Tag 2-4 in Sydney

Weiter geht’s mit Sydney und meinen Erlebnissen dort. Wo war ich gleich stehen geblieben?

Achja, am zweiten Tag hier in dieser vielfältigen Stadt, die mir immer besser gefällt.

Dort machten wir am Morgen eine „Free Tour“. Ein Guide, in unserem Fall eine junge Studentin, führt eine Handvoll (max. 30) Interessierte völlig kostenfrei (wenn man sich nicht erbarmt, ein Trinkgeld zu geben) durch die Stadt zu interessanten Plätzen, die man sonst wohl kaum gesehen hätte. Ganz zu schweigen von den vielen interessanten Geschichten über Sydney und die angesteuerten Orte. Vieles hatten wir bereits am Vortag gesehen, aber lohnenswert war es trotzdem.

Drum gab es auch ein Trinkgeld und eine Empfehlung meinerseits an Euch: wenn ihr in Sydney seid, macht eine „Free Tour“!

Was haben wir am Nachmittag gemacht? Da muss ich schon fast etwas nachdenken. Die letzten Tage waren nämlich etwas ungefüllt zu meinem Bedauern, doch dazu später.

Jetzt fällt es mir wieder ein, wir (Markus und Ali, ein Brasilianer, der hier im Hostel auch ist und schon bei der Tour dabei war) haben uns eine Fähre zur Watsons Bay genommen. Das ist eine Bucht am Ende des großen Naturhafen von Sydney (übrigens der weltgrößte Naturhafen), kurz vor dem offenen Meer. Das haben wir dann auch gesehen, mit Blick nach Neuseeland, das man aber natürlich nicht sehen kann. Doch ziemlich genau in der Richtung liegt Auckland, bloß über 3000 Meilen entfernt. Nach ein bisschen Chillaxen (Relaxen + Chillen) an einem Nudisten-Strand (:D) ging es dann noch einmal um den South Head, die wirklich letzte Spitze des Festland-Australiens vor dem offenen Meer. 500M weiter nördlich ist der North Head nahe Manly, und zwischen diesen beiden Felsbegrenzungen geht es vom „Sydney Harbour“ ins offene Meer. Geschwommen sind wir dort nicht, eine Malerin an einem Strand zuvor hatte uns gewarnt, dass sich gerne Haie in die kleinen Buchten dort bewegen. Oft sieht man auch Netze, nicht nur gegen Haie, sondern auch gegen andere gefährliche Seetiere. Ob es nun ein Steinfisch oder eine Seewespe ist, ein blaugeringelter Oktopus, eine besondere Schnecke oder eine Seeschlange, ein Hai oder Stachelrochen – man kann auf viele Weisen hier in den Gewässern vor Sydney ums Leben kommen. Immerhin gibt es hier keine Salzwasserkrokodile, die kommen nur weiter nördlich vor…

Den Abend verbrachten wir dann noch, wie im Vor-Beitrag angekündigt, in 2 Bars. Über den Alkoholkonsum bin ich immer noch nicht hinweggekommen, ich kann gar nicht mehr einschlafen, so schlimm ist das…

 

Gestern war dann ein weiterer Gammeltag. Was ich alles so schreibe, mag sich zwar viel anhören, tatsächlich könnte man aber noch sehr viel mehr machen. Und da ich hier nun nur 10 Tage bin insgesamt, wäre mir ein straffes Programm lieber.

Aber wie dem auch sei, irgendwann am späten Morgen ging es dann Richtung ein paar Museen, da es hieß, wir wollten um 14 Uhr an einen Strand. Geschafft haben wir immerhin eineinhalb Museen. Ich hatte es letztens schon geschrieben, aber das ständige Warten, weil irgendwer irgendwelche Sachen nicht auf die Reihe kriegt, nervt mich ziemlich an….

Zuvor gab es jedoch noch eine Rundfahrt mit der Monorail – wie es sich gehört hat nämlich Sydney auch eine Magnetschwebebahn, die so knapp 10 Meter hoch durch die Innenstadt verkehrt. Eröffnete ein paar ganz nette Ausblicke, bevor wir mit dem Museumsprogramm begannen.

Wir waren jedenfalls im Museum der Australischen Münzbank, wo eine Austtellung über die Dollar-Noten zu sehen war.

Schon gewusst, dass die australischen Dollar-Noten die weltweit ersten auf Polymer gedruckten Geldscheine waren? Und das Australien diese Technologie mittlerweile in 27 andere Länder, darunter auch Neuseeland, exportiert hat?

Ich persönlich finde die Australischen Dollar, insbesondere das Münzgeld eh sehr interessant. Das 2-Dollar-Stück hat nämlich etwa die Größe einer 1.Cent-Münze in Deutschland, ist bloß etwas dicker und golden. Am Anfang hatte ich die immer für 2 Cent gehalten, nun weiß ich es besser. Je kleiner die Werte werden, desto größer werden die Münzen. Komisch, finde ich!

 

Danach ging es noch schnell durch die „Arts Gallery of NSW“ (New South Wales – Bundesstaatm wo Sydney liegt), wo australische Kunst und europäische des Mittelalters ausgestellt sind. Meine Mitreisenden schien das jedoch nicht allzu sehr zu interessieren, sodass wir das baldig wieder verließen, war mittlerweile aber auch schon fast 14 Uhr. Ich werde jedoch wiederkommen, Grund ist nämlich eine spezielle Ausstellung, die zwar kostet (sonst ist die Galerie kostenfrei), aber der riesigen Schlange vor dem Ticketschalter nach wohl durchaus sehenswert ist.

