Sydney-Rotorua-Opotiki

Folgendes habe ich vor 2 Tagen, 6.1., in Opotiki geeschrieben, wo ich kein Internet hatte (genauso wie gestern). Mittlerweile bin ich in Hastings, einer benachbarten Stadt von Napier. Morgen gehts dann nach Wellington. Aber ihr habt erst einmal genug zu lesen mit den Abenteuern bis Opotiki!

Ein gelungener Alleinreise-Auftakt! Endlich wieder alleine – nach 17 Tagen mehr oder minder mit Gesellschaft wurde das auch so langsam mal wieder Zeit, nicht nur für meine Nerven.

Nichts gegen meine Mitreisenden, es war eine sehr lustige Zeit.

Auf die ich jetzt auch erst einmal noch zurückkomme:

Die letzten 2 Tage Sydney, ist fast schon zu weit weg (nicht nur kilometermäßig), um sich daran zu erinnern.

Am zweitletzten Tag waren wir jedenfalls in den Blue Mountains. Hätten wir schon vorher machen sollen. Denn grade an dem Tag hat es geregnet. Und in den Blue Mountains war nicht etwa nur Regen, sondern Gewitter und Nebel bzw. tiefhängende Wolken. Nichts also mit Sicht auf die Blue Mountains, die angeblich wirklich blau sein sollen. Das liegt an irgendeinem komischen Wettereffekt, der dort verstärkt auftritt und die Berge blau schimmern lässt. Wir sahen jedoch nur weiße Nebel- bzw. Wolkenwände, als wir nach fast 2 Stunden Zugfahrt nach frühem Aufstehem (9 Uhr ist früh ;)) in Katoomba ankamen, einer kleinen Stadt in dem Gebiet. Zwar noch nicht im Outback, aber einen kleinen Weg von Sydney haben wir schon zurückgelegt. Wir hatten Tickets für den Blue Mountains Explorer Bus, der viertelstündlich durch das Gebiet verkehrt, Man kann dort dann zu- bzw. absteigen wie man lustig ist. Nach Empfehlung des lustigen Busfahrers machten wir erstmal mit allen anderen Insaßen einen Spaziergang durch den Regenwald – er vertröstete uns noch damit, dass der Himmel im Gebiet dort rasant aufklaren würde – wenn er denn aufklaren würde.

Erst beguckten wir also einen Kaskaden-Wasserfall (mehrere kleine Wasserfälle hintereinander), dann ging es an diversen Aussichtspunkten entlang durch den Busch, wo man allerdings keine 10m Sicht hatte. Dazu kam noch der strömende Regen, der mich ohne Jacke (die wurden ja alle geklaut^^) ordentlich durchnässt hat. Es ging viele Stufen dann hinab in ein Tal der Blue Mountains – hoch wollten wir jeddoch nicht wieder laufen. Mussten wir auch nicht, denn es gibt ja die Attraktion(en) von „Scenic World“: eine Seilbahn und die angeblich steilste Zahnradbahn der Welt fahren wieder nach oben und liefern (bei besserem Wetter) gute Aussichten. Dann gibt es noch eine grade verlaufende Seilbahn über die Schlucht mit Glasboden, wo man dann bestimmt hundert Meter über den Bäumen des Tals wandelt. Wir haben uns jedoch für die billige Seilbahn entschieden und waren dann schnell wieder oben. Im weiteren Verlauf sind wir dann noch ein bisschen durch die Gegend gefahren und mal dort, mal dort ausgestiegen. Als es an einem Aussichtspunkt ein wenig aufklarte (und es sich nach 5 Minuten Warten dann allerdings wieder zuzog) konnten wir auch noch das Wahrzeichen der Blue Mountains wenigstens teilweise bestaunen – die „Three Sisters“. Das sind 3 senkrecht aufragende Felsen, die, wie der Name impliziert, nach 3 Schwestern aussehen.

Zu denen sind wir dann auch noch hingegangen (zur Ersten der Schwester) und haben sie geknipst. Dann noch eine kleine Wanderung durch den übrigens ungefährlichen Busch. In den Blue Mountains gibt es nämlich weder giftige Spinnen und Schlangen noch andere wirklich gefährliche Tiere. Wir haben dann grad noch so den allerletzten Bus, der einmal rund fuhr gekriegt (mittlerweile 5 Uhr), mussten noch etwas am Bahnhof warten und waren dann auch erst wieder gegen 22 Uhr in Sydney.

Der nächste Tag sollte dann auch schon der letzte sein und beinhaltete immerhin noch ein Highlight.

