Coromandel: Tag 4: Karangahake-Paeroa-Te Aroha-Miranda

Widmen wir uns nun den bereits letzten Tag der Coromandel-Rundfahrt, nachdem ich grade aus dem Kino wiedergekommen bin, das ich nach einen schönen Tag in Auckland inklusive des Aquariumbesuches dort aufgesucht habe. Mehr dazu dann morgen…

Am vierten Tag machte ich erst einmal noch eine Wanderung in der Karangahake Gorge, den sogenannten „Windows Walk“, der in einigen Metern Höhe durch einen durch den Fels gehauenen Tunnel verläuft – ganz ohne Lichter. Erst ging es jedoch entlang des Flusses in der Schlucht entlang, wohl eher als Klammbach zu bezeichnen, ein Landschaftsfeature, das ich in Neuseeland bisher noch nicht gesehen hatte, da ich ja den Buller Gorge in Murchison leider verpasst habe.

Vor erwähntem Tunnel konnte man bereits ein altes Pumphaus erkunden, dafür wurde zu einer Taschenlampe jedoch nicht nur geraten („advisable“), sondern auf Schildern als „desirable“ (begehrenswert) bezeichnet. Und tatsächlich flösste mir das dunkle Loch allerhand Furcht ein, da ich eben keine vernünftige Leuchtquelle mithatte, die Kamera ausgenommen, deren Blitz kurzzeitig die Orientierung wieder herstellen könnte. Die Gefahr mich zu verirren, erschien mir dort zu groß, also ging ich zurück und machte nur den „Windows Walk“. Der war zwar ebenso stockdunkel, dafür musste man aber nur mehr oder weniger den Gang folgen, ganz ohne Verirr-Gefahr. Zeitweise gab es auch natürliche Lichtquellen, nämlich in den Fels gehauene Fenster (daher der Name des Tracks), aus denen man einen guten Blick auf Schlucht und Fluss hatte. Trotzdem war es teilweise stockdunkel und ich tastete mich mit den Händen an der Felswand langsam voran. Schaute man nach oben, dann sah man doch etwas Licht – Glühwürmchen nämlich, die diesen Gang bevölkerten. Die habe ich jetzt also auch mal gesehen, deren Leuchten ist aber so schwach, dass davon nichts erhellt wird. Der Weg verlief die ganze Zeit auf einer historischen Loren-Trasse und hat sich wirklich gelohnt.

Von der Karangahake Gorge ging es dann in den nur ein paar entfernt gelegenen Ort Paeroa, eine Stadt, die, wie ihr euch vorstellen könnt, es mir besonders angetan hat. Paeroa ist nämlich Ursprungsort meines Dauergetränks, dessen Verlust ich garnicht verkraften werde. Diese Besinnung auf Lemon & Paeroa prägt das ganze Stadtbild, auch wenn das Getränk dort mittlerweile garnicht mehr produziert wird. Trotzdem wehen an jedem Geschäft L&P Flaggen, Banner und ähnliches.

Highlight ist aber sicher eher die riesige L&P-Flasche, die schön an der Hauptstraße (SH2) ausgestellt ist. Ein paar Fotos konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, ehe es ins L&P-Cafe ging, weil ich gehört hatte, es sei der einzige Ort auf der Welt, wo es L&P-Eiscreme gebe. Das war auch so und ich muss sagen, sie schmeckte göttlich. Wie eine Mischung aus Vanille und Zitrone, bloß mit diesen unvergleichlichen Geschmack, um den ihr mich beneiden würdet 😛

Neben L&P hat Paeroa aber eigentlich nicht sonderlich viel zu bieten, es profitiert jedoch davon ein beliebter Zwischenstopp zwischen Auckland und Tauranga zu sein, wie man unschwer feststellen kann, und ist die größte Stadt der südlichen Coromandel.

Da ich noch viel Zeit hatte fuhr ich ins 20km weiter südlich gelegene Te Aroha, das geografisch gesehen nicht mehr auf der Coromandel, sondern schon in Waikato liegt. Te Aroha ist nach den gleichnamigen Berg benannt, der übersetzt schlicht „die Liebe“ lautet. Von diesem immerhin 950m hohen Berg soll man angeblich über die halbe Nordinsel schauen können, wenn das Wetter klar ist. War es aber natürlich immer noch nicht, und ich natürlich auch nicht oben. Könnte mir aber durchaus vorstellen, da noch hochzuklettern.