Vielleicht habt Ihr schon einmal etwas von der chinesischen Terrakotta-Armee gehört? Ein paar Krieger dieser Armee und andere chinesische Ausstellungsstücke werden in dieser Sonderausstellung für kurze Zeit gezeigt. Und bis ich nach China komme, wird wohl noch etwas Zeit vergehen…

 

Wie schon erzählt, um 14 Uhr sollte es zum Strand gehen, in unserem Fall den berühmten „Bondi Beach“ (sprich Bondai). Von 14 Uhr dauerte es dann aber ganze 4h, bis wir dort ankamen. Ziemlich nervig. Neben Ali und Markus kam auch noch eine Chilenin, Javiera, mit uns, deren südamerikanischen Freunde dort auch mit am Strand waren. Aber das ganze nervige Prozedere erspare ich Euch mal, irgendwann waren wir dann dort am Strand, den man vor lauter Menschen kaum noch gesehen hat. Ein doch ziemlich großer Strand, doch so viele Menschen an einem Strand sind doch etwas Neues. Der Strand hat zwar keine Hainetze, aber ich sprang trotzdem schnell ins angenehm kühle Nass. Der potenzielle Menschenfresser hätte bei diesem Angebot auch die Qual der Wahl. Neben den ganzen Schwimmern ist Bondi Beach vor allem ein beliebter Platz für Surfer, die auf den doch recht hohen Wellen reiten. Die Wellen werden an die 2m hoch und es macht richtig Spaß sich dort hineinzuwerfen und so weiter. Es war jedenfalls noch ein ganz schöner Spätnachmittag, auf den ich jetzt nicht weiter eingehe.

Trotzdem hat mich der Tag, auch wenn hieraus vielleicht nicht ersichtlich, ziemlich angenervt, weshalb ich entschlossen habe, heute alleine loszuziehen. Das habe ich auch gemacht!

Nach knapp 10 Tagen Reisen mit anderen, brauchte ich das auch mal wieder. Alleine reisen ist für mich jedenfalls deutlich angenehmer. Trotz des späten Aufstehens habe ich auch einiges geschafft heute. Der Tag war vor allem sehr maritim – und von Haien geprägt.

Zuerst ging es zum Darling Harbour, dem Haupt-Vergnügungskomplex Sydneys. Dort ringen diverse Museen, ein Aquarium und Zoo, ein Imax-Kino mit der weltgrößten Leinwand, unzählige Restaurants und Bars, dazu im Moment auch ein Zirkus, und noch Tausend andere Sachen um die Gunst der mehr oder minder liquiden Besucher. Aufgrund meiner Liquidität ging es erst einmal in ein kostenfreies Museum. Im „National Maritime Museum“ werden vor allem Schiffe und alles was zur Seefahrt dazugehört, gezeigt. Für Kosten kann man dann auch noch diverse Schiffe besichtigen, aber das musste nicht sein. Es gab jedoch noch eine spezielle Sonderausstellung über „Haie“, die sehr interessant und auch amüsant war. Jetzt sind mir erst die wirklichen Ausmaße eines Weißen Hais bewusst bzw. der anderen Verwandten (die sind nämlich richtig groß) und ich weiß genau, welche Art wieviele Menschen angegriffen oder getötet hat. Unter jeder dieser Fakten stand jedoch ein cooler Spruch, dass so und soviel mehr Menschen jedes Jahr von Rehen und Möwen, Toastern und Bügeleisen getötet werden. Ein interessanter Spruch mal frei übersetzt über den Blauhai:

„die Chance überhaupt einem Blauhai zu begegnen ist 500mal kleiner als mit einem Flugzeug abzustürzen und dabei umzukommen – wenn man den Absturz jedoch überlebt, so wird dieser Hai mit großer Wahrscheinlichkeit der Erste sein, der „Hallo“ sagt! Sehr ermunternd!

Ein weiteres Highligt war noch ein Propaganda-Video gegen Hai-Fehlalarme. Stühle, Toaster oder Drachen (zum Fliegen lassen) werden als Haiflosse gesehen und alle verlassen entsetzt das Wasser. Am Ende dann Großaufnahme dieser Dinge und der Spruch, dass jedes Jahr so und so viele Menschen durch Stühle, Drachen oder Toaster ums Leben kommen…

Lebendige Haie gab es dort jedoch nicht zu sehen. Die sollte ich jedoch später noch zu Gesicht bekommen. Es ging nämlich irgendwann nach Manly, wo ich vorhatte, das „Oceanworld“.Aquarium anzusehen. Im Darling Harbour gibt es nämlich das Sydney Aquarium und Wildlife World, wo ich eigentlich reinwollte, von der langen Schlange abgeschreckt, bin ich jedoch nach Manly gefahren. Das dortige Aquarium, der Sydney Tover (309m hoher Fernsehturm!) und die beiden anderen genannten Attraktionen haben ein gemeinsames Ticket, was ich mir in Manly dann geholt hatte. So vermeide ich die lästigen Wartezeiten am Darling Harbour, in Manly ging es nämlich schnell. Manly liegt jedoch auf der Sydney gegenüber liegenen Landseite, auf einer schmalen Landzunge, die bald darauf mit dem schon erwähnten „North Head“ endet.

Die Fährfahrt bot mal wieder hervorragende Foto-Möglichkeiten des Hafens und schon bald fand ich mich im Aquarum wieder, dass aber eher eine Enttäuschung war. Bis auf den in heutigen Aquarien schon fast Standard zu seienden Haitunnel fast gar nichts. Man kann dort für Aufpreis mit den Haien tauchen – es sind zwar große, aber recht ungefährliche Sandtigerhaie. Aber nichts für mich. Relativ schnell hatte ich das Aquarium durch und erkundete noch die Meerseite (zum offenen Meer hin) Manlys, wo auch der Manly Beach liegt, der zweite große Strand Sydneys, der fast noch voller war als Bondi Beach am Tag zuvor. Dann ging es mit der Fähre zurück, irgendwann war ich wieder im Darling Harbour. Die Wildlife World hatte zwar schon geschschlossen (ein andermal), dafür konnte ich direkt an der Schlange vorbei ins Sydney Aquarium marschieren, den zweiten an diesem Tag. Und dieses Aquarium lohnt sich wirklich! Ist allerdings ja auch das angeblich weltgrößte. Neben allen möglichen australischen Spezies von Groß bis Klein, Haitunneln, Rock Pools und so weiter, gibt es auch ein paar wirkliche besondere Tiere, die ich noch nie gesehen hatte.

Darunter das Schnabeltier (das wohl rätselhafteste Tier auf Erden, googelt mal) und Dugongs (Seekühe). Möchte Euch jetzt nicht über jeden Fisch erzählen, drum komme ich mal langsam zum Ende. Den Tag ausklingen lassen habe ich noch im Kino mit dem Film „Gullivers“ in 3D. Die Adaption von Swifts „Gullivers Reisen“ ist wirklich ziemlich witzig und empfehlenswert.

