Reisemonat: Tag 1/2 : Culverden-Blenheim-NelsonLakes-Abel Tasman

Da gibt’s aber viel zu berichten: ich sitze hier grade im Backpackers in Marahau, nur 100m vom Start des Abel Tasman Coastal Tracks entfernt, wo ich diesen Bericht mit OpenOffice vorschreibe um ihn dann gleich in den Blog zu kopieren (spart Zeit und Geld :D).

Obwohl ich bisher nur knpp 2 Tage unterwegs bin, hat sichs schon allerhand ereignet.

Ich werde Euch in den folgenden Zeilen daran teilhaben lassen:

los ging es gestern mit dem Abschied von Culverden. Obwohl ich schon um 9 Uhr aufstand, verließ ich meine mehrmonatige Heimat erst gegen 15 Uhr. Einserseits hat das Packen deutlich länger als geplant, andererseits mussten wir auch noch das ganze Haus sauber machen und ich wurde noch von Neil zum Lunch eingeladen.

Zum Glück habe ich ein Auto, sonst hätte ich die Hälfte meiner Sachen gar nicht mitbekommen. Echt eine Kunst, die ganzen Sachen in 2 Taschen zu packen, ich hab jetzt nur etwa die Hälfte ingesamt dort reinbekommen. Aber ist alles irgendwie im Kofferraum – wenn es dann wirklich zurückgeht, mal schauen – manches werde ich eh hier lassen, kriegt die Heilsarmee, die das an notleidende Kinder verteilt. Den Sachen, den dieses Schicksal droht, hatte ich auch noch kein einziges Mal angehabt – überflüssiger Ballast den ich aus Deutschland mitgenommen hatte.

Irgendwann war dann alles fertig, und mein Zimmer aufgeräumt und sauber (das erste Mal seit Ankunft :D) und ich ging zu Neil zum Mittagessen, wo wir noch ein nettes Gespräch hatten.

Neil kommt mit seiner Frau im Mai nach Deutschland, womöglich wird er sogar einen Zwischenstopp in Herford einlegen (hab ich ihn von überzeugt!), weil das recht günstig zwischen Berlin und Münster liegt (dort trifft es sich mit anderen ehemaligen Freiwilligen der Schule).

Habe ihn noch ein bisschen Deutsch beigebracht und die Deutsche Bahn (die seines Erachtens super sei) schlecht geredet (Verspätungen en masse!),

Irgendwann hieß es dann Abschied, mit dem Versprechen, Ihn über mich auf den Laufenden zu halten, dem ich auch gerne nachkomme. Wenn ich in Zukunft mal wieder in Aotearoa sein sollte, werde ich ihn auf jeden Fall mal besuchen, auch wenn er mir angedeutet hat, dass er zu diesem Zeitpunkt wohl nicht mehr in Culverden sei…

Wie dem auch sei, ich kehrte zu meiner Wohnung zurück und putzte noch die Küche blitzeblank, weil Christian am selben Tag ja auch ausziehen wollte (2 Straßen weiter zu 2 anderen Lehrerinnen).

Irgendwann hieß es dann auch „Tschüss“, und nach dem Überreichen eines lang versteckt ruhenden Geschenkes, verließ ich Culverden, nachdem ich erst noch einmal vollgetankt und die Schule von der Straße besichtigt habe. „Tschüss Culverden“ – es war eine schöne Zeit dort!

Nach Hanmer Springs fuhr ich nicht mehr, dazu hatte ich einfach zuwenig Zeit, denn mittlerweile war es 15 Uhr. Ich fuhr also direkt nach Blenheim. 3 Stunden dauerte die Fahrt, die mich noch einmal durch das Hügelland North Canterburys, durch Kaikoura und an der Pazifikküste entlang führte, um dann irgndwann in Blenheim zu enden (sprich Blinnem), einer Stadt (ja, wirklich Stadt), quasi komplett umgeben von Weinstöcken und Obsthainen und Heimat des Marlborugh Sauvingnon Blanc, einem sehr guten Wein :D. Die Stadt an sich ist hässlich, hat aber alles was man braucht. Darum hieß es am am Abend dann auch, sich zwischen Pizza Hut oder Dominos Pizza, zwischen KFC oder Mackas, zwischen Takeaway-Imbiß oder Restaurant zu entscheiden.

Aber wenden wir uns den interessanteren Dingen zu, meinem ersten Abenteuer, das ich in Blenheim eigentlich nicht erwartet habe.

