Tag 4: Marahau-Golden Bay (Collingwood)

Wisst ihr schon das Neueste? Ich habe mich verliebt! Jedoch nicht in einen von euch Lesern (oder vielleicht doch :P?), sondern in die Gegend hier. Denn nun scheine ich tatsächlich im Paradies angekommen zu sein.

Doch der Reihe nach: mein Tag begann in Marahau, wo ich den Backpackers mit Ziel Totaranui verließ, wo ich ja noch einen weiteren Teil des Abel Tasman Tracks mache wollte. Das war der Plan – aber ich werde hier in Neuseeland spontaner und verwerfe auch mal Pläne. War aber wohl auch gut so.

Eigentlich hatte ich erwartet, von Marahau nach Collingwood (immerhin 82km) hätte an flaches Land vor sich – doch weit gefehlt, zwischen Motueka und Takaka liegt ein hoher Hügel, an der sich die einzige Straße in die Golden Bay Area entlang windet. Dieser Straße musste ich natürlich folgen. Diverse Bauarbeiten und Männchen mit „Stop -and-Go“-Schildchen verzögerten die Reise etwas. Recht weit oben auf dem Hügel hielt ich dann an einen Parkplatz an, von wo ein kleiner Fußweg zu einem Aussichtspunkt abzweigte, wo man einen schönen Blick auf Motueka, die beiden Nationalparks (Abel Tasman und Kahurangi)und das Meer hatte, auch wenn der Himmel noch sehr bewölkt war. Nur wenige Meter weiter gefahren, sah ich ein Schild, das auf eine Höhle hinwies -neugierig wie ich bin, fuhr ich also dorthin.

Keine frei zugängliche Höhle, aber eine Touristenattraktion, entschloss ich mich trotzdem für ein paar Dollar die geführte Tour durch die Höhle auf mich zu nehmen. Bewaffnet mit Grubenhelm, Kamera und einer warmen Jacke (über T-Shirt un Badehose) ging es dann die mit 11 Grad angenehm kalte Höhle. Unsre Führerin hatte etwas Verspätung – der Vorgängergruppe sei nämlich in der Höhle das Licht ausgefallen und man hätte sich mit Taschenlampen fortbewegen müssen.

Bei uns hielten jedoch die Lichter, von denen die ganze, gut zugänglich gemachte Höhle, erstrahlt wurde. Neben einer Vielzahl von Stalagtiten und Stalagmiten (was ist nochmal was?), Moa-Knochen (dieser fette, ausgestorbene Vogel), bizzaren Felsformationen und Inschriften der ersten Erkunder der Höhle, ging es dann am Ende über eine  steile Leiter durch ein kleines Loch wieder zurück ans Tageslicht. Ich muss sagen – hat sich gelohnt!

Nach einer Besichtigung kleiner Löcher im Boden (in die die Vögel, deren Gebeine in der Höhle zu sehen waren, gefallen sind) ging es dann zurück zum Cafe am Eingang der Höhle, wo man übrigens einen super Ausblick auf Marahau und den Anfang des Abel Tasman Tracks hatte – dort war man übriges ca. 600m hoch.

Bei der Führung hatte ich aufgeschnappt, dass in der Nähe, erreichbar über eine kurvige Kiespiste, das tiefste „Loch“ Neuseelands, ja sogar der ganzen südlichsten Hemisphere zu finden sei. Der Weg dorthin sei sogar teilweise als Herr-der-Ringe-Location genutzt worden.

Nach wenigen Metern auf der Straße nach Takaka, sah ich dann auch die Abzweigung zu diesem Loch und nahm die über eine halbe Stunde dauernde Fahrt zum Carpark dort in Kauf. „Harwoods Hole“ heisst das gute Loch – und liegt mitten im Abel Tasman Nationalpark. Die Strecke war nicht einfach zu fahren, aber ich kam wohlbehalten im Carpark an und stellte fest, das sich nicht der einzige war. Nun hieß es noch, eine halbstündige Wanderung anzutreten. Dabei wurde mir bewusst, wie weh doch meine Beine noch vom Vortag taten – und das ich tatsächlich besser daran tat, nicht einen weiteren Teil des Abel Tasman Coastal Tracks zu laufen. Das kam mittlerweile auch aus Zeitgründen gar nicht mehr in Frage. Der Waldweg zum „Loch“ war erst langweilig, erinnerte aber tatsächlich an Szenen aus Herr-der-Ringe (Chetwald), genauers kann ich aber nicht sagen. Irgendwann wurde es dann doch recht interessant, als man über diverse Steine klettern musste.

Letztlich am Ziel angekommen warnte ein Schild, dass man sich auf eigene Gefahr dem ungesicherten Loch nähern könne. Dazu muss man auf recht großen Felsen rumklettern. Wer sich das nicht traut, hat zwar keinen Blick ins loch, die Umgebung ist aber auch imposant. Vor einen erstreckt sich nämlich zu drei Seiten (vorne,links und rechts) eine bestimmt 50m hohe, senkrechte und doch teilweise bewachsene Felswand. Die geht, bei besagtem „Loch“ natürlich auch nochmal ordentlich in die Tiefe. Harwoods Hole ist nämlich 176m tief! Ich habe mich bis zum Rande des Abgrunds vorgewagt – doch mein Blick reichte nicht so weit, dass ich den Boden des Loches erkennen konnte. Es war durchaus nicht ungefährlich – die Felsen waren glitschig, wie gesagt keine Sicherungen, …, aber ich habe mir letztlic nur das Bein an einen schrfkantigen Fels aufgeschlagen – ein geringer Tribut für dieses imposante Stück Natur, von dem man garnichts in Reiseführrn oder sonstwo hört . schade eigentlich!