Nun sitze ich hier im Hostel und habe diesen Aufsatz geschrieben. Den Markus habe ich, bis auf heute Morgen, noch nicht gesehen, soweit ich weiß, tourt er mit den Partybus durch Sydney bei Nacht. Na dann mal Prost! Da geh ich lieber ins Kino…

 

Morgen ist dann dieses Jahr auch schon zu Ende, ein sehr wechselhaftes Jahr mit vielen Veränderungen, Guten und Schlechten, Kleinen und Großen, Erfolgreichen und Mißerfolgreichen. Aber an und für sich ein gutes Jahr. 2011 wird aber noch besser, denke ich. Ist ja schließlich auch das letzte volle Jahr, bevor die Welt, wie Ihr sie kennt, untergeht….

 

Euch allen ein schönes Neues Jahr: kommt gut rein und haltet an Euren Vorsatz fest, auch weiterhin meinen Blog zu lesen.

Und vielleicht schaltet ihr am Nachmittag mal den Fernseher ein (14Uhr – es sind 10h Zeitunterschied) und schaut das Feuerwerk Sydneys an – größtes Feuerwerk der Welt. Es wird ziemlich cool werden, denke ich, ich hoffe nur, ich kriege auch einen vernünftigen Platz, und zwar hier im Hafen, möglichst mit Blick sowohl auf Brücke als auch Oper. Das heißt allerdings Opfer bringen, ich werde wohl schon gegen frühen Nachmittag mit Lebensmitteln bewaffnet zu meinem favorisierten Aussichtspunkt losziehen müssen und dann etliche Stunden warten (der Zugang zu vielen Gebieten ist nämlich begrenzt und kontrolliert, grade zu den besseren, wo ich hin will).

Aber es wird sicher einzigartig episch!

 

Bis dann, im Neuen Jahr, 2011!

 

 

 

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Erster Tag in Sydney

Nein! Ich habe es getan! Ich habe es wirklich gemacht! Ich weiß nicht, wie es dazu kommen konnt! Ich habe ALKOHOL konsumiert – das erste Mal seit ziemlich genau 5 Monaten. So lange war ich abstinent – und genauso lange wollte ich auch noch abstinent bleiben. Aber in einer vollen Bar, angestachelt von Werbung und aufgepeitscht durch Musik konnte ich nicht widerstehen. Es war jedoch nur ein Drink, ein Einziger. Ob der erste und letzte hier in Sydney, wird sich aber noch zeigen… Ich war jedenfalls eben mit meinem Reisepartner Markus in einer Bar, wo wir Livemusik bzw. Disomukke gelauscht haben, den besagten Drink konsumiert haben und etwas vom anstrengenden Tag erholt haben. Aber „back to the roots“ – zum Beginn unserer Sydney-Experience sozusagen. Der Flieger ist (wie man hieran erkennen kann) trotz einiger Turbulenzen (deswegen die Rechtschreibfehler im letzten Beitrag ;;)) sicher am Flughafen Sydneys gelandet, wo wir dann die deutlich lascher als erwarteten Einreisekontrollen erfolgreich passiert haben. Dem Formular, das alle Einreisenden ausfüllen mussten, wurde nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt, obwohl ich doch angegeben habe, mit Frischwasser verseuchte Kleidung (aka Badehosen), hölzerne Artikel (ein Schachspiel) und mit neuseeländischer Erde kontaminierte Schuhe einzuführen. Vom Flughafen machten wir uns dann auf den Weg in die U-Bahn, die uns ins Stadtzentrum bringen sollte. Diese ist vielleicht nicht so groß wie in London, steuert aber alle wichtigen Punkte an. Wir stiegen dann an der „Town Hall Station“ mitten im CBD (Central Business District) Sydneys aus un fanden uns umgeben von riesigen Wolkenkratzern, die teilweise über 200m in den Himmel ragen. Der war übrigens schwarz, denn es war mittlerweile 22 Uhr nachts, und begrüsste uns mit prasselnden Regen, den ich hier eigentlich nicht erwartet habe. In den Nachrichten habe ich ja kurz gelesen, dass weite Teile Australiens aber überschwemmt worden sind und hungrige Krokodile auf der Jagd nach Menschenfleisch sind. Jedoch nicht hier in Sydney! Auch wenn es hier genug Menschenfleisch gibt… Sydney beherbergt nämlich offiziell 3,75 Millionen Einwohner – zählt man also noch all die Touristen hier hinzu, so leben hier locker so viele Menschen wie in ganz Neuseeland! Leider fanden wir (war ja klar) nicht den Weg zu unserem Hostel, bis wir nach langem Umherirren durch den strömenden Regen und erfolgloser Fragerei einen Asiaten fanden, der mittels Iphone-Internet uns helfen konnte. Ein Hoch auf die heutige Technologie, die sogar schon so abgelegenen Inseleinchen erreicht hat. Im Hostel angekommen fande ich dann meine Erwartungen bestätigt, aber immerhin meine Befürchtungen nicht erfüllt.Trotzdem ist es gewöhnungsbedürftig, mit 15 anderen Leuten in einem Raum zu schlafen, wo fast die ganze Nacht das Licht an ist, Leute kommen und gehen, im Schlaf diverse Geräusche von sich geben oder sich einfach mal laut unterhalten, während andere schlafen wollen. Die Betten sind natürlich unbezogen – was wir als Bettzeug bekommen haben, ist aber ebenso bisher für mich einzigartig. Plastiküberzogene Kopfkissen, ein Bettlaken zum Drüberwerfen und keine wirkliche Bettdecke, sondern nur ein weiteres Laken und darüber eine wie selbstgehäkelt aussehende dünne Wolldecke. Aber es reicht aus zum Schlafen. Die aus Testberichten hervorgehenden dreckigen Sanitäreinrichtungen bestätigten sich zwar nicht (wobei mein Schmerzfaktor dort auch hoch ist :D), aber alles hier schaut ziemlich schmuddelig aus. Unfreundliche Rezeption, ein Witz von einem Aufenthaltsraum und zwar freies, aber (außer vor der Rezeption, wo es nur eine Bank mit 4 Sitzen gibt) selbst für einfachste Dinge ungeeignetes Internet. Wenn ich jetzt noch daran denke, wie viel ich jetzt über Silvester hierfür bezahle… Aber naja, nützt alles nichts, „Sydney Backpackers“ war noch das einzige Hostel, was überhaupt frei war. Nun weiß ich auch, warum! Aber zurück zu Sydney. Eine großartige Stadt! Ich war ja schon in Berlin und Rom, Paris und London – doch Sydney ist bei weitem lebhafter. Kommt mir vielleicht nur so vor, weil die Stadt jetzt vor Silvester ohnehin aus allen Nähten platzt, doch die Menschenmengen, die sich jeden Tag durch die Straßen schieben, sind unvorstellbar. Sydney lässt auch keine Wünsche offen. Wer gerne „shoppt“, der wird hier wunschlos glücklich werden, egal ob günstig oder luxuriös, Gleiches gilt für das Essen. Äußerst günstig bis übertrieben teuer. So ist das halt in Metropolen! Und diese Metropole haben wir dann am ersten Tag nach unserer Ankunft in der Vornacht schon einmal ausgiebig per Fuß erkundet. Die Entfernungen sind nämlich nicht sonderlich groß, sodass man trotz all der Busse, U-Bahnen und Fähren meist noch bequem zu Fuß gehen kann. Zuerst ging es aber „Shoppen“. Markus wollte einen Rucksack einer bestimmten Marke und ich eigentlich gar nichts. Wir hielten jedoch beim dreistöckigen (!) Apple-Store an, wo bereits hunderte Menschen die neuesten Produkte (iPad, MacBook, iPhone, …) betatschten, begutachteten, bestaunten und vielleicht sogar bezahlten. Auch ich verließ den Store nicht ohne Geld gelassen zu haben. Ich brauchte neue Kopfhörer für den Ipod, die alten nämlich wurden, wie man sich denken könnte, beim Einbruch in mein Auto geklaut, nicht allzu schlimm, so kaputt sie waren. Jetzt habe ich auch qualitativ hochwertigere (Sennheiser)und bin ganz erstaunt, wie gut Musik über Kopfhörer doch klingen kann. Das war aber bisher mein einziges Weihnachtsgeschenk! Den Rest des Tages erkundeten wir dann noch Sydney – Opernhaus und Harbour Bridge, Kirchen und alte Regierungsgebäude, das historische Viertel „The Rocks“ und die pulsierenden Massen hier nebenan auf der Hauptstraße, wo man kaum ein normales Auto, sondern hauptsächlich nur Taxen sieht. Auch bei Nacht, wo wir enttäuscht feststellten, dass das Opernhaus gar nicht beleuchtet war. Doch ein Blick in der Nacht auf all die Hochhäuser hat auch was! Da wir am nächsten Tag den gleichen Weg quasi noch einmal machten, erspare ich mir mal Details und hebe sie dafür auf. Heute haben wir nämlich eine, völlig kostenlose, aber doch fast 4-stündige sehr interessante Führung durch Sydney gemacht, wo viel Wissenswertes vermittelt wurde. Ich muss mich entschuldigen, ich schreibe immer etwas zeitversetzt: was ich geschrieben habe war jetzt eigentlich nur für den ersten Tag. Was gestern (außer Alkoholkonsum) und heute abging, werdet ihr aber auch noch erfahren 😉

