Coromandel: Tag 2: Whitianga und Area

Der zweite Tag begrüßte mich mit weißen total wolkenverhangenen Himmel einschließlich Regen. Kein Wunder, dass ich dadurch später losfuhr, als es geplant war. Weiter auf dem Pacific Coast Highway ging es von Coromandel aus über den Gebirtgszug der Coromandel Ranges hinunter an die Ostküste. Man hätte einen tollen Ausblick haben können, dank des freundlich gesagt miesen Wetters war damit aber nichts (siehe Fotos).

Mein erstes Ziel war Whangapoua, wo ich New Chums Beach besuchen wollte, der vor ein paar Jahre (2005 glaub ich) als einer der Top10-Strände der Welt gekürt wurde. Die Bilder sahen auch vielversprechend aus, mit eigenem Auge habe ich ihn jedoch nicht erblicken können. Das liegt daran, dass man am Whangapouas eigentlichen Strand hätte entlang wandern müssen und einen nicht so untiefen Fluss durchwaten müssen, was auch nur bei Ebbe wirklich gut möglich sei. Schade, ich war bei Flut da, das Regenwetter machte mir aber eh nicht grade Lust jetzt zu einem Strand zu wandern.

Dadurch das New Chums Beach etwas schwer zu erreichen ist (nach dem Fluss muss man noch über einen Hügel wandern) ist er allerdings auch ziemlich unberührt – in letzter Zeit verdichten sich jedoch Anzeichen, dass ein Investor dort etwas bauen will, worauf es natürlich ordentlich Widerstand gibt.

Nach der Feststellung das Sprit in Whangapoua etwas teuer war, schaffte ich es grade noch so nach Whitianga, wo ich erstmal auftanken war. Schade bloß, dass die Kreditkarte nicht funktionierte – und jetzt kommen wir auf Tag 1, dort an der Tankstelle nämlich ebenfalls nicht. Jeweils danach an der Bank oder im Supermarkt jedoch schon, was ich etwas komisch fand. Nungut, ich hab mich beide Male noch aus der Misere retten können, da ich grade neues Taschengeld auf mein eftpos-Konto bekommen hatte… (am Sonntag hats dann an der Tankstelle aber wieder funktioniert ;))

Whitianga ist wohl die größte Stadt der Coromandel, auf jeden Fall ihr touristisches Zentrum. Gelegen in der Mercury Bay (von der ich nicht allzu viel sah wegen des Wetters) und neben den Meer umschlossen von einem Inlet, mir fehlt das deutsche Wort dafür, vielleicht Lagune oder sowas…

Der strömende Regen ließ jedoch jede Aktivitätslust verschwinden, weshalb ich es mir erst einmal in meinem Hostel gemütlich machte. Nach einer halben Stunde erkundigte ich dann immerhin das Städtchen und ging ins ortseigene Museum – bei dem Wetter ja durchaus sinnvoll. Und es war auch durchaus interessant. Aber damit möchte ich Euch nicht langweilen, denn der Nachmittag brachte ja noch deutlich Interessanters.

Im Hostel lieh ich mir einen Spaten aus und fuhr dann südlich in die Gegend um Hahei, wo die Hauptattraktionen der Coromandel liegen.Es war gegen Mittag, gegen 17 Uhr wollte ich aus bestimmten Gründen  am Hot Water Beach sein, dazu später mehr. Da ich erstmal Zeit hatte ging es zu Cooks Beach, benannt nach Neuseelands (zweiten bzw. wirklichen) Entdecker, der hier einst, knapp 240 zuvor den Anker lichtete.  Von hier aus beobachtete Cook ein seltenes Himmelschauspiel, das irgendwas mit der Umlaufbahn des Merkur zu tun hat, wonach er dann dadurch seine exaxte Position auf der Welt feststellen konnte. Danach war zum ersten Mal klar, auf welchen Koordinaten Neuseeland in etwa liegt, und der Name Mercury Bay stammt nicht von ungefähr daher.

Nach Cooks Beach, was für mich nur ein kleiner Blick und ein paar Fotos des Strands hieß. ging es dann zur Cathedral Cove nahe Hahei, ebenfalls eine Hauptattraktion. Vom Parkplatz entlang der Steilküste nordwestlich von Hahei ging dann ein Weg entlang, der zur Cathedral Cove führte. Vor noch kurzer Zeit war der Weg gesperrt, denn ein Orkan hatte letzten Herbst weite Teile des Weges, insbesondere den Abstieg von der Steilküste zum Strand hinuter, zerstört. Der Weg war zwar nun wieder begehbar, das letzte Stück jedoch immer noch recht provisorisch. Das Wetter war mir wohlgesinnt, denn immerhin regnete es nicht mehr. Entlang der Steilküste hatte man einen guten Blick auf die Mercury Bay mit ihren vielen kleinen Inseln.

