Coromandel: Tag 3: Whitianga-Waihi-Karangahake

Weiter geht es mit Tag 3, der mit strömenden Regen in Whitianga begann. Eigentlich war mein Übernachtungsziel das 1 1/2 Stunden südlicher gelegene Whangamata, doch aufgrund der Wetterverhältnisse einhergehend mit Nebel war ich auch tatsächlich schon nach 1 1/2 Stunden da. So verpasste ich, die schönen Hafenstädte von Tairua und Whangamata. In letzterem wollte ich zwar stoppen, da in der Stadt jedoch grade eine Großveranstaltung stattfand und es extrem voll war (wie ich später erfahren habe wohl „Karneval“), bin ich direkt weiter nach Waihi gefahren, das bereits im Inland der südlichen Coromandel liegt bzw. schon den Anfang der Bay of Plenty markiert.

Über Waihi wusste ich vorher nur, dass die Stadt etwas mit Gold zu tun hatte. Was mich dort dann erwartet hat, habe ich jedoch nicht erahnt. Direkt im Stadtzentrum, 50m gegenüber des Informationszentrums beginnt eine riesige Tagebau-Goldmine, die „Martha Mine“. Als ich ins Infozentrum ging, war mir das noch nicht bewusst, ich hatte mich jedoch schon für den großen Hügel auf der anderen Seite interessiert, wo Stufen anscheinend zu einer Aussichtsplattform führten. Dort erkundigte ich mich dann und besuchte auch das Museum über die Mine, die von der US-Firma Newmont, dem wohl zweitgrößten Minenunternehmen der Welt betrieben wird. Das Museum war dann wohl auch von denen finanziert und entsprechend von einer positiven Grundeinstellung geprägt, trotzdem aber noch recht informativ. Danach ging es dann, trotz Regens und auf dem Oberkamm des Hügels peitschenden Windes, die wirklich riesige  Mine anzuschauen. Doch ein Blick reichte mir nicht, ich machte mich auf den Weg um den Pit Rim Walkway, einen Spazierweg, der einmal rund um die Mine verläuft. Ca. 4,5 Kilometer lang, da kann man sich mal ausrechnen, wie groß die Mine so zu sein scheint. Ihr Betrieb wurde zwischenzeitlich mal eingestellt, aufgrund der stetig steigenden Gold- und auch Silberpreise (Silber wird auch gefördert) rentiert sich die Förderung mittlerweile aber wieder. So werden wöchentlich Gold und Silber im Volumen von etwa 1 Million $ gefördet.

Doch in naher Zukunft wird die Mine wohl stillgelegt, nach dortigen Plänen soll die Mine ganz grün mit vielen Bäumen werden, eine Art Parkanlage, die sicherlich auch weiterhin viele Touristen nach Waihi locken wird. Das die Stadt eine Geisterstadt wird,  will man nämlich versuchen zu vermeiden.

Der Weg um die Mine brachte viele Ausblicke, auch wenn die letzte Hälfte eher durch Wald und Wiesen führte, ohne Blick in die Mine, die übrigens nicht die einzige in der Umgebung ist. So gibt es in der Nähe auch eine profitable, allerdings unterirdische Goldmine.

Nach der gut einstündigen Wanderung fuhr ich dann nach Waihi Beach – wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, haben fast alle Städte nahe der Küste, aber im Inland einen Schwesterort gleichen Namens mit „Beach“ hintendran. Strandwetter war natürlich nicht, ich fuhr also nur hindurch weiter nach Süden bis nach Bowentown, das auf einer Halbinsel liegt, die den Tauranga Harbour eingrenzt. Von hier gab es einen Blick auf diesen inklusive Matakana Island, was den Tauranga Harbour nur 2 kleine Ausfahrten beschert. Die eine sah ich damals am Mt Maunganui, die andere nun hier. Wär das Wetter besser gewesen, so hätte ich den Mount wie auch Tauranga wohl erblicken können.

Nach diesem letztmaligen Ausflug an die Pazifikküste wendete ich mich dann dem Inland zu. Wenn man nicht grade 100km nach Norden (Whitianga) oder Süden (Tauranga) fahren will, geht die einzige Straße nach Westen in dieser Gegend durch die Karangahake Gorge. Das ist eine Schlucht, durch die eben diese Straße, der State Highway 2 führt, der meist auch ziemlich gut gefüllt ist, bietet er doch die Haupt- und schnellste Verbindung von Auckland zur Coromandel und Bay of Plenty.