Die Weihnachtstage und davor

Wird mal Zeit wieder was zu posten, aber ich hatte die letzten 4 Tage kein Internet. Bin aber gut hier in Sydney angekommen – das ist echt ne Wahnsinns-Stadt! Was ich hier erlebe, darauf müsst ihr Euch aber noch gedulden.

Habe allerdings auf den Flug hierhin massig geschrieben, das ich Euch jetzt hierhin kopiere. Stammt also vom 26 Dezember, irgendwo über der Tasmanischen See um ca. 18 Uhr. Viel Spaß beim Lesen und Mit-Trauern !

Ist ja schon Tage her, dass ich das letzte Mal was geschrieben habe. Das hole ich jetzt nach – im Moment des Schreibens jetzt (Vorschreiben in OpenOffice) bin ich jetzt hoch über den Wolken (10323m um genau zu sein) – mit einer Geschwindigkeit von 850km/h düsen wir mit unserem Airbus A320 nach Sydney, das noch 1725km entfernt ist. Also noch ein klein wenig Zeit zum Schreiben. Es ist zwar etwas wackelig grade, aber ich hoffe mal, dass keine Triebwerke ausfallen (ich fliege aber ja auch nicht mit Quantas) und wir heil australischen Boden berühren werden.

Es war aber schon ein komisches Gefühl eben am Flughafen. Direkt neben unserer Maschine stand der A380 von Emirates, mit dem es in schon 28 Wochen, ziemlich genau, nach Hause gehen wird.

Unser Airbus sah im Vergleich zu dem A380 aber echt winzig aus…

 

28 Wochen noch – hört sich viel an, ist es aber gar nicht. Bin . auch schon 22 Wochen hier – in knapp 3 Wochen habe ich die Hälfte rum. Aber wollen wir mal jetzt nicht drüber reden, sondern schreiben, was ich alles – seit ich Taupo verlassen habe – erlebt habe.

Leider nicht allzu viel Schönes!

 

Weihnachten ist nun vorbei, ich hoffe, Ihr hattet ein schönes Fest – für mich war es aber leider sehr unglücklich.

Als wir am 24ten (Heiligabend) morgens zu meinem Auto wollten, um noch eine kleine Tour durch die Gegend zu machen, kam erst einmal ein großer Schock.

Von weitem sah ich nämlich, dass Polizisten in der Gegend standen, wo mein Auto geparkt war. Beim näher kommen, dass diese genau bei meinem Auto standen. Falsch geparkt hatte ich nicht, kam mir also sehr verdächtig vor. Als ich dann ankam und die eingeschlagene Scheibe sah, wusste ich was passiert war…

Ein paar böse Buben haben in mein Auto eingebrochen und quasi alles gestohlen. Was, kann ich gar nicht alles auflisten. Unter anderem jedoch mein großer Rucksack, wo mehr als die Hälfte meiner Kleidung drin gelagert war, außerdem nicht unwichtige Dokumente wie Autoversicherung,-registration und Co. Darüber hinaus noch alle meine Jacken, mein Tennisschläger, Bücher, mein Schlafsack, meine Brille (habe nur noch Sonnenbrille zum Auto fahren) und anderes unwichtige Zeugs. Abgesehen hatte man es wohl vor allem auf das Autoradio, das natürlich ebenso weg ist.

