Heute, der vorletzte Tag in Culverden!

Seltsam, nicht?  Mir kommt es so vor, als sei ich vor ein paar Wochen erst angekommen.  Dabei bin ich doch schon recht lange hier. Und nun naht das Ende. Eigentlich schade – aber irgendwie bin ich doch froh.

Die Sachen sind noch nicht alle gepackt, ein wenig aufgeräumt (das erste und letzte Mal) habe ich und alle möglichen mehr oder minder wichtigen Dokumente sortiert – nicht, dass mir nach den Aufenthalt in Australien der Rückeintritt nach Neuseeland verwehrt wird…

Heute war in der Schule ab Period 3 die „Awards Assembly“. Dabei wurden alle Schüler mit irgendwelchen Zertifkikaten beglückt und erwähnt, in welchen Fächern sie besonders gut sind – dabei zugeschaut vom Rest der Schule und vielen Eltern. Wer hier Leistung bringt, der wird auch entsprechend belohnt – ein Anreiz, den mir das deutsche Schulsystem leider nicht bot 😛

Untermalt wurde die Preisverleihung von ein bisschen Gesang und Musik von der Schulband, am Ende wurden dann auch noch die, die Schule verlassenden, Lehrer verabschiedet, darunter auch ich.

Als ich nach vorn auf die Bühne trat, etwas nervös, was ich sagen sollte, wurde ich von einem Geschenk überrascht, bei dem ich genötigt wurde, es sofort auszupacken. Inhalt war ein Trikot in den Canterbury-Farben mit Schulemblem und auf dem Rücken mein Name und eine 11 (warum grade eine 11 :D?). Sieht einfach klasse aus und ich habe mich echt gefreut. Werde es in Zukunft mit stolz tragen und allen Unwissenden erklären, wer oder was denn Amuri sei…

Dann hielt ich noh meine kleine Red, die ganz gut verlief, auch wenn ich das, was ich eigentlich sagen wollte, wieder vergessen hatte.

Nach der „Awards Assembly“ durften die Kinder mit ihren Eltern dann nach Hause gehen – wer allerdings keine Eltern dort mithatte, der musste in der Schule bleiben, bis zum pünktlichen Schulende um 15 Uhr, wenn die Schulbusse kommen. Ich genoss also noch die Zeit mit den Kindern, beaufsichtigte sie beim Schwimmen und wurde dort von einer Lehrerin am Abend bei ihr zum Dinner eingeladen.

Dort bin ich dann auch eben gewesen (nach einem letztem Tennsismatch, das 6:4 für uns ausging. Die Lehrerin, Liz, war neben Neil eigentlich so die zweite Ansprechpartnerin, grade auch am Anfang, wo sie mir meinen Stundenplan erstellt hat und so weiter. Sie kümmert sich vor allem um die „special needs“-Kinder und gibt denen Einzelunterricht, fungiert aber auch als stellvertretende Schulleiterin.

Wie dem auch sei, Liz wohnt auf einer Farm ca. 10km von Culverden entfernt, die ich, welch Wunder, recht schnell und problemlos fand. Das war mal ganz reizvoll, denn obwohl ich in dieser von Farmen geprägten Gegend schon über 4 Monate bin, habe ich noch keine Farm von innen gesehen.

Erst einmal gab es jedoch Dinner mit ihr und ihrem Mann (beide sind so Anfang 60) in ihrem ziemlich großen Anwesen (allein das Wohnhaus dreifach so groß, wie man es so von deutschen Häusern gewohnt ist, allerdings eben einstöckig). Es gab Rinderbraten vom der frisch geschlachtetem Rind, leckere Kartoffeln und Gemüse, dazu Brombeer-Blaubeer-Saft und als Nachtisch Pavlova mit Erdbeeren (Pavlova ist eine Art Baisser mit Creme und Früchten drauf). Ein sehr gesundes, und obendrein sehr leckeres Mahl also, davon hatte ich in den letzten Monaten nicht allzu viel.

Nach dem Essen haben wir drei dann das berühmte „Post-it“-Spiel gespielt, wo man ein Klebeband an den Kopf kriegt mit einer Person drauf, die man dann mit Fragen rauskriegen muss. Wir haben „nur“ 2, themenbasierte, Runden gespielt, die ich kurz wiedergeben möchte:

in Runde 1 musste die Person irgendwas mit Deutschland zu tun haben.

Ich wählte Martin Luther für Liz, sie Goebbels (geschrieben „Göbals“) für ihren Mann und der für mich… naja, werdet ihr sehen…

Nach etwas Fragerei hatte ich meine Person nämlich schon ziemlich eingeschränkt: ein männlicher deutscher Kriegsheld der Marine des 1. Weltkrieges, der kein Politiker war, nach dem Schiffe benannt wurden und auf den ich partout nicht kommen wollte. Letztlich gab man mir noch den Tipp, er sei Admiral im Ersten Weltkrieg gewesen. Nun, Tatjana, wer könnte das sein? Ich hatte keinen blassen Schimmer…

Als ich dann die Lösung sah, musste ich erstmal lachen – ich war Bismarck! Schade bloß, dass der gute Otto 25 Jahre vor dem Ersten Weltkrieg der Welt entschwand, ein Politiker und kein Admiral war, und, soweit ich weiß, auch nicht sonderlich im Krieg als Soldat geglänzt hat, wenngleich natürlich die Benennung nach Schiffen richtig ist. Naja, als besserwisserischer Deutsche musste ich natürlich erst einmal aufklären – aber halb so schlimm.

Die zweite Runde hatte dann Neuseeland-Themen – diesmal nicht nur Personen. Ich war die „Amuri Area School“, auf die ich relativ schnell kam, während „Lemon & Paeroa“, welches ich Liz‘ Mann gab, sich als harte Nuss erwies. Aber wir kamen alle relativ schnell auf unsere Löungen.

Danach zeigte mir Liz noch die Farm. Sie haben dort, zur richtigen Zeit, ca. 800 Kühe, sind aber kein Milchbetrieb, sondern schlachten die armen Tiere. Das Ergebnis in Form des Dinners war aber sehr delikat. Vegetarier bin ich hir nicht geworden!

Neben Fleischproduzierung werden auch Milchkühe aufgezogen und dann weiterverkauft an die Milchproduzenten – wenn sie keine Milch mehr geben wollen, kommen sie unters Schlachtbeil – wie grausam!

Die Farm ist jedenfalls wunderschön gelegen und ich habe den Spaziergang in der Dämmerung echt genossen und dabei – am vorletzten Tag – erst realisiert, wie schön doch eigentlich der Sonnenuntergang in Culverden ist.

War also ein sehr gelungener Abend, der auch guten Gesprächsstoff bot – mein Englisch ist ja mittlerweile fließend genug dafür.

Morgen gibt es dann die „Prizegiving Ceremony“ also nochmal sowas Ähnliches wie heute, und danach am Nachmittag eine Lehrer-Party, die sicher auch noch ganz cool wird. Dort heisst es, dann „Tschüss“ sagen, genauso wie schon vorher den Kindern der Schule, die echt traurig sind, dass ich gehe (ja, tatsächlich). Ich werde morgen in alle Klassen gehen und den Kindern den Abschied noch mit ein paar Süßigkeiten versüßen 😉

Ich werd mich dan morgen nochmal melden, auch mit der genauen Reiseroute – und übermorgen gehts dann auch schon los!

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