Tag 8/9: Picton-Wellington-Waikanae-Taupo

So – nun bin ich auf der Nordinsel, genauer gesagt in Taupo, benannt nach dem gleichnamigen See – oder auch umgekehrt.

Doch der Reihe nach: ich fange in Picton, und damit noch auf der Südinsel an.

Leider war das Wetter gestern ähnlich mies wie vorgestern davor, sodass ich die sehr regnerische Überfahrt nicht genießen konnte. Zuvor, um die Wartezeit zu überbrücken, war ich noch im Aquarium Pictons, dass Haie, Rochen und Co. anpries. Bloß was für Haie? Einzige Exemplare waren 50 cm lange Katzenhaie – und ein kleiner Rochen, zusammen im Becken mit anderen größeren marinen (Speise)fischen. Gelohnt hat es sich also nicht wirklich. Immerhin konnte man noch Seepferdchen und einen (allerdings toten) Riesenkalmar in Salzlösung konserviert sehen, der allerdings nicht sonderlich groß war.

Irgendwann bin ich dann, doch recht früh zum Check-In gefahren, wo ich erstmal noch eine halbe Stunde im Auto vor diesem stand und gelesen habe, bis endlich wer kam. Dann nochmal eine gute halbe, bis es auf die Fähre ging. Dabei habe ich mich – war ja klar – sogar dort noch verfahren – statt nämlich auf die Fähre bin ich als einziges Fahrzeug neben die Fähre gefahren, bis ich meinen Irrtum entdeckt und gewendet habe.

Gefahren bin ich mit Bluebridge – das ist das kleinere, im „Kiwi-Besitz“ befindliche Fährunternehmen (das andere ist „Interislander) – preislich nehmen die beiden sich aber kaum was.

Sonderlich gut ausgestattet war die Fähre dann auch nicht. Ein kleiner Kiosk und Bar, viele Sitzgelegenheiten und ein paar Flachbildschirme, wo neue Filme gezeigt werden, wovon viele auch Anspruch genommen haben. Denn der Regen hat das Deck so unter Wasser gesetzt, dass man selbst mit Regenjacke nicht allzu lange dort ausgehalten hat. Ich war auch anfangs der einzige, der dort stand und Fotos machte, auf denen man aber leider nicht allzu viel erkennen kann.

Habe auch vorwiegend im Innenraum verbracht, und ab und an, als es noch durch den Queen Charlotte Sound ging, ein paar Fotos geknipst. Als es nach 3 Stunden dann in die Bucht, wo Wellington liegt, ging, hat es etwas aufgeklart und zumindest nicht mehr geregnet. Man hatte also einen ganz guten Blick über die südliche Nordinsel, die Wellington vorgelagerten Orte und letztlich auch Wellington selbst, dessen Skyline doch größer als angenommen ist.

Irgendwann ging es dann aus der Fähre raus – ich stand an allererster Stelle, allerdings in der sechsten Reihe. Und zuerst kamen natürlich alle anderen Reihen dran…

 

Irgendwann berührte ich dann tatsächlich wieder den Boden der Nordinsel, den ich mehr als Monate zuvor verlassen hatte. In Wellington wusste ich natürlich nicht, wo ich hin musste, bin mitten durch den CBD gefahren, am Parlamentsgebäude vorbei, das wie ein Bienenstock aussieht (und auch „Beehive“ deshalb genannt wird) und dann letztlich auf den Motorway gekommen, der aus der Stadt nach Norden führt. Dreispurig – das kannte ich bisher ja noch nicht, aber schon einmal ein Vorgeschmack auf die 6-spurigen Motorways in Auckland…

Wellington ist schon nicht klein – hat etwas gedauert, bis ich die Stadt und ihre Vororte verlassen habe. Zum Glück war es Sonntag – um 17 Uhr an einem anderen Tag wären die Straßen sonst wohl extrem verstopft gewesen. Aber so immerhin die Rush-Hour nicht mitbekommen.

Relativ schnell war ich dann auch in Waikanae (nach einem schnellen Mahl in Papaparaumu oder sowas – die Maori-Städte hier sind echt schwer zu merken), wo ich den Jonas aus dem Camp, wo er gearbeitet hat, abgeholt habe. Er hat mir noch ein bisschen sein (ehemaliges) Placement gezeigt. El Rancho – so heißt dieses Adventure Camp, sieht schon ganz nett aus. Ihm schien es dort auch gefallen zu haben.