Wir bestiegen nämlich noch den Sydney Tower, der immerhin 309m in den Himmel ragt. Die Aussichtsplattform ist zwar nur auf 200 irgendwas Metern, aber gerade hoch genug, um die anderen Wolkenkratzer zu überragen. Von dort hat man dann herrliche Ausblicke über Sydney und Umland. Vorher mussten wir jedoch endlos lange anstehen und die „strenge“ Sicherheitskontrolle passieren: ein Metalldetektor, der noch von Olympia 2000 in Sydney stammte (laut Aufkleber) und Taschenkontrolle, die jedoch garnicht durchsucht wurden. Danach ging es dann mit dem Fahrstuhl in die Höhe – hat auch etwas gedauert. Oben angekommen hatten wir dann aber einen wirklich guten Blick, obwohl es wie am Vortag noch etwas bewölkt war. Zwar sind Hunderte von Leuten um einen rum und man ist völlig verglast, aber es lohnt sich wirklich. Ob man nun die Innenstadt beobachtet, wo man die Wolkenkratzern der Finanzinstitute und Luxushotels ausspioniert (deren Dächer sind alle ziemlich dreckig!), seinen Blick über den Naturhafen bis zum Meer schweifen lässt oder sich das Umland bis zu den Blue Mountains im fernen Hintergrund ansieht – es gibt jede Menge zu sehen. Und einen Haufen Fotos zu knipsen. Das ist eine perfekte Gelegenheit für Euch (wenn ich sie hochlade) sich Sydney vorstellen zu können.

Irgendwann ging es dann wieder runter und ich trennte mich von Markus, um „Shoppen“ zu gehen.

Insbesondere jetzt nach dem Diebstahl meiner Sachen und auch auf Druck von außen (:P) wollte ich mir eine Festplatte zulegen, auf der ich all die tollen Fotos speichern kann.

Sydney hat zwar viele Geschäfte, aber Elektronik-Shops nicht so wirklich. Ich bin also in den schon erwähnten 3-geschossigen „Apple“-Laden geladen und habe mir dort eine qualitativ hochwertige (hoffe ich zumindest) 500 GB Festplatte gegönnt.

Am Abend ging es dann noch mit Markus noch einmal zum Opernhaus, um den Blick über den Hafen zu genießen und unseren wirklich schönen Aufenthalt ausklingen zu lassen.

Im Souvenirshop gab es dann noch auch noch ein typisch australisches Mitbringsel und eine Liebeserklärung an die Stadt in Form eines wohl bekannten T-Shirts (muss mich ja wieder einkleiden).

Das war also schon fast unsere Zeit in Sydney. Wir haben eigentlich nicht viel gemacht. Trotzdem kann ich sagen, dass ich alles gemacht habe, was ich mir vorgenommen hatte. Es war ein schöner Aufenthalt und ein tolles Silvester, dessen Feuerwerke ich noch lange in Erinnerung behalten werde.

Am nächsten Morgen war dann vergleichsweise frühes Aufstehen (6 Uhr) angesagt. Nach einem Frühstück aus dem Stamm-Supermarkt in der Stadt (Woolworths) ging es dann auch zum Flughafen. Unser Flieger hatte übrigens eine Stunde Verspätung. Die Zeit vertrödelten wir unter anderem damit, im Internet auf einem Ipad rumzusurfen – denn „Apple“ war natürlich auch am Flughafen präsent.

Fliegen ist jetzt schon quasi Standard für mich geworden, ich habe jetzt auch sicher schon 20 Flüge in meinem Leben hinter mir (einen Flug definiere ich als Start, Fliegen und optimalerweise Landung), davon allein 7 in den letzten Monaten (bei einem gabs keine Landung mit dem Flieger ;)) – es ist also nichts Besonders mehr. Und bis auf ein paar Turbulenzen und einen recht unruhigen Landeanflug (mir wurde schon mulmig zumute) nichts Erwähnenswertes.

Wir durften dann sogar wieder einreisen, obwohl wir Deutsche sind!

Falls irgendjemand von Euch nämlich auf die Idee käme, mich hier in Neuseeland zu besuchen – hättet ihr Pech gehabt. Die neuseeländische Regierung hat momentan einen Einwanderungs-Stop für Deutsche verhängt – einfach zu viele im Land. Stimmt ja auch und finde ich durchaus vernünftig. Nicht für immer natürlich, spätestens im Winter sind sie wieder froh über zahlungswillige Deutsche.

