Tag 5/6: Golden Bay Area – Nelson

Nun bin ich hier in Nelson – in einem vollen Hostel, das zwar kostenloses Internet versprochen hat, es aber nicht hält – denn das Internet ist so langsam, dass es keine Seite aufbauen kann. Drum sitze ich hier in der schönen Lounge auf einen Holzgestell über der Rezeption und schreibe eben bei OpenOffice. Gibt auch eine ganze Menge zu erzählen:

 

hier in Nelson bin ich vor einer Stunde angekommen. Nelson ist die drittgrößte Stadt der Südinsel (nach Christchurch und Dunedin), man kann hier also durchaus was anfangen. Leider regnet es schon den ganzen Tag, sodass ich im Moment nicht wirklich Lust habe, die Stadt zu erkunden. Das werde ich aber am späten Nachmittag wohl noch nachholen.

 

Nachdem ich gestern ja über mein neues Projekt gesprochen habe – für einen Halb-Autisten wie mich perfekt geeignet – möchte ich Euch nun darlegen, was sich gestern und heute morgen ereignet hat.

Gestern morgen stand ich in meinem wunderbaren, leeren Backpackers auf, wurde mit einem kostenloses Frühstück mit selbstgebackenem Brot überrascht und mir wurde erklärt, was ich denn Schönes dort in der Gegend sehen könne. Dann ging es auch schon los, Richtung Norden zum Farewell Spit. Auf dem kann man ohne die teuer geführte Tour zwar nicht wandeln (nur 2k am Anfang), die Gegend rundherum bietet aber auch eine herrliche Landschaft.

Zuerst ging es zum Cape Farewell, dem nordwestlichsten Punkt der Südinsel, wo man einen guten Blick aufs Meer und die umliegende Steilküste hatte. Dann ging es weiter zur Wharariki Beach, wo ich ja bereits am Vorabend ja einen wundervollen Sonnenuntergang erlebt habe. Nun wollte ich die Dünen, Höhlen und Co. dort etwas genauer erkunden.

Barfuß ging es erst durch den heißen Sand, dann durch das etwas kühlere Watt. Mir wurde nämlich empfohlen, bei (Voll)-Ebbe um 11.30 dort zu sein, dem ich auch nachgekommen bin. Dieser Strand ist einfach großartig – ein Abenteuerspielplatz für Groß wie Klein. Man kann steile Dünen erklimmen und wieder runterrutschen (der Aufstieg ist hart, der Abstieg aber sehr spaßig), Höhlen erkunden, die bei ansteigender Flut teilweise von Wasser gefüllt werden (oder sogar vollständig) und die zerklüftete, felsige Küste erkunden, ganz zu schweigen von den stets tollen Blick.

Der Strand birgt dennoch Gefahren – und zwar nicht nur vermeidbare wie, dass man nicht im Meer schwimmen sollte, sondern auch in Form von Menschen fressenden Bestien, die ich ja noch allzu gut in Erinnerung habe. Damit sind keine Haie gemeint, sondern Seehunde – die es dort in Massen gibt. Wenn man die Höhlen erkundet bzw. Tunnel durch die Felsen geht, muss man echt total aufpassen, dass dort kein Seehund relaxt. Auch wenn man an den Felsen vorbei geht, ist Vorsicht geboten, die Dinger verschmelzen nämlich geradezu mit den Felsen und sind fast nicht mehr auszumachen – weshalb ich fast auf einen Seehund getreten bin.

Die Seehunde dort sind auch relativ groß, weshalb ich manche Gegenden dort am Strand lieber vermieden habe, wo ich zum Passieren weniger als 20m Abstand gehabt hätte.

Kinder sollte man dort besser nicht unbeaufsichtigt lassen – die könnten den Schock ihres Lebens bekommen, wie wohl das Kind vor meinen Augen. Ich ging auf einen halb im Meer, halb noch auf dem Watt stehenden Felsen zu, vor dem Mutter, Vater und Kind standen und die auf dem Felsen sich sonnenden Seehunde beobachten. Doch plötzlich – ich war noch etwa 100m entfernt – sprintete ein Seehund, in einem Tempo, das ich ihm niemals zugetraut hätte, auf die Familie zu und attackierte sie – es sah jedenfalls so aus. Relativ schnell verschwand er dann jedoch wieder – zurück auf seinen, doch recht steilen Felsen. Die Viecher können nämlich echt gut klettern, und watscheln über den Strand, wie gesagt, genauso schnell wie ein Mensch laufen kann. Entkommen kann man denen nicht so einfach. Auf mein Nachfragen, ob alles „OK“ sei, meinte der Vater, sie hätten nichts abbekommen vom Seehund. Der kleine Junge hat jedoch herzzereißend geweint – noch 10 Minuten danach. Der wird wohl ein Trauma davon bekommen…

Ich wurde zum Glück nicht gefressen und fuhr danach ein paar Meter zurück, um den Weg den Hügel hinauf zu einem Leuchtturm zu meistern. Dort – am Pillar Point – hatte man einen tollen Blick auf den Farewell Spit, der, obwohl kleiner als gedacht, doch noch sehr imposant aussieht. Diese Landzunge erstrecke sich von meinen Aussichtspunkt noch etwa 15km in die Tasmanische See – nicht viel, aber doch etwas. Nach diesem ca. einstündigen Trip ging es dann wenige Kilometer weiter zum Farewell Spit Visitor Center, wo ich mich etwas über diese Landzunge informierte und danach einen kleinen Spaziergang auf den ersten, noch zugänglichen Metern des dortigen Strandes unternahm. Echt interessant alles über den Spit, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen.

Irgendwann verließ ich dann diese schwer beschreibbare, sehr vielfältige und schöne Gegend zurück Richtung Collingwood und nahm für ein paar Kilometer eine Hitchhikerin (Tramperin) mit, ich komme so langsam auf den Geschmack, Taxi zu spielen, wie ihr noch später sehen werdet.

Es ging jedoch noch nicht zurück nach Collingwood, sondern erst in ein ziemlich abgelegenes Gebiet. Einer des abgelegensten mit normalen Fahrzeug einigermaßen erreichbaren Gebiete Neuseelands, nämlich entlang der Tasmanküste in den Kahurangi Nationalpark. Es ging durch ein sehr schönes Gebiet (ja, ich weiß, ich verwende zuviel „schön“ – aber es ist nunmal schön oder wundervoll): über kleine Dämme vorbei an einer Art Lagune (mir fehlt das Wort): bei Ebbe ist dort überall Matsch, bei Flut füllt sich alles mit Wasser und es sieht superschön aus. Es war aber noch nicht voll Flut, weshalb ich die wahre Schönheit erst auf der Rückfahrt sah. Die erfolgte aber erst ach ein paar Stunden, denn es ging ingesamt 50km oneway über eine „Gravel Road“, mitten über die besagten Dämme und durch den Regenwald, später auch durch Farmland. Ich fuhr soweit, bis es nicht mehr weiter ging, ohne ein gesperrtes Tor zu überwinden. Dort war allerdings auch ein Wanderweg vom DoC, der zu einem kleinen See führte – über privates Farmland.

An einem kleinen Fluss vorbei machte ich den Track, durchquerte barfuß eine kleine Furt und musste dann eine Weide mit hunderten Schafen und auch einigen Rindern passieren. Dabei war mir etwas mulmig zumute, denn ich war ganz in rot gedresst – rote Badehose, rotes T-Shirt (und gerötete Haut :P). Und Rinder werden ja angeblich durch rot gereizt…

Doch die Schafe liefen ständig vor mir weg, und auch die Rinder machten keine Anstalten, mich anzugehen. Notfalls hätte ich mich mit einem beherzten Sprung in den Fluss gerettet 😀

Der See war nicht sonderlich spektakulär, aber schön (schon wieder dieses schöne Wort) inmitten der zerklüfteten, mit Regenwald bewachsenen Hügel- und Weidelandschaft gelegen.

Danach ging es wieder den ganzen Weg über die Kiespisten zurück, in wieder etwas bewohntere Gegenden. Es waren immerhin aber ein paar Farmen dort in der Umgebung. Und auf halber Strecke sogar ein Miniort namens Mangakawau, wo es sogar – wer hätte das gedacht – einen Backpackers mit dem treffenden Namen „The last Outpost“ gab. Aber ich hatte ja noch eine Nacht in Collingwood zu verbringen, das ich nun wieder ansteuerte. Aber nur ansteuerte, denn obwohl schon früh am Abend, nahm ich kurz vor Collingwood dann auch noch die 40km zum Heaphy Track auf mich. Da es in der Gegend nach dorthin auch ein paar „interessante“ Sehenswürdigkeiten gab, dauerte es sogar noch etwas länger. Eine „historisch bedeutende“ Hängebrücke überquert ich so, die ganz schön /schon wieder!) instabil aussah und dementsprechend sehr wacklig war.

Auch die „Devils Boots“, des Teufels Schuhe konnte ich bewundern – Felsen die entsprechend aussehen.

Bevor ich dann jedoch am Anfang des Heaphy Tracks ankam, wurde ich noch von einem Schild aufgehalten, ddass auf 3 Furten hinwies, die zu überqueren seien und bei starkem Regen unpassierbar wären. Tatsächlich sah die Erste nicht so schön aus – aber warum war ich 30km gefahren, die letzten 10km davon wieder über eine staubige Kiespiste. Also ab durch die Furt, Reifen waschen! Bin auch unbeschadet durchgekommen, genauso wie durch die anderen Furten. Der Anfang bzw. das Ende des Heaphy Tracks war leider etwas unspektakulär. Man ist halt mitten im Kahurangi Nationalpark und sieht nur Regenwald und vielleicht mal ein mit Regenwald vollständig bewachsenen Hügel. Also brach ich bald wieder auf – zum letzten Ziel meines Tages, mal keine Wanderung. Mein Ziel war nämlich ein allseits bekannter und von Lehrern meines Projekts empfohlenen Pubs – dem „Mussel Inn“. Dort gönnte ich mir eine leckere vegetarische Lasagne und schöne (:D) hausgemachte Limonade. Der Pub, ordentlich gefüllt, ist wirklich ein lohnenswerter Besuch. Es gibt 11 Biersorten, sogar selbst gebrautes Bier – und wer ein freies Bier möchte, muss nur eine Aufgabe erfüllen: für jeden Possum-Schwanz gibt es nämlich ein Bier aufs Haus – denn „nur ein totes Possum ist ein gutes Possum“ wirbt der Pub.

