Matamata, Mount Maunganui und Rotorua

Fast ist der Reisemonat (bzw. mehr als Monat) zu Ende, nur noch einen vollen Tag, den ich morgen noch einmal, sofern der Seegang gut ist :P, mit einem (hoffentlich) schönen Erlebnis zelebrieren werde. Dann ist auch genug, das Reisen geht nicht nur ins Geld, sondern auch an die Substanz. Etwas mehr Ruhe täte wieder gut.

Erst einmal stehen aber noch 3 Tage Mid Year Camp an, wo ich all die anderen Freiwilligen wiedersehe. Wird sicher nicht schlecht!

Am Montag geht es dann zu meinem neuen Projekt in Auckland. Ich weiß immer noch nicht, in welchen Vorort genau es mich verschlägt und was ich genau machen muss, auch wenn wir bereits ordentlich Informationen darüber bekommen haben (leider wurde nirgendwo gschrieben, wer wo ist und was macht). Ich kann es mir denken und freue mich darauf, aber erzählen werde ich es Euch dann erst nächste Woche, wenn ich ganz sicher bin. Nach nur einer Woche „Einarbeiten“ geht es übrigens gleich wieder in den „Urlaub“. Die dortigen „Entfähigten“ fahren samt Betreuung und uns auf die Coromandel Peninsula, einen sehr schönen Fleck Neuseelands, den ich mir ohnehin für die Wochenenden aufgespart hatte. Ist natürlich Arbeitszeit, aber wird sicher ganz nett werden!

Mit mir im Projekt sind (zum Glück) keine Deutschen, sondern Lucy aus den USA, Eunhye aus Südkorea und Pablo aus Spanien/Südamerika (ihn kenn ich noch nicht, er kommt auch erst in ein paar Wochen an). Kontakt habe ich bereits mit dem Projekt gehabt und eine Wegbeschreibung erhalten. Da die beiden Mädchen aber in meinem Auto mitkommen (mal schauen, ob genug Platz ist für deren Gepäck), bin ich zuversichtlich, die angegebene Straße im Suburb Henderson mittels der wirklich guten Wegbeschreibung zu finden.

Aber vergessen wir noch Auckland und widmen uns den letzten Reisetagen.

Als ich New Plymouth verließ, hätte ich nicht gedacht, dass ich am Abend bereits in Tauranga/Mt Maunganui lande. Das ist nämlich auf der komplett anderen Seite der Nordinsel, noch ein wenig nördlicher. Habe also an einem Tag Tasmanische See und den Pazifik gesehen (gut, in Auckland kann man das innerhalb einer halben Stunde tun ;)). Kilometermäßig ist das auch garnicht mal soviel.

Eigentlich wollte ich jedoch zu den Waitoma Caves, berühmte Höhlensysteme, die durch Glühwürmchen erleuchtet werden. Die Höhlen kann man auf viele verschiedenen Arten erkunden, ob ruhig zu Fuß oder im Boot, oder abenteuerlich mit Abseilen, Klettern und Reifen-Raften durch unterirdirsche Wasserläufer

Letzteres hatte ich eigentlich vor, jedoch davon Abstand genommen. Grund ist mein Bein, das wie gesagt etwas beschädigt wurde. Kann (und konnte dort auch schon) wieder Treppen gehen, doch allzu große Belastung möchte ich ihm nicht zumuten.

Auch aus einem anderen Grund habe ich problemlos verzichten können: es sind lediglich knapp 2 Stunden nach Auckland. So habe ich in der nun kommenden knapp 6-monatigen Arbeitserfahrung noch die Gelegenheit eine spannende Aktivität am Wochenende zu machen.

Der Weg zu den Waitoma Caves war zwar schön und unerwartet dünn besiedelt, gestoppt habe ich jedoch nur wenige Kilometer zuvor in Te Kuiti, der Schafscher-Hauptstadt der Welt. Dem habe ich dort jedoch nicht beigewohnt, sondern bin weiter Richtung Tauranga gefahren, nachdem ich mich aus genannten Gründen schon entschieden hatte, nicht die Waitoma Caves zu besuchen.

Doch es ging nicht direkt nach Tauranga, sondern erst nach Matamata. Und zwar deshalb, weil hier in der Nähe das komplette „Auenland“ und „Hobbingen“ für die Herr-der-Ringe-Trilogie gefilmt wurde. Allerdings auf privaten, mittlerweile wieder stark bewachten Gelände – einer weiterhin aktiven Schaffarm. Um mir dennoch Zugang zu verschaffen, konnte ich nicht anders als eine geführte Tour zu buchen und die Drehorte zu besuchen.

Leider kann ich Euch davon nicht viel erzählen!