Ipod, Handy, Kamera, Laptop, Pass und andere wichtige Dokumente hatte ich zum Glück mitgenommen. Beim Auto ist – wie schon gesagt – eine Scheibe kaputt, sowie die Beifahrertür, die sich nach misslungenem Aufbruchversuch gar nicht mehr öffnen lässt. Meine Autoversicherung zahlt dafür natürlich nicht – aber vielleicht kriege ich ein Teil meines Gepäckes ersetzt. Vielleicht tauchen die Dinge auch alle noch irgendwann auf – die Polizei meinte, die Chancen wären nicht allzu schlecht. Aber ich glaube nicht wirklich dran. Die Polizisten waren aber sehr nett und hilfsbereit und haben uns sogar bei meiner Versicherung vorgefahren (bin ich auch mal mit einem neuseeländischen Polizeiwagen gefahren), was mir aber nichts genützt hat. Die Fahrt mit dem Wagen durch die Fussgängerzone Napiers und all die Blicke auf uns waren schon ganz cool!

 

Aber meine Sachen kriege ich dadurch auch nicht wieder. Zum Glück ist momentan ja Sommer, denn sämtliche warme Kleidung ist nicht mehr da. Immerhin habe ich jetzt kein Problem mit dem Übergepäck mehr….

 

Wie dem auch sei, der Einbruch war sehr unglücklich und dazu noch Heiligabend, eine ungünstigere Zeit gibt es ja nicht. Unglücklich deshalb, weil ich eigentlich einen Parkplatz vom Hostel (bezahlt) hatte, dort aber nicht parken konnte, weil ein anderes Fahrzeug den Platz blockiert hatte. Und trotz meiner Einwände war das Auto 4 Stunden später immer noch nicht entfernt – da blieb mir nur übrig, wo anders zu parken. Unglücklich ist es weiterhin, weil sich der Einbruch nicht etwa nachts ereignet hat, sondern am hellichten Tage, kaum eine Stunde bevor wir das Schlamassel erreicht haben (um ca. 12 Uhr) Da hat sich gerächt, dass wir den Vorabend sehr lange in einem Pub verbracht haben – sonst wären wir viel früher aufgestanden…

Oder, dass ich auf meinen Blog Euch „Frohe Weihnachten“ (im Vorpost) gewünscht habe – in der Zeit war nämlich vermutlich grade der Einbruch….

 

Ungünstig deshalb, weil es natürlich Heiligabend war und kaum noch jemand geöffnet hatte, der mir helfen konnte. Wir haben das Auto noch mit einer provisorischen Scheibe versehen lassen können, die bisher auch ganz gut gehalten hat. Weitere Reparaturen werde ich dann nach Sydney erst in Angriff nehmen können – das ich jetzt fliege ist in dem Fall natürlich auch ungünstig. Nicht zuletzt, weil ich geschätzte 100 Seiten Formular für die Versicherung ausfüllen muss. Das wird noch heiter werden…

 

Aber Schluss mit dem Rumgeheule – es lässt sich jetzt auch nicht mehr ändern.

Wenden wir uns meinen anderen Erlebnissen zu, gleichwohl ich die – jedenfalls nach der Tat – nicht wirklich geniessen konnte.

Doch der 23te Dezember fing gut an, Jonas und ich verließen Taupo bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel, der uns nach 3 regnerischen Tagen noch einen schönen Ausblick über den See auf die Vulkane im Tongariro Nationalpark eröffnete. Dann ging es schon nach Napier, wo wir aber nicht sonderlich viel gemacht haben. Napier an sich ist aber eine schöne Stadt – ganz anders als die restlichen neuseeländischen Kaffs. Architektonisch schön, meine ich (für mich wird Napier immer einen faden Beigeschmack mit sich tragen). Nach einem verheerenden Erdbeben in den 1930er-Jahren wurde nämlich die komplette Stadt im „Art-Deco“-Stil neu erbaut. Was das genau ist, kann man mit der Suchmaschine seines Vertrauens rausfinden, ich bin da nicht so der Experte.

Die Stadt hat mich aber doch sehr an einen italienischen Küstenort erinnert. Gibt ja auch eine hervorragende italienische Eisdiele!

Wir sind an der Promenade etwas entlang geschlendert, haben das Besucherzentrum angeschaut und sind noch auf einen Aussichtspunkt auf einen nah gelegenen Hügel (Bluff Hill) gefahren, wo man einen guten Blick auf den Hafen Napiers hatte, wo sogar ein gar nicht mal so kleines Kreuzfahrtschiff angelegt hatte (hieß „Sun Princess). Auffallend sind dort aber vor allem die ganzen „Hamburg Süd“-Container. Nirgendwo bleibt man von Deutschen verschont…

 

Am Abend trafen wir uns mit einem Freund von Jonas. Der in dessen Projekt gearbeitet hatte, aber wohl in Napier wohnt – und er führte uns nochmal den schon erwähnten Hügel hoch, bloß zu Fuß über einen verborgenen, eigentlich illegalen Pfad, der direkt oberhalb eines hohen Wasserfalls endete und noch einmal bessere Ausblicke bot.

Abends trafen wir uns dann mit Daniel, ebenfalls ICJA-Freiwilliger, der in Napier die vergangenen Monate in einer Kirchengemeinde gearbeitet hat – sogar noch bis Weihnachten. In einem urigen Irish Pub haben wir dann ein bisschen geredet und später eine echt interessante Konversation mit einem echt komischen Vogel (ein Kiwi halt :D), der in einem Tipi (Indianerzelt) lebt und ein paar Pferde hat, auf denen er Touristen ausreiten lässt. Ich kann und möchte das interessante Gespräch jetzt nicht wiedergegeben, es war jedoch äußerst amüsant (ich habe auch fast nur zugehört).

Bis halb 2 war ich dann dort, bis ich direkt gegenüber in unser Hostel zum Schlafen ging.