Da ich kein Biertrinker bin, habe ich davon jedoch nicht Gebrauch gemacht. Ehrlich gesagt, ich habe bisher auch kaum Possums gesehen – ganz im Gegensatz zu den vielen Hasen.

 

Dann, gegen 22 Uhr, war der Tag endlich zuende, nach einer wohltuenden heißen Dusche chillte ich noch etwas in der gemütlichen Lounge meines Backpackers und erhielt z.b die Botschaft von meinem neuen Projekt in Auckland.

 

Heute morgen verließ ich dann den bisher besten Backpackers, in dem ich bis dato übernachtet habe, und fuhr wieder nach Süden gen Nelson. Zuerst stoppte ich nach wenigen Metern aber nochmals in Collingwood, um bei „Rosy“ Schokolade zu probieren. In Collingwood lebt nämlich eine Dame, die handgemachte Schokolade produziert. Nicht ganz günstig, aber das Stück, dass ich gekauft und probiert habe, schmeckte fantastisch. Ist auch nicht geschmolzen, denn wie schon gesagt, ist es heute kälter und regnerisch.

Dann ging es nach Süden, zuerst jedoch mit Stopp an den Pupu Springs, eine spirituell bedeutende Stätte der Maori und zugleich Wasser, das zu den klaresten Wassern (Wässer ?) der Welt gehört. An der tiefsten Stelle ist das Wasser so klar, dass man 63m tief sehen kann. Und tatsächlich ist das Wasser so klar, dass es fast surreal ist. Eine Spiegelvorrichtung dort zeigt einem, wie der See von Unterwasser aussieht – so klar, dass man wirklich alles dort gesehen hat.

Ein kleiner Spaziergang durch den, eigentlich immer wieder gleich aussehenden Regnwald – schloss diese Sehenswürdigkeit dann ab.

Eigentlich wollte ich ja nach noch nach Totaranui, dem Ende des Abel Tasman Tracks, doch angesichts des langen Umweges dorthin und dem schlechten Wetter bin ich gleich hier nach Nelson gefahren, nach einem kleinen Erfrischungsstopp in Motueka.

Zuvor habe ich mich jedoch mal wieder als Taxifahrer betätigt und 2 Hitchhikerinnenm, aus Kanada und Mexiko, über den Berg zwischen Takaka und Motueka gebracht. War eine ganz nette Ablenkung. So habe ich zB meine Spanisch-Kenntnisse hervorgekramt, um die Mexanerin zu beeindrucken :P, bloß leider ist mein Spanisch schon fast vollständig verschwunden.Lag aber vielleicht auch am Auto fahren über die kurvige, enge Straße.

Ich hoffe, meine ehemalige Spanisch-Lehrerin liest das hier nicht mit, die wäre echt enttäuscht 😛

 

So, das war jetzt ziemlich viel, aber alles was ich bis hierhin erlebt habe, fast ausnahmslos.

Vielleicht habt ihr ja tatsächlich durchgehalten und alles gelesen?

Wie dem auch sei, ich gehe jetzt mal Nelson erkunden!

 

Morgen geht es übrigens nach Havelock in den Marlborough Sounds, übermorgen dann nach Picton in ebensolchen. Das ist dann – so weh es auch tut – schon der letztevolle Tag auf der Südinsel für vermutlich ein paar Jahre. Am Sonntag geht es nämlich mit der Fähre nach Wellington und von dort sogleich weiter nach Waikanae, wo ich Jonas und eine Freundin von ihm abhole. Dann am gleichen Tag geht es noch nach Taupo – wie ihr seht, finde ich keine Ruhe hier!

 

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Neues Projekt!

Heute mal kein Bericht über meine vielfältigen Erlebnisse auf Reisen – wobei grade heute besonders schön war und ein ziemlich straffes Programm beinhaltete, das mich an sehr entlegene Plätze geführt hat. So bin ich allein heute 200km „gravel road“ gefahren – nähere zu all den schönen Plätzen gibt es morgen oder sonstwann.

 

Ich kann Euch nämlich freudig mitteilen, dass ich mein neues Projekt bekommen habe, in dem ich nach dem Reisen mein neues Zuhause bis zum Juli finden werde.

Es ist Mt Tabor Trust in Auckland – ein Wohnprojekt zusammen mit geistig Behinderten – eigentlich genau das, was ich wollte. Wenn auch nur Zweitwahl, so böse bin ich nicht drum, dass meine Erstwahl nicht geklappt hat.

Aber es wird natürlich eine Umstellung. Vom ländlichen 400-Seelen-Dorf in die Millionen-Metropole. Auckländer werden vom Rest Neuseelands auch „Jafa“ genannt („Just another fucking Aucklander“, während diese hingegen Auckland als wahres Neuseeland bezeichnen und alle die nicht im nahen Umkreis von Auckland leben, als „Hinterwäldler“ bezeichnen.

Das Projekt besteht aus mehreren Häusern oder Wohnungen über Auckland bzw. in Vorstädten verteilt, eins auch in einem sehr ländlichen Dorf. Da ich aber ja ein Auto habe, werde ich, egal wo ich hinkomme, keine großen Probleme haben. Wobei der Verkehr wohl gewöhnungsbedürftig wird. An einem Tag werde ich womöglich soviele Autos sehen, wie in meiner ganzen Zeit hier auf der Südinsel 😀

Die Arbeit soll nicht sonderlich anstrengend und echt spaßhaft sein – das, was ich bisher gelesen habe in anderen Blogs, lässt mich auf mein neues Projekt freuen!

Ich könnte noch einiges mehr schreiben, lasse das aber mal sein, bis ich da bin und mich eingelebt habe.

Für ganz Neugierige: http://www.mt-tabor.org.nz/Community1.htm / http://kosha-neuseeland.blogspot.com/ http://www.yannick-nzl.blogspot.com/http://michael-graupner.blogspot.com/2009_09_01_archive.html

 

Tag 4: Marahau-Golden Bay (Collingwood)

Wisst ihr schon das Neueste? Ich habe mich verliebt! Jedoch nicht in einen von euch Lesern (oder vielleicht doch :P?), sondern in die Gegend hier. Denn nun scheine ich tatsächlich im Paradies angekommen zu sein.

Doch der Reihe nach: mein Tag begann in Marahau, wo ich den Backpackers mit Ziel Totaranui verließ, wo ich ja noch einen weiteren Teil des Abel Tasman Tracks mache wollte. Das war der Plan – aber ich werde hier in Neuseeland spontaner und verwerfe auch mal Pläne. War aber wohl auch gut so.

Eigentlich hatte ich erwartet, von Marahau nach Collingwood (immerhin 82km) hätte an flaches Land vor sich – doch weit gefehlt, zwischen Motueka und Takaka liegt ein hoher Hügel, an der sich die einzige Straße in die Golden Bay Area entlang windet. Dieser Straße musste ich natürlich folgen. Diverse Bauarbeiten und Männchen mit „Stop -and-Go“-Schildchen verzögerten die Reise etwas. Recht weit oben auf dem Hügel hielt ich dann an einen Parkplatz an, von wo ein kleiner Fußweg zu einem Aussichtspunkt abzweigte, wo man einen schönen Blick auf Motueka, die beiden Nationalparks (Abel Tasman und Kahurangi)und das Meer hatte, auch wenn der Himmel noch sehr bewölkt war. Nur wenige Meter weiter gefahren, sah ich ein Schild, das auf eine Höhle hinwies -neugierig wie ich bin, fuhr ich also dorthin.

Keine frei zugängliche Höhle, aber eine Touristenattraktion, entschloss ich mich trotzdem für ein paar Dollar die geführte Tour durch die Höhle auf mich zu nehmen. Bewaffnet mit Grubenhelm, Kamera und einer warmen Jacke (über T-Shirt un Badehose) ging es dann die mit 11 Grad angenehm kalte Höhle. Unsre Führerin hatte etwas Verspätung – der Vorgängergruppe sei nämlich in der Höhle das Licht ausgefallen und man hätte sich mit Taschenlampen fortbewegen müssen.

Bei uns hielten jedoch die Lichter, von denen die ganze, gut zugänglich gemachte Höhle, erstrahlt wurde. Neben einer Vielzahl von Stalagtiten und Stalagmiten (was ist nochmal was?), Moa-Knochen (dieser fette, ausgestorbene Vogel), bizzaren Felsformationen und Inschriften der ersten Erkunder der Höhle, ging es dann am Ende über eine  steile Leiter durch ein kleines Loch wieder zurück ans Tageslicht. Ich muss sagen – hat sich gelohnt!

Nach einer Besichtigung kleiner Löcher im Boden (in die die Vögel, deren Gebeine in der Höhle zu sehen waren, gefallen sind) ging es dann zurück zum Cafe am Eingang der Höhle, wo man übrigens einen super Ausblick auf Marahau und den Anfang des Abel Tasman Tracks hatte – dort war man übriges ca. 600m hoch.

Bei der Führung hatte ich aufgeschnappt, dass in der Nähe, erreichbar über eine kurvige Kiespiste, das tiefste „Loch“ Neuseelands, ja sogar der ganzen südlichsten Hemisphere zu finden sei. Der Weg dorthin sei sogar teilweise als Herr-der-Ringe-Location genutzt worden.

Nach wenigen Metern auf der Straße nach Takaka, sah ich dann auch die Abzweigung zu diesem Loch und nahm die über eine halbe Stunde dauernde Fahrt zum Carpark dort in Kauf. „Harwoods Hole“ heisst das gute Loch – und liegt mitten im Abel Tasman Nationalpark. Die Strecke war nicht einfach zu fahren, aber ich kam wohlbehalten im Carpark an und stellte fest, das sich nicht der einzige war. Nun hieß es noch, eine halbstündige Wanderung anzutreten. Dabei wurde mir bewusst, wie weh doch meine Beine noch vom Vortag taten – und das ich tatsächlich besser daran tat, nicht einen weiteren Teil des Abel Tasman Coastal Tracks zu laufen. Das kam mittlerweile auch aus Zeitgründen gar nicht mehr in Frage. Der Waldweg zum „Loch“ war erst langweilig, erinnerte aber tatsächlich an Szenen aus Herr-der-Ringe (Chetwald), genauers kann ich aber nicht sagen. Irgendwann wurde es dann doch recht interessant, als man über diverse Steine klettern musste.