Durch Blenheim fliesst nämlich ein kleiner Fluss, vielleicht 5m breit und nicht sonderlich tief, aber mit ziemlicher Strömung. Mein Backpackers lag an eben jenem und eine schöne Gartenterasse bot einen schönen Blick. Am Ufer lagen Kajaks vom Backpackers, die man kostenfrei ausleihen konnte, um damit auf dem Fluss zu paddeln. Von einem anderen Gast ermutigt, wagte ich es dann auch, das Kajak ins Wasser zu hieven, das Paddel zu holen und einzusteigen. Ich war leider etwas unglücklich gedresst und hatte auch alles wichtige Zeugs mit, was bei einem Sturz ins Wasser wohl sehr unglückliche Folgen gehabt hätte – but who cares?

Sobald ich im Kajak saß, ließ ich mich von der Strömung treiben, die so schnell war, dass ich realisierte, dass ich bei meinen quasi nicht vorhandenen Paddelkenntnissen dort nicht gegen ankommen würde. Nach ein bisschen Rumprobieren hatte ich es dann so ungefähr raus, die Ströumg trug mich aber unaufhaltlich stromabwärts. Irgendwann gelang es mir, das Kajak zu wenden und ein paar Meter gegen die Strömung anzupaddeln, hatte aber nicht wirklich Erfolg und wäre auf dem Wasserweg niemals zurück gekommen. Es hieß also, ans Ufer zu kommen – irgendwie. Problem nur, dass Ufer war ca. 1m hoch, und die Strömung ließ einen nur mit einiger Anstrengung das Ufer erreichen. Es gelang mir aber, erst das Paddel, dann mich und schlißlich das schwere Kajak das Ufer hinauf zu hieven. Immerhin wieder fester Boden unter den Füßen, und nicht ertrunken und kaum nass geworden (das Kajak hat so gewackelt, dass ich wirklich fast ein unfreiwilliges Baf genommen hätte).

Nun stellte sich aber ein weiteres Problem. Wie kriegte ich das verdammte Kajak zurück zum Backpackers? Als Option blieb mir nur Tragen übrig. Dummerweise war die Stelle, an der ich ans Ufer ging, auch noch Teil eines privaten Gartens, der einzige Weg zurück zur Straße führte über die Terasse eines Hauses. Wie es sich gehört, trabte der höfliche Christoph also zur Tür, klingelte und fragte, ob es etwas ausmache, das Kajak durch den Garten, über die Terasse, die Treppe hinunter zur Straße zu tragen. Die Frau hat mich zwar nicht verstanden :D, aber es ging wohl okay.

Ich trug also das Kajak inklusive Paddel (bestimmt 20kg insgesamt) mit Müh und Not zurück zum Backpackers, der zum Glück ja „nur“ 500m entfernt war. Etwas geschlaucht und mit böse blutendem Daumen (böse scharfe Kanten) kam ich dann letztlich an und erholte mich auf der Terasse, wo ich den schönen Sonnenuntergang genoss. Der weitere Abend war nicht sonderlich erwähnenswert, drum leiten wir gleich zum nächsten Tag über.

Der nächste Tag – heute nämlich – führte mich von Blenheim auf direktem Weg nach Saint Arnaud, ein kleines Örtchen im Nelson Lakes Nationalpark. Bestimmt die ersten 40km aus Blenheim war die Straße gesäumt von Weinstöcken über Weinstöcken – ein wahres El Dorado für Winzer.

Ansonsten bot die Strecke nicht viel besonderes, die Hügelketten zu beiden Seiten, in Saint Arnaud angekommen mag man sie vielleicht auch Gebirge nennnen, vielleicht ausgenommen.

Saint Arnaud liegt, wie schon gesagt, im Nelson Lakes Nationalpark. Dieser umfasst 2 Seen (Lakes), den Lake Rototiti und den Lake Rotoroa. An ersterem liegt Saint Arnaud, und nach einem Besuch im Informationszentrum ging ich auch ein bisschen um den See und machte ein paar Fotos.

Um einen Blick von oben auf den See und die Berge zu gewinnen, fuhr ich zu einem Carpark am Fuße eines der dortigen Berge, wo ich eine schöne Aussicht hatte. Danach musste ich mich entscheiden, welchen Weg ich einschlagen wollte.. Direkt hierhin nach Marahau über Motueka – oder noch zu dem anderen See, dem Lake Rotoroa.

