterricht bereits hinter mir – genauso wie mein lieber Bruder jetzt, den ich im Übrigen alles Gute für sein Abitur wünschen mag 😛

Aber auch die Neuseeland-Zeit vergeht schnell und neigt sich langsam aber stetig dem Ende entgegen. Ich bin bereits 3 Monate hier in Helensville – und in genau drei Monaten geht mein Flieger zurück nach Deutschland. Mal wieder eine Halbzeit, oder aufs ganze Jahr bezogen eine Dreiviertelzeit, die ich aber nicht wirklich zelebrieren kann.

Beim Besuch der Kirche heute morgen erfuhr ich nämlich, dass eine ältere in der dortigen Gemeinde sehr aktive Dame bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, ausgerechnet diejenige,mit der mich bisher am meisten so unterhalten habe und die mich und Kevin während des kirchlichen Picknicks, das auf ihrer Farm stattfand, als wir als allererstes kamen, super empfangen hat.

Verkehrsunfälle sind in Neuseeland traurigerweise auch ziemlich häufig, was vielleicht auch am geringen Mindestalter liegt. Man kann bereits mit 15 Jahren allein Auto fahren, wenn man es denn will.

Und genug Leute fahren Autos, die weder registriert sind noch einen gültigen WOF haben (sowas wie ein TÜV) bzw. haben garkeinen Führerschein. Z.b einer dier hier Lebenden (ihr könnt euch denken, wen ich meine), der kürzlich ein scheinbar funktionierendes Auto für grade mal 200 Dollar erworben hat. Gestern um 23 Uhr kam er dann auf einmal an und meinte, ich solle ihm helfen, eine Waschmaschine aufs Dach seines Auto zu heben. Er sicherte das dann notdürftig und machte sich auf seine Fahrt in seinen Heimatort, ca. 1 Stunde von hier entfernt. Da hatte ich schon meine Bedenken, ich verstehe nicht, warum die Verantwortlichen hier dieser Person alles durchgehen lassen…

Aber nun gut, über einen fehlenden Führerschein möchte ich mich nicht beschweren, das trifft nämlich jetzt auf mich zu. Irgendwie ist mir dieser verdammte Lappen abhanden gekommen, keine Ahnung wo der steckt. Eigentlich in der Tasche meines Pullovers, doch die ist leer, genauso wie mein Zimmer oder das Auto. Ich hoffe jetzt, dass ich ihn vielleicht beim Backpackers oder im Umkleideraum der Cavingtour verloren habe und die Leute dort ihn gefunden und aufbewahrt haben…

Wenn nicht, dann muss ich erstmal mit der Kopie vorlieb nehmen, die ich immerhin habe. Nach 6 Monaten kam bisher die einzige Polizeikontrolle, also kann ich statistisch ja eigentlich davon ausgehen, dass die nächsten 2-3 Monate auch nichts passiert. Aber man weiß ja nie, ich bemühe mich, die Lizenz, wenn sie nicht gefunden wird (von mir), neu zu beschaffen, sonst habe ich ständig ein schlechtes Gefühl, wenn ich fahre, was in den letzten Monaten jetzt auch noch häufiger sein wird…

Der Weg nach Waitomo (und zurück)

Über den Weg nach Waitomo und zurück möchte ich nicht allzu viele Worte verlieren. Meine Route führte mich erst über Aucklands Motorway bis nach Tuakau, einem kleinen Städtchen südlich von Auckland, danach dann an die Küste nach Port Waikato, immer den Lauf des Waikato, Neuseelands längsten Flusses folgend, der sich in eben jenen Örtchen ins Meer ergiesst. Nach einen kleinen Stopp dort ging es dann über Schotterstraßen durch die zerklüftete Limestone-Landschaft südlich von Waikato. Die „Wetterspitze“ von Herr der Ringe habe ich nicht entdeckt (hab mir allerdings auch keine Mühe gegeben), all die Steinformationen ließen die Gegend aber als guten Drehort erahnen. An den Nikau Caves, an denen ich zufällig vorbeifuhr, machte ich eine Rast, erfuhr von den dortigen kleinen Cafe jedoch, dass die Höhlen mal wieder nur mit Führung besichtigt werden könnten und im voraus gebucht werden müssen.