Letztlich am Ziel angekommen warnte ein Schild, dass man sich auf eigene Gefahr dem ungesicherten Loch nähern könne. Dazu muss man auf recht großen Felsen rumklettern. Wer sich das nicht traut, hat zwar keinen Blick ins loch, die Umgebung ist aber auch imposant. Vor einen erstreckt sich nämlich zu drei Seiten (vorne,links und rechts) eine bestimmt 50m hohe, senkrechte und doch teilweise bewachsene Felswand. Die geht, bei besagtem „Loch“ natürlich auch nochmal ordentlich in die Tiefe. Harwoods Hole ist nämlich 176m tief! Ich habe mich bis zum Rande des Abgrunds vorgewagt – doch mein Blick reichte nicht so weit, dass ich den Boden des Loches erkennen konnte. Es war durchaus nicht ungefährlich – die Felsen waren glitschig, wie gesagt keine Sicherungen, …, aber ich habe mir letztlic nur das Bein an einen schrfkantigen Fels aufgeschlagen – ein geringer Tribut für dieses imposante Stück Natur, von dem man garnichts in Reiseführrn oder sonstwo hört . schade eigentlich!

Weiter ging es nun nach Takaka, dem einzigen größeren Ort in der Golden Bay. Dort mitfrischen Lebensmitteln eingedeckt, ging es auch gleich weiter nach Collingwood, wo ich meinen Backpackers bezog. Von all den vielen, die ich bisher erlebt hatte, ist dieser hier der wohl Beste! Und zwar nicht wegen der natürlich wunderschönen Umgebung,  sondern aufgrund seiner Aussattung und seiner Persönlichkeit. Über  Backpackers in Neuseeland werde ich irgendwann nochmal einen Extra-Artikel verfassen, dann seht Ihr, was mir wichtig ist…

Auf meine Frage, was ich denn machen könnte, ohne allzu viel zu laufen, wurde mir gleich angeboten, im hauseigenen Kayak im Hafen von Collingwood herumzupaddeln.

Zuerst erinnerte ich mich an Blenheim und dachte „nein“, aber sagte dann doch „ja“, wurde vom Backpackers-Besitzer im Jeep zum Hafen gefahren und dort mit dem Kajak ins Wasser verfrachtet. Dann ging es auch schon los mit den Paddeln. Man muss sagen, dass der Hafen Collingwoods geschützt an der Richtung Land zeigenden Zunge einer Landzunge liegt, auf der Collingwood steht (verständlich :D? Zum offenen Meer sind es nur ein paar Meter, mir wurde jedoch eingeschärft, dort nicht hin zu fahren, da das Kajak nicht meertauglich sei. War ich auch nicht so scharf drauf.

Ich paddelte also durch den Hafen in Richtung eines Flusses, den ich dann teilweise durchpaddelte, um am Ende wieder nach einem ca. einstündigen Rundtrip, vor allem durch kleine Wasserläufe an schilfbewachsenen Feuchtgebieten wieder am Hafen anzukommen. Einfach ein super Blick, klares Wasser und viel mehr – war ein sehr schönes Erlebnis.

Den späten Nachmittag/frühen Abend habe ich dann relaxt, war noch einmal kurz im Ortskern (200m Straße mit ein paar Restaurants, Motels, Gschäften,…), habe mir dort ein Mini-Museum angeschaut und am Strand ein Bad im erfrischend kühlen, aber angenehmen Meer genommen.

Aber damit nicht genug: nach einem schönen Abendessen und einem Tratsch mit den ntürlich deutschen Mitbewohnern auf Zeit hier im Backpackers, wollte ich den Abend an einem bekannten Strand verbringen, um dort den Sonnenuntergang zu beobachten. Whakariki Beach – eines der schönsten Strände Neuseelands angeblich, gelegen direkt nahe des Farewell Spits, der komischen Landzunge im äußersten Nordwesten der Südinsel. Ich fuhr alsodie gut 30km dorthin und musste noch eine 20-minütige Wanderung zum Strand machen, wurde dafür aber mit einem Sonnenuntergang belohnt, der den Abend zum Besten seit Ankunft hier in Neuseeland werden ließ. Da können nur Bilder mehr sagen, die ich heute allerdings nicht veröffentlichen werde. Neben den Sonnenuntergang ist der Strand ansonsten auch wunderschön. Mehr Sanddüne als Strand, riesengroße Felsen und Höhlen, in denen sich Seehunde verstecken und faulenzen. Ich habe mich dort nicht weit reingetaucht, weil es schon nach Seehund stank, und ich teilweise odrt auch welche liegen sah. Es war grade Ebbe – bei Flut kommt das Wasser bis in diese Höhlen hinein – und dann kann man dort wohl auch durchlaufen, die Seehunde sind dann weg.

Nichtsdestotrotz, die Gegend ist wunderschön, und dort gibt es noch jede Menge zu erdecken. So in unmittelbarer Nähe das Cape Farewell, dem ich, nebem dem Strand  am Tag wieder, morgen einen Besuch abstatten werde, genauso wie den Anfang de Farewell Spit (der größte Teil ist leider nur mit Führung der üppig teuren (was sonst?) Farewell-Spit-Touren zu erreichen).

Immerhin werde ich einen guten Blick haben. Andere Aktivitäten morgen werden noch den Kahurnagi Nationalpark beinhalten, ob es jetzt das Ende bzw. der Anfang des Heaphy Tracks ist, oder die Vielzahl anderer schner Orte hier – morgen wird gewiss ein fantastischer Tag!

Ein letzter Satz: ich habe von meinem ehemaligen Backpackers in Hanmer Springs (wo ich im September, als ich noch kein Auto hatte, eine Nacht geschlafen hatte) mitgeteilt bekommen, dass ich monatlichen Preis-Auslosen unter den „Facebook-Fans“ gewonnen hätte. Preis ist ein Bildband über Neuseeland, den ich jetzt aber direkt nach Deutschland schicken lasse. Dann habe ich weniger Gepäck – und wenn es in Herford ankommt, mag der ein oder andere vielleicht einen Blick vorab reinwerfen – ich genehmige es Euch!

Reisemonat: Tag 3: 30km durchs Paradies

Ein weiterer – schon mein dritter! – Reisetag ist vorbei. Heute hatte ich die einmalige Gelegenheit, das Paradies des Abel Tasman Nationalparks zu erkunden. Goldgelbe Strände, dicht bewaldetete Hügel und glattes Meer hiess es – und all das wurde auch eingehalten. Nur die Tatsache, dass hier mit am meisten Sonnenstunden pro Jahr in ganz Neuseeland seien, wurde heute wohl verschwiegen.

Bis auf ein paar Regentropfen am Nachmittag war es jedoch nur bewölkt und damit sogar recht angenehm – warm genug um mit Badehose und T-Shirt das Abenteuer zu beginnen.

Ich hatte mir nämlich für knapp 20 Euro ein Wassertaxi gebucht, das mich in eine Bucht, an der der Track entlang geht, brachte. Mir wurde gesagt, dass ich wohl so 8 Stunden einplanen müsse, um zurück nach Marahau zu kommen. Ein langer Marsch – aber ich wollte es so.

Ich stand heute Morgen also schon um halb 8 auf, um den Shuttle zum Wassertaxi nicht zu verpassen. Nach dem Check-In in der dortigen Zentrale hiess es dann auch bald schon „Einsteigen“.

Ich stieg also ein, doch wo war das Wasser? Die Boote standen auf dem Land, mehrere Hundert Meter vom Wasser entfernt. Nach einer peinlichen Begebenheit für mich, die ich galant überspringe, setzte sich das Boot dann in Bewegung. Erst fuhr es wie magisch über die Landstraße, dann glitt es über das Watt (war nämlich grade Ebbe) um dann irgendwann in seinem Bestimmungs-Element anzukommen. Natürlich war nicht ein Magier wie Gandalf der Übeltäter, sondern ein Traktor, der den Anhänger, auf dem das Boot war, zog….

Im Wasser angekommen ging es dann auch los, seht schnell sausten wir über die glatte See, zuerst aber in die falsche Richtung – unser „Taxifahrer“ (ich teilte mir das Boot ja mit 15 anderen Leuten) zeigte uns nämlich einen nett aussehehenden gespaltenen Felsen (siehe Fotos).

