Erdbeben in Chch und Co.

Der folgende Blog-Eintrag steht im Schatten der Ereignisse des letzten Tages, als ein Erdbeben Christchurch erschütterte und für massenhafte Zerstörung und Todesopfer sorgte. Näheres möchte ich Euch ersparen, den deutschen Nachrichten wird das aber wohl auch ein paar Zeilen wert gewesen sein. Hier laufen seitdem pausenlos Live-Schaltungen aus Christchurch und ich habe mich auch viel im Internet informiert.

Den Freiwilligen in Christchurch geht es, soweit ich weiß, den Umständen entsprechend gut. Der Brasilianer, mit dem wir in Sydney viel gemacht haben, ist dort grade vor 3 Tagen angekommen, ihm scheint es aber auch gut zu gehen.

Vielen anderen jedoch nicht. Die Solidarität in diesem Land ist aber riesengroß. So habe ich heute erfahren, dass der Mt Tabor Trust Behinderte aus Christchurch eingeladen hat, für die nächsten Wochen in einer der Häuser hier zu wohnen -vielleicht kriegen wir dann bald jemand Neues hier.

Auch ich bin wirklich bedrückt. Das September-Erdbeben habe ich aus nächster Nähe miterlebt, damals habe ich jedoch nicht viel drüber nachgedacht und die Gefahr beim Wandel durch Christchurch nicht wahrgenommen – vielleicht weil ich grade erst angekommen war. Mittlerweile fühle ich mich schon fast als Neuseeländer und kenne insbesondere Christchurch durch viele Wochenendaufhalte recht gut.

Wenn man bedenkt, dass man diese Erdbeben absolut nicht voraussehen kann, habe ich echt Glück gehabt, dass es mich nicht erwischt hat,als ich z.B in der teilweise eingestürzten Kathedrale war oder ähnlichen Gebäuden in Christchurch. Es schmerzt, diese schöne Stadt großflächig zerstört zu sehen – man war ja grade erst da. Und grade war die Stadt wieder im Aufwind, nachdem die meisten Schäden des September-Bebens beseitigt waren.

In meiner ehemaligen Heimat Culverden hat die Erde wohl auch ordentlich gerummst. Wie ich gehört habe, gibt es aber keine Schäden an Gebäuden, bloß seien manche Schüler sehr verängstigt gewesen. Wer kann ihnen das übel nehmen?

Nach dem Verschlafen (ich schlafe eben sehr fest) des September-Bebens dachte ich eigentlich, dass es ja mal ganz cool wäre, ein Erdbeben mitzuerleben. Nach den grausamen Bildern jetzt habe ich diesen Gedanken aber nun endgültig verbannt. Doch wer weiß, was noch kommt, auch hier in Auckland?

Auckland ist erdbebenmässig zwar eher weniger gefährdet, jedoch liegt die Stadt auf mehr als 65 Vulkanen, die zwar erloschen sind, im tiefen Untergrund schlummert hier aber immer noch ein gewaltiger Magmakessel.

Nun, wir wollen hoffen, dass es hier um Auckland nicht passiert. Und hoffen, dass es noch Überlebende gibt, die aus den Trümmern gerettet werden können. Doch mehr als abwarten  (und spenden) kann man hier ja nicht tun, wenn man nicht meint, beten zu müssen.

Um vom Erdbeben noch abzulenken: die vergangenen Tage erspare ich mir mal, doch heute Abend war „Disco“ mit allen Leuten von Mt Tabor (jedenfalls die, die wollten). Dort wurden auch die Neuankömmlinge, darunter ich, noch einmal begrüsst und vorgestellt, als Geschenk erhielten wir eine sehr schöne Kerze. Damit geht für mich nun auch die Eingewöhnungsphase zu Ende, bisher gefällt es mir hier aber richtig gut, auch wenn die Arbeit streckenweise etwas nervt.

Bei besagter „Disco“ (schlechte Musik, aber die Leute dancen gnadenlos…) habe ich auch Pablo getroffen, einen Freiwilligen, der grade letzte Woche erst ankam. Pablo kommt aus Mexiko und hat wie ich Donnerstags/Freitags frei, wir werden also sicher mal was zusammen unternehmen, vielleicht auch schon morgen! Dann kann ich ja mal mein Spanisch wieder verbessern – die letzte Stunde liegt ja übrigens schon fast ein Jahr zurück. Bald habe ich schon ein Jahr Abitur – unfassbar!

 

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