Weiter führte mich mein Weg, irgendwann kam ich in Raglan an, einen sympathischen Küstenstädtchen, den ich recht sicher noch einen zweiten Besuch abstatten werde. Raglan, vorallem populär bei Surfern, hat nicht nur hohe Wellen, sondern auch einen idyllischen Naturhafen ohne diesen. Im Hintergrund erhebt sich der 900m hohe Mt Kariori, den ich nach meinen Stopp in Raglan auf einer wunderbar gelegenen Schotterstraße umfuhr, direkt an den Hängen zwischen Berg und Meer gelegen und einen wundervollen Ausblick bietend, der sehr oft zu einer Fotopause einlud.

Auf scheinbar endlosen Schotterpisten undmit teilweise ein wenig Verfahren kam ich dann nach Passieren des Aotea Harbours am direkt nebean liegenden Kawhia Harbour an, wo ich im gleichnamigen Örtchen eine Pause machte, um dann gleich zu einem Strand zu fahren, wo es angeblich, wie beim „Hot Water Beach“ nahe Whitianga, heiße Quellen unter dem Sand geben soll. Der Strand war jedoch menschenleer, und ich hatte keine Zeit, sodass ich mich aufs Suchen jener nicht einließ, zumal ich ja eh keine Schaufel hatte und die exakte Location nicht wusste. Es war nämlich bereits fast Sonnenuntergang, eine Zeit wo ich eigentlich schon in Waitomo sein wollte, wohin ich von Kawhia aber noch gut 90 Minuten brauchtee, dabei aber noch mit schönen Blicken des Kawhia Harbours bei Sonnenuntergang belohnt wurde, ehe es in der Dunkelheit in die Hügellandschaft rund um Waitomo ging. Auf den Straßen machte ich auch erstmals (kaum zu glauben) Erfahrung mit Possums, jener tierischen Plage, die jeder Neuseeländer abgrundtief hasst, ich aber irgendwie bisher noch nie zu Gesicht bekommen habe. Und plötzlich, auf den letzten Kilometern nach Waitomo gleich dreimal! Beim ersten Mal habe ich noch gebremst, beim zweiten Mal wollte ich eine „Roadpizza“ auf dem Asphalt backen, doch der Possum entkam mir knapp, ebenso beim dritten Mal. Zwischendurch standen nahe einem einsamen Haus noch ein kleines Schweinchen (wie „Schnitzel“) samt 2 Hunden auf der Straße, die ich spät bemerkte und grade noch so durch eine Vollbremsung rettete, mein Auto kam nämlich exakt ein Meter vor denen noch zu stehen (das zeigt, dass die Bremsen immer noch gut funktionieren).

Irgendwan war ich dann an meiner Unterkunft angekommen, eine Stunde später als angekündigt und völlig verlassen. Meine Unterkunft war ein Backpackers direkt neben dem Büro (und dazu gehörend) des Veranstalters meiner Cavingtour. Mir wurde jedoch ein Schlüssel hinterlassen und ich machte es mir im völlig einsamen Haus bequem. Ein ganzes großes Haus für mich, ein schönes, großes, „normales“ Bett im unbesetzten 4-Bettzimmer, das sogar über ein „ensuite“ Badezimmer verfügte, in denen ich eine ausgiebig Dusche nehmen konnte. Von der Ausstattung war der Backpackers bisher in einer Kategorie, die bisher noch fast keiner erreicht hat, weshalb ich mich wunderte, dass keiner dort übernachtete (außer ich). Das liegt jedoch wohl an der Tatsache, dass die Unterkunft 7km vom eigentlichen Ort Waitomo entfernt liegt, also nur für Leute mit eigenem Vehikel wirklich sinnvoll ist. Mit dem machte ich mich dann  auch noch ins Örtchen Waitomo auf, dass nur aus Unterkünften, den Höhlenveranstaltern, Infozentrum und Bars und Restaurants zu bestehen scheint, wo ich auch ein kleines Abendessen zu mir nahm.

