Bilder aus Golden Bay (Teil 1)

Nun die Bilder aus der wunderschönen Golden Bay Region – viel Vergnügen!

Gezeigt wird mein unvergeßlicher Abend am Wharariki Beach sowie die nochmalige Erkundung des Strands am nächsten Tag, Cape Farewell und Farewell Spit – Bilder über die anderen Dinge, die ich noch gesehen habe (einiges) gibts morgen…

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Wochenende in Helensville & Umgebung

So, dann wollen wir mal über mein erstes Wochenende berichten. Ich muss sagen, die Gegend hier gefällt mir immer besser!

Am Samstag ging es für mich erst nach Orewa, ein Urlaubsort an der Ostküste, etwa 30km von Helensville entfernt.Früher ein eigenständiger Ort inmitten sehr ruraler Gegend haben nun bereits die Ausläufer von North Shore City (großer Stadtteil Aucklands) den Ort erreicht und werden ihn in naher Zukunft eingeschlossen haben. Der Ort an sich liegt direkt am Meer und ist ganz nett. Die Schule dort ist angeblich bei deutschen Austauschschülern hoch angesagt (50 Deutsche dort…), das Wohnungspreisniveau gehört zu den höchsten neuseelandweit und wächst immer weiter.

Noch hat das Örtchen aber einen gewissen Charme. Ich flanierte durch das kleine Ortszentrum und entdeckte gleich drei verschiedene Optiker, von denen ich mich in Hinblick auf eine neue Brille (wurde ja geklaut) beraten ließ, die ich ja für Auto fahren bei Nacht tragen sollte. Habe auch eine neue bestellt und bin dann noch etwas am Strand entlanggelaufen.

Wie der Zufall es wollte, fand in Orewa grade ein Oldtimer-Treffen amerikanischer Autos statt, die zu Hunderten entlang der Strandpromenade standen und bewundert werden konnten. Ein paar nette Dinger waren schon dabei!

Vor dem dort aufgestellten  Bayrischen Würstchenstand konnte ich natürlich nicht Halt machen und habe endlich mal wieder eine vernünftige Bratwurst verspeist, ehe es zurück zum Auto ging.

Das fuhr mich dann auf die Whangaporora Peninsula, die sich als kleiner Zipfel an der Ostküste erstreckt. An beiden Seiten angehalten und ein paar Fotos gemacht. Insbesondere der östliche Teil, ein kleiner Strand in irgendeiner Bucht bescherte einen wundervollen Blick bis ins Zentrum von Auckland, wo man die hohen Wolkenkratzer samt den 325m hohen Skytower in der Ferne noch erhaschen konnte. Weiter links hinaus über das Meer geblickt sah man Rangitoto Island, einem ehemaligen, nun erloschenen Vulkan, von dessen Spitze man einen wundervollen Ausblick haben soll. Nicht die einzige größere Insel im Golf von Hauraki (wo Auckland liegt), werd ich irgenwann noch mal drauf eingehen, vielleicht wenn ich sogar da war (die Fährfahrten dorthin sind nicht allzu teuer).

Von Whangapopora ging es dann Richtung Süden auf den Motorway mitten nach Auckland hinein. So fuhr ich über die achtspurige (!) Harbour Bridge und hatte einen super Blick auf Aucklands Skyline, konnte aber, weil ich eben auf dem Motorway war, nicht anhalten und Fotos machen. Aucklands CBD habe ich dannjedoch links liegen gelassen (kommt nächste Woche)  und bin auf dem Motorway weiter nach Helensville gefahren, mit einem Umweg wohlgemerkt. Falsch abgebogen und meiner Angewohnheit folgend, dass ich, selbst wenn ich weiß, dass ich falsch bin, einfach weiter fahre und hoffe, es wird sich noch ein anderer Weg finden, fand ich mich dann in den Waitakera Ranges wieder, eine dicht bewaldete Hügelkette und gleichzeitig Regionalpark Aucklands an der Westküste. Hier ist vor allem Naherholungsgebiet für die gestressten Städter, ein paar Villen und ein paar Straßen zu den Stränden der Westküste. Habe dann tatsächlich noch einen Weg nach Helensville gefunden, wo ich dann auch pünktlich zum Abendessen ankam – auf den servierten Fisch habe ich jedoch verzichtet. Den Abend zeigte ich noch Tash, einer der Betreuerinnen hier (die Freitag/Samstag da ist) meine Reiseroute und ein paar Fotos und ließ mir Tipps geben, wo man überall so hinkönne. Gibt anscheinend ziemlich viele nette Dinge zu tun, auf die ich garnicht so gekommen wäre.  Mit ihr werde ich auch mal eine Wanderung an der Westküste machen, die, wie sie sagt, sehr schön sein soll.