Danach ging es dann Nordwest, Richtung Abel Tasman Nationalpark. Vorbei an dicht bewaldeten Inseln und an der wunderschönen Küstenlinie, an der ich wenige Stunden später noch entlang wandern sollte. Auf er offenen See war dann aber Schluss mit glatter See, die Wellen sorgten für eine ziemliche Schaukelei – und ich wurde schon einmal nass. Irgendwann waren wir dann in der Bark Bay angekommen, von wo meine Wanderung losging. Die meisten Mitreisenden machten nur den Trip zurück zur Anchorage Bay (ca 4 Stunden), um dort wieder ein Wassertaxi zu nehmen. Ich hatte jedoch den ganzen Weg nach Marahau zu meinem Backpackers vor mir und war von der Zeit auch völlig frei – nur bevor es dunkel geworden wäre, wäre ich gerne wieder hier gewesen. Aber es war ja grade einmal 10 Uhr morgens

Los ging es dann, erst kurz am Strand, barfuss durch den tatsächlich goldgelben Sand, dann mit festem Schuhwerk den steil ansteigenden Pfad durch den Regenwald. Ich dachte eigentlich, man würde die ganze Zeit am Strand lang wandern – tatsächlich ist der überwiegende Teil des Weges aber im dichten Regenwald, wo man außer Bäumen und den Weg auch nichts anderes sieht. Zudem ging es grade am Anfang meines Weges so steil den Hügel hinauf, dass ich echt zweifelte, den Weg auch durchzuhalten. Ein DoC-Mann, den ich vorher gefragt hatte, meinte, bei Ebbe wären es ohne Nebenstrecken ca. 18km nach Marahau, bei Flut ca. 22. Man kann bei Ebbe in manchen Buchten nämlich ziemlich abkürzen, indem man einfach geradeaus über das Watt geht – statt den Weg in den Hügeln der Bucht auf sich zu nehmen,

Dazu bot sich mir dann auch bald die Gelegenheit. Ich ging in der nächsten Bucht am Strand entlang, bis ich merkte, dass ich schon ca. 1km vom eigentlichen weg entfernt sei – vor mir ging es zwar weiter, vor dem Watt war aber noch ein ca. 20m breiter Priel (so nennt man das, glaub ich), der garnicht mal so flach aussah.Badehose hatte ich ja an, T-Shirt und Rucksack (der übrigens viel zu schwer war – mein armer Rücken tut immer noch so weh…) hochgezogen, dann watetete ich durch den Priel, der an der tiefsten Stelle schon so 1,2 Meter tief war. Ging grade noch so, gut, dass ich so groß bin 😉 Dann ging es über das Watt mit den scharfen Muscheln, die erstmal meine Füße aufkratzten, durch ein paar kleinere Priele und durch glitschigen schwarzen Schlick. Irgendwann ging es dann auf dem normalen Weg durch den Regenwald weiter.

Die ganzen Höhenmeter, die ich zurücklegte, hatten immerhin den Vorteil, dass sich ab und an ein schöner Ausblick über all die Buchten bot – und den Weg, den ich schon gemacht hatte, und den, der noch vor mir lag. Nach knapp 2 Stunden war ich schon in der Anchorag Bay angekommen – das DoC gibt auf seinen Schildern 4 Stunden vor. Aber auch in der Vergangenheit habe ich schon festgestellt, dass ich fast doppelt so schnell wandere, als das DoC vorgibt.

In der Bucht nutzte ich erstmal die Gelegenheit etwas zu tun, was ich bisher noch gar nicht getan hatte hier in Neuseeland – nämlich im Meer zu schwimmen. Rucksack schön in einer einsamen, etwa versteckten Bucht versteckt, und danach auf ins Wasser, das doch angenehm warm war.

Naja, nicht warm, aber auch nicht viel kälter als die Temperatur draußen. Ich würde es auf zwischen 18-20 Grad schätzen. Seltsamerweise war ich jedoch, während meines ganzen Ausfluges, der einzige, der wirklich im Wasser schwamm (ich hab jedenfalls keinen anderen gesehen).

Von der Anchorage Bay führte ein zusätzlicher Weg, ca. 4km zu einer kleinen anderen Bucht und einem Aussichtspunkt, den ich auch machte – die Kilometer summieren sich.

Die vielen Aussichtspunkte, die meist so 300-500m vom Weg entfernt waren und ich fast ausnahmslos mitnahm, kommen da auch noch zu. Am Ende hier in Marahau angekommen hatte ich gewiss 30km zurückgelegt – in ca. 7h.

Es sei gesagt, dass mein Willen mich zurück nach Marahau brachte, ich kann aber ehrlich zugeben, dass es ganz schön anstrengend war. Was ich noch so dort im Park gesehen hatte, ist nicht sonderlich wichtig – ich denke, Bilder sagen das meiste über diesen wunderschönen Fleck Erde.

Trotzdem bereue ich es nicht, nicht den Coastal Track auf mich zu nehmen. Letztlich ist nämlich, denke ich, die ganze Küstenlinie die gleiche. Überwiegend geht man durch bewaldete Hügel, hat hin und wieder mal einen Blick über die Buchten, ab und an hat man die Gelegenheit am Strand zu wandern oder dort einfach zu relaxen oder auch zu schwimmen. Ich habe aber ja auch nicht das Bedürfnis, mein Ego mit so einem „Great Walk“ zu befriedigen – ganz zu schweigen davon, dass ich ohne den Walk viel mehr Verschiedenes sehen kann.

Die Übernachtungshütten sahen zwar ganz ok aus, aber das muss ich ja nicht unbedingt haben (siehe Frühlingstrip :P).

Neben den DoC-Hütten gibt es sogar ein paar normale Häuser dort im Park – direkt am Strand in einer einsamen Bucht darf sich manch Kiwi glücklich schätzen, solch exklusive Ferienwohnungen zu besitzen. Elektrizitätsanschluss gibt es zwar nicht, aber Solarzellen (wenn mal die Sonne scheint…) schaffen da ja Abhilfe.

Morgen werde ich mit den Auto ans andere Ende des Parks fahren und dort noch einen etwa 3-stündigen Weg laufen – danach habe ich dann schon mehr als die Häfte, knapp 2/3 sogar des Abel Tasman Coastal Tracks zurückgelegt. Das muss genügen!

Danach geht es dann in die Golden Bay nach Collingwood – Golden Bay, weil der Sand angeblich noch goldener ist als hier, wie ihr in den Fots jetzt bewundern dürft 😉

Reisemonat: Tag 1/2 : Culverden-Blenheim-NelsonLakes-Abel Tasman

Da gibt’s aber viel zu berichten: ich sitze hier grade im Backpackers in Marahau, nur 100m vom Start des Abel Tasman Coastal Tracks entfernt, wo ich diesen Bericht mit OpenOffice vorschreibe um ihn dann gleich in den Blog zu kopieren (spart Zeit und Geld :D).

Obwohl ich bisher nur knpp 2 Tage unterwegs bin, hat sichs schon allerhand ereignet.

Ich werde Euch in den folgenden Zeilen daran teilhaben lassen:

los ging es gestern mit dem Abschied von Culverden. Obwohl ich schon um 9 Uhr aufstand, verließ ich meine mehrmonatige Heimat erst gegen 15 Uhr. Einserseits hat das Packen deutlich länger als geplant, andererseits mussten wir auch noch das ganze Haus sauber machen und ich wurde noch von Neil zum Lunch eingeladen.

Zum Glück habe ich ein Auto, sonst hätte ich die Hälfte meiner Sachen gar nicht mitbekommen. Echt eine Kunst, die ganzen Sachen in 2 Taschen zu packen, ich hab jetzt nur etwa die Hälfte ingesamt dort reinbekommen. Aber ist alles irgendwie im Kofferraum – wenn es dann wirklich zurückgeht, mal schauen – manches werde ich eh hier lassen, kriegt die Heilsarmee, die das an notleidende Kinder verteilt. Den Sachen, den dieses Schicksal droht, hatte ich auch noch kein einziges Mal angehabt – überflüssiger Ballast den ich aus Deutschland mitgenommen hatte.

Irgendwann war dann alles fertig, und mein Zimmer aufgeräumt und sauber (das erste Mal seit Ankunft :D) und ich ging zu Neil zum Mittagessen, wo wir noch ein nettes Gespräch hatten.

Neil kommt mit seiner Frau im Mai nach Deutschland, womöglich wird er sogar einen Zwischenstopp in Herford einlegen (hab ich ihn von überzeugt!), weil das recht günstig zwischen Berlin und Münster liegt (dort trifft es sich mit anderen ehemaligen Freiwilligen der Schule).

Habe ihn noch ein bisschen Deutsch beigebracht und die Deutsche Bahn (die seines Erachtens super sei) schlecht geredet (Verspätungen en masse!),

Irgendwann hieß es dann Abschied, mit dem Versprechen, Ihn über mich auf den Laufenden zu halten, dem ich auch gerne nachkomme. Wenn ich in Zukunft mal wieder in Aotearoa sein sollte, werde ich ihn auf jeden Fall mal besuchen, auch wenn er mir angedeutet hat, dass er zu diesem Zeitpunkt wohl nicht mehr in Culverden sei…

Wie dem auch sei, ich kehrte zu meiner Wohnung zurück und putzte noch die Küche blitzeblank, weil Christian am selben Tag ja auch ausziehen wollte (2 Straßen weiter zu 2 anderen Lehrerinnen).

Irgendwann hieß es dann auch „Tschüss“, und nach dem Überreichen eines lang versteckt ruhenden Geschenkes, verließ ich Culverden, nachdem ich erst noch einmal vollgetankt und die Schule von der Straße besichtigt habe. „Tschüss Culverden“ – es war eine schöne Zeit dort!

Nach Hanmer Springs fuhr ich nicht mehr, dazu hatte ich einfach zuwenig Zeit, denn mittlerweile war es 15 Uhr. Ich fuhr also direkt nach Blenheim. 3 Stunden dauerte die Fahrt, die mich noch einmal durch das Hügelland North Canterburys, durch Kaikoura und an der Pazifikküste entlang führte, um dann irgndwann in Blenheim zu enden (sprich Blinnem), einer Stadt (ja, wirklich Stadt), quasi komplett umgeben von Weinstöcken und Obsthainen und Heimat des Marlborugh Sauvingnon Blanc, einem sehr guten Wein :D. Die Stadt an sich ist hässlich, hat aber alles was man braucht. Darum hieß es am am Abend dann auch, sich zwischen Pizza Hut oder Dominos Pizza, zwischen KFC oder Mackas, zwischen Takeaway-Imbiß oder Restaurant zu entscheiden.

Aber wenden wir uns den interessanteren Dingen zu, meinem ersten Abenteuer, das ich in Blenheim eigentlich nicht erwartet habe.

Durch Blenheim fliesst nämlich ein kleiner Fluss, vielleicht 5m breit und nicht sonderlich tief, aber mit ziemlicher Strömung. Mein Backpackers lag an eben jenem und eine schöne Gartenterasse bot einen schönen Blick. Am Ufer lagen Kajaks vom Backpackers, die man kostenfrei ausleihen konnte, um damit auf dem Fluss zu paddeln. Von einem anderen Gast ermutigt, wagte ich es dann auch, das Kajak ins Wasser zu hieven, das Paddel zu holen und einzusteigen. Ich war leider etwas unglücklich gedresst und hatte auch alles wichtige Zeugs mit, was bei einem Sturz ins Wasser wohl sehr unglückliche Folgen gehabt hätte – but who cares?