Am anderen Tag fand dann die bereits ausführlich erzählte Cavingtour statt, die aber wirklich ihr Geld wert war! Nach dieser fuhr ich nochmals nach Waitomo und schaute mir das örtliche Museum an, ein Ticket dafür war bereits in meiner Cavingtour enthalten. War ganz interessant, man hat noch einiges über die Glowworms und die Gegend gelernt, womit ich Euch aber nicht belästigen will. Ein Kilometer vom Ort entfernt liegen dann die eigentlichen Waitomo Caves, gekrönt von einem futuristisch anmutenden Empfangsgebäude. Ich wagte einen Blick, ging jedoch nicht in die Waitomo Caves, da mir 50$ für eine knapp halbstündige Führung und Bootsfahrt durch die Waitomo Caves etwas überteuert war, zumal laut meinem Guide bei der Cavingtour die Glühwürmer auch nicht besser oder anders seien. Die Waitomo Caves seinen eben“die Besichtigungstour, wo man trocken bleibt“, während das Caving den Abenteuerlustigen, Nässe nicht Scheuenden vorbehalten bleibt.

Schon bald machte ich mich an die Rückfahrt nach Auckland, die diesmal jedoch über vernünftige Straßen ging und dreimal so schnell vonstatten ging (3h statt 9h). Auf dem Weg sah ich z.B noch den Mt Pirongia, einen knapp 100m hohen einsamen Berg, der bei Felskletteren sehr beliebt ist, sowie den Waikato nahe Huntly, der dort noch recht schmal ist. Der Blick über den Fluss brachte auch ein großes Kraftwerk zum Vorschein, das größte Verbrennungskraftwerk Neuseelands, ein Kohlekraftwerk, da nahe Huntly seit jeher Kohle abgebaut wird. Wusste garnicht, dass die Neuseeländer mit Kohle ihre Luft verpesten – macht in Huntly allerdings auch nicht allzu viel aus, da ist die Landschaft nicht allzu sehenswert.

Die Reise nach Helensville zurück lief dann weitgehend flüssig, bis auf den üblichen Stau auf dem Motorway zwischen Manukau und Auckland City, wo ich fast eine Stunde für den Weg benötigte, den man sonst in 10 Minuten zurücklegt. Soviel dazu, nun gibt es noch ein paar Bilder, die das illustrieren.

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Caving-Tour (inkl. Bilder !)

Hallihallo, da bin ich wieder. Nicht steckengeblieben und in einer dunklen Höhle verottet. Wie ich zu diesen Höhlen hinkam, nämlich über eine epische 9-Stundenfahrt entlang der Schotterstraßen der Westküste erzähle ich morgen, die Caving-Tour ziehe ich Euch zuliebe vor und beschränke mich auch rein darauf.

Nach einer Nacht im meines Veranstalter hauseigenen Backpackers, den ich völlig für mich allein hatte (mehr dazu morgen), wachte ich nach einer schlaflosen Nacht (war ich wohl etwa nervös!) früh auf, um nach einer ausgiebigen warmen Dusche mich ins Abenteuer zu stürzen.

Der Veranstalter, dem ich meine arme Seele verkaufte, heisst Rap, Raft’n Rock. Ich wartete also erst einmal auf die anderen Teilnehmer, 3 Amerikanern aus Miami – ein junges Paar samt älterer Frau.