Die Schlucht ist nicht sonderlich groß und schnell durchfahren, hat in der Mitte jedoch einen großen Parkplatz, von dem viele Wanderwege abzweigen. Dort gibt es auch ein paar Häuser, u.a. einen Backpackers, wo ich beschloss, die Nacht zu verbringen. Eine sehr gute Wahl, wie sich später herausstellte.

Die Karangahake Gorge ist nämlich, man kann es sich denken, früher Goldgräbergebiet gewesen. Zeitweise lebten 3000 Menschen dort auf engsten Raum, die Überreste der Gebäude sind auch heute noch zu besichtigen. Ebenso gibt es noch alte Schienen, auf denen ein Großteil der Wanderwege verläuft. Soviel dazu.

Ich beschloss, da erst später Nachmittag, noch eine kleine Wanderung zu unternehmen. Erst musste man 2 Hängebrücken überqueren, denn entlang der Straße verläuft in der Schlucht eben ein recht reißender Fluss, der an der Stelle des Parkplatzes sich t-artig mit einem anderen verbindet. Mein Wandertrack ging erst an der der Straße gegenübersetzten Seite des Flusses entlang. bis schließlich eine Brücke wieder auf die andere Seite führte. Jedoch nicht zur Straße, sondern in einen 1km langen Eisenbahntunnel, der mitten durch den Fels führte. Der ist zu begehen, was ich natürlich auch machte, trotz fehlender Taschenlampe. Zum Glück war der Tunnel leicht erleuchtet, doch streckenweise war es schon ziemlich dunkel. Einen ganzen Kilometer ging es gradeaus, bis man an andere Ende kam. Insbesondere das Echo dort war sehr nett, was mich zu einigen unüblichen lauten Geräuschen trieb, die andere Wanderer sich verschreckt haben.

Nach der Wanderung, die nicht die einzige bleiben sollte (die nächste fand bloß am nächsten Tag statt) machte ich es mir dann in meinem Hostel bequem, wo ich eine nette deutsche Frau kennenlernte und mit ihr über mich und sie quatschend den frühen Abend verbrachte. Ihr Sohn machte 2 Jahre zuvor hier Work&Travel und der dortige Kurzbesuch hat Sie dazu hinreißen lassen, das Land ausgiebig zu erkunden, die Kinder seien ja auch eh im Ausland. Kommt mir fast bekannt vor 😛

Mein Abendessen bereitete ich mir dann tatsächlich selbst zu. In Waihi hatte ich mich mit Gehacktem und einer Zwiebel zugedeckt, die ich fachgerecht schnitt (während ich Liter an Tränen verlor) und mit dem Gehackten vermischt. Es war die kleinste Portion, die es gab, meine Gesprächspartnerin meinte jedoch, das würde locker für 4 Personen reichen. Nungut, mein Hunger war groß. Leider mischte ich auch ordentlich Chillipulver hinein, was ich beim Essen zusammen mit Nachos ziemlich bereute. Festzuhalten ist aber, dass ich mittlerweile allein in der Lage bin, mich kochend zu verpflegen.

Der Abend klang dann sehr schön aus, es passierte nämlich das, was ich an kleinn, aber feinen Hostels so liebe. Neben mir und der deutschen Frau waren noch zwei andere Deutsche da, die beide dort wwooften, das heißt, unentgeltlich dort 2-3h täglich arbeiten, dafür jedoch freie Unterkunft erhielten. Zu unserer Runde kamen jedoch auch die beiden Besitzer der Herberge hinzu, spendierten Wein (Hilfe, ich habe wieder Alkohol getrunken!!), Chips und sogar Eis von der speziellen Sorte „Goody Goody Gumdrops“ (schmeckt wie Kaugummi, und sind auch Kaugummistücke drin). War ein nette Laberei und der Abend zog sich entsprechend in die Länge. Mehr möchte ich darüber dann auch keine Worte verlieren 😛

Hier noch mal wieder ein paar Fotos:

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