Da die Cathedral Cove eben ein beliebtes Ziel ist, war trotz der Wettermstände auch allerhand los. Der Weg war sehr matschig, sodass ich den Abstieg in eine Bucht zuvor hinunter fast bereut hätte. Der deutschen Familie, die mich Kletterkünstler vorließ um den Weg zu testen, habe ich natürlich mit meinem astreinen Hochdeutsch gedankt, konnte den Familienvater jedoch nicht daran hindern, sich auf dem exrem rutschigen matschigen Stufen hinzulegen. Immerhin nichts passiert. Die Bucht bot dann letztlich auch garnichts, noch nichtmal einen Strand (weil Flut war), weshalb ich wieder hoch und weiter zur Cathedral Cove ging. Der provisorische Weg dort hinunter bestand dann tatsächlich nichtmal aus Stufen, sondern ging durch den Busch hinab nach unten, immerhin konnte man sich an einem Seil festhalten.

Nun, was ist die Cathedral Cove. Eigentlich nur ein nicht sonderlich spannendes Loch in einem Felsen, die Bilder werdens zeigen. Aufgrund von Steinschlaggefahr war der Weg hindurch auch abgesperrt, was die ganze Grotte damit etwas verschandelte. Am Strand hielt ich mich auch nicht allzu lange auf, sondern verließ nach einigen Fotos den vollen Strand an der Cathedral Cove dann auch mit Richtung Hot Water Beach.

Hot Water Beach ist die Gaudi der Coromandel – man kann sich nämlich am Strand ein Loch buddeln, worin dann heißes Wasser strömt, in dem man relaxen kann. Soweit jedenfalls die Theorie!

Der ganze Spaß geht jedoch nur bei Ebbe, sprich max. 2 Stunden vor bzw. nach Low Tide. Das sorgt auch dafür, dass die Flut jedes Mal die Gegend wieder so verändert, als sei hier nie gebuddelt worden.

Aufgrund des hohen Wellenganges war es auch nochmal etwas schwieriger, da das heisse Wasser nur entlang ganz weniger Stellen hochkommt. So buddelte ich, während andere Leute nur einen Meter neben mir schon ihrenheißen Pool hatten, die Finger wund und bekam doch nur kaltes Wasser aus dem Boden oder auch Meerwasser, die Wellen waren wie gesagt hoch. Das führte dazu, dass ich meinen Pool dreinmal weiter nach hinten verlagerte, später die Seite wechselte und dann das Glück hatte, in einen bereits schon fertigen Pool zu gehen, den die Besitzer verlassen wollten. Deren Pool baggerte ich noch etwas aus und legte mich dann  ins wirklich sehr warme Wasser hinein.

Man kann sich das nicht als Whirlpool vorstellen, dafür hat man einfach zuwenig Wasser. Vielleicht so 10cm hoch, grade so genug beim Hinlegen vielleicht ganz untertauchen zu können. Mehr ging auch nicht, der blöde sand rutscht ja immer wieder in die Tiefe.

Da saß ich dann bzw. lag in einen der Pools, die alle direkt nebeneinander lagen, für die nächsten 3 Stunden. Das Wasser war jedoch nicht nur warm, sondern wurde, insbesondere an meinen Füßen, immer ziemlich heiß. In einen Pool in der Mitte konnte man z.B garnicht rein, weil das Wasser um die 60 Grad heiss war.

Der Hot Water Beach kommt nämlich durch einen unterirdischen Fluss geothermal erwärmten Wassers zu seinen Namen, der wenige Zentimeter unter dem Watt herfliesst, mit maximalen Temperaturen bis 65 Grad Celsius. Je nachdem wo man buddelt, ist das Wasser dann mal heißer oder kälter, ansonsten kann man sich ja auch mit 20 Grad kalten Meerwasser abkühlen, das man wenige Meter vor sich hat. Das Meer dort fordert jedoch jedes Jahr mehrere Todesopfer, da auch erfahrene gute Schwimmer  den starken Unterströmungen dort unterlegen sind, wenn sie sich schwimmend ins Meer vorwagen. Gibt zwar Rettungsschwimmer am Strand, aber immer eben nur zur Hauptverkehrszeit um Ebbe rum.

Nun, was soll ich noch groß darüber sagen. Ich hatte in meinen Pool einen wirklich schönen Abend, unterhielt mich mit anderen Erholungssuchenden (manche tranken ganz stilecht Wein und Sekt, während sie in ihrem Sandpool lagen) und erfrischte mich zeitweise im Meer (aber nicht schwimmend ;)). Gegen Abend wurde es dann so langsam auch kälter, mein Pool wurde jedoch immer wärmer. So kam ich in den interessanten Genuss, dass mein nicht im Wasser befindlicher Körper vor Kälte zitterte, während sich der im Wasser befindliche fast verbrannte. Mit heißem Schlamm zugedeckt liess es sich aber aushalten 😉

Mehr Worte möchte ich auch garnicht mehr über den Abend verlieren, habe ja mittlerweile schon ziemlich viel geschrieben. Schaut Euch also einfach die Fotos an!!!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Advertisements
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: