Das letzte Wochenende!

Lustig, gestern hatte ich plötzlich mehr als 100 Besucher hier – dabei habe ich doch nichts Interessantes geschrieben.

Aber ich mache jetzt mal mit Neuseeland weiter und widme mich (den) letztem Wochenende.

Begonnen hat der Samstag mit meiner Fahrstunde. Ich bin also nach Rangiora gedüst, der ersten wirklichen Stadt, kann man sagen, vor Christchurch, und mich dort mit Scott, meinem Fahrlehrer getroffen. Er wartete beim Parkplatz des New World Supermarktes, den ich problemlos fand. Bei der Einfahrt auf den Parkplatz machte ich dann quasi erstmals – zu meinem Vorteil – Bekanntschaft mit der, so Scott, auf der Welt einzigartigen Verkehrsregel, dass, wenn 2 sich entgegenkommende Vehikel in dieselbe Straße abbiegen, derjenige mit dem weiteren Weg (der die Gegenfahrbahn queren muss) Vorfahrt hat. Nach ein paar Sekunden hatte ich es jedenfalls begriffen, als sich die Autos hinter dem Auto stauten, dass für mich so überraschend anhielt…

Nach Scotts Aufnahme ins Auto und seinem Lob über mein „tidy car“, ging es auch schon gleich los, erst ein bisschen Überlandverkehr und am Ende durch die Stadt. Jetzt weiss ich auch, was man im Kreisel machen muss (links: beim Einfahren links, beim Rausfahren rechts; gradeaus: beim rausfahren rechts; rechts: beim einfahren rechts, beim rausfahren rechts blinken).

Es war keine Prüfungssituation, aber er hat mich in diversen Dingen bewertet. Eigentlich war ich überall sehr gut und sehr reaktionsschnell was potenzielle Gefahren anging; mir wurde nur nahegelegt, die Geschwindigkeit im Auge zu behalten und den Seitenspiegel mehr zu benutzen (was ich extra gemacht hatte, bloß sieht man das durch meine Sonnenbrille eben nicht).

Naja, danach habe ich noch eingekauft, u.a Schokolade, die nach einer halben Stunde dann auch schon geschmolzen war, und habe mich auf den Weg nach Cheviot gemacht.

Cheviot ist sozusagen Konkurrenzort zu Culverden. Hat die einzig andere Area School im Hurunui-Distrikt, etwas mehr Einwohner und ist auch Sitz des Hurunui-Councils, liegt auf etwa gleicher Höhe wie Culverden an der State Highway 1, hat also meist noch etwas mehr Durchgangsverkehr als Culverden. Getrennt sind diese beiden Orte von einer Hügelkette, der Lowry Peaks Range, die man von hier gut sehen kann – und durch die (fast) keine Straße hindurchführt, doch dazu später.

Da Cheviot nahe am Meer liegt, ging es zuerst in die nahe Gore Bay, wo ich mal wieder den Pazifik bestaunte und etwas am Strand lang spazierte. Aber nichts Erwähnenswertes. darum bin ich bald nach Cheviot gefahren. Nicht, weil es da irgendwas Besonderes gibt, aber ich wollt einfach mal da gewesen sein 😀

In Cheviot angekommen habe ich mir erstmal eine Tankstelle gesucht – mein Kilometerstand war nämlich schon auf 440 – so hoch wie sonst nie. Maximal 500 geschätzt schafft mein Wagen mit einer Füllung. Problem nur, dass beide Tankstellen in Cheviot geschlossen hatten – samstags um 17 Uhr. In Culverden wäre das nicht passiert. Was machec ich nun – war meine Frage?

Die Strecke zurück nach Süden und dann nach Culverden ca. 90km, die Strecke nordwärts und dann nach Culverden ca. 80km. Beide, soweit ich dachte, ohne Tankstellen an der Seite.

Als Rettung fiel mir jedoch ein, dass eine kleine, treffend „Random Spur“ genannte Straße durch die Hügelkette führt. Bin also die Straße gefahren, die ersten paar Hundert Meter noch Asphalt, dann Kies und dann fast garnichts mehr. Hatte mich dann (natürlich) erst wieder verfahren und stand vor einem verschlossenen Gatter – und wenden konnte ich auch kaum, weil die Straße an beiden Seiten sehr eng war und leider von einem tiefen Graben gesäumt wurde. Wenden musste ich aber. Eine verdammte Kurbelarbeit. 10cm nach vorne fahren, total gegenlenken, 10cm zurück fahren, total gegenlenken, ….

Das ganze bestimmt 10.mal, bis ich meinen Honda letztlich um 180 Grad gedreht hatte. Dann ging es auf die richtige Straße – naja Pfad ist treffender. Zu Beginn kam noch der Hinweis, diese Straße sei nicht „maintained“, also in irgendeiner Hinsicht überwacht und präpariert. Das stellte sich schon nach 100 Metern als wahr heraus. Schlaglöcher so tief wie mein Reifen sorgten für eine ziemliche Ruckelpartie. Nach weiteren 100m habe ich lieber kleinbei gegeben und gewendet. Wäre ich da nicht sehr wahrscheinlich stecken geblieben, so wäre das Auto auf andere Weise beschädigt worden (die Reifen sind ja grade nagelneu). Außerdem, niemand kommt vermutlich diesen Weg, und Handyempfang hätte ich dort auch nicht gehabt. Also lieber umkehren.

