Der Pinnacles Track und Co.

Was für ein Tag heute! Ich habe meinen Vorsatz wahr gemacht und die Pinnacles nahe Thames bestiegen. Der Aufstieg zu diesen war zwar zwar anstrengend, hat sich aber gelohnt.

Nach all der geistigen Überlastung bei gleichzeitiger körperlicher Entspannung in den vergangenen Wochen machte es auch mal erforderlich, den Spieß umzudrehen. Körperliche Überlastung und geistige Entspannung, das wurde einfach mal Zeit. Denn wer 7 Stunden am Stück wandert, der (ich jedenfalls) kann schnell komplett abschalten und sich nur auf sein Ziel oder nichts konzentrieren. Ob es nun oben ist, oder zürück wieder unten, die Sehnsucht anzukommen prägt die Wanderung und lässt die Strapazen vergessen.

Doch der Reihe nach: am heutigen Morgen erwachte ich bereits um 7 Uhr, was für eine Nachteule, die gerne Morgenmuffel verspeist, ja fast ein Wunder ist. Die richtigen Wandersachen gepackt (naja, hab ich ja nicht mehr) ging es dann auch schon bald Richtung Thames, eine etwas mehr als zweistündige Fahrt von Helensville. Eigentlich!

Ich hatte natürlich nicht mit der allmorgendlichen Rush-Hour gerechnet, in der alle in die Innenstadt Aucklands wollen. Darum hieß es erst einmal im Stau zu stehen. Den gibts auch nur in Auckland, da aber so richtig, trotz 4-spurigen Motorway. Zu allen Unglück  trat in mir auch noch ein unglückliches Ereignis ein, das mir zu peinlich ist, es hier zu erwähnen. Gesagt sei jedoch, dass ich so schnell wie möglich die nächste Ausfahrt nahm und in akuter Not Bekanntschaft mit einer auckländischen Schule bzw. dessen Räumlichkeiten machte.

Davon abgesehen verlief die Reise nah Thames ohne Komplikationen. Dort eingedeckt mit Verzehr (Kekse, Bananen und natürlich L&P) ging es dann in das Kauaeranga Valley, in dem unter anderen der Pinnacles Walk startet. In einem modernen Informationszentrum auf halbem Wege informierte ich mich noch einmal über den Track, danach ging es dann auf Schotterstraßen zum Anfang des Wanderweges, zu denen ich mir einige Worte erlauben möchte.

Der „Pinnacles Walk“ dauert laut DoC ca. 8-9 Stunden, ist also in einem Tag möglich. Trotzdem wird empfohlen, eine Nacht in der Pinnacles Hut zu verbringen, eine der luxuriösesten Wanderhütten Neuseelands, das sogar eine (wenn auch kalte) Dusche besitzt neben anderen Annehmlichkeiten. Da ich aber ohnehin keinen Schlafsack mehr habe und die Wanderung zu der Pinnacles Hut an sich nun echt nicht sonderlich lange dauert, mache ich das natürlich an einen Tag, wär ja sonst keine Herausforderung.

Mittlerweile 11.30 und damit eigentlich schon viel zu spät, zog ich am Zielparkplatz meine Wanderschuhe an (mangels Ersatz die weißen Turnschuhe, bereits ordentlich zerfezt und mit Löchern sogar – der Tragekomfort und Grip ist trotzdem noch ausgezeichnet!). So provisorisch ausgerüstet ging es dann mit dem Rucksack auf den Rücken (wo auch sonst) los.

Erst noch ein breiter Weg verengte er sich nach ein paar Minuten bereits zusehendes und führte mitten durch den Wald – für die kommenden 2 Stunden. Es ging stetig bergauf, meistens auf gehauenen Treppenstufen, die jedoch nass und moosbewachsen und damit recht glitschig waren. Es galz sogar 4 Hängebrücken zu überqueren, eine ziemlich wackelige Angelegenheit teilweise. Ich hätte auch die Furten trockenen Fußes überqueren können, aber Hängebrücke macht mehr Spaß!

Immer höher ginges hinauf und teilweise lichtete sich das Gebüsch und gab einen Blick auf die grüne,  hügelige Waldlandschaft des Coromandel Forest Parks frei. Mir kamen bereits einige Wanderer entgegen, wohl ein Zeichen, dass ich tatsächlich etwas spät dran war. Das war jedoch nicht schlimm, denn bereits nach 2 Stunden erreichte ich die Pinnacles Hut – der Doc sagt, es dauere mindestens 3. Aber ich gehe eben schnell mit meinen großen Beinen!

Von der Hütte und auch vorher schon, wo man einen mit eher niedrigeren Gebüsch bewachsenen Grat überquert hat man einen tollen Blick auf die Pinnacles, die erst noch fern, plötzlich immer näher kamen.

Ich muss sagen, der Aufstieg bis dahin war trotz meiner Schnelligkeit sehr anstrengend und hat mich ein paar Pausen gekostet. Eine große Pause wollte ich dann eigentlich an der Pinnacles Hut machen. Eigentlich! Die Hütte wurde besetzt von einer Horde pubertierender Kleinkinder im Alter Daddels (;)), die mit ihren Lehrern dort wohl übernachteten (solche Ausflüge sind hier in Neuseeland ja üblich). Ich habe ja bekanntlich nichts gegen Kinder, aber nach einen kleinen Plausch mit ein paar derjenigen ging es dann gleich Richtung Pinnacles weiter, von der Hütte laut DoC noch 50 Minuten. Ging etwas schneller, aber die Treppen waren eine richtige Tortur.  Fast endlos ware mit Holz gesicherte Treppen in den Stein gehauen und führten immer weiter nach oben. Bereits jetzt hatte man schon einen netten Ausblick, unter anderem schon auf den Hauraki Gulf, dem Meer zwischen der Coromandel Peninsula und der Landmasse die sich bis Auckland und weiter nach Norden erstreckt.

