Opotiki-Hastings

Wieder mal ein Beitrag, ein ganz langer, wie ich Euch schonmal vorwarnen kann. Gibt aber auch viel zu berichten: im Moment sitze ich hier nach 2 schlaflosen Nächten (dazu später mehr)in Plimmerton, einem kleinen Vorstädtchen 20min nördlich von Wellington. Hier ist es eine halbe Minute und ich bin am Strand und kann im Meer baden, das direkt vor der Haustür liegt. Und Angst um Parkplätze oder böse Leute, die mein Auto aufbrechen, muss ich mir hier, im Gegensatz zu Wellington, auch nich machen.

Aber nun gut, beginnen wir mit den Geschehnissen ein paar Tage zuvor.       Von Opotiki ging es Richtung Nordosten, eine einsame Straße durch kleine Maori-Dörfer, die teils direkt am Pazifik entlanggeht. Die East Cape Region ist nämlich Maori-Land – die sind dort den „Weißen“ meist in der Überzahl. Ich habe ein paar mal angehalten auf dem Weg und die zerklüftete Landschaft und wogende See zu sehen und zu fotografieren, bis zum East Cape geschah aber nichts sonderlich Interessantes. Das East Cape ist, wie der Name schon sagt, der östlichste Punkt Neuseelands! Dorthin führt auf den letzten Kilometern nur wieder eine schmale Schotterstraße. Am East Cape steht, logischerweise, ein Leuchtturm, der die Schiffe auf (Neusee)-Land aufmerksam macht, damit sie nicht dort auf Grund laufen. Um diesen zu erreichen, muss man jedoch ca. 600 Stufen einen Hügel hinochlaufen, auf dem der Leuchtturm steht. War zwar anstrengend, aber die Aussicht ist fantastisch. Wäre ich am frühen Morgen gekommen, wäre ich übrigens der erste Mensch in Neuseeland gewesen, der die aufgehende Sonne erblickt hätte (denn im Osten geht die Sonne auf…).

Nach der Lektüre eines Focus (von Dezember), der zufällig in meinem Auto lag (hat wohl einer meiner vorherigen Mitreisenden vergessen) ging es dann zu meiner bereits gebuchten Unterkunft in der Tokomaru Bay, wo ich eigentlich 2 Nächte bleiben wollte. Eigentlich, wurde dann jedoch nur einer. Das Hostel ist jedoch sehr schön und man hat einen tollen Blick aufs Meer, in dem ich auch kurz geschwommen bin. Den Abend hatte ich ein nettes Gespräch mit einem älteren deutschen Paar, einer neuseeländischen Familie mit jungem Sohn und Tochter und einen motorrradfahrenden Franzosen, den ich bereits vom Vorabend aus Opotiki kannte.

Da sonst keine Gäste da waren, fiel ich das erste Mal seit etlichen Wochen in einem leeren Zimmer ins Bett und hatte einen guten Schlaf, was, wie sich zeigt, auch ganz sinnvoll war. Am nächsten Tag ging es nämlich gleich weiter, den weiteren Aufenthalt dort habe ich verworfen, da bis auf Strand dort nicht viel los ist. Der nächste Aufenthalt war dann in Gisborne geplant, aber auch dazu sollte es nicht kommen. Aber es ging est einmal nach Gisborne, an einer Bay vorbei, wo der längste Steg Neuseelands ins Wasser hineinragt, sowie vorbei am Mt Hikurangi, den höchsten nichtvulkanischen Berg der Nordinsel (1754m) und anderen kurzen Fotostopps. Am Platz, wo mein „Freund“ Jon im Busch haust, bin ich unabsichtlich vorbeigefahren (wollte eigentlich anhalten, allerdings auch nur, weil dort der Fim „WhaleRider“ gedreht wurde).

In Gisborne kam ich dann früh an, nach Erkundung des Infocenters fiel mir jedoch nicht viel ins Auge, was ich dort hätte unternehmen können. Gisborne (auch gerne nur „Gizzy“ genannt) war die erste wirkliche Stadt nach Rotorua (hat ca. 30000 Einwohner) und ist vor allem eine Surfer-Stadt, die an den Wellen vor der Küste ihre Freude finden. Ein bisschen die Stadt erkundet und für „gesehen“ erklärt, bin ich dann weitergezogen nach Hastings, wo ich nach Plan eigentlich erst 2 Tage später ankommen wollte. Aber so habe ich mehr Zeit für andere Dinge.