Das Sprit-Problem blieb aber ja. Jetzt hätte ich vermutlich schon ziemlich zitttern müssen, das ungefähr 60km entfernte Kaikoura zu erreichen. Aber was blieb mir anderes übrig, diesen Weg in Kauf zu nehmen. Dazu kam es dann allerdings nicht, denn in der kleinen Ortschaft Parnassus gab es ein Raststätte mit einer Zapfsäule in Betrieb, wo ich spürbar von einer Last befreit, neuen Sprit tankte. Ca. 1 km hinter dieser Raststätte war dann auch die Abzweigung nach Waiau, bzw. eben Culverden, so habe ich keinen Umweg gemacht. Das ist jetzt nicht sonderlich interessant, musste aber raus 😀

Weiter gehts mit dem etwas interessanteren Sonntag. Ich war nämlich ein letztes Mal in Christchurch. Dort fand nämlich auch die Santa-Parade statt, ein bunter Umzug, der viele Menschen in die Stadt lockte. Neben einer Strecke von 1,6km durch die Innenstadt wimmelte es von Menschen, die der Parade zusehen wollten. Jetzt ein Erdbeben wäre verheerend gewesen 😀

Man kann sich diese Parade ungefähr wie den Herforder Visionsumzug vorstellen, bloß etwas kitschiger und deutlich größer. Thema ist natürlich „Christmas“. Die Parade wird jährlich von der Haushaltswaren-Kette Smiths City organisiert und Teilnehmer sind vor allem Vereine, ethnische Gruppen und Unternehmen aus dem Großraum Christchurch. Oft sind die Uumzugswagen von Märchen inspiriert (so gab es Schneewittchen, Dornröschen, Pinocchio uvm,) oder Fernsehserien und -filmen (das Auto von Knight Rider, ein ziemlich echt aussehender Podracer und Darth Vader mit Sturmtruppen, Superman uvm.). Teilweise auch diverse akrobatischen Vorführungen, wie Ballet, Tanz, springende Biker und und und.

Witziges Highlight war ein Feuerlöschwagen vom Christchurcher Flughafen, der regelmässig die am Straßenrand sitzenden Besucher nass gespritzt hat – mich zum Glück nicht. Kann man jetzt alles schwer beschreiben, ich lad mal noch ein paar Bilder hoch für einen kleinen Eindruck. Waren laut Zeitung 80 verschiedene Wagen, mir kamen es aber deutlich mehr vor. Fast 2h hat es gedauert, bis alles an mir vorbeigezogen war.

Den Abend verbrachte ich dann mal wieder in Hanmer, wo ich nach einem schönen Bad auch noch etwas tun musste, was ich bisher garnicht getan habe. Die Vegetarier mögen mich dafür hassen, aber während meiner Zeit hier in Neuseeland habe ich noch überhaupt kein Lamm gegessen. Das hatte ich dort nun nachgeholt und durfte es sogar selbst braten, auf einem Mini-Steinofen auf dem Teller. Hat aber klasse geschmeckt!

Ein würdiger Abschluss also für das letzte Wochenende – samstag geht es dann endlich los. Morgen steht erst einmal aber noch eine Gipfelbezwingung an. Ich begleite die Exkursion der Klassen 4-6 auf den Mount Culverden. Sehe ich mal Culverden noch von oben – wusst garnicht, dass man den besteigen kann. Evtl. besteige ich sogar noch den ungleich höheren Mount Isobel, Hausberg von Hanmer Springs, mit einer kleinen Abkürzung versteht sich, die ich ebenfalls am Sonntag entdeckt habe, fällt mir gerade noch ein. Bin nämlich den „Jacks Pass“ gefahren, eine ziemlich kurvige, extrem steile Schotterpiste, die sich die Berge bei Hanmer Springs hinaufwindet. Im Winter führt sie zu einem Skigebiet dort, im Sommer führen von ihr zwei Wege mitten durchs Gebirge nach Saint Arnaud bzw. Blenheim ab. Während erstere nur für Allrad geeignet ist, wäre letztere auch für mein Auto geeignet. Und Blenheim heisst ja sogar mein erstes Reiseziel. Bloß leider führt die Strecke über eine Farm – die Molesworth Station – eine der größten Schaffarmen Neuseelands, direkt einsam im Gebirge. Die Strecke ist für die Öffentlichkeit leider erst ab dem 28. Dezember geöffnet – schade eigentlich, das Panorama wäre echt schön gewesen.

So, jetzt ist genug… Muss noch meine Rede vorbereiten, die ich Donnerstag vor 400 Leuten, also quasi ganz Culverden, halten darf…

Hier noch ein paar Fotos – darunter auch 2 von den Sechtklässlern der Grundschule, die nächstes Jahr die Straßenseite wechseln, also in die Secondary School kommen. Eine kleine Erinnerung für mich – ich habe heute von fast jedem Kind ein Foto gemacht, aber die werde ich hier nicht veröffentlichen. Drum müsst ihr Euch mit dem Gruppenbild vom Großteil vom Room 5 zufrieden geben erstmal…

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