Den Abend verbrachte ich nicht nur im Internet, sondern auch bei Billy. Ein Porträt von ihm und den anderen folgt noch, doch folgendes sei zu ihm gesagt: absoluter Technikfreak, den man vor 18 Uhr (Dinner) nicht sieht, weil er bis spät in den Nachmittag schläft bzw. wenn er wach ist bis dahin noch am Computer rumdaddelt. Bei seinem Zimmer würde wohl manch einer in Ohnmacht fallen, mir gefällt das Chaos aber ausgesprochen gut (was ich damit meine, gibts in Kürze). Schade, dass das gewisse Personen nie zugelassen haben bei mir.

Besonders vernarrt ist Billy in Jet-Motoren, wie die vielen youtube-Videos verrate, die er mir zeigte. Sieht schon interessant und gefährlich aus – so einen Jet-Motor möchte der Billy auch bauen – und ich habe keinen Zweifel daran, dass er das auch schafft, sobald er die benötigten Teile dafür hat. Seine Erklärungen durchblicke ich als Techniklaie jedenfalls nicht wirklich, aber ich würde behaupten, selbst deutsche Maschinenbauer sind grade so in der Lage, mit ihm auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Am heutigen Tag erwachte ich erst spät (musste mal wieder sein…) und fuhr deshalb nicht, wie eigentlich vorgenommen, ins Stadtzentrum Aucklands, sondern zur Muriwai Beach an der Westküste, nur ca. 30km südwestlich von Helensville gelegen. Tash empfahl mir am Vorabend, den Strand asap (so bald wie möglich) aufzusuchen, da dort eine große Kolonie an „gannets“ brütet, die Ende Sommer die 2000km über das Meer nach Australien fliegen. „Gannets“ sind „Basstölpel“, keine Ahnung, ob ihr etwas von diesen Vögeln (gibts wohl auch auf Helgoland) gehört habt, aber die sind schon nicht klein. Und alle auf einen Haufen am Rand der Steilküste am tosenden Meer war schon ein netter Anblick.

Die Westküste ist nämlich wirklich sehr rau und mir wurde ebenfalls am Vorabend nahe gelegt, wenn ich dort schwimmen wolle, auf jeden Fall innerhalb der Flaggen bei bewachten Strand zu schwimmen (würde ich aber ohnehin machen). Es kommen nämlich (nicht nur dort) ständig Menschen ums Leben, da enorm starke Strömungen hinaus ins Meer ziehen und sogenannte „rips“ einen sogar nach unten ins Wasser ziehen. Zumal es dann auch noch die wirklich großen Wellen gibt, die unter Umständen auch mal 4-5m erreichen können.

Ich besichtigte jedenfalls die Tölpel, spazierte ein bisschen über die Felsen und verließ den Strand dann bald, weil es total voll war und immer voller wurde (beliebtes Wochenendziel). Werde jedoch nochmal dorthin zurückkehren.

Danach ging es noch Richtung Norden zum „South Head“, ca. 40km nordwestlich von Helensville entfernt. Das ist die südliche Spitze, die den Kaipara Harbour eingrenzt (siehe Karte bei den Bildern), welcher der größte Naturhafen der Welt ist. Lediglich 2-3km vor einem sieht man den „North Head“, die andere Spitze des Naturhafens – um dorthin zu gelangen muss man jedoch ca. 250km fahren.

Ich bin die Straße dorthin soweit wie möglich gefahren und dann einen sehr steilen Weg zu einem Strand hinunter gewandert, ein paar Fotos gemacht und wieder hinaufgestiegen. Es war so steil, dass ich mich schon fast wieder an den Mt Ngaurahoe erinnert gefühlt habe.

Soweit der Text zu den erwähnenswerten Dingen meines Wochenendes, nun gibt es noch einige Bilder, die das ganze bekanntlich viel besser illustrieren.

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Fotostory vom Abel Tasman Track

Ich glaube zwar, dass ich bereits ein paar  Bilder hochgeladen habe irgedwann (verliere schon die Übersicht), hier jedoch noch einmal eine kommentierte Foto-Story über meinen Abel Tasman Coastal Track Walk.

Zur Erinnerung: mit de Wassertaxi ging es von Marahau in die Barks Bay und dann gute 30km zurück. Ein langer Marsch, der sich jedoch gelohnt hat, wie Ihr im Folgenden sehen könnt.

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Heute und Bilder vom Takaha Hill & Co.