 

Am anderen Morgen dann – wie schon in vielen Zeilen erwähnt – das böse Weihnachtsgeschenk!

Heiligabend war für mich insofern gründlich verdorben und nach Grobreparatur des Autos und nochmaligem Vorbeischauen bei der Polizei (um noch ein paar mehr abhanden gekommene Dinge anzuzeigen) ging nicht mehr viel. Erst einmal die Hiobsbotschaft in den deutschen Schnee senden und anderen ihr Weihnachten verderben und schonmal die Versicherung anschreiben.

 

Geplant war eigentlich, dass wir ab 16 Uhr an irgendeinen Strand „feiern“ wollten. Da aber irgendwie alle Leute so unorganisiert und unpünktlich sind, hat es bis 19 Uhr gedauert, bis wir loslegen konnten.Ich werde nimmer verstehen, wie man sich beim Einkaufen 10 Minuten darüber streiten kann, welche Reis-Sorte (obwohl man die für den Abend gar nicht braucht) man einkaufen soll…

 

Irgendwann waren wir dann jedoch am Zielort – allerdings erst einmal kein Strand, sondern ein Wasserfall samt Teich und Flüsslein. Während die Mutigen aus 4m Höhe überhalb des Wasserfalls in den eiskalten Teich sprangen, haben die Vernünftigen das beobachtet, festgehalten und schon einmal das Handy für etwaige Notfälle rausgeholt, die aber glücklicherweise nicht eingetreten sind.

Wir waren ingesamt 11 Leute. Neben Jonas, dem Daniel und mir auch noch die ICYE-Freiwilligen Miriam (aus der Schweiz), Suri oder sowas (aus Taiwan) und Eunhye oder auch Grace (aus Südkorea). Letztere kommt übrigens auch wie ich nach Auckland.

Außerdem waren noch 5 Leute, allesamt Deutsche, dort, die Daniel irgendwo aufgetrieben hatte.

Nach dem Bad (oder auch nicht) im Wasserfall ging es dann wirklich zum Strand – mittlerweile ging die Sonne schon unter. Am „Ocean Beach“ angekommen (dieser Strand ist etwa eine halbe Stunde von Napier entfernt) stellten wir dann erst einmal fest, dass „Feuer strikt verboten“ seien.

Wir fragten jedoch jemanden, der erlaubte, ein Feuer zu machen, sofern wir weit genüg von dem Dünengras wegwären. Nach dem Sammeln von Feuerholz hatten wir dann auch ein nettes Feuerchen, das gut wärmte – denn mittlerweile war es arg kalt geworden. Und so dunkel, dass man ohne auch fast nichts mehr sah.

Dort saßen wir dann also am Feuer, brieten unser mitgebrachtes Fleisch in einer kleinen Pfanne, die wir einfach ins Feuer stellten, unterhielten uns oder lauschten den Klängen einer mitgebrachten Gitarre. Die Suchti-Enten griffen auch noch zum Bier oder gar Schlimmeren…

Naja, war noch ganz ok also, doch Weihnachtsstimmung kam nicht auf. Weil es auch so kalt war (und wir falsch angezogen), bin ich mit den 3 ICYE-Mädels dann auch recht früh zurück zum Hostel gefahren – garnicht so einfach in der Dunkelheit, ohne den Weg zu wissen und seiner Sehhilfe (im wahrsten Sinne des Wortes) beraubt.

Das war mein Heiligabend und damit schon komplettes Weihnachten für mich. Da habe ich nächstes Jahr noch einiges nachzuholen.

 

Am nächsten Tag stellte Jonas dann fest, dass er seine Kamera verloren hätte, weshalb wir nochmal gen Süden zum „Ocean Beach“ fuhren. Die haben wir dort aber nicht gefunden. Da wir sowieso in der Gegend waren, sind wir noch einen größeren Hügel vollständig hinaufgefahren („Te Mata Peak“), von dem man wirklich eine großartige Aussicht über die „Hawkes Bay“ (so heißt die Gegend) mit ihren beiden großen Städten Napier und Hastings sowie dem grünen Umland und das Meer hat. Konnte also noch ein paar Fotos von dieser diebischen Gegend machen, ehe wir diese, mir schlecht in Erinnerung bleibende Stadt verließen, um nach Rotorua zu düsen, wo ich mich mit Markus treffen sollte, der grade 11 Reihen hinter mir hier im Flugzeug sitzt (es sind übrigens nur noch 685km dorthin). Statt über Taupo nach Rotorua zu fahren (und damit der bereits gefahrenen, langweiligen Strecke zu widmen), entschieden wir uns für den abenteuerlichen Weg. An der Pazifikküste entlang ging es Richtung Norden, nach dem größeren Örtchen Wairoa dann 150km durch recht unberürte Wildnis. Unser Weg führte uns nämlich durch den Te Urewera Nationalpark, dem größten der Nordinsel. Dort ist auch ein „Great Walk“, der um den See „Lake Waikaremoana“ führt. Sehr schöner See mit total klarem Wasser. An sich sind wir bis auf ein paar Fotostops aber quasi nur gefahren (bzw. bin ich) und nach 6 Stunden und mit äußerst wenig Sprit kamen wir dann gerade noch so in Rotorua an, wo ich leider bei BP tanken musste (die ignorier ich ja sonst, aber ging leider nicht anders… – denn 1. Weihnachtstag ist grade hier fast alles geschlossen).

Die Strecke war nämlich deutlich länger als erwartet. Es ging 120km über „Gravel Road“, teilweise sehr steil und kurvig. Aber wir sind gut und sicher angekommen, haben das Camp, wo Markus gearbeitet hat, gefunden („Lakes Ranch Camp“ und uns noch einen schönen Abend gemacht. Unter anderem im campeigenen Thermalpool gebadet, der – weil sich keiner drum gekümmert hat- knapp 50 Grad heiß war und damit, sofern man sich überhaupt reintraute, nicht länger als 5 Minuten zu ertragen war. Zum Glück gab es ja nebenan noch einen beheizten Sqimmingpool – der wurde nach 5 Minuten jedoch zu kalt. Wir wechselten also immer hin und her.

