Die letzten Tage (Arbeit und Freizeit)

Mal wieder etwas Text zu den vergangenen Tagen, die ganz im Zeichen des Autofahrens standen.

Zuallererst aber ein Rückblick auf die vergangene Woche, wo am Dienstag ja das „Audit“ stattfand. Nachdemich Montag 10 Stunden fast pausenlos durchgearbeitet habe und jede kleinste Ritze sauber gemacht habe (das Badezimmer dauerte denn allein schon 2 Stunden) und sogar handwerklich tätig war (Teppich auseinandergeschnitten und auf Stufen genagelt – man könnte sonst ja theoretisch ausrutschen…) durfte ich dann am Dienstag relaxen.

Am Morgennoch das übliche, wegen des Audits vielleicht etwas gründlichere Saubermachen und dann frohes Warten auf die Auditoren, die aber wohl nicht allzuviel zu beanstanden hatten. Die Mt Tabor Farm hat jedenfalls bestanden und jetzt kann wieder alles verwildern 😀

Denn das Audit findet nur alle 2-3 Jahre statt, in einem zufälligen Haus von Mt Tabor.

Mittwoch hieß es dann von den vorausgegangenen Strapazen erholen, was am Nachmittag auch aus akuter Langeweile einen Trip nach Shelly Beach verhieß, zusammen mit den Leuten hier.

Dort bekam dann auch jeder sein Eis (auch ich) und am Strand wurden Muscheln gesammelt. Die Anglistik-Studenten unter meinen Lesern wissen vielleicht, dass Shelly Beach schon auf Muschlen hindeutet. Und zwar besteht der ganze Strand nur voller Muscheln, überall mit Sand vermischt. Der Strand ist übrigens einer der wenigen im Manukau Harbour, wo man ganz bedenkenlos schwimmen kann (auch wenn Robert mir erzählte, dass er dort einen Hammerhai geangelt hat vor ein paar Monaten direkt am Steg dort), werde also da sicher mal zum Baden hinfahren (ist nur 25km weg).

Danach läutete ich dann auch meine beiden freien Tage ein. Den Donnerstag verbrachte ich aber quasi ungewollt mit Arbeit. da ich eh nach Auckland fuhr, hatte ich mich bereiterklärt, Billy mitzunehmen und ihn irgendwo abzusetzen. Daraus wurde dann aber eine Suche von irgendeinem Metallhändler in irgendeiner entlegenen Vorstadt. Dort angekommen dauerte es auch ewig, bis er seinen Schrott verkauft hatte bzw. neuen geladen hatten. Da wir ohnehin erst um 13 Uhr Helensville verlassen hatten, lohnte es sich auch nicht mehr, irgendwo hinzufahren. Habe ihn also zurückgebracht und bin selbst wieder nach Auckland gefahren, um dort meinen Schachclub zu besuchen, wo ich ein paar Klötzchen geschoben habe, nun allerdings auch mal verlustreich. Die haben nämlich einen ziemlich guten erst 6-jährigen Asiaten, der auch mich abgezogen hat…

Freitag stand ich dann ebenso spät auf wie am Vortag und fuhr wiederum nach Auckland, wo ich am Abend Yannick abholen sollte, einen deutschen Freiwilligen, der vor mir hier gearbeitet hat. Vorher war ich jedoch erst noch im MOTAT . das Museum of Transport and Technology, vergleichbar mit dem Deutschen Museum in München, durchaus auch von der Größe und den Exponaten her. Ziemlich großes Gelände voller Autos, Züge, ein Hangar voller Flugzeuge und auch andere gan nette Ausstellungen. Da die Ausstellungsflächen zweigeteilt sind und ca. 1km auseinanderliegen, kann man mit dem Museums-Tram zwischenher pendeln. So bin ich auch mal noch in den Genuss einer Tramfahrt gekommen. Alles in allem haben sich die 3 Stunden wirklich gelohnt!