Bevor ich Euch mit einigen Bildern vom Takaha Hill und drumherum zuschütte (das Hochladen geht nämlich angenehm schnell), noch ein kleiner Überblick über heute. Das vierfache Klo- und Badezimmer-Putzen sowie meine Lieblingsbeschftigung noch aus Culverden-Tagen (dreimal dürft ihr raten) wurde nämlich durch einen Besuch in den Parakai Springs belohnt, ein großes Freizeitbad in der Nähe. Dort sollte ich auf Richard und Narelle aufpassn, die komme aber eigentlich auch ganz gut alleine klar (haben beide Down-Syndrom). Das Bad besteht aus 2 großen beheizten Becken (32 und 39 Grad) und einer großen Wasserrutsche, nichts Besonderes also. Habe mich die ganze Zeit in dem wärmeren Becken bzw. davor auf einen Stuhl einfach mal nur entspannt. 2 Stunden waren wir da, nach einer Stunde wurd besagtes Becken aber geschlossen, Überkonzentration an irgendwelchen Stoffen. Die gab es dann vermtlich auch schon, als ich drin war, aber ich bin unversehrt und habe es genossen.

Seitdem geniesse ich mein erstes „Wochenende“ hier in Helensville, das ich morgen mal dazu nutzen werde, die Umgebung zu erkunden, vielleicht auch sogar schon nach Zentral-Auckland rein. Mal schaun…

Ihr dürft jetzt auch schaun, und zwar die kommentierten Bilder meiner Takaha Hill Experience. Dieser Takaha Hill liegt zwischen Motueka und Takaha, die einzige Straße die dort verläuft ist auch die einzige Verbindung zur Golden Bay Area. Ich hatte nur flaches Land dort erwartet, darum war ich von dem großen Hügel etwas überrascht. Noch überraschter war ich davon, was ich dort alles unternehmen konnte, ganz spontan und uneingeplant. Doch seht selbst!

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Foto-Story vom Tongariro Crossing

Nun gibt es die ersten Fotos meines Reisemonats: nicht chronologisch, sondern angefangen mit dem „größten“ Abenteuer, dem „gescheiterten“ Tongariro Crossing. Sind längst nicht alle Bilder, aber die meiner Meinung nach besten, die in den Bildunterschriften mein Erlebnis dort noch mal kurz nacherzählen. Vom Höllenabstieg habe ich übrigens keine Bilder – die Kamera wollte ich nämlich nicht verlieren oder beschädigen…

Viel Spaß beim Anschauen!

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Neues aus Helenville

So langsam lebe ich mich hier in Helensville schon sein. Es fühlte sich heute morgen fast schon an wie zuhause.

Die Arbeit ist relaxt, aber eben über den ganzen Tag verteilt. Ich fahre bereits alleine den großen Van durch Helensville (in Deutschland braucht man für das Teil vermutlich eine Extralizenz) um Leute wegzubringen und abzuholen. Ist etwas ungewohnt so hoch zu sitzen (ich bin doch schon so groß), doch das Fahren geht super. Jedenfalls mit dem Automatik-Van – heute hatte ich auch einen kleinen Ritt mit dem Schaltgetriebe-Van, der nicht so rühmlich verlief. Immerhin nicht abgewürgt, aber hat ganz schön gerummst, habe das seit mehr als einem halben Jahr auch nicht mehr gemacht. Dazu kommt, dass enorm wenig Platz für meine Beine dort herrscht, beim Fahren müssen die Füsse auf den Hacken stehen (Beine komplett angewinkelt) und mit den Fußspitzen Gas, Bremse und Kupplung touchieren. Mehr als 5 Minuten hält man das nicht aus, aber ich werde wohl immer das Automatikteil nutzen können.

Mein Auto ist mittlerweile übrigens wieder repariert, jedenfalls die Windschutzscheibe (hinten links) ersetzt. Die Beifahrertür lässt sich nicht öffnen, die brauche ich allerdings auch nicht. Je nachdem wie teuer das wird, mache ich das vielleicht noch, ich muss das Auto ja auch noch verkauft bekommen. Vielleicht finde ich auch noch ein sehr günstiges Auto-Radio, das wäre schon ganz cool.

Aufstehen tue ich immer so um 8.30, frühstücke dann (nach 6 Monaten Abstinenz mal wieder dauerhaft frühstücken^^) und dann steht auch schon das tägliche Saubermachen auf dem Programm. Man mag es übertrieben finden, aus gesundheitlichen Gründen der Leute hier kann ich das aber zumindest nachvollziehen. Es helfen auch alle dabei, sodass meist nach einer Stunde alles getan ist. Ich darf vor allem die Badezimmer und Toiletten reinigen (ist nicht so schlimm, wie es sich anhört, macht sogar (noch) Spaß) oder z.B den Flur wischen.

