Viel Neues aus Helensville!

Wird mal wieder Zeit für einen neuen Artikel. Euch Leser ist es aber vermutlich ganz recht, dass ich mich etwas mehr zurückhalte jetzt.

Heute gibt es denn auch keine Bilder, sondern einen Text, recht viel sogar und thematisch recht ungeordnet.

Kurz möchte ich noch auf vergangenen Sonntag eingehen, wo ich bei Besuch bei Familie Thimble war. Das sind ehemalige Briten, die mittlerweile 6-7 Jahre in Neuseeland leben und zu denen ich über ferne Verwandte Kontakt bekommen hatte, der sich in den vergangenen Monaten über Emails manifestiert hat. Nun, da ich in Auckland bin, zog es mich natürlich in den noblen Vorort Greenhithe, wo die Familie ein nettes Anwesen besitzt.

Die Familie besteht aus Mary, die bei einem großen Wirtschaftsprüfungskonzern arbeitet (nein, ich mache keine Werbung), ihren Mann Anthony, der soweit ich es mitgekriegt habe irgendein technisches Business hat sowie der 16-jährigen Tochter Kate (kurz vor Schulende, möchte Medizin studieren) und dem 11-13-jährigen William, der neben seiner Cricket-Karriere auch noch Fussball spielt, surft und sogar Klavier üben (muss).

Ich habe also mein Benehmen positiv manipuliert, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Der Aufenthalt dort war dann auch super – insgesamt über 6 Stunden, die nicht nur ein leckers Mittagessen mit sich brachten, sondern auch einen Ausflug in eine Bucht, wo mir noch der Geheimtipp-Eisladen gezeigt wurde (der natürlich ausprobiert wurde).

Neben vielen leckeren Pflaumen aus deren Garten habe ich auch eine ein ganzes DinA4-Blatt füllende Liste mit Orten erhalten, deren Besuch sich in den nächsten Monaten lohnen würde (Auckland und nördlich). Mehr möchte ich das jetzt nicht ausführen, ich werde mich auf jeden Fall aber bald noch mal mit ihnen treffen.

Nun gehts weiter, ich weiß garnicht was ich schreiben soll, weil es soviel zu berichten gibt.

Heute war der erste Samstag, an dem ich gearbeitet habe – eigentlich ganz relaxt gewesen, das wird sich auch die kommenden Samstage nicht ändern.

Im Moment und letzter Zeit ist allerdings grade eh alles etwas hektischer, da am Dienstag/Mittwoch ein Audit ansteht, dass heißt, die neuseeländische dafür zuständige Behörde guckt sich an, wie es hier auf der Farm so läuft, um grünes Licht für eine weitere staatliche Förderung zu geben. Da muss natürlich alles blitzeblank geputzt sein – schon fast heuchlerisch nach dem Motto einmal in 5 Jahren (oder vielleicht auch im Jahr…). Dafür sieht das Haus mittlerweile schon sehr sauber aus, der eifrigen Putzfee Christophine zu verdanken, die immer schön die Toiletten sauber macht… (eine Arbeit, die zunehmend an Glanz verliert).

Da ich jedoch auch bereits öfters fahre, habe ich einen ganz guten Ausgleich. Fahren tue ich nämlich den großen Van, fü den ich in Deutschland, denke ich, eine Extra-Lizenz bräuchte. Damit nicht genug – ich bin sogar schon den Van  + Anhänger gefahren. Kein kleiner Anhänger, sondern ein großer mit ein paar Sofas drauf, die ich mit ein paar Hilfsarbeiten unter meinem Kommando von Haus zu Haus geschleppt habe. Da heisst es hier, auch wenn ich überhaupt keine Ahnung von irgendwas habe einfach „mach mal, wird schon klappen“. Tpische Kiwi-„Can do“-Mentalität. Hat auch geklappt, keinen Unfall gebaut oder Macke in anderen Autos hinterlassen.

Die meisten Fahrgelegenheiten sind zwar meist nur hier innerhalb Helensville, ich bin jedoch auch schon in dichteren Gegenden in Auckland gefahren. Erwähnenswert ist das Erlebnis vor schon 10 Tagen, wo ich die mittlerweile hier bereits ausgezogenen Richard und Nelly von einem Vorort Aucklands von einer Party abholen sollte. Natürlich hatte ich keinen Schimmer vom Weg, dazu war es noch abends. Der Weg allein dauert schon etwa eine Stunde, ich bin jedoch bereits 2 Stunden vor Abholdatum losgefahren – genau richtig! Habe mich nämlich erst einmal ordentlich verirrt und mich dann letztlich von Stadtteil zu Stadtteil vorgekämpft. Ein Glück, dass ich den Weg auf meinem Ipod gespeichert hatte. Der Staddttteil, wo ich übrigens hinsollte, heisst „Birkdale“ – das habe ich dann natürlich auch noch mit dem Stadtteil „Birkenhead“ verwechselt, der jedoch viel weiter westlich liegt. Irgendwann wurde es dann auch schon dunkel, aber ich kam meinem Ziel immer näher, habe die versteckt liegende Straße aber wieder auf Anhieb nicht gefunden, sondern bin insgesamt 5mal durch einen Kreisel in der Nähe gefahren (ständiges Hin- und Herfahren und Wenden).

Letztlich habe ich sie jedoch gefunden und sicher zurück nach Helensville kutschiert, was dann wirklich nur eine knappe Stunde gedauert hat.