Nachdem seine Sachen verstaut waren (ja, alles mitbekommen) ging es dann auch schon an die noch knapp 4-stündige Fahrt nach Taupo, was ca. auf halbem Weg zwischen Wellington und Auckland in der Mitte der Nordinsel liegt. Wir haben uns gut ausgetauscht usw. und kamen dann recht erschöpft, um kurz vor Mitternacht in Taupo an, was das Problem mit sich brachte, wo wir übernachten. Wir gingen also ins Xbase, ein Backpacker direkt an der Ausgehmeile Taupos, der 24h Rezeption hatte. War auch ganz gut, aber wir haben jetzt einen neuen. Ist nämlich abends immer sehr laut und war auch etwas teuer. Lieber dann in eines der BBH-Hostels ein paar Minuten außerhalb – da ich dort ja Mitglied bin, ist es meist immer recht günstig. Jetzt sind wir hier in der Rainbow Lodge – auch ganz schön. Nach einem Besuch des Bsucherzentrums haben wir hier noch 2 Betten gefunden, die wir für 3 Nächte nun in Anspruch nehmen.

Danach haben wir erst einmal die Stadt erkundet – und den See in Augenschein genommen. Das ist nämlich Neuseelands größter See und Heimat riesiger Forellen (den weltgrößten angeblich). Aber ich fische ja nicht!

Ein kleines Mittagessen gab es bei Mackas, die sogar eine alte Boeing als Teil ihres Restaurant hatten, in der wir dann stilvoll unsere Burger mampften. Getroffen haben wir uns dort mit 2 ehemaligen Arbeitskolleginen von Jonas, mit denen wir sicher hier auch nochmal was zusammen unternehmen werden. Danach hieß es dann, trotz Regen noch ein bisschen aktiv zu werden.

Wir besichtigten also noch ein paar Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Zu nennen wären die Huka Falls, wirklich beeindruckende Wasserfälle. Sie sind nicht hoch (vielleicht 10m), das Wasser tobt jedoch durch eine vielleicht 10m breite und 100m lange Schlucht mit etwas Schräglage. Es schießt soviel Wasser durch die Schlucht, dass man damit 5 olympische Bäder pro Minute füllen könnte. Die Huka Falls sind außerdem der Grund, warum Aale und andere Fische nicht im Taupo-See zu finden sind – sie schaffen es einfach nicht durch diese Wassermassen- Sieht jedenfalls echt beeindruckend aus! Rafting könnte man dort nicht machen! Machen wir auch nicht, nicht dort…

Wir haben nämlich für morgen eine Wildwasser-Rafting-Tour gebucht, wo wir für über 2 Stunden die Stromschnellen des Tongariro River meistern werden. Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk sozusagen.

Nach den Huka Falls ging es etwas flussabwärts weiter zum Aratiatia-Staudamm, wo der Fluss, übrigens Waikato genannt (und längster Neuseelands), gestaut wird. Dort wird zu bestimmten Uhrzeiten immer Wasser abgelassen, das dann durch eine weitere Schlucht wieder den Fluss erreicht. Wir waren passend da und konnten erleben, wie sich die tiefe Schlucht innerhalb von Sekunden voller Wasser füllte und sich von einem winzigen, vielleicht 20cm tiefen Rinnsal, in einen 10m tiefen, reißenden Strom verwandelte. Natürlich auf Aussichtspunkten überall in der Nähe – nicht von der Schlucht aus 😉

Danach ging es dann zu den „Moon Craters“. Erwartet habe ich eine Mondlandschaft – das stimmte nur teilweise. Es war jedoch geothermales Gebiet, wo lauter heißer Dampf aus dem Boden entstieg. Auf Stegen ging es dann durch dieses Gebiet, weil der Boden teilweise echt warm, wenn nicht sogar sehr heiß ist, Man konnte auch ein paar blubbernde Matschlöcher sehen usw. Der letzte Ausbruch der Mini-Vulkane in diesem Gebiet ist übrigens erst 8 Jahre her…

War ganz interessant, vor allem, weil vulkanische Aktivitäten auf der Südinsel kaum vorkommen. So langsam habe ich also echt alles gesehen.

Der letzte Punkt unseres Ausfluges war der Bungy-Jump in Taupo, wo wir zwar nicht selbst sprangen, den Mutigen aber zuschauten. Hab ein schönes Video gedreht!

Ca. 45m tief geht es runter bis zum Waikato River – kein langer, aber sicherlich ein einmaliger Fall. Aber ich muss das nicht mehr haben – ich habe ja schon meinen Skydive gehabt.

Jetzt chillen wir hier noch ein bisschen in unserem Hostel und schauen mal, ob wir heute Nacht noch noch Taupo unsicher machen. Wobei wir morgen aber früh raus müssen – das Rafting wartet…

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Ein Kommentar

  1. Tatjana

     /  Dezember 20, 2010

    hört sich gut an, was ihr so alles gemacht habt – bin gespannt, wie dir das rafting gefällt. ich möchte das auch mal machen, hab aber bisher noch nicht die gelegenheit dazu gehabt.
    du scheinst ja auch in ferienlaune zu sein – hier sind die letzten uni-tage vor weihnachten (und meinem urlaub) auch gerade angefangen, die ferienlaune schleicht sich so langsam also auch an… 🙂
    ich wünsche noch viel spaß!
    lg,
    Tati =)

    Antwort

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