Man wurde gezwungen, eine Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen – daran halte ich mich auch lieber, es gibt gewiss gewisse Leser dieses Blogs, die mich anschwärzen würden 😛

Soviel sei gesagt: vor wenigen Monaten hätte man weitgehend verwahrlostes Gelände mit ein paar Überbleibseln der Filme gefunden. Da Peter Jackson für den Film „Der Hobbit“ aber ebenfalls wieder dreht, wurde in den letzten Wochen massiv gewerkelt und gebaut und das Auenland erstrahlt in einem Glanz wie nie zuvor. Optimalerweise war ich genau zu dem Zeitpunkt da, wo gerade alle Gebäude fertig gebaut wurden, die Tour jedoch noch nicht geschlossen wurde, weil der Dreh noch nicht angefangen hat.

Man durfte aber Fotos als private Erinnerung machen, was ich auch reichlich getan habe. Veröffentlichen sollte ich die aber lieber nicht – streng geheim!

Während der Herr-der-Ringe-Filme wurde zum Beispiel der gesamte Luftraum über den Gebiet für den Flugverkehr gesperrt – wer trotzdem drüber flog, wurde nach Landung durchsucht und jede Vakanz von Aufnahmegeräten führte zur Beschlagnahmung des Flugzeugs und lebenslangen Verlust der Fluglizenz samt saftiger Geldstrafe. Das möchte ich für mich jetzt nicht hinaufbeschwören.

Nach dem wirklich schönen Besuch an den Drehorten gab es jedoch noch als Zugabe eine Schafscher-Show. Ein Schaf voller Wolle wurde zwischen die Beine genommen und die schöne Wolle abrasiert. Jetzt weiß auch ich, wie das ganze abläuft. Die Wolle konnte man mitnehmen, kleine Lämmer noch füttern und dann ging es mit dem Tourrbus zurück nach Matamata, ein Ort, der wohl kräftig von den Filmen zu profitiert haben scheint.

Mittlerweile war es auch schon früher Abend und es ging nach Mount Maunganui, einen Vorort von Tauranga. Tauranga ist einer der Boom-Städte Neuseelands und verzeichnet mittlerweile eine sechsstellige Einwohnerzahl. Insbesondere Rentner ziehen das milde Klima der Bay of Plenty (die Region) vor, aber auch bei jungen Leuten scheint die Stadt „in“ zu sein. Insbesondere der besagte Vorort „Mt Maunganui“, benannt nach dem gleichnamigen Berg (lediglich 265m hoch), der direkt am Meer am Ende der Landzunge liegt. Der Vorort liegt nämlich auf einer schmalen Landzunge, die den Hafen von Tauranga (größter Hafen Neuseelands) einrahmt. So hat man in Mt Maunganui nach Westen sichere Badebuchten mit ruhigem Wasser und keinen Kilometer weiter im Osten hohe Wellen, die ein Lächeln in des Surfers Augen zaubern. Angeblich wurde sogar ein künstliches Betonriff dort angelegt, damit die Wellen für die Surfer besser sind.

Ich kam jedenfalls abends an, machte jedoch nicht mehr allzu viel.

Den nächsten Tag erkundete ich das Geschäftsviertel von Mt Maunganui und umrundete einmal den Berg auf einem schönen Spazierweg mit Meerblick rundherum. Besteigen wollte ich den Berg eigentlich am Abend, um von oben den Sonnenuntergang zu bestaunen.

Den restlichen Tag habe ich es mir, eingerieben mit reichlich Sonnencreme (trotzdem leichter Sonnenbrand) am Strand bequem gemacht (im Osten), mich in der Sonne gebräunt und im Meer gebadet. Die Wellen dort machen durchaus Spaß, der Strand erinnert auch durchaus an Bondi Beach in Sydney (wenn auch nicht ganz so voll).

Am späten Nachmittag zogen dann Wolken auf und ich ging lieber zurück, was sich auch als gute Wahl erweisen sollte. Es fing nämlich an zu regnen und wollte fast nicht mehr aufhören.

Eigentlich mal ganz gut, ich hatte nämlich seit ich aus Australien zurück bin keinen Regen mehr in Neuseeland gesehen. Auf mein entsprechend schmutziges Auto wurden schon Liebesbotschaften und Aufforderungen, mein Auto zu waschen, in den Staub gemalt 😉

Nun ist es jedenfalls wieder sauber. Die Bergbesteigung konnte ich jedoch deshalb nicht durchführen.

Ebenso auch nicht am nächsten Tag, der erste wirkliche Ruhetag seit Culverden. Eigentlich stand der für morgen geplante Trip an, der wurde jedoch (vernünftigerweise) abgesagt. Durch den Dauerregen konnte man aber auch sonst nicht allzu viel machen. Bin einmal durch Tauranga gefahren, habe jedoch nichts Interessantes entdeckt, was man drinnen machen könnte (Museen o.ä.) und dann den restlichen Tag im Hostel verbracht. Zeit immerhin, Blog zu schreiben und Sachen für das Mid Year Camp vorzubereiten 😉

Heute war dann wieder etwas erlebnisreicher. Von Mount Maunganui ging es über Te Puke hier nach Rotorua.