Sobald ich im Kajak saß, ließ ich mich von der Strömung treiben, die so schnell war, dass ich realisierte, dass ich bei meinen quasi nicht vorhandenen Paddelkenntnissen dort nicht gegen ankommen würde. Nach ein bisschen Rumprobieren hatte ich es dann so ungefähr raus, die Ströumg trug mich aber unaufhaltlich stromabwärts. Irgendwann gelang es mir, das Kajak zu wenden und ein paar Meter gegen die Strömung anzupaddeln, hatte aber nicht wirklich Erfolg und wäre auf dem Wasserweg niemals zurück gekommen. Es hieß also, ans Ufer zu kommen – irgendwie. Problem nur, dass Ufer war ca. 1m hoch, und die Strömung ließ einen nur mit einiger Anstrengung das Ufer erreichen. Es gelang mir aber, erst das Paddel, dann mich und schlißlich das schwere Kajak das Ufer hinauf zu hieven. Immerhin wieder fester Boden unter den Füßen, und nicht ertrunken und kaum nass geworden (das Kajak hat so gewackelt, dass ich wirklich fast ein unfreiwilliges Baf genommen hätte).

Nun stellte sich aber ein weiteres Problem. Wie kriegte ich das verdammte Kajak zurück zum Backpackers? Als Option blieb mir nur Tragen übrig. Dummerweise war die Stelle, an der ich ans Ufer ging, auch noch Teil eines privaten Gartens, der einzige Weg zurück zur Straße führte über die Terasse eines Hauses. Wie es sich gehört, trabte der höfliche Christoph also zur Tür, klingelte und fragte, ob es etwas ausmache, das Kajak durch den Garten, über die Terasse, die Treppe hinunter zur Straße zu tragen. Die Frau hat mich zwar nicht verstanden :D, aber es ging wohl okay.

Ich trug also das Kajak inklusive Paddel (bestimmt 20kg insgesamt) mit Müh und Not zurück zum Backpackers, der zum Glück ja „nur“ 500m entfernt war. Etwas geschlaucht und mit böse blutendem Daumen (böse scharfe Kanten) kam ich dann letztlich an und erholte mich auf der Terasse, wo ich den schönen Sonnenuntergang genoss. Der weitere Abend war nicht sonderlich erwähnenswert, drum leiten wir gleich zum nächsten Tag über.

Der nächste Tag – heute nämlich – führte mich von Blenheim auf direktem Weg nach Saint Arnaud, ein kleines Örtchen im Nelson Lakes Nationalpark. Bestimmt die ersten 40km aus Blenheim war die Straße gesäumt von Weinstöcken über Weinstöcken – ein wahres El Dorado für Winzer.

Ansonsten bot die Strecke nicht viel besonderes, die Hügelketten zu beiden Seiten, in Saint Arnaud angekommen mag man sie vielleicht auch Gebirge nennnen, vielleicht ausgenommen.

Saint Arnaud liegt, wie schon gesagt, im Nelson Lakes Nationalpark. Dieser umfasst 2 Seen (Lakes), den Lake Rototiti und den Lake Rotoroa. An ersterem liegt Saint Arnaud, und nach einem Besuch im Informationszentrum ging ich auch ein bisschen um den See und machte ein paar Fotos.

Um einen Blick von oben auf den See und die Berge zu gewinnen, fuhr ich zu einem Carpark am Fuße eines der dortigen Berge, wo ich eine schöne Aussicht hatte. Danach musste ich mich entscheiden, welchen Weg ich einschlagen wollte.. Direkt hierhin nach Marahau über Motueka – oder noch zu dem anderen See, dem Lake Rotoroa.

Die Entsscheidung wurde mir glücklicherweise abgenommen. Kurz vor der Abzweigung, wo ich mich entscheiden mussten, standen nämlich 2 belgische Sahneschnitten mit gestreckten Finger, denen ich unmöglich widerstehen konnte. Sie wollten zum Lake Rotoroa – und ich nun auch, also stiegen sie ein und wir düsten dorthin. Ines und Natascha, 2 Belgierinnen auf Working Holiday.

Haben uns nett unterhalten und waren dann auch irgendwann schon am See, wo wir aber nur ein paar Fotos machten und dann zurückfuhren. Die beiden wollte nach Nelson, der erste Teil meines Weges war also auch der ihre. An der Kreuzung, wo der Weg nach Motueka abzweigte, schmiss ich die beiden raus – ich denke mal, dass sie einen anderen Anhalter gefunden haben.

War eine ganz nette Abwechslung auf dem Weg 😛 und hat etwas Spritgeld gebracht. Den musste ich dann auch bald wieder haben, denn ähnlich wie bei der Begebenheit in Cheviot eine Woche zuvor, hatte ich arg wenig noch zur Verfügung. Es traf sich, dass an jener Stelle, wo ich die beiden rausgeworfen hatte, ein Schild eine Tankstelle in wenigen Kilometern ankündigte, ich war also frohen Mutes. Aber da heute Sonntag ist, hatte die natürlich geschlossen. Immerhin konnte man mittels eines abenteurlichen Automaten mittels Geldkarte die Zapfsäulen freischalten und damit bezahlen.

Meinen Weg nach Motueka passierte dann nichts weiteres, dort angekommen kaufte ich erstmal ein, unter anderem Mangos und Brom- und Erdbeeren – wie man sieht. Ernähre ich mich richtig gesund!

Dann ging es die letzten Kilometer nach Marahau, erst steuerte ich jedoch den Ort vorher an – Kaiteriteri, dessen Strand der beste Neuseelands sein soll. Solch schön aussehenden Sand habe ich auch lange nicht gesehen, das stimmt wohl, auch wenn er etwas künstlich aussah. Die Bucht dort sieht sehr schön aus, ist aber eben auch etwas überlaufen. Nach etwas Sightseeing ging es dann auch weiter nach Marahau, wo ich hier, ganz am Ende der Straße, direkt am Eingang zum Abel Tasman Coastal Track, meinen Backpackers bezog. Gemacht habe ich bisher einen kleinen Spaziergang durch den Sumpf zum Strand – und die ersten Meter des Abel Tasman Coastal Tracks – der wohl meist frequentierte unter den „Great Walks“ Neuseeland. Sieht, schon allein am Anfang, auch traumhaft aus. Von hier geht man auf ihn immer, von Bucht zu Bucht, mal durch Regenwald, mal über Strand, bis man am anderen Ende des Nationalparks ankommt. Ca. 3 Tage braucht man für den Trip, den ich jedoch aus Zeit- und Gewissensgründen nicht antreten werde.

Stattdessen erwartet mich morgen eine wahre Höllenwanderung.

Denn obwohl ich nicht den Track vollständig mache, möchte ich doch viel vom Nationalpark sehen.

Ich habe mir also für morgen ein Wassertaxi gebucht, das mich in eine etwa 20km entfernte Bucht bringt. Von dort wandere ich dann zurück hierher nach Marahau. Das wird ein anstrengender. Aber garantiert sehr schöner Tag werden morgen. Die Bucht, wo ich abgesetzt werde, Bark Bay heisst sie, ist schon fast die Hälfte des Weges. Ich bin gespannt und freue mich schon auf morgen.

Den nördlichen Teil des Nationalparkes werde ich nichtsdestotrotz auch anschauen, am Ende dort (bzw. Anfang) gibt es ja auch einen Ort, an dem ich zwar nicht übernachten werde, aber ein paar Stunden verbringen werde. Dann sehe ich auch noch den nördlicheren Teil. Hoffentlich spielt morgen das Wetter mit – heute war zwar trocken, aber eher durchwachsen…

Soweit erstmal zur Information, das sind jetzt etwa 3 Seiten Schriftgröße 12 auf Word :D.

Jetzt weiß ich auch, warum eine Person, die meinen Blog letztens ausdruckte, meinte, dass es schon weit mehr als 100 Seiten seien.

Wie dem auch sei – Ihr habt jetzt erstmal etwas zu lesen, und zu schauen, denn Fotos vermitteln meine Erlebnisse sicher am besten 😉

 

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Ein letzter Eintrag aus Culverden!

So, weiter gehts. Wie ihr sehen könnt, habe ich meinen Artikel mal zweigeteilt, die Reiseplanung hat es verdient, eigenständig aufgeführt zu werden.

Nun aber zu meinem letzten Tag und einen kleinen (längeren) Fazit:

in der Schule habe ich mich heute erst einmal von all den Kindern verabschiedet und ihnen einen ausgegeben (irgendwelche Bonbons). Dann stand das „Prizegiving“ auf dem Programm, ungefähr wie die „Awards Assembly“ am Vortag, aber doch feierlicher, länger und interessanter. Ich war, zugegeben, etwas underdressed :D, die Lehrer hatten sich nämlich alle schick gemacht. Es wurden viele Reden gehalten (ich allerdings nicht mehr) und ich habe noch ein Geschenk  von der Elternvertretung enthalten, mir wurde gedankt und so weiter. Die Schüler haben alle möglichen Auszeichnungen erhalten und am Ende dann ihre „Reports“ bekommen, sowas wie ein Zeugnis also. Dann stand ich noch eine zeitlang am Tor und habe die Kinder weggehen sehen und war echt traurig. Immerhin sind einige der älteren Grundschüler auf Facbook 😀

Naja, heute Nachmittag war dann noch die Lehrer-Party, auf einer Farm nahe Rotherham, dem nächsten Ort hier (kleiner als Culverden). Dort wohnt Chrystal, die Sekretärin und Ambulanz für Verletzungen an der Schule. Losgehen sollte es eigentlich um 15 Uhr, als ich um 15.30 Uhr ankam, dachte ich entsprechend, ich sei etwas spät. Ich war allerdings der einzige bisher. nach einer halben Stunde kam ein Ehepaar, nach noch einer halben Stunde noch 1-2 Leute, und erst gegen 17.30 Uhr wurde es dann so langsam voller. Mit Pünktlichkeit wird es hier nicht so genau genommen!

