Wochenende in Helensville & Umgebung

So, dann wollen wir mal über mein erstes Wochenende berichten. Ich muss sagen, die Gegend hier gefällt mir immer besser!

Am Samstag ging es für mich erst nach Orewa, ein Urlaubsort an der Ostküste, etwa 30km von Helensville entfernt.Früher ein eigenständiger Ort inmitten sehr ruraler Gegend haben nun bereits die Ausläufer von North Shore City (großer Stadtteil Aucklands) den Ort erreicht und werden ihn in naher Zukunft eingeschlossen haben. Der Ort an sich liegt direkt am Meer und ist ganz nett. Die Schule dort ist angeblich bei deutschen Austauschschülern hoch angesagt (50 Deutsche dort…), das Wohnungspreisniveau gehört zu den höchsten neuseelandweit und wächst immer weiter.

Noch hat das Örtchen aber einen gewissen Charme. Ich flanierte durch das kleine Ortszentrum und entdeckte gleich drei verschiedene Optiker, von denen ich mich in Hinblick auf eine neue Brille (wurde ja geklaut) beraten ließ, die ich ja für Auto fahren bei Nacht tragen sollte. Habe auch eine neue bestellt und bin dann noch etwas am Strand entlanggelaufen.

Wie der Zufall es wollte, fand in Orewa grade ein Oldtimer-Treffen amerikanischer Autos statt, die zu Hunderten entlang der Strandpromenade standen und bewundert werden konnten. Ein paar nette Dinger waren schon dabei!

Vor dem dort aufgestellten  Bayrischen Würstchenstand konnte ich natürlich nicht Halt machen und habe endlich mal wieder eine vernünftige Bratwurst verspeist, ehe es zurück zum Auto ging.

Das fuhr mich dann auf die Whangaporora Peninsula, die sich als kleiner Zipfel an der Ostküste erstreckt. An beiden Seiten angehalten und ein paar Fotos gemacht. Insbesondere der östliche Teil, ein kleiner Strand in irgendeiner Bucht bescherte einen wundervollen Blick bis ins Zentrum von Auckland, wo man die hohen Wolkenkratzer samt den 325m hohen Skytower in der Ferne noch erhaschen konnte. Weiter links hinaus über das Meer geblickt sah man Rangitoto Island, einem ehemaligen, nun erloschenen Vulkan, von dessen Spitze man einen wundervollen Ausblick haben soll. Nicht die einzige größere Insel im Golf von Hauraki (wo Auckland liegt), werd ich irgenwann noch mal drauf eingehen, vielleicht wenn ich sogar da war (die Fährfahrten dorthin sind nicht allzu teuer).

Von Whangapopora ging es dann Richtung Süden auf den Motorway mitten nach Auckland hinein. So fuhr ich über die achtspurige (!) Harbour Bridge und hatte einen super Blick auf Aucklands Skyline, konnte aber, weil ich eben auf dem Motorway war, nicht anhalten und Fotos machen. Aucklands CBD habe ich dannjedoch links liegen gelassen (kommt nächste Woche)  und bin auf dem Motorway weiter nach Helensville gefahren, mit einem Umweg wohlgemerkt. Falsch abgebogen und meiner Angewohnheit folgend, dass ich, selbst wenn ich weiß, dass ich falsch bin, einfach weiter fahre und hoffe, es wird sich noch ein anderer Weg finden, fand ich mich dann in den Waitakera Ranges wieder, eine dicht bewaldete Hügelkette und gleichzeitig Regionalpark Aucklands an der Westküste. Hier ist vor allem Naherholungsgebiet für die gestressten Städter, ein paar Villen und ein paar Straßen zu den Stränden der Westküste. Habe dann tatsächlich noch einen Weg nach Helensville gefunden, wo ich dann auch pünktlich zum Abendessen ankam – auf den servierten Fisch habe ich jedoch verzichtet. Den Abend zeigte ich noch Tash, einer der Betreuerinnen hier (die Freitag/Samstag da ist) meine Reiseroute und ein paar Fotos und ließ mir Tipps geben, wo man überall so hinkönne. Gibt anscheinend ziemlich viele nette Dinge zu tun, auf die ich garnicht so gekommen wäre.  Mit ihr werde ich auch mal eine Wanderung an der Westküste machen, die, wie sie sagt, sehr schön sein soll.