Geschlafen habe ich dann auf einer Matraze in der WG der (natürlich deutschen) Camp-Volunteers bzw. dort Asyl Suchenden. Neben Jonas, den ich noch nach Rotorua mit genommen hatte, war auch noch ein anderer Typ dort, den ich, wie sich herausgestellt hat, heute auch noch mit zu Flughafen nehmen sollte. Der ist sogar irgendwie auch in Sydney mit… Ich sollte sogar erst jemand anders noch mitnehmen, der hat es sich aber anders überlegt. Sein Gepäck hätte er auch nicht mitbekommen. Wär ich nicht beraubt geworden, hätte auch der eine Mitfahrer seine Probleme gehabt.

Irgendwann heute morgen, so um 11 Uhr, fuhren wir dann los, setzten Jonas noch in Rotorua ab und fuhren über Hamilton nach Auckland – ca. 3 ½ Stunden. Dabei habe ich auch meinen ersten Stau in Neuseeland erlebt – ausgelöst durch Massen an Linksabbiegern Richtung Auckland, zu denen ich auch gehörte. Hat aber „nur so“ eine halbe Stunde gedauert.

Am Flughafen in Auckland angekommen haben wir dann den Felix (den 3. Mitfahrer) direkt am Airport rausgeschmissen, weil sein Flug schon eher ging und uns dann auf den vorgebuchten Parkplatz eingeparkt. Scheint gesichert zu sein – aber wer was klauen möchte, wird eh nichts mehr Brauchbares finden!

Und nun sitze ich hier im Flugzeug und habe mir gut die Zeit vertrieben mit dem Schreiben dieses Blogs. Nach der Landung muss ich mich dann erst mal noch den ähnlichen, wenn nicht sogar strengeren Kontrollen unterziehen wie hier in Neuseeland, bevor ich endgültig in Sydney angekommen bin. Dazu musste ich schon Tausend Angaben auf einer Einreisekarte machen – seltsamerweise gab es vor Betreten des Gates auch eine ähnlich vollgepackte Ausreisekarte.

Nun gut, aber ich denke, ich kann Sydney betreten, wo ich jetzt die nächsten 10 Tage verbringen werde. Was ich so genau mache, werdet ihr dann noch erfahren. Aber es wird bestimmt toll und ich kann das Weihnachts.Schlamassel ein wenig verdrängen. Nur noch 437 Kilometer…

 

 

 

Frohe Weihnachten!

Allen meinen Lesern wünsche ich „Frohe Weihnachten“ und besinnliche Feiertage.

Für mich ist dieses Weihnachten anders. Ohne Familie, aber immerhin nicht allein.

Ohne Schnee, dafür mit viel Sonne am Strand.

Ohne Kirche, aber mit Gedanken am eigentlichen Sinn Weihnachtens.

Ohne Tannenbaum, aber mit Zipfelmütze.

Ohne Festschmaus, aber mit ein paar Leeckereien.

Ohne Geschenke, aber mit viel Spaß.

Ich denke, der heutige Heiligabend wird – trotz seiner Andersartigkeit – trotzdem sehr schön werden. Auch wenn für mich heute eigentlich kein Weihnachten stattfindet. Ich bin überhaupt nicht in Weihnachtslaune.

Insofern ist so eine kleine Strandparty sicher besser.

Für mich geht es dann ja auch schon bald nach Sydney, wo ich das neue Jahr vor Euch sehen werde – in dem ich ja auch schon wieder zurückkomme. Noch ist aber nichtmal die Hälfte vorbei – erst in 3 Wochen.

Wie dem auch sei – nochmals Frohe Weihnachten an Euch und verzeiht mir, dass ich bei meinem begrenztem Internetlimit hier auf Reisen nicht jedem persönlich schreiben konnte!

 

Tag 11: Chillen in Taupo (+ viele Bilder)

Tja, was habe ich Euch zu erzählen – eigentlich gar nix.

Wir sind spät aufgestanden und haben fast garnichts gemacht – daran ist aber auch das Wetter schuld. Andauernd Regen und tief hängende Wolken, sodass man eh nichts sieht. Wir sind nochmal etwas durch die Gegend gefahren, aber wollten nicht erneut Geld für einen Thermal Walk zahlen, sodass wir letztlich nur in einer kleinen Bucht am Tauposee etwas Spazieren gingen.

Heute Abend geht es aber wohl noch ins Kino -„Due Date“ – der Hangover-Nachfolger. Wird sicher ganz witzig!

Morgen geht es dann ja auch schon nach Napier – und übermorgen ist Heiligabend 😀

Hier noch ein paar der besten Bilder der vergangenen Tage (seit Marlborough Sounds – die Golden Bay Area + Nelson kommt auch noch irgendwann, versprochen)

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Tag 10: Rafting & Swimming

Heute war ein toller Tag: wir haben nicht viel gemacht, aber das, was wir gemacht haben, war super!

Zuerst stand heute morgen ja nämlich Rafting an. Wir standen früh auf und mussten erst einmal eine dreiviertel Stunde nach Turangi fahren, das am anderen Ende des Sees liegt.

Irgendwann waren wir dann bei unserem Veranstalter angekommen, durften uns gleich umziehen und saßen fix dann auch schon im Kleinbus, der uns zum Ausgangspunkt unserer Tour brachte.

Der Neoprenanzug war zwar etwas unbequem, dafür hat er und die andere Kleidung aber schön warmgehalten. Eine dicke Schwimmweste, um nicht untergehen zu können, Neoprenstiefel und ein Helm gegen herabfallende Steine und Co.. rundeten unser doch recht komisches Erscheinungsbild ab.

Dann hieß es auch schon bald ins Boot zu steigen, nachdem wir es allemann einen steinigen, steilen Pfad zum Fluss runtergetragen haben. Der Fluss ist übrigens der Tongariro, wonach der gleichnamige Nationalpark benannt ist. Unser Streckenabschnitt ging durch unberührten Regenwald und Schluchten, die mich etwas an Herr-der-Ringe erinnert haben. Als würden wir den Anduin hinabgleiten…

Der Fluss ist zudem weltberühmt für das Angeln – hier kann man riesengroße Forellen fangen – ein paar von den Viechern habe ich auch im Wasser gesehen. Das soll eigentlich glasklar sein, durch die vielen Regenfälle der letzten Tage war es aber trüb und der Fluss bot ganz neue Herausforderungen, da mit höherem Wasser manch Steine verdeckt sind, was mal gut ist, weil man drüber fahren kann, mal schlecht, weil man drauf stecken bleibt.