Die Entsscheidung wurde mir glücklicherweise abgenommen. Kurz vor der Abzweigung, wo ich mich entscheiden mussten, standen nämlich 2 belgische Sahneschnitten mit gestreckten Finger, denen ich unmöglich widerstehen konnte. Sie wollten zum Lake Rotoroa – und ich nun auch, also stiegen sie ein und wir düsten dorthin. Ines und Natascha, 2 Belgierinnen auf Working Holiday.

Haben uns nett unterhalten und waren dann auch irgendwann schon am See, wo wir aber nur ein paar Fotos machten und dann zurückfuhren. Die beiden wollte nach Nelson, der erste Teil meines Weges war also auch der ihre. An der Kreuzung, wo der Weg nach Motueka abzweigte, schmiss ich die beiden raus – ich denke mal, dass sie einen anderen Anhalter gefunden haben.

War eine ganz nette Abwechslung auf dem Weg 😛 und hat etwas Spritgeld gebracht. Den musste ich dann auch bald wieder haben, denn ähnlich wie bei der Begebenheit in Cheviot eine Woche zuvor, hatte ich arg wenig noch zur Verfügung. Es traf sich, dass an jener Stelle, wo ich die beiden rausgeworfen hatte, ein Schild eine Tankstelle in wenigen Kilometern ankündigte, ich war also frohen Mutes. Aber da heute Sonntag ist, hatte die natürlich geschlossen. Immerhin konnte man mittels eines abenteurlichen Automaten mittels Geldkarte die Zapfsäulen freischalten und damit bezahlen.

Meinen Weg nach Motueka passierte dann nichts weiteres, dort angekommen kaufte ich erstmal ein, unter anderem Mangos und Brom- und Erdbeeren – wie man sieht. Ernähre ich mich richtig gesund!

Dann ging es die letzten Kilometer nach Marahau, erst steuerte ich jedoch den Ort vorher an – Kaiteriteri, dessen Strand der beste Neuseelands sein soll. Solch schön aussehenden Sand habe ich auch lange nicht gesehen, das stimmt wohl, auch wenn er etwas künstlich aussah. Die Bucht dort sieht sehr schön aus, ist aber eben auch etwas überlaufen. Nach etwas Sightseeing ging es dann auch weiter nach Marahau, wo ich hier, ganz am Ende der Straße, direkt am Eingang zum Abel Tasman Coastal Track, meinen Backpackers bezog. Gemacht habe ich bisher einen kleinen Spaziergang durch den Sumpf zum Strand – und die ersten Meter des Abel Tasman Coastal Tracks – der wohl meist frequentierte unter den „Great Walks“ Neuseeland. Sieht, schon allein am Anfang, auch traumhaft aus. Von hier geht man auf ihn immer, von Bucht zu Bucht, mal durch Regenwald, mal über Strand, bis man am anderen Ende des Nationalparks ankommt. Ca. 3 Tage braucht man für den Trip, den ich jedoch aus Zeit- und Gewissensgründen nicht antreten werde.

Stattdessen erwartet mich morgen eine wahre Höllenwanderung.

Denn obwohl ich nicht den Track vollständig mache, möchte ich doch viel vom Nationalpark sehen.

Ich habe mir also für morgen ein Wassertaxi gebucht, das mich in eine etwa 20km entfernte Bucht bringt. Von dort wandere ich dann zurück hierher nach Marahau. Das wird ein anstrengender. Aber garantiert sehr schöner Tag werden morgen. Die Bucht, wo ich abgesetzt werde, Bark Bay heisst sie, ist schon fast die Hälfte des Weges. Ich bin gespannt und freue mich schon auf morgen.

Den nördlichen Teil des Nationalparkes werde ich nichtsdestotrotz auch anschauen, am Ende dort (bzw. Anfang) gibt es ja auch einen Ort, an dem ich zwar nicht übernachten werde, aber ein paar Stunden verbringen werde. Dann sehe ich auch noch den nördlicheren Teil. Hoffentlich spielt morgen das Wetter mit – heute war zwar trocken, aber eher durchwachsen…

Soweit erstmal zur Information, das sind jetzt etwa 3 Seiten Schriftgröße 12 auf Word :D.

Jetzt weiß ich auch, warum eine Person, die meinen Blog letztens ausdruckte, meinte, dass es schon weit mehr als 100 Seiten seien.

Wie dem auch sei – Ihr habt jetzt erstmal etwas zu lesen, und zu schauen, denn Fotos vermitteln meine Erlebnisse sicher am besten 😉

 

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