Danach ging es dann zu meinem Standardparkplatz in Ponsonby und dann in den CBD, wo ich den bisher noch nicht gesehenen Teil (landeinwärts erkundete), darunter auch die K’Road (Karangahape Rd), sozusagen das St. Pauli Aucklands…

Gegen 8 Uhr abends habe ich dann Yannick vom Busbahnhof am SkyTower abgeholt, bin mit ihm zum Auto gelatscht und zurück nach Helensville gefahren, wo noch  ein ganz nettes Dinner auf uns wartete.

Samstags musste ich dann ja wieder arbeiten, allerdings jetzt endlich mal in einer Form, die mir etwas besser gefällt. Habe nämlich mal wieder Billy kutschiert, und zwar zu einem Amateurfunk-Club, den er jetzt beitritt, um seine Funklizenz zu erwerben. Da ist er unter Gleichgesinnten und scheint sich ganz wohlzufühlen. Ich habe mich, zugegeben, bei den knapp 3 Stunden dort arg gelangweilt (auch wenn es durchaus interessant ist), beim nächsten Mal fahre ich einfach 5min weiter zu einem Strand (ist aber anscheinend nur 1x monatlich).

Grad eingefallen ist mir noch das Erlebnis auf dem Weg dorthin, deshalb ein kleiner Zeitsprung zurück. Wir sollten nämlich für den kaputten Staubsauger hier noch irgendwas besorgen, sind dann vom Parkplatz der Shopping-Mall jedoch nicht am Ausgang, sondern in der Tiefgarage gelandet. Billys Navigationskünste sind echt unvergleichlich, noch fast besser als meine…

Nun stellte sich dort aber das Problem mit der Höhe, denn ich war ja mi tdem großen Van unterwegs. Steckengeblieben bin ich glücklicherweise nicht, doch nur dank meiner sorgfältigen Navigation durch die höheren Deckenpassagen der Tiefgarage (Wenden wäre übrigens garnicht möglich gewesen bzw. Rückwärts fahren…). Die Antenne hat allerdings einiges abgekriegt, aber das Radio geht noch, das ist die Hauptsache.

Nun wieder einen Zeitsprung nach vorne. Nach dem Amateurfunkclub habe ich dann Billy noch zu einem Autisten-Treffen gebacht, bei dem ich dann auch munter partizipierte, ein paar nette (und teilweise arg seltsame) :P) Gespräche hatte und mit jemanden in meinem Alter in Kontakt kam, der sogar ganz gut Deutsch konnte und wohl zukünftig auch Germanistik studieren möchte. Er ist auch Asperger, aber war ganz nett, darum treffe ich mich vielleicht mal mit ihm, um ihm Deutsch beizubringen und irgendwas zu machen.Nach 8 Stunden unterwegs kamen wir dann pünktlich zum Dinner zurück und ich ging danauch auch schnurstracks in meine Freizeit – war ja schließlich harte Arbeit!

Nun war heute bereits Sonntag. Und man mag kaum glauben, was der Theist Christoph gemacht hat, er ist in ein christliches Gotteshaus gegangen. Ok, ich wurde gegangen, und werde auch in Zukunft gegangen werden, und zwar um Kevin zu begleiten, der dort sonntags morgens immer ist. Darauf kann ich mich aber auch durchaus freuen, denn die Kirche ist keine düstere Steinbaracke, sondern ein heller Gemeinderaum und das Gesamtbild sehr, sehr modern. Viel Gesang, begleitet durch E-Gitarren, Schlagzeug und Piano, wohl deswegen volbesetzte Stühle mit ganz netten Menschen und auch ansonsten keine Standard-Liturgie, wie man sie noch aus Konfirmationszeiten gewöhnt ist. So wurde ich am Anfang ganz spontan einfach mal vom Pastor, wenn man ihn so nennen mag, der Gemeinde vorgestellt mit ein paar Sätzen (hatte mit ihm am Anfang ein wenig geplaudert) und auch Yannick zurück willkommen geheißen, der jedoch wenige Minuten später wieder Helensville verließ. Mit ihm und wieder mit Billy ging es nach Auckland, um Yannick wieder bei der Bushaltestelle abzusetzen, wo er dann noch eine lange Reise nach Napier vor sich hatte (6-7 Stunden), wo er nun in einer Schule für behinderte Kinder arbeitet. Seinen kurzen Aufenthalt in seinem alten Projekt hat er aber sichtlich genossen, würde ich sagen.