Ab 10 Uhr stehen dann oft diverse Aktivitäen an, wo ich in den kommenden Wochen öfter mal fahren muss, heute habe ich jedoch kaum gefahren. Nur mich selbst die 3km zur Werkstatt und einen guten Fußmarsch zurück. Kris war ganz erstaunt, dass ich nach einer halben Stunde (Auto hinbringen und 3km zurück gehen) bereits wieder da war – ich bin halt ein Schnellgeher. Zum Abholen hat sie mich aber grade hingefahren. Überhaupt ist sie die fürsorglichste und liebste Person, ich werde sicher blendend mit ihr auskommen. Sie ist „House Leader“, der andere „Supporter“ ist Robert, auch ein sehr netter, älterer (über 60) Kerl. Dann kommen hin und wieder auch mal andere Leute, die grad aushelfen usw.

Gestern habe ich übrigens gekocht. Mein Aufgabenplan sieht vor, zweimal die Woche Dinner zu kochen. Nun gut, mir wurde natürlich noch etwas geholfen, aber ich habe sehr schmackhaftes „Cottage Pie“ zubereitet (kennt ihr wahrscheinlich eh nicht :P). Schön Kartoffeln geschält (auch wenn die danach kleiner waren als vorgesehen), Kürbis geperlt und beides gekocht, Gehacktes in der Pfanne zubereitet und Gemüse, Zwiebeln und Co. hineingemixt. Am gestrigen Mittag hab ich mir (welch gutes Omen) sogar einen Pfannkuchen gemacht, den ersten der nicht zu Brei verfallen ist (vermutlich habe ich in Culverden viel zu viel Öl benutzt, hier nur so ein Spray). Es gab nämlich Fisch (den scheint es hier einmal wöchentlich zu geben), auf den ich nach wie vor liebend gerne verzichten kann. Habe mir also einen Pfannkuchen-Burger mit zerstampften Äpfeln im Inneren gezaubert – und wurde sogleich von einer Besucherin als „kleiner Cheffe“ bezeichnet.

Das Essen ist allgemein aber recht gut (vergleichsweise jedenfalls) und ausreichend vorhanden. Zwar scheint der Trust nicht grade sehr finanzkräftig zu sein, aber das Essen ist trotzdem gut, und ich mache es besser!

Die Arbeit ist, wie schon gesagt, über den ganzen Tag verteilt. So habe ich erst so gegen 8 wirklich „Feierabend“, nach immerhin 12 Stunden. Zwischendurch habe ich trotzdem teilweise Stunden nichts zu tun, das geht also in Ordnung. Dann spiele ich jetzt die vielfältige  Stärke meines ipods (Musik, Spiele, Wifi-Internet, …) aus, der trotz zahlreicher Fälle aus größeren Höhen und vielen Kratzern immernoch erstsaunlich betriebsbereit ist.

An Arbeit habe ich gestern z.B Tommy beim Rasenmähen geholfen. Tommy ist derjenige, den man nicht wirklich versstehen kann, der mich vermutlich auch nicht versteht und der sehr eigensinnig ist. Er mäht regelmässig den Rasen – als Fitness-Übung. Das kriegt er erstaunlich gut hin, man muss nur wenig nachmähen. Ich habe mich gestern mit ihm abgewechselt, 2 Minuten er, 2 Minuten ich. Damit er auch den Rase mäht, muss ich immer so tun, als würde ich den Garten verlassen. Erst wenn ich aus Sicht bin, geht er zum Rasenmäher und mäht ein wenig.

Nach dem erfolgreichen Rasen mähen (ein schöner Benzin-Mower übrigens, nicht so ein altmodisches Culverden-Handteil) hat der Tommy dann seinen Eigensinn ausgespielt und das Farmgelände verlassen, immer weiter die Landstraße hinaufgehend. Ich bin ihm gefolgt und wollte ihm zum Umkehren bewegen, was natürlich erfolglos blieb. Als wir uns immer weiter entfernten und ihn ein Auto fast „umfuhr“, er läuft den anfahrenden Autos nämlich mitten in die Spur, bin ich, so schnell ich konnte, zueück gerannt und habe Kris verständigt. Die meinte jedoch, es sei alles ok, er würde schon alleine zurückkommen, und da er seine gelbe Warnweste träge, würde schon nichts passieren. Wenn man ihm nämlich folgt, dann entfernt er sich immer weiter. Gut zu wissen! Er ist dann auch irgendwann sicher wieder angekommen.