Es war aber schon ein komisches Gefühl wieder in Auckland anzukommen. Am gleichen Platz wie bei der Visa-Beantragung, am gleichen Kofferband, der gleiche Ausgang wie mittlerweile 5 Monate vorher, als ich Anfang August dort ankam. Und der Platz, an dem ich in 6 Monaten Neuseeland schon verlassen werde. Es hat sich aber angefühlt, als würde man wieder in die Heimat zurückkehren. Klingt komisch, ist aber so!

Im noch unversehrten Auto (guter Parkplatz) ging es dann zurück nach Roturua, wo ich noch eine Nacht in Markus‘ Projekt verbringen wollte. Gab dann auch ein gutes Abendessen aus der Campküche und einen lustigen Abend mit ein paar Leuten von dort, darunter einen dort frisch anfangenden Trainee-Koch, dessen Messer-Set mir echt Angst gemacht hat …

Meine neue Festplatte habe ich dann auch noch mit ein paar Filmen geflutet – genug für die nächsten Abende.

Heute bin ich dort dann noch bis zu nach dem Mittagessen geblieben, bei dem ich quasi die gesamte dort arbeitende Bevölkerung kennen gelernt habe. Alle sehr nett und sehr positives Klima – Markus hatte wirklich auch ein schönes Projekt (auch wenn seine Arbeit vielleicht nicht so toll war – er war nämlich z. b. der „Poolmaster“ und hat den geschrubbt, über Chlor, Wärme und Co. aufgepasst, usw.)

Einen Überraschungsgast gab es dann auch noch. Kate, die neue IYCE-Direktorin Neuseelands ist zufällig dort ins Camp gekommen (vielleicht auch nur, weil sie durch eine Email am Vorabend wusste, dass ich da war…), um mir und Markus „Hallo“ zu sagen.

Jedenfalls findet dort in 2 Wochen unser „Mid Year Camp“ (4 Tage Seminar) statt, an den sich alle Freiwilligen dann schon mal wiedersehen werden. Wird sicher ganz lustig. Und Kate wollte wohl schon mal irgendwas planen, was wir dort so machen. Sie macht jedenfalls einen ganz sympathischen (und auch kompetenten) Eindruck.

Irgendwann hieß es dann nun endgültig Abschied nehmen von Markus, der nur wenige Minuten nach mir dann ebenfalls aufbrach, um nach Süden aufzubrechen. Er holt nämlich meinem Vor-Sydney-Reisegefährten Jonas ab und fährt mit ihm auf der Südinsel rum. Aber die habe ich ja schon gesehen. Für mich geht es jetzt also um die (südliche) Nordinsel.

Alleine ging es dann nach Opotiki, im Osten der Bay of Plenty, letzter großer Ort vorm menschenleeren East Cape, das ich morgen (bzw. mittlerweile heute) bereisen werde.

Doch die Einsamkeit, die durchs Fehlen von Musik (Radio ist ja geklaut^^) etwas blöd ist, wurde schon bald aufgelöst.

Ein Hitchhiker stand nämlich mit Daumen hoch am Straßenrand und wartete auf jemanden, der ihn mitnimmt. Zugegeben, er sah nicht grade vertrauenerweckend aus und ich hatte schon meine Bedenken, ob ich überhaupt anhalten sollte. Ein verwildert aussehender Maori mit Namen John, der nach Gisborne wollte – Opotiki ist etwa der halbe Weg dorthin.

Aber meine Nächstenliebe siegte, ich hielt an und wurde durch eine kurzweilige Reise entschädigt. Auch wenn sich meine Bedenken teilweise bestätigt hatten. Er – Alkoholiker- lebt irgendwo an der Küste ohne Behausung im Wald und bot mir schon nach 5 Minuten Gespräch neuseeländisches „Gras“ an, das ich dankend abgelehnt habe. Aber eigentlich ein guter Mensch, dem ich eine kleine Wohltat erbracht habe. Er hat mich sogar zu sich in den Wald eingeladen – falls ich keine Unterkunft in Gisborne habe – und möchte mir frischen „yummy“ (neuseeländisch für „lecker“) Crayfish (Langusten oder sowas fangen und kochen. Auf die kann ich aber verzichten – und ob ich mich wirklich nochmal mit ihm treffe, glaube ich eher nicht. Naja, aber das ist es halt, was das Alleine-Reisen so spaßig macht. Wer jetzt meint (ich weiß schon wer), ich wär leichtsinnig und es wär viel zu riskant, den möchte ich gegenfragen, was hätte passieren können? Bin auf eure Antworten gespannt 😀

Gestoppt habe ich nirgendswo auf den Weg, nur kurz nach Rotorua an einem der Seen dort für ein paar Fotos. In Opotiki habe ich dann John rausgeworfen und mir eine Bleibe gesucht, die ich hier in diesem Hostel auch gefunden habe.