Mit dieser angenehm kleinen Gruppe samt unseren Guide Rudy sprangen wir dann in  den Van und fuhren zur hauseigenen Höhle – nicht etwa Richtung Waitomo Caves, sondern in die andere Richtung, nach einer 15m-Fahrt mit etlichen Kurven waren wir aber letztlich trotzdem jenen recht nahe (ihr seid mit der Geografie ja eh nicht vertraut).

In einer kleinen Hütte wurde sich dann umgekleidet. Erst die mitgebrachte Badehose an, dann nach und nach die andere Ausrüstung. So gab es natürlich einen Neoprenanzug + eine extra Neoprenjacke, was bei dem etwa 10 Grad kalten Wasser auch notwendig ist. Über den Neopren wurde noch eine Hose gezogen, um die Nähte vor scharfen Kanten zu schützen, die es unzweifelhaft gab. Auf den Kopf kam ein Helm mit gasbetriebener Höhlenlampe, auf die Füße Stiefel. Die Stiefel haben aber überhaupt nicht gepasst, meine schmalen, langen Füße machten die Wahl etwas schwierig. So fand ich letztlich zwar von der Länge angemessene, aber extrem weite (kann man auf den Fotos gut sehen), die immerhin so fest am Fuß saßen, das sie mir beim Abseilen nicht vom Fuß fielen. Der Ausruf eines  Mitteilnehmers, dass die „Stiefel unten ein Loch hätten“ wurden mit Gelächter quittiert. Logisch – Wasser kommt eh hinein, also schadet ein kleiner Abfluss ja auch nicht. In denen mussten wir allerdings Socken tragen – die wurden natürlich ordentlich naß. Letztlich gab es dann noch Sicherheitsgurte, wie man sie vom Klettern kennt, dann stiegen wir wieder zum Van und fuhren noch einmal 5 Minuten über eine holprige Schotterstraße zum Höhleneingang, gelegen in der grünen Hügellandschaft rund um Waitomo.

Bevor es jedoch in die Höhle ging, wurde noch ein kleines Abseil-Training gegeben. Wir klippten unsere Sicherungen also fachmännisch in Übungsseile ein und probierten aus, wie man beim Abseilen stoppt bzw. weiter fällt…

Nun, genug aug die Folter gespannt, es ging dann los. Auf ging es zum Loch, denn die Höhle liegt nicht ebenerdig, sondern 37m unter uns, falls sich jemand schon über „Abseilen“ gewundert hat 😉

Nach und nach wurden die anderen 3 Teilnehmer dann abgeseilt, während ich zusehen durfte und immer nervöser wurde. Als letzter war ich dann auch endlich dran, wurde gesichert, über die Plattform geschwungen und hing dann 37m über den Boden. Ein schnelles Foto noch, dann ging es abseits.

Alle 1-2 Meter presste ich den Widerstand gegen das Seil, um zu stoppen (weiß jetzt nicht, wie dieses Abseilteil heisst…) und sackte so langsam aber stetig mit einigen Ruckeln zu Boden, schwung von der Wand ab und genoss natürlich die Szenerie der bewachsenen Höhlenwände. Viel zu schnell war ich dann auch unten, wo ich schon von den anderen erwartet wurde. Allerdings nicht auf trockenem Boden, sondern mitten im unterirdischen Flusslauf, an dieser Stelle etwa knietief.

Nach Oben schauend sah man noch Tageslicht, in beide Richtungen des Flusslaufes eröffnete sich dann ein Höhlensystem. Die Felswände ragten steil auf, bis auf eine Stelle, die wohl für den Wideraufstieg gedacht war, der uns am Ende auch noch bevorstand. Sah schon ziemlich steil aus, doch dazu später.