Den Abend verbrachte ich nicht nur im Internet, sondern auch bei Billy. Ein Porträt von ihm und den anderen folgt noch, doch folgendes sei zu ihm gesagt: absoluter Technikfreak, den man vor 18 Uhr (Dinner) nicht sieht, weil er bis spät in den Nachmittag schläft bzw. wenn er wach ist bis dahin noch am Computer rumdaddelt. Bei seinem Zimmer würde wohl manch einer in Ohnmacht fallen, mir gefällt das Chaos aber ausgesprochen gut (was ich damit meine, gibts in Kürze). Schade, dass das gewisse Personen nie zugelassen haben bei mir.

Besonders vernarrt ist Billy in Jet-Motoren, wie die vielen youtube-Videos verrate, die er mir zeigte. Sieht schon interessant und gefährlich aus – so einen Jet-Motor möchte der Billy auch bauen – und ich habe keinen Zweifel daran, dass er das auch schafft, sobald er die benötigten Teile dafür hat. Seine Erklärungen durchblicke ich als Techniklaie jedenfalls nicht wirklich, aber ich würde behaupten, selbst deutsche Maschinenbauer sind grade so in der Lage, mit ihm auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Am heutigen Tag erwachte ich erst spät (musste mal wieder sein…) und fuhr deshalb nicht, wie eigentlich vorgenommen, ins Stadtzentrum Aucklands, sondern zur Muriwai Beach an der Westküste, nur ca. 30km südwestlich von Helensville gelegen. Tash empfahl mir am Vorabend, den Strand asap (so bald wie möglich) aufzusuchen, da dort eine große Kolonie an „gannets“ brütet, die Ende Sommer die 2000km über das Meer nach Australien fliegen. „Gannets“ sind „Basstölpel“, keine Ahnung, ob ihr etwas von diesen Vögeln (gibts wohl auch auf Helgoland) gehört habt, aber die sind schon nicht klein. Und alle auf einen Haufen am Rand der Steilküste am tosenden Meer war schon ein netter Anblick.

Die Westküste ist nämlich wirklich sehr rau und mir wurde ebenfalls am Vorabend nahe gelegt, wenn ich dort schwimmen wolle, auf jeden Fall innerhalb der Flaggen bei bewachten Strand zu schwimmen (würde ich aber ohnehin machen). Es kommen nämlich (nicht nur dort) ständig Menschen ums Leben, da enorm starke Strömungen hinaus ins Meer ziehen und sogenannte „rips“ einen sogar nach unten ins Wasser ziehen. Zumal es dann auch noch die wirklich großen Wellen gibt, die unter Umständen auch mal 4-5m erreichen können.

Ich besichtigte jedenfalls die Tölpel, spazierte ein bisschen über die Felsen und verließ den Strand dann bald, weil es total voll war und immer voller wurde (beliebtes Wochenendziel). Werde jedoch nochmal dorthin zurückkehren.

Danach ging es noch Richtung Norden zum „South Head“, ca. 40km nordwestlich von Helensville entfernt. Das ist die südliche Spitze, die den Kaipara Harbour eingrenzt (siehe Karte bei den Bildern), welcher der größte Naturhafen der Welt ist. Lediglich 2-3km vor einem sieht man den „North Head“, die andere Spitze des Naturhafens – um dorthin zu gelangen muss man jedoch ca. 250km fahren.

Ich bin die Straße dorthin soweit wie möglich gefahren und dann einen sehr steilen Weg zu einem Strand hinunter gewandert, ein paar Fotos gemacht und wieder hinaufgestiegen. Es war so steil, dass ich mich schon fast wieder an den Mt Ngaurahoe erinnert gefühlt habe.

Soweit der Text zu den erwähnenswerten Dingen meines Wochenendes, nun gibt es noch einige Bilder, die das ganze bekanntlich viel besser illustrieren.

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