Doch der steilen Treppen nicht genug gab es kurz vorm Gipfel noch steilere Leitern zu bezwingen. die senkrecht aufragten und sogar Klettersteige, die mich an eine meiner wenigen Alpentouren erinnern. Auf in den Fels gehauenen Metallstangen kletterte ich dann den Grat hoch und befand mich auch irgendwann auf dem Gipfel, wo netterweise eine hölzerne Aussichtsplattform installiert ist. Dort wurde sich erst einmal ausgeruht, die Bananen verspeist, viele Fotos gemacht und natürlich die Aussicht auch einfah nur genossen. Mit Blick auf den Hauraki Gulf mit dem fernen Festland auf der anderen Seite, der Blick nach Osten über die Hügel der Coromandel bis in der Ferne der Pazifische Ozean zumindest für mein meinschliches Auge erkennbar ist. Oder nach Süden oder Norden, wo sich die Coromandel Ranges erstrecken, meist jedoch nicht so hoch wie die Pinnacles, die mit 759m nicht ganz der höchste Berg in diesem Massiv sind. Aber sicher der eindrucksvollste, mit seinen Pinnacles. Diese Nadeln sehen wirklich sehr imposant aus. Doch da sprechen wohl die Fotos eine bessere Sprache, die unten natürlich noch folgen.

Der Abstieg verlief nicht sonderlich spannend, die Kinder an der Hütte waren weg und ich plauderte noch ein bisschen mit der Hüttenwartin, ehe ich mich an den Abstieg machte. Es war grade einmal 15.30 Uhr an derHütte  und ich damit nur 4 Stunden unterwegs bisher, mit zahlreichen Pausen dazu. Der DoC rechnet bereits in diesem Fall mit 6-7 Stunden. Doch der Abstieg brachte mich wirklich an die Grenzen körperlicher Leistungsfähigkeit, den Willen jedoch nicht zum Erlischen. Knapp 2 Stunden später löste sich alle Spannung und ich fiel in den Sitz meines Autos, nach gut 6-stündiger Wanderung, etlichen Höhenmetern und tollen Eindrücken.

Doch das war noch nicht alles. Leider kam es noch zu einem etwas unglücklichen Ereignis, das mal wieder die Reisekasse plündert.

Nach einer Stärkung im überraschend großen Shopping-Center von Thames (die Stadt ist wohl nach dem Fluss Waiopou benannt, dessen Wassermassen sich durchaus mit der englischen Themse in London messen können) und dem überteuren Tanken meines Autos (seit Dezember sind die Preise um 40 Cent angestiegen!!!) ging es für mich zürück nah Auckland, nicht jedoch auf den gleichen Weg wie hin (Motorway und SH2), sondern über den Pacific Coast Highway, der sich direkt an den Wassern des Hauraki Gulfs entlangschlängelt.

Kurz vor dem Ort Miranda, bekannt für seinen Vogelreichtum, die ich mir angucken wollte, passierte es dann: eine etwas schnell genommene scharfe Kurve führte zu einem unangenehmen Geräusch, das Testen der Blinker ließ nichts gutes verlautbaren und nach einem Stopp sah ich auch gleich meine Befürchtungen bestätigt. Mein rechter vorderer Blinker hat sich einfach so verabschiedet, während der Fahrt abgefallen.“ Einfach so“ zu sagen ist vielleicht nicht richtig, vor gut einer Woche hatte ich ein unangehmes Erlebnis mit dem Zaun eines Nachbarn, als ich in der Ausfahrt des anderen Projekthauses hier in Helensville drehen wollte. Drehen kann man da aber quasi nicht, sondern muss rückwärts einige Meter den Abhang herunterrollen, was mir nicht so angenehm ist. Jedenfalls berührte meine Front den Zaun des Nahbarn, der nur aus Holzbalken und einem daran gespannten Seil besteht. Unglücklicherweise verhakte sich nun das Seil irgendwie an meinem rechten Blinker und zog ihn raus. Er war zwar völlig rausgerißen, funktionierte jedoch noch und wurde nach etwas Bearbeitung der Karosserie (meine Front ist leider etwas „eingedellt“ wieder gut eingefügt, allerdings eben nicht sonderlich festsitzend, da ein paar Halterungen abgebrochen waren. Ich habe extra Klebeband gekauft und die Sache provisorisch angeklebt, das hat jedoch nicht geholfen. Im Hinblick auf den Verkauf des Autos ist ein vernünftig sitzendes Blinklicht aber sicher eh empfehlenwerter.

Den abgefallenen Blinker habe ich natürlich noch gesucht, doch trotz mehrmaligen Absuchen der Stelle nicht mehr gefunden…

Jetzt habe ich an meiner Front keinen funktionierenden Blinker mehr, denn der linke ist zwar noch da, funktioniert jedoch schon seit Monaten nicht mehr, was mich nie sonderlich gestört hat. Die vorderen Blinker braucht man ja eigentlich auch nur zum Abbiegen…

Morgen geht es nach der Zelebrierung eines späten Aufstehens (ich schätze mal so 13 Uhr :P) dann auf die Suche nach einer Werkstatt, die mir einen neuen Blinker besorgen und den anderen reparieren kann.

Soweit sogut, das war mein heutiges, doch recht textfüllendes Erlebnis, das ich mit Bildern zumindest teilweise illustieren kann. Meinen Schweiss riechen, meine Abgeschlagenheit sehen, mein Keuchen hören, meine trockene Kehle schmecken und das Zittern meiner Beine fühlen können werdet Ihr jedoch nicht! Seid froh!

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