Nachdem Rudy unten war, wateten wir durch den Fluss, kriegten jeder einen schwarzen Gummireifen und begannen diesen auf der Schulter die Höhle zu erkunden. Die Stirnlmape wurde also angemacht, und es ging durch das (bei mir) bis etwa hüfthohe Wasser hindurchzuwaten, hin und wieder auch mal über trockenere Felsen. Die Reifen legten wir irgendwann weg, die brauchten wir erstmal nicht. Wär bei dem, worauf ich jetzt zu sprechen komme, auch hinderlich gewesen. Wir kletterten nämlich eine schmale Passage an der Höhlenwand entlang, um durch ein ziemlich schmales Loch wieder zum Flusslauf hinabzusteigen. Vergleichsweise mit den späteren Löchern war das aber noch harmlos und schon einmal eine gute Einstimmung.

Wir wateten also weiter durch den Flusslauf und mussten uns irgendwann durch das nächste, ungleich engere Loch quetschen. Im Liegen, Kopf zuerst, quetschte ich mich wie eine Schlange durch die sehr schmale Passage, die absolut keine Bewegungsfreiheit bot. Schade bloß, dass das Ende der Passage über einen Meter über den Boden lag – kopfüber ins Wasserwar schon meine Angst, doch ich wurde sanft hinausgezogen und herabgesetzt.

Weiter wateten wir durch die Höhle, unsere Stiefel voller Wasser, das entsetzlich kalt war, wie gesagt etwa 10 Grad. Irgendwann ging es in die Richtung dann nicht mehr wirklich weiter, wir befanden uns jedoch in einer großen Grotte, wo man gut Gluhwürmchen begucken konnten. Wir knipsten also unsere Lichter aus und wagten einen Blick. Man muss dazu wissen, dass die „Glowworms“ sozusagen allergisch gegen Licht sind und bei fremden Licht ihre Leuchtkraft für kurze Zeit verlieren. Wir warteten also gewisse Zeit und schon bald war die ganze Höhlendecke von lauter kleinen leuchtenden Punkten übersät. Wie der Sternenhimmel, atemberaubend…

Unser Guide zeigte uns auch die „Angelleinen“ der Glowworms (siehe Bilder). Die Glowworms sind richtige, garnicht so kleine Würmer, die wie Spinnen sekretartige Fäden spinnen, die darüber hinaus sogar durch Bioluminisenz leuchten. Diese locken dann Insekten an, die durch den Fluss in die Höhle getrieben werden, die Lichtfäden sahen, darauf zuflogen und dort dann festklebten, ehe der Wurm sie verspeisen tut. Bei der Menge an Glow Wormes muss es ganz schön viele Insekten dort geben. So zeigte unser Guide uns zuvor bereits einen Weta, ein typisch neuseeländisches huschreckenähnliches Insekt, das ganz schön groß werden kann.

Aber genug Biologie, weiter zum Caving. Nach der Ansicht der wundervollen Glowworms ging es wieder zurück, ab dem Platz, wo wir unsere Reifen hinterließen, stiegen wir dann in diese und trieben über das Wasser zurück zum Höhlenein- bzw. austieg. Es heißt „Blackwater Rafting“, hat mit Rafting aber soviel zu tun wie die CDU und der Atomausstieg 😛

Aber das war mir vorher bewusst, und es war trotzdem ja ganz nett, langsam dahinzugleiten. Am Ein-/Ausstieg war die Tour natürlich noch nicht beendet, sondern es wurde die andere Höhle auf der anderen Seite erkundet. Erst ging es wieder durch das Wasser, wo wir unter anderem auch einen schleimigen Aal sahen, diese Spezies lebt nämlich in den dunklen Wassern dort unten. Zum Glück war ich (bis dahin) nicht in tieferen Wasser als bis zur Hüfte.

Nachdem ich mal wieder irgendwo durchgequetscht hatte, nahmen wir dann irgendwann wieder unsere Reifen und trieben auf den Wasser durch das unterirdische Flusssystem, das auch Gollum sicher gefallen hätte. In einem etwas größeren Pool angekommen forderte unser Guide uns dazu auf, vom Reifen ins Wasser zu springen. War ja nicht tief dachte ich, schließlich konten alle, auch eine kleinere Teilnehmerin stehen.