Die „Party“ war noch ganz nett, ich habe ordentlich gegessen (schönes BBQ) und wurde auch nochmal von all den Lehrern verabschiedet. Christian hat eine kleine Rede über mich gehalten (Heuchler :P) und ich wurde noch einmal beschenkt – Socken aus Possumwolle, einen Kiwi-Anhänger und eine sehr schöne Karte mit Unterschriften aller Lehrer usw.! Ich war sehr gerührt.Darüber hinaus hat mir dann auch noch mein Fahrlehrer Scott (der wegen seiner Frau, die ja auch iwas mit der Schule zu tun hat, da war) ein Zertifikat im Holzrahmen über meinen „Defensive Driving“-Course gegeben – ich weiß garnicht, wie ich all die Sachen transportieren soll!

Denn gepackt ist, ehrlich gesagt, noch nichts. Ich muss morgen hier noch ein wenig aufräumen und sauber machen – während die Bettwäsche gewaschen wird, habe ich dann ja Zeit zum Packen, allzulange wird das nicht dauern. Ich lasse mir morgen eh Zeit, mittags bin ich noch bei Neil eingeladen, wo ich mich nach einem Mittagessen dann bei ihm verabschieden werde, davor natürlich auch von Christian. Von Culverden ganz zu schweigen, so werde ich noch die Tankstelle und den Supermarkt abklappern und dann nochmal nach Hanmer fahren, weil ich es diese Woche tatsächlich zeitlich nicht hinbekommen habe, dort noch einmal in den Pools zu relaxen.

Nun wird es Zeit, ein kleines Fazit zu ziehen:

im Große und Ganzen hat es mir hier ganz gut gefallen. Meine Stimmung war aber öfters diversen Schwankungen unterworfen. Von Ankunft bis zu den Frühlingsferien sank die Kurve von gut immer weiter ab, nach den Herbstferien kann man sie sich eher als Wellenlinie vorstellen. Die letzten 2 Wochen waren aber super, was schon reicht, den Culverden-Aufenthalt sehr positiv aussehen zu lassen. Die letzten Tagen, besonders heute, waren echt traurig für mich, trauriger als der Abschied in Deutschland. Denn dort  verließ ich Euch mit der Gewissheit nach einem Jahr (hoffentlich) alle nicht allzu verändert wiederzusehen, während ich nach Culverden die nächsten Jahre nicht mehr kommen werde. Ich habe mir aber vorgenommen, Culverden einen Besuch abzustatten, wenn ich mal wieder, was mit Sicher heit passieren wird, Neuseeland einen Besuch abstatte. Aber das kann 10 Jahre dauern…

Ich hatte soviele Highlights und Aktivitäten hier, die ich jetzt nicht repetieren möchte, größtenteils sind diese hier ja nachzulesen.

Ich selbst habe für mich viel gelernt (nicht nur Kiwi- Englisch) und mich auch etwas verändert – aber eine Psychoanalyse an mir selbst möchte ich hier in meinem Blog erstmal nicht anfangen. Ich sehe mich jedenfalls gut gerüstet, für das nächste halbe Jahr.

Was mir hier jedoch klar geworden ist: eine Karriere als Lehrer wäre nichts für mich, jedenfalls nicht in Deutschland.

Ich finde das Schulsystem hier in Neuseeland wesentlich angenehmer, sowohl für Kinder, als auch für die Lehrer. Viel perönlicher, viel disziplinierter, viel mehr Leistungshonorierung. Die ganze Community identifiziert sich mit der Schule – und auch ich tue das. Ich habe 2 Trikots von der Schule bekommen, die ich mit Stolz tragen werde und mich dabei an die schöne Zeit hier zurückerinnern.

Zurück zum Lehrer-Blabla: ich möchte (angehende) Lehrer jetzt nicht vergraulen, aber irgendwie ist der Job, finde ich, geistig anspruchslos.

In der Grundschule hat man viele liebe, kleine Kinder, ist dabei auf intellektueller Ebene aber ziemlich unterfordert und muss eine Heidengeduld mitbringen, um nicht irgendwann verrückt zu werden (ich muss sagen, dass das halbe Jahr Arbeit mit meiner einen Nachhilfeschülerin echt mehr als genug war).

In der weiterführenden Schule muss man sich dann mit bösen, frechen Kindern (welch Vorurteil :P) abgeben, hat dafür aber vielleicht ein bisschen mehr nachzudenken. Lehrer ist ein wichtiger Beruf, insbesondere wenn geeignete Leute diesen Job ausüben. Ich möchte aber aus diversen Gründen keiner werden, die, wenn ich sie erwähne, wohl eher auf Kopfschütteln stossen werden. weshalb ich sie einfach nicht erwähne (jetzt seid ihr neugierig :D)!

Es tut mir leid, ich habe etwas wirr geschrieben und nicht alles geschrieben, was ich schreiben wollte, festzuhalten ist aber, dass ich die Zeit hier echt genossen habe und mich gerne daran zurückerinnern werde!

Vielleicht gibt es morgen noch einen kleinen Eintrag, wenn nicht lest Ihr grade den letzten Satz aus Culverden!

Meine Reiseplanung!

Da bin ich nun angekommen. Meine Zeit hier ist fast zuende. Morgen werde ich Culverden verlassen – mit Ziel Blenheim (sprich Blinnem), den größten Ort der Marlborough Sounds Region – man kann ihn wohl schon als Stadt bezeichnen. Blenheim und Umgebung ist vor allem für seine vielen Weingute und Obstplantagen bekannt, ich bin auf die Szenerie gespannt.

An dieser Stelle auch einen kleinen Überblick über meine weitere Reiseroute:

von Culverden geht es morgen, über Hanmer und Kaikoura, nach Blenheim, wo ich meine erste Reisenacht verbringe. Von dort geht es durch den Nelson Lakes Nationalpark (wo ich min. einen längeren stopp einlege) nach Maharau, das Tor zum Abel Tasman Nationalpark. Dort in Maharau verbringe ich 2 Nächte, sodass mir ein voller Tag bleibt, den Nationalpark zu erkunden. Dort ist auch einer der  „Great Walks“ (und wohl auch einer der Bekanntesten), den ich aus Zeitgründen jedoch nicht machen werde. Eine lange Tageswanderung und auf dem Rückweg eines der zahlreichen Wassertaxis muss genügen.

Nach den 2 Übernachtungen in Marahau geht es in die Golden Bay, und zwar mit einigen noch nicht näher bekannten Zwischenstopps nach Collingwood, wo ich ebenfalls 2 Nächte verbringe. Auf dem Programm steht unter anderem der Besuch des „Farewell Spit“, einer ziemlich cool aussehenden Landzunge (seht Euch die Karte weiter unten an – da ist ja auch die Route abgezeichnet) und das Ende bzw.  der Anfang des Heaphy Tracks (nachdem ich das Ende/den Anfang  bereits in Karamea gemacht habe). Ich hoffe, dass Wetter ist schön, die Gegend soll nämlich einfach nur traumhaft sein. Dann kann ich auch mal im Meer schwimmen.

Von Collingwood geht es dann nach Nelson, drittgrößte Stadt der Südinsel, von dort dann in die Marlborough Sounds Region, wo ich wohl in Havelock und Picton übernachten werde. Was ich genau mache, überlege ich mir noch.

Von Picton geht es am 19ten dann auch mit der Fähre nach Wellington, auf einer der wohl besten Fährstrecken, die die Welt zu bieten hat, direkt durch die weitverzweigten Fjorde und Inseln der Marlborough Sounds.

Wellington werde ich dann komplett ignorieren (später in der Reisezeit oder mal ein Wochenende, je nach neuem Projekt), ich hole nämlich Jonas ab, der in einem Camp nördlich von Wellington an der Kapiti Coast sein Projekt hat und wir düsen gemeinsam nach Taupo, wo wir vermutlich eine günstige Wohngelegenheit haben. Nach ein paar Tagen dort geht es dann nach Napier, wo wir mit noch ein paar anderen Freiwilligen Weihnachten am Strand feiern werden. Am 25ten fahre ich dann bereits nach Roturua zu Markus, in dessen Projekt ich übernachte, damit wir am nächsten Morgen früh nach Auckland aufbrechen können, wo ja unser Flug nach Sydney, Australien, auf uns wartet.

Wenn ich dann aus Australien wieder zurück bin, habe ich noch mehr als 2 Wochen, ehe in Roturua das ICYE Mid Year Camp stattfindet. Wo ich in dieser Zeit genau hinreise, ist sehr von meinem neuen Projekt abhängig. Vermutlich aber vor allem den Norden (Auckland und alles oberhalb, wofür ich min. eine Woche einplane), die Coromandel Peninsula und die dünn besiedelte Ostküste. Ich werd euch auf dem Laufenden halten, wenn ich Näheres weiß.

Dass ich mein neues Projekt noch nicht habe, ist etwas ungünstig, aber ich hoffe, ich bekomme es noch nächste Woche.

Soweit seid ihr also erstmal übe meine Reiseroute informiert – meine Blog-Einträge in den kommenden 6 Wochen werden wohl etwas zurückgehen, ich hoffe aber, dass das die Leser hier nicht vertreibt 😉

Ab und an werde ich mich mal melden, das Netbook habe ich ja auch eh dabei, sodass ich vielleicht mal wieder einen Bericht vorschreibe.

Heute, der vorletzte Tag in Culverden!

Seltsam, nicht?  Mir kommt es so vor, als sei ich vor ein paar Wochen erst angekommen.  Dabei bin ich doch schon recht lange hier. Und nun naht das Ende. Eigentlich schade – aber irgendwie bin ich doch froh.

Die Sachen sind noch nicht alle gepackt, ein wenig aufgeräumt (das erste und letzte Mal) habe ich und alle möglichen mehr oder minder wichtigen Dokumente sortiert – nicht, dass mir nach den Aufenthalt in Australien der Rückeintritt nach Neuseeland verwehrt wird…

Heute war in der Schule ab Period 3 die „Awards Assembly“. Dabei wurden alle Schüler mit irgendwelchen Zertifkikaten beglückt und erwähnt, in welchen Fächern sie besonders gut sind – dabei zugeschaut vom Rest der Schule und vielen Eltern. Wer hier Leistung bringt, der wird auch entsprechend belohnt – ein Anreiz, den mir das deutsche Schulsystem leider nicht bot 😛

Untermalt wurde die Preisverleihung von ein bisschen Gesang und Musik von der Schulband, am Ende wurden dann auch noch die, die Schule verlassenden, Lehrer verabschiedet, darunter auch ich.