Te Puke ist die Kiwifrucht-Hauptstadt der Welt, weil dort ganz viele Kiwis angebaut werden.

Der Name „Kiwi“ist ja übrigens nur eine Erfindung zu Marketing-Zwecken, tatsächlich trägt die sehr appetitliche und gesunde Frucht ja den eher abschreckenden Namen „Chinesische Stachelbeere“.

In Rotorua habe ich mich in mein letztes Hostel für den Reisemonat eingecheckt, das übrigens von einer Deutschen, sogar aus Ostwestfalen, betrieben wir. Ein kleines Stück Heimat am anderen Ende der Welt!

Rotoruas Innenstadt kannte ich bereits etwas (Anfangsseminar), nach einen Besuch im Besucherzentrum ging es dann zuerst zu „Agroventures“, einem Anbieter verschiedener Extremaktivitäten, bei denen ich eigentlich nur zuschauen wollte.

Man kann „zorben“, sprich in einer (auf Wunsch mit Wasser gefüllten) Glaskugel den Hügel hinunterrollen, freien Fall im Bungy erleben, mit viel Windkraft von unten das Gefühl des Fliegens erleben und auf einer hochmodernen Schwebebahn mit Pedalkraft sich fortbewegen.

Zuschauen war schon nett, leider habe ich aber doch Geld gelassen dort.

Und zwar bei einer noch nicht erwähnten Aktivität Ein winzig kleines künstliches Flusssystem (vlt. auf 100 qm), durch das man mit einem 450PS starken Speedboat rast, das innerhalb 3,5 Sekunden Geschwindigkeiten über 100kmh erreicht. Das „Flusssystem“ ist gerade mal etwas breiter als das Boot und hat viele Kurven.

Da ich bisher noch kein Jetboat gefahren bin hier in Neuseeland und es auch einigermaßen preiswart war (dafür eben nur sehr kurz), habe ich gebucht und inenrhalb weniger Minuten die Fahrt erlebt. Mit 100kmh, die schon nach 3 Sekunden erreicht wurden, ging es dann direkt durch den engen Kanal, wie durch ein Wunder schoss das Boot sicher durch die engen Kurven. Am Ende raste es mit gleicher Geschwindigkeit direkt aufs Ufer zu, um in letzter Sekunde (2m vorher) eine 360-Grad-Drehung auszuführen. Das ganze Vergnügen hatte ich dann dreimal!

Hat wirklich Spaß gemacht und sich trotz der Kürze gelohnt – ist schon ein Erlebnis, direkt hinter sich einen 450PS Motor zu haben, der das Boot quasi über das Wasser fliegen lässt.

Einen wirklichen Adrenalinkick habe ich jedoch nicht gespürt, muss mich wohl an extremere Aktivitäten wagen!

Habe ein Video von dem Ritt aufgenommen (nicht von mir, sondern denen nach mir), das könnt ihr in Kürze vielleicht auf youtube bestaunen (ich gebe Euch den Link).

Nur wenige Meter von den „Agroventures“ entfernt, war dann noch ein Heckenlabyrinth. Diese a-MAZE-ing Aktivität konnte ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen und verirrte mich in diesem Labyrinth. Nach einer halben Stunde war ich jedoch durch und fuhr den Thermal Explorer Highway Richtung Taupo, da ich ja nochmal etwas geothermale Aktivität sehen wollte. Die blieb mir bisher in Neuseeland ja noch weitgehend verborgen (Tongariro Crossing habe ich die dampfenden Seen ja nicht gesehen).

Es ging für mich in das „Waimangu“-Tal, das das neuzeitlichste geothermale System der Welt bildet. Grade mal 125 Jahre her, im Jahre 1886 explodierte der Vulkan Mt Tarawera, zerfetzte das gesamte Tal und ließ riesige Kraterseen und ähnliches entstehen. Dort standen ehemals die weltberühmten „Pinken Terassen“, die durch den Vulkanausbruch zerstört wurden. Nun ist es dichter (aber eben maximal 125 Jahre alter) Regenwald und ordentlich geothermale Aktivität.

Meine Wanderung umfasste den Blick auf dampfende Seen (den „Bratpfannensee“), Mini-Geysire (einen größeren werde ich wohl morgen noch angucken), blubbernde Bachläufe und verfärbte Kraterseen, dazu der permanente Schwefelgeruch. Ein See war so unnatürlich hellblau, das war schon cool. Auch sonst hatte die Landschaft ihren unwiderstehlichen Reiz – und die Luft war warm.

Am Ende des Weges war dann der große See, der durch den Vulkanausbruch geformt wurde. Den kann man noch mit einem Schiff erkunden, was ich mir jedoch nicht leisten wollte.

Soviel zu meinem Tag hier in Rotorua – morgen gibt es dann noch einen schönen Tag sofern der Trip stattfindet), was genau verrate ich jedoch erst morgen 😉

Jetzt habe ich doch tatsächlich wieder aufgeholt und Ihr seid up-to-date!

 

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