Tja, schade, ich war wohl an der falschen Stelle. Rein ins Wasser und meine Füße fanden keinen Grund, ich tauchte also erstmal unter (und, wie man vielleicht weiß, gibt es kaum was Schlimmeres für mich). Zu allem Unglück war mein Reifen nun auch weggetrieben, also musste ich immernoch voller Panik in voller Montur zur Felswand schwimmen, wo das Wasser wieder etwas flacher war. Das ist garnicht so einfach, besonders in den sehr weiten Gummistiefeln. Doch ich ertrank nicht und verlor auch keine Gummistiefel. Ganz im Gegensatz zu einen meiner Begleiter, deren Gummistiefel verabschiedeten sich auf den Grund des Flusses und tauchten auch nicht wieder auf. Stand also Caving nur in den, ohnehin völlig durchnässten Socken an.

Die Reifen ließen wir dort zurück (darum sollten wir wohl auch runter) und caveten dann durch eine relativ trockene Höhle weiter.

Irgendwann stand dann mal wieder „durch Löcher quetschen“ an, dieses Mal das für mich Schlimmste. Erst ging es 2m hoch, dann musste man in einer schmalen Passage an der Höhlenwand entlangkriechen, was eher schlecht als recht gelang. Als ich dann jedoch ins ins Loch schaute, wo ich hindurch sollte, war mir etwas mulmig. Es ging nämlich schräg nach unten, ca. 4 Meter lang und 2m tief, aber nicht etwa einfach zum Runterrutschen.

Kopf zuerst tastete ich mich vor, mit den Händen voraus stützte ich mich an den glitschigen Felsen ab, langsam ließ ich mich runterrutschen und schaute irgendwann 2m nach unten, da drt Untergrunf aufhörte. Da sollte ich also vorwärts runterstürzen? Irgendwie gelang mir das tatsächlich. An den Felsen gut abgestützt schob ich mich soweit vor, bis ich meine Füße nach unten schwingen konnte und diese Prüfung bestanden hatte. Hätte ich nicht von mir gedacht…

Es ging noch etwas weiter, wieder durch Wasser, auch in eine sehr matschige Nebenpassage, wo auch das sonst recht klare Wasser eine trübbraune Masse war. Das Wasser dort im Fluss sollte man zwar besser nicht trinken, an einer Stelle tropfte jedoch Wasser von der Decke, das wir alle kosteten und für gut befanden. Besser als das Zeugs hier auf der Farm…

Nun, ich will es niht zu lang machen.Ab und an quetschten wir uns noch durch irgendwelche optionalen Löcher, in einem blieb ich dann wirklich stecken. bzw. vielmehr mein Stiefel, in einer Felsspalte. Meinen Fuß konnte ich befreien, den Stiefel musste jedoch mein Nachfolger befreien. Aber nach Ach und Krach kam ich doch noch raus und konnte bei der darauf folgenden Pause warmen Fruchtsaft und leckere Schokolade geniessen – in völliger Dunkelheit.

Den ganzen Weg ging es natürlich auch noch zurück, teilweise wieder auf dem Reifen treibend, unterwegs hatten wir noch ein Rendezvous mit einem zutraulichen Aal, den der Guide immer füttert. Zum Streicheln ließ ich mich aber nicht Hinreißen.

Dann, als man wieder Tageslicht sehen konnte, stand die letzte Etappe an, der Aufstieg. Ich habe längst nicht alles vom Caving aufgezählt, ist einfach zuviel, aber die wichtigisten Sachen waren dabei 😉 Eine Sache noch: Das Wasser war recht niedrig bei uns. Vor allem in Winter ist es höher, was auch mehr Reifenrafting bedeutet, allerdings auch teilweise Schwimmen. Wenn das Wasser zu hoch wird, wird die ganze Veranstaltung geschlossen, ist ja auch vernünftig. Von dieser Marke waren wir aber etwa einen halben Meter entfernt.