Als ich nach vorn auf die Bühne trat, etwas nervös, was ich sagen sollte, wurde ich von einem Geschenk überrascht, bei dem ich genötigt wurde, es sofort auszupacken. Inhalt war ein Trikot in den Canterbury-Farben mit Schulemblem und auf dem Rücken mein Name und eine 11 (warum grade eine 11 :D?). Sieht einfach klasse aus und ich habe mich echt gefreut. Werde es in Zukunft mit stolz tragen und allen Unwissenden erklären, wer oder was denn Amuri sei…

Dann hielt ich noh meine kleine Red, die ganz gut verlief, auch wenn ich das, was ich eigentlich sagen wollte, wieder vergessen hatte.

Nach der „Awards Assembly“ durften die Kinder mit ihren Eltern dann nach Hause gehen – wer allerdings keine Eltern dort mithatte, der musste in der Schule bleiben, bis zum pünktlichen Schulende um 15 Uhr, wenn die Schulbusse kommen. Ich genoss also noch die Zeit mit den Kindern, beaufsichtigte sie beim Schwimmen und wurde dort von einer Lehrerin am Abend bei ihr zum Dinner eingeladen.

Dort bin ich dann auch eben gewesen (nach einem letztem Tennsismatch, das 6:4 für uns ausging. Die Lehrerin, Liz, war neben Neil eigentlich so die zweite Ansprechpartnerin, grade auch am Anfang, wo sie mir meinen Stundenplan erstellt hat und so weiter. Sie kümmert sich vor allem um die „special needs“-Kinder und gibt denen Einzelunterricht, fungiert aber auch als stellvertretende Schulleiterin.

Wie dem auch sei, Liz wohnt auf einer Farm ca. 10km von Culverden entfernt, die ich, welch Wunder, recht schnell und problemlos fand. Das war mal ganz reizvoll, denn obwohl ich in dieser von Farmen geprägten Gegend schon über 4 Monate bin, habe ich noch keine Farm von innen gesehen.

Erst einmal gab es jedoch Dinner mit ihr und ihrem Mann (beide sind so Anfang 60) in ihrem ziemlich großen Anwesen (allein das Wohnhaus dreifach so groß, wie man es so von deutschen Häusern gewohnt ist, allerdings eben einstöckig). Es gab Rinderbraten vom der frisch geschlachtetem Rind, leckere Kartoffeln und Gemüse, dazu Brombeer-Blaubeer-Saft und als Nachtisch Pavlova mit Erdbeeren (Pavlova ist eine Art Baisser mit Creme und Früchten drauf). Ein sehr gesundes, und obendrein sehr leckeres Mahl also, davon hatte ich in den letzten Monaten nicht allzu viel.

Nach dem Essen haben wir drei dann das berühmte „Post-it“-Spiel gespielt, wo man ein Klebeband an den Kopf kriegt mit einer Person drauf, die man dann mit Fragen rauskriegen muss. Wir haben „nur“ 2, themenbasierte, Runden gespielt, die ich kurz wiedergeben möchte:

in Runde 1 musste die Person irgendwas mit Deutschland zu tun haben.

Ich wählte Martin Luther für Liz, sie Goebbels (geschrieben „Göbals“) für ihren Mann und der für mich… naja, werdet ihr sehen…

Nach etwas Fragerei hatte ich meine Person nämlich schon ziemlich eingeschränkt: ein männlicher deutscher Kriegsheld der Marine des 1. Weltkrieges, der kein Politiker war, nach dem Schiffe benannt wurden und auf den ich partout nicht kommen wollte. Letztlich gab man mir noch den Tipp, er sei Admiral im Ersten Weltkrieg gewesen. Nun, Tatjana, wer könnte das sein? Ich hatte keinen blassen Schimmer…

Als ich dann die Lösung sah, musste ich erstmal lachen – ich war Bismarck! Schade bloß, dass der gute Otto 25 Jahre vor dem Ersten Weltkrieg der Welt entschwand, ein Politiker und kein Admiral war, und, soweit ich weiß, auch nicht sonderlich im Krieg als Soldat geglänzt hat, wenngleich natürlich die Benennung nach Schiffen richtig ist. Naja, als besserwisserischer Deutsche musste ich natürlich erst einmal aufklären – aber halb so schlimm.

Die zweite Runde hatte dann Neuseeland-Themen – diesmal nicht nur Personen. Ich war die „Amuri Area School“, auf die ich relativ schnell kam, während „Lemon & Paeroa“, welches ich Liz‘ Mann gab, sich als harte Nuss erwies. Aber wir kamen alle relativ schnell auf unsere Löungen.

Danach zeigte mir Liz noch die Farm. Sie haben dort, zur richtigen Zeit, ca. 800 Kühe, sind aber kein Milchbetrieb, sondern schlachten die armen Tiere. Das Ergebnis in Form des Dinners war aber sehr delikat. Vegetarier bin ich hir nicht geworden!

Neben Fleischproduzierung werden auch Milchkühe aufgezogen und dann weiterverkauft an die Milchproduzenten – wenn sie keine Milch mehr geben wollen, kommen sie unters Schlachtbeil – wie grausam!

Die Farm ist jedenfalls wunderschön gelegen und ich habe den Spaziergang in der Dämmerung echt genossen und dabei – am vorletzten Tag – erst realisiert, wie schön doch eigentlich der Sonnenuntergang in Culverden ist.

War also ein sehr gelungener Abend, der auch guten Gesprächsstoff bot – mein Englisch ist ja mittlerweile fließend genug dafür.

Morgen gibt es dann die „Prizegiving Ceremony“ also nochmal sowas Ähnliches wie heute, und danach am Nachmittag eine Lehrer-Party, die sicher auch noch ganz cool wird. Dort heisst es, dann „Tschüss“ sagen, genauso wie schon vorher den Kindern der Schule, die echt traurig sind, dass ich gehe (ja, tatsächlich). Ich werde morgen in alle Klassen gehen und den Kindern den Abschied noch mit ein paar Süßigkeiten versüßen 😉

Ich werd mich dan morgen nochmal melden, auch mit der genauen Reiseroute – und übermorgen gehts dann auch schon los!

Die Bezwingung des Mt Culverden

Heute war der Jahresabschluss-Ausflug der Klasse 4-6, der uns auf den Mount Culverden führte. Obwohl das Wetter den ganzen Tag schlecht war und der Himmel grau bewölkt, fiel zum Glück kein einziger Tropfen Regen. Insofern war es sogar deutlich angenehmer, als die Besteigung in der Sommerhitze auf uns nehmen zu müssen.

Aber der Reihe nach: der Weg zum Mt Culverden fängt ca. 2km von der Schule entfernt an, weshalb die Schüler, Lehrer und auch viele teilnehmende Eltern dort mit dem Fahrrad hinfuhren. Da ich kein Fahrrad habe, bzw. die 3 kaputten in der Garage stehenden nicht reparieren wollte (oder konnte :P), habe ich den Weg per Auto zurückgelegt.

Irgendwann ging es dann auch los, zuerst über eine Schotterpiste, die stetig anstieg und sich um die Hügel schlängelte. Vorbei an Kuhweiden ging der Weg, der nach ca. 1h Marsch an einer kleinen Hütte endete, wo wir erst einmal pausierten, um danach den wirklichen Aufstieg auf den Mount Culverden zu wagen. Bis zur Hütte fuhren auch noch diverse Geländewagen, die die Rucksäcke der Kinder transportierten.

Der Mount Culverden ist eigentlich kein wirklicher Berg, sondern mit knapp 600 Metern eher ein Hügel. Haben auch fast alle Kinder hinaufgeschafft, auch wenn das letzte Stück echt steil war. Schaut Euch die Fotos an, mehr brauch ich ja nicht zu erzählen.

Irgendwann ging es dann wieder runter, und mein bekanntes Glück ließ mich auf einen Kuhfladen ausrutschen und den Hügel hinunterpurzeln. Nicht so schön! Genauso wenig die vielen Disteln und Dornenbüsche, die unseren Weg querfeldein auf den Mount Culverden säumten und mich diverse Male piesackten.

Aber ich habe es überlebt, und letztlich kamen auch alle Kinder, Eltern und Lehrkräfte wieder wohlbehütet, nach fast 4 Stunden Marsch (für knapp 8km) am Ausgangspunkt an, wo erstmal Mittag gegessen wurde. Dann ging es für die Radler zurück zur Schule, dabei wurden sie von den Autos vieler Eltern eskortiert, die vorneweg un hinterher mit eingeschaltetem Warnlicht fuhren und sogar die 1-2 vorkommenden Kreuzungen blockierten. Etwas übertrieben für eine Strecke, wo eigentlich eh nie ein Auto kommt. An der Schule angekommen war es dann noch eine Stunde Zeit bis zum Ende, die ich noch einmal nutzte, mich ordentlich unter die spielenden Kinder zu mischen. Der Abschied wird mir echt schwer fallen!

Ein ganz schöner Abschiedsausflug, bei dem auch bei mitschwang, dass man mich wohl gerne auh im nächsten Jahr wieder hätte (so ein Lehrer). Aber soll nicht sein!

Heute Abend war dann noch ein letztes Mal Fussball – diesmal draußen, weil in der Turnhalle die Bühne für die „Awards Assembly“ morgen schon aufgebaut wurde, bei der ich ja noch eine Rede halten muss (so ungefähr weiß ich immerhin, was ich sagen werde :D). Natürlich habe ich mich dort noch „schwer verletzt“ – das erste Mal in der Zeit hier. Wo genau mein Wehwehchen liegt, bleibt Eurer Fantasie überlassen…

Jetzt noch ein paar Fotos…

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Das letzte Wochenende!

Lustig, gestern hatte ich plötzlich mehr als 100 Besucher hier – dabei habe ich doch nichts Interessantes geschrieben.