Te Aroha ist bzw. war vor allem ein Kurort, von dem die alte Kuranlage am Fuße des Berges zeugt, welche unter anderem auch ein Museum beherbergt, deren interessanten Exponate ich mir für einen geringen Obulus angesehen habe. Danach ging es zum Geysir von Te Aroha – kein sonderlich großer, da ich die Geysire um Rotorua aber allesamt verpasst habe bisher, habe ich nun auch einen Geysir gesehen, auch wenn es eher wie ein Springbrunnen aussah. Der „Mokena-Geyser“ spuckte das Wasser jedoch immerhin ca. 6m gen Himmel, die Rauchschwaden zeugen davon, dass das Wasser auch heiß sein muss. Ich hatte Glück, dass grade als ich dort ankam, der Geysir ausbrach, das tut er nämlich nicht allzu oft.

Nach Te Aroha wollte ich dann langsam wieder heim nach Helensville aufbrechen, immerhin ja eine gut 3-stündige Fahrt, die aber noch 2 nette Stops beinhaltete.

So schaute ich mir die Ngatea Watergardens an, eine wirklich traumhafte Gartenanlage mit viel Wasser und ironischen Schildern, wo etliche, so scheint mir, professionelle Fotografen mit ihren Hochleistugskameras herumliefen und ihre Fotos machten. Einen kleinen Teil der ganzen Pracht dort konnte ich vielleicht aber auch einfangen.

Doch all die Pflanzen beiseite, für mich viel spannender war das angeschlossene Mini-Museum, das eine Kollektion über 11.000 verschiedenen Dosen zeigte !!! Es war wirklich ziemlich genial, so z.B fast alle bisher exisitierenden Cola-Dosen zu sehen oder auch deutsche Bierdosen, von denen 2 ganze Regale vollstanden. Teilweise echt interessant, wusste garnicht, dass es Bierdosen mit Emblem der deutschen Fußballmannschaften gab, mit Eisenbahnabbildungen drauf oder allerlei anderen Sachen.Die Sammlung reicht mindestens bis 1896 zurück, wo es anscheinend auch schon Coca-Cola gab, das bei den dortigen Olympischen Spielen in Athen ausgeschenkt wurde. Natürlich nicht nur deutsche, sondern Bierdosen aus aller Welt und ebenfalls einen Haufen von Softdrinks, Säften und Co. Echt lohnenswert.

Als ich am Ende des Besuchs noch mit der Besitzerin sprach, wie es mir schien, und zur Sprache kam, dass ich als Freiwilliger mit geistig Behinderten arbeite, griff sie schnell in die Kasse und gab mir die immerhin 10 Dollar Eintritt zurück – eine sehr nette Geste 🙂

Nach Ngatea kam dann noch ein Stopp in Miranda hinzu, dort kann man nämlich Vögel beobachten. Miranda liegt gegenüber der Coromandel auf der anderen Seite des Hauraki Gulf, das Meer dazwischen ist auch als „Firth of Thames“ bekannt und ein international bedeutendes Feuchtgebiet geschützt nach der „RAMSAR-Konvention“ (soviel dazu :P). Erst etwas durchs Feuchtgeibet gewandert, konnte man dann , bevor der abgezäunte Strand begann, die vielen Wandervögel beobachten. Eine Dame vom Doc war mit einem Teleskop von der Partie, mit dem Interessierte ohne Fernglas die Vögel beobachten können, die dort vor allem wegen des reichhaltigen Nahrungsangebotes an Mini-Krebschen anzutreffen sind. So sah ich also seltene Vögel, deren Namen mir jedoch schon wieder entfallen sind, die dort eine Pause einlegen, ehe sie nach Sibirien oder sonstwo hin fliegen.

Ein paar Kilometer weiter besuchte ich dann auch noch das Infozentrum über die Sache mit den Vögeln, aber ich glaube, Ornithologen findet man nicht unter meinen Lesern, so dass ich nun besser zum Ende komme.

Dem Straßenverlauf an der Küste folgend fuhr ich durch den bereits zu Auckland gehörenden, aber total ländlichen Franklin-Distrikt zurück nach Auckland, um mich im Südosten erst einmal noch zu verirren. Den habe ich jetzt aber auch gesehen und festgestellt, dass dort eh nichts interessantes zu sehen wäre. Fast wäre ich noch nach Papatoetoe gekommen, die wohl kriminellste Gegend Neuseelands, in die man sich besser nicht reinwagen sollte, konnte vorher aber schließlich auf den Motorway abbiegen, der mich sicher zurück nach Helensville geführt hat.

Zusammengefasst also ein schöner Tag, der den schönen Kurzurlaub schön abgeschlossen hat, um es mit schön vielen „schön-s“ zu sagen. Hier noch die Schönsten der schönen Bilder –

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