Nun zum Aufstieg: eine nicht unsteile Felswand, die es zu erklimmen galt, immerhin 25m hoch. Ich war der letzte, konnte also zuschauen, wie die anderen das so anstellten.

Zuerst unser Guide, der gekonnt und ungesichert (wer sollte ihn auch sichern?) recht schnell die Passage nach oben machte, darauf die jüngere Teilnehmerin, die etwas länger brauchte.

Der Aufstieg der älteren Dame zog sich jedoch Stunden hin. Schon zuvor wurde unser Trip immer wieder verzögert. Aber man möge mir nciht fehlende Toleranz vor dem Alter vorwerfen, ich habe geduldig gewartet. Damen in dem Alter, die noch Hermannslauf laufen, hätten das sicher schneller hinbekommen 😉

Nach der älteren Dame folgte dann noch der junge Amerikaner, der in Wahnsinnsgeschwindigkeit nach oben kletterte (war auch geübter Rockclimber), dann kam als letzter ich. Ein durchaus harter Aufstieg. Lag natürlich vorallem an den Stiefeln, nicht grade sehr treffliche Kletterschuhe, aber irgendwie ging es. Gesichert an einem Seil von oben kletterte ich erst die Schräge hoch, kam dann aber bald auch an eine senkrechte Passage, die ich langsam aber steitg mit all meiner Muskelkraft (die bekanntlich eher im Gehirn sitzt) meisterte. Irgendwann war ich dann auch, völlig erschöpft, oben angekommen, nachdem ich auf den letzten Metern fast schlapp gemacht hätte, weil ich mehrmals (s**** Stiefel) weggerutscht bin. Aber das Seil hat mich gehalten und mich auch mehr oder weniger nach oben gezogen. Nun, dann war ich eben wieder oben.

Den Rest erspar ich Euch mal, oder erzähle morgen, für die Erzählung dieses kleinen Trips habe ich schon knapp 2 Stunden benötigt, ohne die ganzen Fotos hochgeladen zu haben, die Ihr euch jetzt noch ansehen könnt. Die habe ich nämlich zusätzlich noch erworben. Kostet zwar was zusätzlich (diese typische „Abzocke“ ist überall), auf einen 2-MB-Stick statt auf CD kommend (auf meinen Wunsch) hin hat es aber auch einen zusätzlichen Mehrwert. Die Bilder von mir sind nicht grade toll, aber ich möchte sie Euch ja nicht vorenthalten. Die anderen Bilder zeigen die Höhle genauso, wie Sie auch bei mir aussah (Höhlen ändern sich ja nicht so), wurden jedoch nicht am heutigen Tag aufgenommen.

Nun denn, hier sind Sie 😉

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Waitomo am Wochenende

Sooooo, mal wieder Wochenende. Das verspricht auch ganz interessant werden. Es gibt nämlich einen Übernacht-Ausflug zu den Waitomo Caves, berühmte Höhlen 2 Stunden südlich von Auckland. Die sind vor allem durch ihre Glühwürmchen bekannt, die in den feuchten Höhlen massenhaft gedeihen. Es soll wohl wunderschön sein, diese in der Dunkelheit zu beobachten. Es sind keine Glühwürmchen wie in Deutschland, sondern eine bestimmte Art Pilzmückenlarven (Arachnocampa luminosa) in den Höhlen, die leuchtende Fäden von der Decke herabhängen lassen, womit sie ihre Beute fangen.

Die Höhlen kann man nicht alleine betreten, sondern nur mit einer geführten Tour, die auch eine unterirdirsche Bootsfahrt beinhaltet. Das kostet natürlich mal wieder Eintritt – und da es mehrere Höhlen gibt läppert sich das ordentlich. Ob ich überhaupt in eine Höhle gehe ist denn auch fraglich, Zeit habe ich vermutlich ja eh nicht. Ich habe nämlich am Freitag morgen was viel Schöneres vor.