Aber ich mache jetzt mal mit Neuseeland weiter und widme mich (den) letztem Wochenende.

Begonnen hat der Samstag mit meiner Fahrstunde. Ich bin also nach Rangiora gedüst, der ersten wirklichen Stadt, kann man sagen, vor Christchurch, und mich dort mit Scott, meinem Fahrlehrer getroffen. Er wartete beim Parkplatz des New World Supermarktes, den ich problemlos fand. Bei der Einfahrt auf den Parkplatz machte ich dann quasi erstmals – zu meinem Vorteil – Bekanntschaft mit der, so Scott, auf der Welt einzigartigen Verkehrsregel, dass, wenn 2 sich entgegenkommende Vehikel in dieselbe Straße abbiegen, derjenige mit dem weiteren Weg (der die Gegenfahrbahn queren muss) Vorfahrt hat. Nach ein paar Sekunden hatte ich es jedenfalls begriffen, als sich die Autos hinter dem Auto stauten, dass für mich so überraschend anhielt…

Nach Scotts Aufnahme ins Auto und seinem Lob über mein „tidy car“, ging es auch schon gleich los, erst ein bisschen Überlandverkehr und am Ende durch die Stadt. Jetzt weiss ich auch, was man im Kreisel machen muss (links: beim Einfahren links, beim Rausfahren rechts; gradeaus: beim rausfahren rechts; rechts: beim einfahren rechts, beim rausfahren rechts blinken).

Es war keine Prüfungssituation, aber er hat mich in diversen Dingen bewertet. Eigentlich war ich überall sehr gut und sehr reaktionsschnell was potenzielle Gefahren anging; mir wurde nur nahegelegt, die Geschwindigkeit im Auge zu behalten und den Seitenspiegel mehr zu benutzen (was ich extra gemacht hatte, bloß sieht man das durch meine Sonnenbrille eben nicht).

Naja, danach habe ich noch eingekauft, u.a Schokolade, die nach einer halben Stunde dann auch schon geschmolzen war, und habe mich auf den Weg nach Cheviot gemacht.

Cheviot ist sozusagen Konkurrenzort zu Culverden. Hat die einzig andere Area School im Hurunui-Distrikt, etwas mehr Einwohner und ist auch Sitz des Hurunui-Councils, liegt auf etwa gleicher Höhe wie Culverden an der State Highway 1, hat also meist noch etwas mehr Durchgangsverkehr als Culverden. Getrennt sind diese beiden Orte von einer Hügelkette, der Lowry Peaks Range, die man von hier gut sehen kann – und durch die (fast) keine Straße hindurchführt, doch dazu später.

Da Cheviot nahe am Meer liegt, ging es zuerst in die nahe Gore Bay, wo ich mal wieder den Pazifik bestaunte und etwas am Strand lang spazierte. Aber nichts Erwähnenswertes. darum bin ich bald nach Cheviot gefahren. Nicht, weil es da irgendwas Besonderes gibt, aber ich wollt einfach mal da gewesen sein 😀

In Cheviot angekommen habe ich mir erstmal eine Tankstelle gesucht – mein Kilometerstand war nämlich schon auf 440 – so hoch wie sonst nie. Maximal 500 geschätzt schafft mein Wagen mit einer Füllung. Problem nur, dass beide Tankstellen in Cheviot geschlossen hatten – samstags um 17 Uhr. In Culverden wäre das nicht passiert. Was machec ich nun – war meine Frage?

Die Strecke zurück nach Süden und dann nach Culverden ca. 90km, die Strecke nordwärts und dann nach Culverden ca. 80km. Beide, soweit ich dachte, ohne Tankstellen an der Seite.

Als Rettung fiel mir jedoch ein, dass eine kleine, treffend „Random Spur“ genannte Straße durch die Hügelkette führt. Bin also die Straße gefahren, die ersten paar Hundert Meter noch Asphalt, dann Kies und dann fast garnichts mehr. Hatte mich dann (natürlich) erst wieder verfahren und stand vor einem verschlossenen Gatter – und wenden konnte ich auch kaum, weil die Straße an beiden Seiten sehr eng war und leider von einem tiefen Graben gesäumt wurde. Wenden musste ich aber. Eine verdammte Kurbelarbeit. 10cm nach vorne fahren, total gegenlenken, 10cm zurück fahren, total gegenlenken, ….

Das ganze bestimmt 10.mal, bis ich meinen Honda letztlich um 180 Grad gedreht hatte. Dann ging es auf die richtige Straße – naja Pfad ist treffender. Zu Beginn kam noch der Hinweis, diese Straße sei nicht „maintained“, also in irgendeiner Hinsicht überwacht und präpariert. Das stellte sich schon nach 100 Metern als wahr heraus. Schlaglöcher so tief wie mein Reifen sorgten für eine ziemliche Ruckelpartie. Nach weiteren 100m habe ich lieber kleinbei gegeben und gewendet. Wäre ich da nicht sehr wahrscheinlich stecken geblieben, so wäre das Auto auf andere Weise beschädigt worden (die Reifen sind ja grade nagelneu). Außerdem, niemand kommt vermutlich diesen Weg, und Handyempfang hätte ich dort auch nicht gehabt. Also lieber umkehren.

Das Sprit-Problem blieb aber ja. Jetzt hätte ich vermutlich schon ziemlich zitttern müssen, das ungefähr 60km entfernte Kaikoura zu erreichen. Aber was blieb mir anderes übrig, diesen Weg in Kauf zu nehmen. Dazu kam es dann allerdings nicht, denn in der kleinen Ortschaft Parnassus gab es ein Raststätte mit einer Zapfsäule in Betrieb, wo ich spürbar von einer Last befreit, neuen Sprit tankte. Ca. 1 km hinter dieser Raststätte war dann auch die Abzweigung nach Waiau, bzw. eben Culverden, so habe ich keinen Umweg gemacht. Das ist jetzt nicht sonderlich interessant, musste aber raus 😀

Weiter gehts mit dem etwas interessanteren Sonntag. Ich war nämlich ein letztes Mal in Christchurch. Dort fand nämlich auch die Santa-Parade statt, ein bunter Umzug, der viele Menschen in die Stadt lockte. Neben einer Strecke von 1,6km durch die Innenstadt wimmelte es von Menschen, die der Parade zusehen wollten. Jetzt ein Erdbeben wäre verheerend gewesen 😀

Man kann sich diese Parade ungefähr wie den Herforder Visionsumzug vorstellen, bloß etwas kitschiger und deutlich größer. Thema ist natürlich „Christmas“. Die Parade wird jährlich von der Haushaltswaren-Kette Smiths City organisiert und Teilnehmer sind vor allem Vereine, ethnische Gruppen und Unternehmen aus dem Großraum Christchurch. Oft sind die Uumzugswagen von Märchen inspiriert (so gab es Schneewittchen, Dornröschen, Pinocchio uvm,) oder Fernsehserien und -filmen (das Auto von Knight Rider, ein ziemlich echt aussehender Podracer und Darth Vader mit Sturmtruppen, Superman uvm.). Teilweise auch diverse akrobatischen Vorführungen, wie Ballet, Tanz, springende Biker und und und.

Witziges Highlight war ein Feuerlöschwagen vom Christchurcher Flughafen, der regelmässig die am Straßenrand sitzenden Besucher nass gespritzt hat – mich zum Glück nicht. Kann man jetzt alles schwer beschreiben, ich lad mal noch ein paar Bilder hoch für einen kleinen Eindruck. Waren laut Zeitung 80 verschiedene Wagen, mir kamen es aber deutlich mehr vor. Fast 2h hat es gedauert, bis alles an mir vorbeigezogen war.

Den Abend verbrachte ich dann mal wieder in Hanmer, wo ich nach einem schönen Bad auch noch etwas tun musste, was ich bisher garnicht getan habe. Die Vegetarier mögen mich dafür hassen, aber während meiner Zeit hier in Neuseeland habe ich noch überhaupt kein Lamm gegessen. Das hatte ich dort nun nachgeholt und durfte es sogar selbst braten, auf einem Mini-Steinofen auf dem Teller. Hat aber klasse geschmeckt!

Ein würdiger Abschluss also für das letzte Wochenende – samstag geht es dann endlich los. Morgen steht erst einmal aber noch eine Gipfelbezwingung an. Ich begleite die Exkursion der Klassen 4-6 auf den Mount Culverden. Sehe ich mal Culverden noch von oben – wusst garnicht, dass man den besteigen kann. Evtl. besteige ich sogar noch den ungleich höheren Mount Isobel, Hausberg von Hanmer Springs, mit einer kleinen Abkürzung versteht sich, die ich ebenfalls am Sonntag entdeckt habe, fällt mir gerade noch ein. Bin nämlich den „Jacks Pass“ gefahren, eine ziemlich kurvige, extrem steile Schotterpiste, die sich die Berge bei Hanmer Springs hinaufwindet. Im Winter führt sie zu einem Skigebiet dort, im Sommer führen von ihr zwei Wege mitten durchs Gebirge nach Saint Arnaud bzw. Blenheim ab. Während erstere nur für Allrad geeignet ist, wäre letztere auch für mein Auto geeignet. Und Blenheim heisst ja sogar mein erstes Reiseziel. Bloß leider führt die Strecke über eine Farm – die Molesworth Station – eine der größten Schaffarmen Neuseelands, direkt einsam im Gebirge. Die Strecke ist für die Öffentlichkeit leider erst ab dem 28. Dezember geöffnet – schade eigentlich, das Panorama wäre echt schön gewesen.

So, jetzt ist genug… Muss noch meine Rede vorbereiten, die ich Donnerstag vor 400 Leuten, also quasi ganz Culverden, halten darf…

Hier noch ein paar Fotos – darunter auch 2 von den Sechtklässlern der Grundschule, die nächstes Jahr die Straßenseite wechseln, also in die Secondary School kommen. Eine kleine Erinnerung für mich – ich habe heute von fast jedem Kind ein Foto gemacht, aber die werde ich hier nicht veröffentlichen. Drum müsst ihr Euch mit dem Gruppenbild vom Großteil vom Room 5 zufrieden geben erstmal…

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