Zu meinen Arbeitn hier gehört auch vermehrt „technisches“ Zeugs, für einen Grobmotoriker wie mich tendenziell schwierig. Heute bin ich z.B durch das gesamte Haus marschiert, habe die Lichter getestet und ingesamt 13 Glühbirnen auswechseln müssen (meine auch hier vielgepriesene Größe macht mich eben perfekt dafür). Habe auch nur eine kaputt gemacht, als plötzlich beim Einschrauben das Licht anging und ich sie vor lauter Panik habe weggeworfen 😀

Außerdem habe ich z.B die Wäscheleine repariert. Schöne 30m lange Schnur rund herum gespannt. Sieht vielleicht nicht professionell aus, sollte jedoch halten!

Im Moment macht mir das alles noch ordentlich Spaß, ich freue mich schon auf den nächsten Tag und natürlich das 4-Tage-Camp auf der Coromandel ab Dienstag. In 2 Tagen habe ich dann ja auch zum Ersten mal frei und ich werde die Umgebung erkunden und mir möglicherweise eine neue Brille besorgen, ein paar Fotos machen und hier hochladen.

Die Urlaubsfotos kommen natürlich auch noch – versprochen! Es ist aber eine Heidenarbeit, die vernünftigen, sehenswerten herauszusortieren und dann hochzuladen. Habe immerhin die ganzen Fotos schön übersichtlich in diverse Ordner, Unterordnert un Unterunterordner verteilt, das macht das Ganze schon einmal ein wenig angenehmer.

Wollen wir es mal jetzt dabei belassen, das ist wieder ein Haufen an Information. Falls ihr Fragen habt, die ich bisher unbeantwortet gelassen habe, zögert nicht Kommentare zu schreiben! Auch zu anderen Dingen!

Oder Emails, Skype/ICQ oder gar Briefe – über einen romantischen Liebesbrief würde ich mich besonders freuen 😛

Eine Sache noch: Kris hat einen echt „crazy“ Hund. Ich kam heute mittag in mein Zimmer – und wer lag in meinem Bett: natürlich der „Marlo“ (so heißt der Hund). Die Tür war zu, er kann also eigentlich nur durchs geöffnete Fenster hineingekommen sein. Auch sonst ist er echt cool drauf. Als ich gestern Staubsaugen war, hat er sich rhytmisch nach den Staubsaugerbürsten-Bewegungen bewegt. Außerdem nimmt er quasi alles, was auf dem Boden liegt ins Maul und macht andere nervige Dinge. Aber eigentlich ist er ganz cool, ich gewöhne mich noch dran und gehe vielleicht mal mit ihm noch Gassi 😀

Mount Tabor Farm

Nun also ein paar Worte zur Mt Tabor Farm, wo ich die nächsten 6 Monate verbringen werde. Ich bin hier etwas außerhalb von Helensville (ca.1,5km) auf einer „Farm“, wo ich mit mehreren geistig Entfähigten  Leuten lebe. Helensville selber ist eine kleine Stadt, aber doch deutlich größer als Culverden (ca. 2400 Einwohner). Das merkt man auch an den ganzen Geschäften, es ist sozusagen ein Service-Center für den umliegenden Rodney-Distrikt. So gibt es hier z.B einen großen Woolworths-Supermarkt.

Der Ort ist garnicht mal so hässlich (was ich bisher gesehen habe), grünes hügliges Land, ein Fluss, der sich durch den Ort schlängelt und relativ unbesiedelte Umgebung. Nach Auckland sind es trotzdem „nur“ 30 Minuten, um ins Stadtzentrum zu kommen vielleicht noch ein wenig mehr.

Eigentlich finde ich es gar nicht so schlecht, hier in Helensville zu sein. Es ist deutlich ruhiger, der Verkehr ist sehr angenehm (im Gegensatz zu Auckland), ich habe es, wie gesagt, nicht allzuweit nach Auckland und bin nur 10 Autominuten vom nächsten Strand entfernt. Ob nun an der rauhen Westküste oder der für das Schwimmen besser geeignete Ostküste, innerhalb einer halben Stunde bin ich da.

Kommen wir nun zum Projekt, dem Mt Tabor Trust. Der hat, wie ich schonmal erwähnte, diverse Häuser und angegliederte Wohnungen, wo Leute selbstständig leben, die jedoch vom Trust betreut werden.

Hier in Helensville sind die meisten (andere sind in Mt Albert und Henderson, 2 Suburbs in West-Auckland), darunter auch die Verwaltung. Es gibt 3 Häuser hier, eins im Ortskern, eins ca. 1km von hier die Straße hoch (dort arbeitet die Freiwillige Eunhye aus Südkorea) und eben die besagte Farm hier (Adresse ist übrigens: Post.Adresse:  Inland Road 634, Helensville
PO Box  154, Helensville)

„Mount Tabor Farm“ heißt sie wohl, weil das Leben hier etwas ländlicher ist. Grüne Umgebung, Hühner und Schweine im Garten, Katze und ziemlich aufdringlicher Hund (…) als Haustier.