Ich habe eine Caving-Tour gebucht, die ein paar interessante Aktivitäten beinhaltet. Zuerst werde ich mich in ein 30m tiefes Loch abseilen lassen ;), die Höhle erkunden, was auch bedeutet, sich durch enge Löcher und Spalten zu quetschen (hoffentlich bleibe ich nicht stecken), auf einen Reifen durch ein unterirdisches Flusssystem in völliger Dunkelheit treiben lassen (wo es meterlange Aale geben soll), um dabei nach oben schauend die schon erwähnten Glühwürmchen zu beobachten. Heisst „Blackwater Rafting“, hat mit echten Rafting aber nicht viel gemeinsam, dafür ist das Wasser zu ruhig. Aber man kann sich schön treiben lassen, mal gibt es auch ein paar Stromschnellen und nass wird man auf jeden Fall (durch das 10 Grad kalte Wasser ist man zum Glück mit Neoprenanzug geschützt). Vielleicht muss man auch mal schwimmen, in völliger Dunkelheit ins Nirgendwo  springen (3m runter :P) oder das ein oder andere, was mir noch, im wahrsten Sinne des Wortes, im Dunkeln verborgen ist. Ganz am Ende muss man dann wieder an die Oberfläche klettern, sicher der anstrengendeste Teil. Dann gibt es zum Schluss zum Glück noch eine heisse Dusche und Suppe. Soviel sind die infos, die ich dazu habe, mal schauen, wie es wirklich werden wird. Werde ich euch ausführlich berichten 😉

Ich hoffe bloß, dass die Tour auch stattfindet, als ich gebucht hatte, wr ich nämlich der einzige, und die findet nur ab zwei Personen statt.

Das ist der Freitag, am morgigen Donnerstag geht es dann erstmal dorthin, auf verschlungenen, abgelegenen Wegen, vermutllich an der Westküste entlang. Erst durch Auckland durch und dann dorthin abbiegen, nach Port Waikato, einem Hafenörtchen  an der Westküste, wo Neuseelands längster Fluss, der Waikato, ins Meer mündet. Auf einer Schotterstraße geht es dann immer weiter nach Süden. Kurz nach Port Waikato kommt man auch mal wieder an einen Herr-der-Ringe-Drehort vorbei, dem nördlichsten Neuseelands (ein Schelm wer dabei Böses denkt ;)). Kann man nur aus der Ferne sehen, da privates umzäuntes Weideland, es geht jedoch um die „Wetterspitze“ (1. Teil), wo die Hobbits und Aragorn von den Ringgeistern angegriffen werden und Frodo schwer verwundet wird. Mal schauen, ob ich die Spitze finde, denn es sind längst nicht die einzelnen Steinformationen dort, „Limestone Downs“ ist die Gegend treffend genannt.

Weiter südlich kommt man irgedwann in Raglan an, dem wohl berühmtesten Surf-Ort Neuseelands. Dort werde ich vermutlich jedoch nicht verweilen, da ich ohnehin den Ort noch etwas ausgiebiger besuchen wollte, vermutlich bei meinem letzten 4-Tages-Trip. Vielleicht auch tatsächlich noch ein Surf-Kurs 😉

Noch weiter südlicher geht es dann zu den Naturhäfen von Aotea und Kawhia (auch Raglan hat einen großen Naturhafen), in letzterem besuche ich vielleicht auch die dortige Hot Water Beach, wenn die Bedingungen stimmen und noch Zeit bleibt. In Kawhia ist man dann auf Höhe der Waitomo Caves, die man dann irgendwan erreichen sollte, bzw. die Unterkunft dort in der Nähe. Das alles noch ausführlicher, wenn ich alles erlebt habe 😉