Erster Tag in Sydney

Nein! Ich habe es getan! Ich habe es wirklich gemacht! Ich weiß nicht, wie es dazu kommen konnt! Ich habe ALKOHOL konsumiert – das erste Mal seit ziemlich genau 5 Monaten. So lange war ich abstinent – und genauso lange wollte ich auch noch abstinent bleiben. Aber in einer vollen Bar, angestachelt von Werbung und aufgepeitscht durch Musik konnte ich nicht widerstehen. Es war jedoch nur ein Drink, ein Einziger. Ob der erste und letzte hier in Sydney, wird sich aber noch zeigen… Ich war jedenfalls eben mit meinem Reisepartner Markus in einer Bar, wo wir Livemusik bzw. Disomukke gelauscht haben, den besagten Drink konsumiert haben und etwas vom anstrengenden Tag erholt haben. Aber „back to the roots“ – zum Beginn unserer Sydney-Experience sozusagen. Der Flieger ist (wie man hieran erkennen kann) trotz einiger Turbulenzen (deswegen die Rechtschreibfehler im letzten Beitrag ;;)) sicher am Flughafen Sydneys gelandet, wo wir dann die deutlich lascher als erwarteten Einreisekontrollen erfolgreich passiert haben. Dem Formular, das alle Einreisenden ausfüllen mussten, wurde nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt, obwohl ich doch angegeben habe, mit Frischwasser verseuchte Kleidung (aka Badehosen), hölzerne Artikel (ein Schachspiel) und mit neuseeländischer Erde kontaminierte Schuhe einzuführen. Vom Flughafen machten wir uns dann auf den Weg in die U-Bahn, die uns ins Stadtzentrum bringen sollte. Diese ist vielleicht nicht so groß wie in London, steuert aber alle wichtigen Punkte an. Wir stiegen dann an der „Town Hall Station“ mitten im CBD (Central Business District) Sydneys aus un fanden uns umgeben von riesigen Wolkenkratzern, die teilweise über 200m in den Himmel ragen. Der war übrigens schwarz, denn es war mittlerweile 22 Uhr nachts, und begrüsste uns mit prasselnden Regen, den ich hier eigentlich nicht erwartet habe. In den Nachrichten habe ich ja kurz gelesen, dass weite Teile Australiens aber überschwemmt worden sind und hungrige Krokodile auf der Jagd nach Menschenfleisch sind. Jedoch nicht hier in Sydney! Auch wenn es hier genug Menschenfleisch gibt… Sydney beherbergt nämlich offiziell 3,75 Millionen Einwohner – zählt man also noch all die Touristen hier hinzu, so leben hier locker so viele Menschen wie in ganz Neuseeland! Leider fanden wir (war ja klar) nicht den Weg zu unserem Hostel, bis wir nach langem Umherirren durch den strömenden Regen und erfolgloser Fragerei einen Asiaten fanden, der mittels Iphone-Internet uns helfen konnte. Ein Hoch auf die heutige Technologie, die sogar schon so abgelegenen Inseleinchen erreicht hat. Im Hostel angekommen fande ich dann meine Erwartungen bestätigt, aber immerhin meine Befürchtungen nicht erfüllt.Trotzdem ist es gewöhnungsbedürftig, mit 15 anderen Leuten in einem Raum zu schlafen, wo fast die ganze Nacht das Licht an ist, Leute kommen und gehen, im Schlaf diverse Geräusche von sich geben oder sich einfach mal laut unterhalten, während andere schlafen wollen. Die Betten sind natürlich unbezogen – was wir als Bettzeug bekommen haben, ist aber ebenso bisher für mich einzigartig. Plastiküberzogene Kopfkissen, ein Bettlaken zum Drüberwerfen und keine wirkliche Bettdecke, sondern nur ein weiteres Laken und darüber eine wie selbstgehäkelt aussehende dünne Wolldecke. Aber es reicht aus zum Schlafen. Die aus Testberichten hervorgehenden dreckigen Sanitäreinrichtungen bestätigten sich zwar nicht (wobei mein Schmerzfaktor dort auch hoch ist :D), aber alles hier schaut ziemlich schmuddelig aus. Unfreundliche Rezeption, ein Witz von einem Aufenthaltsraum und zwar freies, aber (außer vor der Rezeption, wo es nur eine Bank mit 4 Sitzen gibt) selbst für einfachste Dinge ungeeignetes Internet. Wenn ich jetzt noch daran denke, wie viel ich jetzt über Silvester hierfür bezahle… Aber naja, nützt alles nichts, „Sydney Backpackers“ war noch das einzige Hostel, was überhaupt frei war. Nun weiß ich auch, warum! Aber zurück zu Sydney. Eine großartige Stadt! Ich war ja schon in Berlin und Rom, Paris und London – doch Sydney ist bei weitem lebhafter. Kommt mir vielleicht nur so vor, weil die Stadt jetzt vor Silvester ohnehin aus allen Nähten platzt, doch die Menschenmengen, die sich jeden Tag durch die Straßen schieben, sind unvorstellbar. Sydney lässt auch keine Wünsche offen. Wer gerne „shoppt“, der wird hier wunschlos glücklich werden, egal ob günstig oder luxuriös, Gleiches gilt für das Essen. Äußerst günstig bis übertrieben teuer. So ist das halt in Metropolen! Und diese Metropole haben wir dann am ersten Tag nach unserer Ankunft in der Vornacht schon einmal ausgiebig per Fuß erkundet. Die Entfernungen sind nämlich nicht sonderlich groß, sodass man trotz all der Busse, U-Bahnen und Fähren meist noch bequem zu Fuß gehen kann. Zuerst ging es aber „Shoppen“. Markus wollte einen Rucksack einer bestimmten Marke und ich eigentlich gar nichts. Wir hielten jedoch beim dreistöckigen (!) Apple-Store an, wo bereits hunderte Menschen die neuesten Produkte (iPad, MacBook, iPhone, …) betatschten, begutachteten, bestaunten und vielleicht sogar bezahlten. Auch ich verließ den Store nicht ohne Geld gelassen zu haben. Ich brauchte neue Kopfhörer für den Ipod, die alten nämlich wurden, wie man sich denken könnte, beim Einbruch in mein Auto geklaut, nicht allzu schlimm, so kaputt sie waren. Jetzt habe ich auch qualitativ hochwertigere (Sennheiser)und bin ganz erstaunt, wie gut Musik über Kopfhörer doch klingen kann. Das war aber bisher mein einziges Weihnachtsgeschenk! Den Rest des Tages erkundeten wir dann noch Sydney – Opernhaus und Harbour Bridge, Kirchen und alte Regierungsgebäude, das historische Viertel „The Rocks“ und die pulsierenden Massen hier nebenan auf der Hauptstraße, wo man kaum ein normales Auto, sondern hauptsächlich nur Taxen sieht. Auch bei Nacht, wo wir enttäuscht feststellten, dass das Opernhaus gar nicht beleuchtet war. Doch ein Blick in der Nacht auf all die Hochhäuser hat auch was! Da wir am nächsten Tag den gleichen Weg quasi noch einmal machten, erspare ich mir mal Details und hebe sie dafür auf. Heute haben wir nämlich eine, völlig kostenlose, aber doch fast 4-stündige sehr interessante Führung durch Sydney gemacht, wo viel Wissenswertes vermittelt wurde. Ich muss mich entschuldigen, ich schreibe immer etwas zeitversetzt: was ich geschrieben habe war jetzt eigentlich nur für den ersten Tag. Was gestern (außer Alkoholkonsum) und heute abging, werdet ihr aber auch noch erfahren 😉

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