Hier wohnen momentan 7 „Core People“ samt Betreuung. Neben mir ist das Kris (sehr nett) und Robert (habe ich nur kurz heute morgen gesehen), dazu noch Betreuer anderer Häuser, die mal einspringen. So heute Keresoma (Inder)aus dem Nachbarhaus in Helensville, weil ein Meeting war. Da ich grad so schön dabei bin, noch ein paar weitere Namen der Betreuung. Mike ist der „Community Leader“, also der Chef, der alles so steuert. Er hat uns gestern in Henderson getroffen und mich hierher geleitet. Dort habe ich seine Frau Sherry getroffen (eigtl. Teacher Aid), die hier ausgeholfen hat und mir einen netten Empfang gemacht hat. Wie Kris hat sie wohl Maori-Wurzeln. Dann ist da noch Maria, die Managerin der Helensville-Häuser. Mit ihr habe ich heute vor allem meine Einsatzzeiten diskutiert, dazu später.

Den Leuten, um die es hier eigentlich geht, den „Core People“ werde ich noch ein ausführliches Porträt widmen. Generell sind aber alle sehr nett und haben auch nicht die schlimmsten Entfähigungen.

Wir haben z.B Billy(Mitte 20), der ziemlich eigenständig ist und in einer eigenen Wohnung auf dem Gelände lebt. Er ist Asperger, eine leichte Form des Autismus, die oft mit Inselbegabung zusammenfällt. Viele Professoren und wohl auch viele bekannte Forscher und Erfinder waren oder sind Asperger. Da er nicht auf sich selbst achten kann, lebt er hier, er ist jedoch sehr cool undmein Hauptgesprächspartner. Er hat eine besondere Begabung für technisches Zeugs, insbesondere Autos. So wird er mir wohl mein durch den Diebstahl beschädigtes Auto wieder flottmachen helfen (sogar Windschutzscheibe einsetzen) und hat mich schon ins heimische Wireless Internet hier „gehackt“, das hätte ich alleine nicht hinbekommen (keiner wusste nämlich mehr das Passwort). Er hat auch sein eigenes (ziemlich heruntergekommenes) Auto, das allerdings nicht mehr verkehrstauglich ist und ist mit mir gestern über die anliegende Weide gedriftet. Das beherrscht er erstaunlich gut und hat irre Spaß gemacht, 270 Grad-Drehungen mit dem Auto hinzulegen. Besser als Achterbahn.

Wer ist sonst noch hier? Zu nennen ist Richard und Narelle(Ende 20), mit denen man sich auch noch gut unterhalten kann, dazu Sandy (ca. 60), die allerdings recht vergeßlich scheint. Die etwas „härter“ entfähigten Leute sind Kevin und Tommy. Kevin kann nicht normal kommunizieren und gibt ständig Schnalzlaute von sich, Tommy kann man nach etwas Eingewöhnen wohl verstehen, mir gelingt das bisher aber noch nicht. Das nur als kurzen Überblick über ihre Kommnikationsfähigkeiten, weiteres, wenn ich hier mehr drin bin und besser drüber Bescheid weiß.

Es ist auch immer ein gewisser Wechsel hier, mal kommen, mal ziehen Leute in ein anderes Haus um. Das ist an sich sehr geräumig, mit ordentlicher Küche und nettem Wohnbereich mit Kamin. Von den Bewohnern dauernd genutztes Sky-TV und für mich Wireless-Internet, das zwar nicht in mein Zimmer reicht, aber muss ja auch nicht. Dann sitze ich eben hier mit all den Leuten, das ist auch ganz nett. Der Garten ist allerdings von Unkraut überwuchert, da weiß ich schon mal was auf mich noch zukommen wird.

Apropos, welche Arbeit kommt auf mich zu?

Heute war ein sehr langsamer Einstieg und ich habe nur diverse Kleinigkeiten gemacht. Z.B den Kamin angezündelt (war zwischenzeitlich ziemlich kalt), den Zaun geputzt, Tisch gedeckt, nach dem Essen geschaut und im Supermarkt Milch geholt. Bei letzteren habe ich auch gleich 2 der „Core People“ kutschiert, allerdings in meinem Auto- Ich sollte eigentlich den Van nehmen, der mein Hauptgefährt in den nächsten Wochen sein wird. Ist aber auch Automatik und sollte ganz gut gehen.

Meinen Auto geht es hingegen nicht so gut. Als wir im strömenden Monsunregen auf dem Motorway Richtung Auckland waren gestern, gab es auf einmal einen Knall und meine provisorische Windschutzscheibe ist davongesegelt. Anhalten geschweige denn zurückfahren konnte ich dort natürlich nicht. Also hieß es mit offenem Fenster durch den Regen hierhin. Ich war heute bereits meim Glasmacher, der hatte jedoch nicht auf. Ich sollte das halt möglichst schnell wieder zumachen. Genauso andere Dinge klären, z.B eine neue Brille.