Zuerst galt es jedoch noch einen Zwischenstopp auf der Mahia Peninsula einzulegen. Das ist eine größere Halbinsel in der Hawkes Bay (gut auf einer Neuseelandkarte als kleiner Punkt im Osten erkennbar), wo sich kaum Touristen hin verirren. dafür umso mehr Neuseeländer ihre Ferien dort verbringen. Ist aber auch tatsächlich ein schöner Fleckchen Erde. Ohne zu wissen, wohin die Straße ging, bin ich eine Schotterstraße gefahren, die mich immer höher und höher die sehr hügelige Halbinsel hinaufbrachte, an Kühen, Schafen und Co. vorbei. Die Strecke führte letztlich ins Nirgendwo (merkte ich nach 30km), doch dafür hatte man eine tolle Aussicht über die gesamte Halbinsel. Hat sich gelohnt!

Ebenso hat es sich gelohnt, den Hitchhiker mitzunehmen, den ich in Wairoa aufgegriffen habe (dort bin schon 2 Wochen vorher mit Jonas kurz gewesen). Ein Uruguayer, Work-and-Traveller, dem man seine Vorliebe für neuseeländisches „Gras“ auch gleich angesehen hat. Darüber hat er mir auch eine sehr interessante Story erzählt, die ich einfach mal wiedergeben muss (Vorsicht – Enthüllungsjournalismus)

er war nämlich am Lake Waikaremoana, um den dortigen „Great Walk“ zu machen (dort bin ich ja ebenfalls kurz gewesen mit Jonas auf den Weg nach Rotorua). Für die Hüttem hat er jedoch nicht bezahlt, was wohl auch den Rangern dort auffiel, die ihn halb verhungert aufgegriffen haben und mit ein bisschen „neuseeländischem Gras“ versorgt haben. Er meinte, die – allesamt Maori-  hätten ihm erzählt, sie würden ihre eigenen Pflänzchen züchten – auf einem Boot auf einem kleinen See innerhalb einer Insel im großen Lake Waikaremoana.  Zufällig wird das wohl keiner finden…

Wie dem auch sei, er ist vorallem Surfer und hat auch Surfuntericht in Gisborne gegeben und mich ermuntert, auch mal noch einen Kurs zu machen. Werde ich vielleicht auch noch, 2h südlich von Auckland, in Raglan, gibt es die „perfekten“ Wellen für Surfer, insbesondere Anfänger. Sein Surfboard hatte er natürlich auch dabei, was wir erstmal noch im Auto verstauen mussten. War knapp, aber passte gerade so hinein.

Dann ging es erst einmal noch nach Napier, der Stadt, wo ja in mein Auto eingebrochen wurde. Nur für 5 Minuten, denn ich wollte bei der Polizei fragen, ob denn irgendwas gefunden wäre. Die Hoffnung ist jetzt jedoch auch weg, nichts da. Immerhin habe ich noch meine falsch angegebene Telefonnummer korrigieren können.

In Hastings habe ich den Uruguayer dann rausgelassen, er wollte noch am selbigen Tag nach Wellington – ob er das geschafft hat (mittlerweile war es 20 Uhr) weiß nur er selbst. Ich habe jedenfalls noch Unterkunft bekommen, bloß leider keine allzu Gute. Jedenfalls was die Mitbewohner angeht. Da war ich vielleicht bisher auch mit ein bisschen Glück gesegnet. Diese Nacht dort aber nicht. Der Samoaner in meinem Zimmer hat nämlich dermaßen geschnarcht und geseufzt, das ich dachte, er würde gleich sterben. Als das nicht passierte, konnte ich nicht anders als so dreist zu sein, die Fotokamera rauszuholen, auf Audioaufnahme zu schalten und das Konzert aufzunehmen. Ich werde Euch also in Zukunft noch daran teilhaben lassen, Audio-Dateien kann ich hier hochladen…

Um schlafen zu können blieb mir dann letztlich keine andere Wahl als Knopf im Ohr und Musik voll aufdrehen. Lieber Tinnitus als Nervenanfall. War dann adoch noch eine halbwegs angenehme Nacht, die früh am Morgen endete (8 Uhr), denn ich hatte mir ja ein weites Ziel gesteckt. Nach Wellington sollte es gehen. Auf direkten Weg eigentlich nur knapp 3 Stunden. Um es vorwegzunehmen, angekommen bin ich in Wellington nicht…

Edit: Doch nicht soviel geschafft, aber die vergangene Nacht war noch deutlich unangenehmer, wie ich Euch morgen mitteilen werde …

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Ein Kommentar

  1. Susanne

     /  Januar 10, 2011

    Sag mal, findest du es fair, hier einfach aufzuhören und deine Leser auf die Folter zu spannen. Ich warte sehnsüchtig auf den neuen Bericht über deine schlaflose Nacht.
    LG

    Antwort

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