Dieses Hostel wird sogar von einer Deutschen betrieben, die mit ihrer Familie vor ein paar Jahren hierher ausgewandert ist. Opotiki ist auch beileibe kein schlechter Platz dafür.

Etwas größerer ländlicher Ort, wo aber alles Erdenkbare vorhanden ist (Opotiki ist sozusagen das Dienstleistungszentrum für die ganze umliegende Region), tropischer Regenwald, grünes Weideland, wolkenbehangene Hügel und kilometerweite einsame Sandstrände, an die doch recht hohe Wellen anbranden. An einen solchen Strand führte mich dann auch mein Spätnachmittagsauflug noch. Barfuß durch Sand und anbrandende Wellen am einsamen Strand entlang. Mit Sicht dabei auf „White Island“. Das ist ein noch aktiver (Unterwasser)-Vulkan, der öfters mal ausbricht und durch irgendwelche Mineralien auch ziemlich weiß gefärbt ist. Der Vulkankegel erhebt sich jedoch schon ein bisschen, sodass man die etwa 50km seewärts liegende Insel noch ganz gut erkennen kann. Man kann sie übrigens besuchen – wäre vielleicht noch einen Trip wert…

In der anderen Richtung (wo ich morgen wieder entlangfahren werde), seitlich des Pacific Coast Highways habe ich noch einen Spaziergang an der Steilküste entlang gemacht, der auch ganz nette Ausblicke bot (Taumatarangi Walkway oder sowas). Dann ging es noch zu einem (Irr)-Garten, bzw. Wald, wo ein über 2000 Jahre alter Baum (Puriri Tree) steht, der wirklich auch alt und vor allem imposant aussieht (hatte ja auch genug Zeit zum Wachsen…). Von den Maori wurde er in der Vergangenheit als Grab benutzt, aber die ganzen Menschenknochen sind jetzt natürlich nicht mehr da, wohl aber 2 Statuen, die den Baum bewachen, der ist nämlich „heilig“ für die Maori.

Der Baum lag mitten in einem künstlich gepflanzten, umzäunten und von Weideland umgebenen Urwald, in dem auf vielen Tafeln Anschauungsunterricht über die Bäume gegeben wird.

Leider ist es auch ein ziemlicher Irrgarten. Für mich jedenfalls. Wie Ihr euch denken könnt, habe ich mich mal wieder verirrt. Eigentlich fast unmöglich dort, aber ich habe es geschafft. Es kam mir schon komisch vor, als ich auf den Rundweg 2-mal an der gleichen Stelle vorbeikam – nach dem dritten Mal wusste ich dann, dass ich die ganze Zeit irgendwie falsch laufe. Den Rückweg habe ich trotzdem nicht gefunden, ich bin noch weitere 3 Male an denselben Stellen vorbeikommen. Und es wurde langsam Abend, die Sonne ging schon unter.

Habe den Weg aber irgendwann noch hinaus gefunden und bin sicher wieder im Hostel angelangt, wo ich noch einen netten Abend mit 3 Mädels verbracht habe. Ich spielte das Kartenspiel „Arschloch“ (I’m sorry) mit 2 Kanadierinnen und einer Italienerin. Habe natürlich meistens gewonnen 😉 Zwar mit für mich komischen Regeln, aber hat Spaß gemacht.

Eigentlich wollte ich ja meinen Blogeintrag schreiben, aber das habe ich dann aben danach gemacht. Aufgehört haben wir gegen 23 Uhr, weil zwei meiner Mitspielerinnen morgen arbeiten müssen (Kiwis aussortieren :P), seitdem schreibe ich schon an diesen Blog-Eintrag, Mittlerweile ist es schon nach 1, ich sollte also so langsam mal schlafen.

Habe morgen einen langen Weg vor mir, bis zum East Cape (östlichster Punkt Neuseelands oder auch der Punkt, wo zuerst die Sonne aufgeht) und noch weiter in eine abgelegene Bucht, wo ich die nächsten 2 Tage verbringen werde.

Aber macht mir ja Spaß, Euch diesen ganzen Nonsens mitzuteilen, Euch hoffentlich auch ihn zu lesen.

„Ich habe fertig“ würde ich als italienischer Fußballtrainer jetzt wohl sagen, aber ich sage „Gute Nacht“!

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