Das führt uns grade gut zu meinen freien Tagen. Ich habe beschlossen, die Wochenenden zu arbeiten, da ich so 2 zusätzliche Tage im Monat freikriege. 7 Tage arbeite ich natürlich nicht, mein Wochenende isr immer Donnerstag und Freitag, die nächsten beiden Wochenende jedoch noch wie gewöhnlich. Die 2 zusätzlichen Tage führen dann zu 4 Tagen frei eimal im Monat, sodass ich gut noch die Gegend über, in und unter Auckland erkunden kann in den kommenden Wochen.

Nächsten Dienstag fängt denn auch unser „Camp“ in Thames (Coromandel Peninsula) an, ich bin mal gespannt, was dort dann abgeht.

Wie gesagt, im Moment ist noch nicht allzu viel zu tun, ich komme jetzt langsam rein. Habe meine Haushaltsaufgaben bekommen und soll so um 8.30 aufstehen, das ist ganz nett. Morgens dann vor allem Haus sauber machen bzw. die Leute hier, falls sie es vergeßen, daran erinnern. Je nach Aufgabenraster dann mal Teller waschen, Boden putzen oder sogar Kochen. Letzteres steht bereits morgen für mich an, aber Kris meinte schon, sie hilft mir. Ich werde mich an Lasagne wagnen. Das Essen sonst ist gut, morgens nur Toast und Müsli(wobei ich seit Monaten eh kaum noch frühstücke), dafür mittags und abends warm und im Vergleich zu dem, was ich bisher gewöhnt war, recht gesund und wohlschmeckend. Werde also noch die nächsten Wochen körperlich überleben, seelisch ebenso. Ich denke, ich habe es ganz gut getroffen hier und warte jetzt erstmal, was die wirkliche Arbeit noch mit sich bringt.

Das alles sind jetzt so Informationen über den ersten Eindruck, ich hoffe es reicht Euch 😉

Kommt natürlich noch mehr, ich muss auch noch über das weitere Mid Year Camp und die Anfahrt hierher berichten 😀

Angekommen in Helensville!

Nur als kurze Info: ich bin gut in Helensville angekommen, einer kleinen Stadt 40km nördlich von Auckland, wo ich auf einer „Farm“ mit 7 geistig Behinderten lebe + Supportstaff. Sind aber alle ganz nett und mit den meisten kan man sich auch schon ganz gut unterhalten…

Mehr schreibe ich morgen, ich werd so langsam müde…

Mid Year Camp

So, jetzt sitze ich hier beim Mid Year Camp.

Gestern abend hatte ich noch einen schönen Abend. Bin mit einem Deutschen und einer Londonerin aus meinem Raum einkaufen gegangen, um danach lecker selber Pizza zu machen, schön belegt mit frischen Tomaten, Pilzen, Paprika und Mozzarella. Hat super geschmeckt.

Danach habe ich mir seit längerem mal wieder eine Partie Schach – Mensch gegen Mensch – gegönnt, die ich tatsächlich sogar gewonnen habe. Wie es aussieht, hat man auch in meinem Projekt die Abende mal frei, ich werde also wohl mal einen Schachclub aufsuchen und beitreten, davon solls in Auckland nämlich sogar ein paar geben.

Heute morgen früh aufgestanden dann und Markus und Jonas vom Flughafen abgeholt und direkt hierher gefahren. Direkt gegenüber vom Camp hier ist noch das „Hells Gate“, eine sehr geothermal aktive Gegend voller blubbernder Schlammlöcher. Dort war ich also noch und konnte übe 100 Grad heißes blubberndes Wasser bestaunen und Schlammlöcher, die einen schönen süsslichen Schwefelgeruch verströmten. Unter anderem gab es auch den größten Heisswasserfall der südlichen Hemipsphäre gesehen – nichts besonderes, aber die knapp 40 Grad des Wasser machen den zu einer perfekten Dusche. Neben den vielen Wasser- und Schlammlöchern gab es z.B noch einen Mini-Schlamm-Vulkan, der ab und an mal ausbricht.

Am Ende habe ich dann noch traditionell wie ein Maori schnitzen dürfen und mir in ein Holzstück das Zeichen von „kawakawa“ (compassion) eingraviert, ist bei meinen zwei linken Händen sogar ganz gut geworden.