Nun gut, doch Yannick am SkyTower abzuliefern, war noch längst nicht alles. Billy scheuchte mich nämlich quer durch die große Stadt in verschiedenste Stadtteile, um irgendwelchen Schrott abzuholen. Irgendwann ging mir das so langsam auf die Nerven und auch aufs Gewissen. Ich hätte gewisse innere Widerstände, in Müllhalden herumzuwühlen und zu irgendwelchen Haushalten zu gehen (vorher im Internet ausfindig gemacht), um alte, nicht mehr funktionierende Sachen mitzunehmen. Manchmal kam ich nicht ohnehin zu fragen, ob das denn noch legal sei und er nichts klauen würde. aber den Schrott den er verwertet möchte wohl tatsächlich keiner mehr haben. Unter anderem haben wir z.b 3 defekte Mikrowellen erbeutet, mal schauen, was er damit so anstellt.

Auf ein Detailerlebnis des heutigen Tages verzichte ich mal, jedoch bin ich schon ganz schön in Auckland herumgekommen und sehe viele Plätze jetzt auch schon öfter und kann mich gut orientieren. Insbesondere den Westen und Nord-Westen kenn ich schon fast auswendig, lediglich südlich von Aucklands CBD bin ich bisher noch quasi nicht gewesen. Dort liegen aber vor allem die ärmeren Gebiete Aucklands, mit Gebieten teilweise, in die man sich besser nicht wagen sollte, wenn man heil herauskommen möchte.

Großstadtverkehr macht mir mittlerweile garnichts mehr aus, ich bin ganz dreist mitten im CBD auf einr Ladezone geparkt, damit Billy grade seinen Schrott sammeln kann und cruise überall problemlos rum. An einem Tag wie heute sehe ich mehr Autos, als ich in meiner gesamten Zeit auf der Südinsel gesehen hatte! Donnerstag hatte ich somit z.B auch meinen ersten wirklichen Stau in Neuseeland, als es mir einfiel, um 17.30, also zur Hauptverkehrsstosszeit auf dem Motorway zu verkehren. Der ist dort dann immer chronisch verstopft und man braucht Ewigkeiten.

So um 7 Uhr kamen wir dann zurück, mittlerweile sitze ich hier allein (als einziger Supporter) in der Farm. Das hat schon Bedenken bei einem Trustee (einer der Schwestern Toms) ausgelöst, die zufällig vorbeikommend meinte, es sei unfair, wenn ich hier nach 4 Wochen. voller Verantwortung ganz allein mehr als 2 Stunden sitzen würde, weil die Aushilfe länger wegbleibt, als sie sollte Im gleichen Satz wurde ich natürlich ausdrücklich für meine Arbeit hier gelobt und meine Kompetenz nicht angezweifelt :P. aber wer weiß was passieren könnte. Diejneige, die hier aushilft, ist immer och nicht zurück, hoffe mal, dass die bald kommt…

Ich mach jedenfalls Schluss hier und verspreche, dass spätestens Ende nächster Woche eine ausführliche Porträtierung der Core People hier erfolgt. Meine Eingewöhnungsphase neigt sich nämlich langsam dem Ende zu und der Alltag hat mich im Griff, für grade mal noch 15 Wochen, dann sollte ich schon so langsam die Abschiedsphase, auch von Neuseeland, einläuten :):(

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