Neben den Fahren mache ich natürlich auch noch einiges anderes – zum Beispiel, man stelle es sich vor, mehr oder minder technische Sachen. So haben wir z.B für Schweinchen „Schnitzel“ aka „Lucky“ (unser süßes Minischwein hatte ich ja schon erwähnt?) ein Gehege gebaut (vorher war es nämlich mit im Hühnerstall, was dazu führte, dass die Hühner keine Eier mehr legten).

Dort fühlt es sich jetzt anscheinend wohl. Gefüttert wird es (genauso wie die Hühner) mit den Speiseresten, die von unseren Abendessen hier übrig bleiben. Also isst es auch seine eigenen Artgenossen, Fischreste und allerlei Obstschalen…

Nicht sehr lecker, in Deutschland wäre das ja alles verboten, aber hier stört es keinen. Anscheinend noch nichtmal die Leute, die für das Audit kommen. Denen scheinen allerdings ganz banale Sachen sehr gefährlich zu sein, z.B halb geöffnete Fenster, gegen die man j vorlaufen könnte (da finde ich den Toaster hier deulich gefährlicher). Zum Schutze habe ich vor all die Fenster als Wegsperre erstmal Blumentöpfe gestellt.

Nach Gefahren für mich fragt beim Audit ja keiner, ich möchte in dem Zusammenhang aber erwähnen, dass sämtliche Türen (unter anderem die in meinem Raum) etwas tief sind, sodass ich mir ständig den Kopf stoße. Also bitte nicht wundern, wenn der nach meiner Rückkehr ganz blau ist und ich wirres Zeugs von mir gebe, das vielleicht auch den Umständen hier geschuldet ist. Den Leuten gebe ich bald noch ein ausführliches Porträt, eine kleine eklige Begebenheit aber vorab: es ist nicht so schön, wenn jemand, der quasi grundlos wütend ist, Gläser im Wohnzimmer zerdeppert und dort vorsätzlich auf den Boden uriniert, nur um seine Wut herauszulassen. Nicht so schön jedenfalls für mich, der die Sauerei natürlich beseitigen musste 😛 Die gleiche Person sorgte auch schon für den ein oder anderen Fast-Nervenanfall, doch dazu ein andermal.

Wollen wir jetzt noch auf meine zwei freien Tage eingehen, die ich gestern und vorgestern erstmals und nun immer Donnerstags und Freitags habe.

ich halte es ganz kurz und teile mit, dass ich donnerstags Abend nun immer im Waitakere Chess Club in Glen Eden (einen Suburb Aucklands, ca. 30 Minuten von hier entfernt) dem Klötzschenschieben fröne. Bei meiner vergangenen Antrittsnacht habe ich sogar gleich vier-mal gewonnen!

Den Tag hatte ich zuvor weitgehend in den Waitakere Ranges verbracht, die echt schön sind. Dazu noch ein andermal mehr, wenn ich da mal einen der zahlreichen Wanderungen mache. Auf der anderen Seite dieser dicht bewaldeten Hügel gibt es dann auch ein paar Badeorte an der Westküste. In dem einen, Piha genannt, habe ich einen schönen Marsch entlang des wundervollen Strands gemacht, barfuß durch die raue Brandung. Schwimmen sollte man da höchstens in den Flaggen, der Rückstrom der Brandung reißt einen schon fast mit, wenn man nur bis zu den Knöcheln im Wasser ist. Dort gibt es auch einen netten, alleinstehenden großen Felsen, den ich bestiegen habe und der eine gute Aussicht bot. Fotos folgen bestimmt mal noch.

Am Freitag habe ich dann die gesamte Gegend nördlich von hier bis Mangawhai erkundet (ca. 100km nördlich) und ausgemacht, wo es sich lohnen könnte, einen ganzen Tag hinzufahren. Da das bei vielen Stopps meinerseits der Fall war, werde ich da also später nochmal drauf eingehen können. Unter anderem war ich aber z.B bei Goat Island – das ist ein Marine-Reservat mit einer wirklich erstaunlichen Fischvielfalt, die man sogar mit einen Glasbodenboot betrachten kann, wenn man trocken bleiben will. Das Gebiet gehört zu einem der besten Tauchgebiete Neuseelands und ist direkt zwischen der Küste und der vielleicht 100m entfernt liegenden Insel.

Ich hatte nur einen kleinen Blick von den Felsen, konnte aber bereits ein paar nette, recht große Fische in freier Wildbahn bestaunen.

Abends war ich dann gestern noch im Kino – 127 Hours, ein lohnenswerter Film nach einer wahren Begebenheit über einen Bergsteiger, dem seine Hand von einem Fels eingeklemmt wird, mitten in einem abgelegenen Canyon in den USA. Der Film spielt über eine Stunde an der gleichen Stelle, der Hergang wie er sich letztlich befreit ist etwas unappetitlich, aber ich habe die Lehre daraus gezogen. Keine leichtsinnigen Bergbesteigungen mehr 😀

Nun mache ich auch Schluss, das ist jetzt echt viel, aber längst nicht alles. Ein Hinweis noch: nächstes Wochenende kommt Yannick hier auf die Farm, das ist ein deutscher Freiwilliger, der das letzte Halbjahr hier gearbeitet hat. Vermisst wohl schon die Leute hier, kann ich nachvollziehen. Ihn hole ich dann nächsten Freitag in Auckland ab und dann mal schaun…

Viel Spaß beim Lesen bzw. nun sollte ich besser sagen: „Glückwunsch, Ihr habt es tatsächlich bis hierher geschafft und könnt das Gelesene nun in der Hirnregion Eure Wahl verarbeiten“!

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