Danach ging es zurück ins Camp, wo schon allerlei Leute, vor allen die ganzen anderen deutschen Freiwilligen (die ca. 3/4 ausmachen) schon anwesend waren. So überbrückte man auch gut die Zeit, bis unsere neue Organisationsmanagerin Kate kam und ich angeheuert wurde, nach Rotorua zu fahren und die dort mit Bus ankommenden abzuholen. Waren jedoch irgendwie nur zwei, ich fuhr leer wieder zurück. Aber mit Spritgeld ist die Kate nicht geizig. da habe ich die Kosten 10-mal wieder raus…

Gemacht haben wir bisher noch nicht viel, uns nur unter einander etwas ausgetauscht und ein schönes Abendessen gehabt (eines der ersten wirklich guten Mahlzeiten seit 6 Monaten). Danach noch in den Hot Pools gebadet, alles ganz schön. Enden tut das Seminar dann schon Sonntag, ich war von Montag ausgegangen, aber auch ok.

Mein Projekt soll (je nachdem wo ich genau hinkomme) jedoch richtig cool und entspannt sein. ich freue mich also schon!

Rotorua

Zum Abschluss meiner Reisezeit noch ein kleiner Überblick über Rotorua und meine Erlebnisse heute dort. Der geplante Ausflug wurde nämlich trotz guten Wetters (aber zu hohen Seegangs) abgesagt. Naja, vielleicht schaff ich es noch ein Wochenende dorthin.

Dementsprechend musste ich mir für meinen letzten vollen Reisetag ein Alternativprogramm überlegen. Bin dann irgendwann durch Rotorua gestreift, wo mir aufgefallen ist, dass die Innentadt ja natürlich nicht alles ist.

So war ich am großen See,  an dem Rotorua liegt, und der in Küstennähe teilweise eine sehr seltsame gelbliche Farbe hat. Nicht nur der Geruch hat gleich merken lassen, dass es sich bei diesem gelblich verfärbten Wasser um Schwefelwasser handelt, der Schwefel steigt an den Stellen nämlich nach oben. Grade diese Stellen sind jedoch bevorzugte Stellen für all die Vögel, vor allem viele Möven (das Meer ist ja auch nicht allzu weit weg), die dort aber eben kein Futter finden.

Dann ging es zum Museum Rotoruas, das im wohl „europäischsten“ Gebäude ganz Neuseelands untergebracht ist, dem ehemaligen Badhaus, das im elizabethanischen Stil errichtet fast wie ein Schloss aussieht. Dieses Gebäude war die erste wirkliche Investition der neuseeländischen Regierung in den Tourismus (100 Jahre zuvor) und lockte all die reichen Weltenbummler an, die in jenem Badhaus in warmen Schlammbädern und ähnlichem verwöhnt wurden. Die Badewannen gabs im Museum dann auch zu besichtigen, genauso wie Ausstellungen über Maori-Kultur, Maori-Soldaten im 2. Weltkrieg, Gemälde über Wasserfälle und eine Ausstellung über die Vulkane der Umgebung, insbesonder dem Ausbruch des schon erwähnten Mt Taraweras gewidmet, bei dem 150 Menschen starben. Die Lava aus dem Vulkan war da garnicht mal so schlimm, das Schlimme war, dass unter einem See die Erde wegbrach und das Magma sich mit dem Wasser des Sees vermischte – und dass Feuer und Wasser sich nicht so vertragen, dürfte klar sein. Gab also eine deftige Explosion an jenem Tag im Mai 1886, die bis Christchurch zu hören gewesen sein soll (dort war heute übrigens mal wieder ein Erdbeben).

Nach dem Museum ging es noch durch die dem Museum vorgelagerten „Government Gardens“ und später noch mit dem Auto etwas durch die Umgebung. Mehr habe ich jetzt auch nicht erlebt.

Morgen werde ich mal wieder den barmherzigen Samariter spielen und Jonas und Markus vom Flughafen hier in Rotorua abholen, die von Christchurch (wo ihr nächstes Projekt ist) hierhin geflogen kommen. Danach wollte ich noch ein bis zwei weitere Thermalfelder besuchen, ob mit ihnen oder ohne weiß ich nicht. Dann fängt um 16 Uhr auch schon das Camp an, ich bin mal gespannt.

Morgen ist dann übrigens auch, wenn ich mich nicht ganz irre, schon der Halbzeittag meines Neuseeland-Aufenthalts. 25 Wochen habe ich schon hinter mir, 25 liegen noch vor mir. Das Mid Year Camp ist also tatsächlich gut gewählt. Ziemlich schnell vergangen die Zeit, aber doch soviel erlebt…

Nun gut, vielleicht werde ich mich vom Camp melden können, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall dann aber wieder, wenn ich in Auckland bin – wünscht mir eine schöne weitere zweite Halbzeit 😉