Weiter ging es nun nach Takaka, dem einzigen größeren Ort in der Golden Bay. Dort mitfrischen Lebensmitteln eingedeckt, ging es auch gleich weiter nach Collingwood, wo ich meinen Backpackers bezog. Von all den vielen, die ich bisher erlebt hatte, ist dieser hier der wohl Beste! Und zwar nicht wegen der natürlich wunderschönen Umgebung,  sondern aufgrund seiner Aussattung und seiner Persönlichkeit. Über  Backpackers in Neuseeland werde ich irgendwann nochmal einen Extra-Artikel verfassen, dann seht Ihr, was mir wichtig ist…

Auf meine Frage, was ich denn machen könnte, ohne allzu viel zu laufen, wurde mir gleich angeboten, im hauseigenen Kayak im Hafen von Collingwood herumzupaddeln.

Zuerst erinnerte ich mich an Blenheim und dachte „nein“, aber sagte dann doch „ja“, wurde vom Backpackers-Besitzer im Jeep zum Hafen gefahren und dort mit dem Kajak ins Wasser verfrachtet. Dann ging es auch schon los mit den Paddeln. Man muss sagen, dass der Hafen Collingwoods geschützt an der Richtung Land zeigenden Zunge einer Landzunge liegt, auf der Collingwood steht (verständlich :D? Zum offenen Meer sind es nur ein paar Meter, mir wurde jedoch eingeschärft, dort nicht hin zu fahren, da das Kajak nicht meertauglich sei. War ich auch nicht so scharf drauf.

Ich paddelte also durch den Hafen in Richtung eines Flusses, den ich dann teilweise durchpaddelte, um am Ende wieder nach einem ca. einstündigen Rundtrip, vor allem durch kleine Wasserläufe an schilfbewachsenen Feuchtgebieten wieder am Hafen anzukommen. Einfach ein super Blick, klares Wasser und viel mehr – war ein sehr schönes Erlebnis.

Den späten Nachmittag/frühen Abend habe ich dann relaxt, war noch einmal kurz im Ortskern (200m Straße mit ein paar Restaurants, Motels, Gschäften,…), habe mir dort ein Mini-Museum angeschaut und am Strand ein Bad im erfrischend kühlen, aber angenehmen Meer genommen.

Aber damit nicht genug: nach einem schönen Abendessen und einem Tratsch mit den ntürlich deutschen Mitbewohnern auf Zeit hier im Backpackers, wollte ich den Abend an einem bekannten Strand verbringen, um dort den Sonnenuntergang zu beobachten. Whakariki Beach – eines der schönsten Strände Neuseelands angeblich, gelegen direkt nahe des Farewell Spits, der komischen Landzunge im äußersten Nordwesten der Südinsel. Ich fuhr alsodie gut 30km dorthin und musste noch eine 20-minütige Wanderung zum Strand machen, wurde dafür aber mit einem Sonnenuntergang belohnt, der den Abend zum Besten seit Ankunft hier in Neuseeland werden ließ. Da können nur Bilder mehr sagen, die ich heute allerdings nicht veröffentlichen werde. Neben den Sonnenuntergang ist der Strand ansonsten auch wunderschön. Mehr Sanddüne als Strand, riesengroße Felsen und Höhlen, in denen sich Seehunde verstecken und faulenzen. Ich habe mich dort nicht weit reingetaucht, weil es schon nach Seehund stank, und ich teilweise odrt auch welche liegen sah. Es war grade Ebbe – bei Flut kommt das Wasser bis in diese Höhlen hinein – und dann kann man dort wohl auch durchlaufen, die Seehunde sind dann weg.

Nichtsdestotrotz, die Gegend ist wunderschön, und dort gibt es noch jede Menge zu erdecken. So in unmittelbarer Nähe das Cape Farewell, dem ich, nebem dem Strand  am Tag wieder, morgen einen Besuch abstatten werde, genauso wie den Anfang de Farewell Spit (der größte Teil ist leider nur mit Führung der üppig teuren (was sonst?) Farewell-Spit-Touren zu erreichen).

Immerhin werde ich einen guten Blick haben. Andere Aktivitäten morgen werden noch den Kahurnagi Nationalpark beinhalten, ob es jetzt das Ende bzw. der Anfang des Heaphy Tracks ist, oder die Vielzahl anderer schner Orte hier – morgen wird gewiss ein fantastischer Tag!

Ein letzter Satz: ich habe von meinem ehemaligen Backpackers in Hanmer Springs (wo ich im September, als ich noch kein Auto hatte, eine Nacht geschlafen hatte) mitgeteilt bekommen, dass ich monatlichen Preis-Auslosen unter den „Facebook-Fans“ gewonnen hätte. Preis ist ein Bildband über Neuseeland, den ich jetzt aber direkt nach Deutschland schicken lasse. Dann habe ich weniger Gepäck – und wenn es in Herford ankommt, mag der ein oder andere vielleicht einen Blick vorab reinwerfen – ich genehmige es Euch!

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