Jedenfalls ging es für uns bald auf das Boot , ein stabil aussehendes, gelbes Schlauchboot.

Positiv hervorheben kann ich, dass „wir“ lediglich 6 Personen waren. Jonas und ich, sowie eine Texanerin und ihr Sohn als einzige Kunden, dazu 2 Instrukteure.. Optimale Betreuung also.

Nach einer Sicherheitseinweisung (wie vermeide ich es, ins Wasser zu fallen – oder wenn, wie komme ich wieder ins Boot…) und ein paar Paddelübungen ging es dann auch gleich auf den Tongariro stromabwärts. Rafting ist eine verdammt komplizierte, technische Angelegenheit. Da genügt es nicht, nur nach vorne zu paddeln, sondern man muss auch mal umgekehrt paddeln, oder die eine Seite nach vorne, die andere zurück. Oder wer rechts sitzt sich nach links schmeißen oder vice versa, damit das Boot von irgendeinem Felsen loskommt. Irgendwann kamen dann auch die ersten Stromschnellen von ingesamt gut 50, die wir auf unserer gut 3-stündigen Tour überqueren mussten. Macht einfach höllisch Spaß, auch wenn man ordentlich nass wird. Es ist zwar keiner as dem Boot gefallen, teilweise aber so rumgeschleudert worden, dass das fast passiert wäre. Man sitzt ja nämlich nicht sicher im Boot, sondern auf der Außenkante direkt am Wasser, der Gurt ist sozusagen der Fuß, der irgendwo (mir fehlt das Wort) untergeklemmt wird und damit sozusagen als Schutz vorm von Bord gehen, wirkt.

Nach ein paar Stromschnellen haben wir im ruhigeren Wasser dann eine Pause gemacht – und wer wollte, konnte von einer bestimmt über 3m hohen Klippe in den eisig kalten Fluss springen.

Wer sich an Schwimmunterricht mit mir erinnert, der wird wissen, was ich gemacht habe 😀

Irgendwann ging es dann auch wieder weiter, Stromschnellen über Stromschnellen, mal herausfordernder, mal weniger. Die Landschaft ist wunderschön, die Vögel zwitschern im Wald und es ist absolut menschenleer. Ich habe es wirklich genossen!

Zwischendurch haben wir ein paar mal gestoppt, weil unsere „Guides“ den Fluss checken mussten, weil der sich wegen dem vielen Regen ja ordentlich verändert hat. Aber nach gut 3 Stunden kamen wir dann, ziemlich erschöpft, am Ende unserer wirklich lohnenswerten Tour an.

Zurück im Basislager gab es dann was zu Essen, die mit einer wasserfesten Kamera von uns selbstgemachten Fotos wurden bewundert und ein bisschen von den Strapazen erholt.

Wir fragten dort, was man noch so im Gebiet dort machen könnte, doch durch das schlechte Wetter hatten wir kein Lust auf Wandern. Das kann man dort nämlich tiemlich gut. Dort, im Tongariro Nationalpark, stehen nämlich drei große Vulkane – von denen einer übrigens auch als Schicksalsberg von HdR gedient hat. Die Geröllwüste und Co. rundherum diente als „Mordor“.

Durch dieses faszinierende Gebiet führt wohl die schönste Tageswanderung Neuseelands – das Tongariro Crossing. Ca. 8 Stunden Wandern über einige Höhenmeter, aber die Anstrengung soll es wohl wert sein. Die Vulkane, Geröllwüste, durch Schwefel und Co. verfärbte Seen und noch viel mehr. Eigentlich wollten wir das morgen angehen, doch leider ist das Wetter morgen so schlecht, dass der Track sogar geschlossen wird. Werde ich irgendwann aber garantiert noch machen.

Zurück zu meinem Tag: wir fuhren noch nach Turangi, dem größeren Ort dort unten am See, wo es aber nicht sonderlich viel zu sehen gibt und dann auch schon wieder zurück nach Taupo, wo wir uns erholt haben. Ich weiß nicht warum, aber ich war so müde, dass ich 3 Stunden durchgeschlafen habe. Sonderlich viel verpasst haben wir deshalb aber nicht. War schon schwer, für morgen noch ein paar sinnvolle Aktivitäen zu finden – und da ist trotz schlechtem Wetters auch einiges an Wandern in der Umgebung hier bei.

Aber weiter zu unserer anderen schönen Aktivität hier heute. Nach einem Abendessen in der Stadt wurden wir nämlich von 2 ehemaligen Arbeitskolleginen von Jonas (die wir ja bereits am Tag zuvor getroffen hatten) eingeladen, mit ihnen Schwimmen zu kommen. Es ging nicht etwa, zu einem kommerziellen Badebetrieb, sondern zu einem von Mutter Natur gesegneten Ort am Waikato River.

Obwohl nämlich schon beinahe dunkel, waren wir in diesem Fluss schwimmen. Eigentlich ist der so 15 Grad warm – Schwimmen ist also schon nur was für Mutige. Wir waren jedoch an einem Platz, wo das Wasser geothermal erwärmt wird und plötzlich knapp 40 Grad warm ist. Natürliche „Hot Pools“ in einem Fluss traumhaft! Zwar ist der Ansturm dort meist recht groß, wir hatten jedoch einen ruhigen Abend dort, im heißen Wasser liegend und sich unterhaltend. Das Wasser ist, wo es warm ist, zwar nur knapp 20cm tief, aber reicht ja, um sich hinzulegen und voll einzutauchen. Besonders witzig ist es, sich im Grenzbereich zwischem kalten und warmen Wasser aufzuhalten. Es gibt nämlich kein wirkliches Zwischending – die Beine im 15 Grad kaltem Wasser und der Körper im knapp 40 grad warmen – manchmal schon fast zu warmen – Wasser. Als es dann dunkel wurde, sogar noch den Sternenhimmel beobachten, auch wenn die Wolken diese meist verdeckten.

Alles in allem ein sehr gelungener Tagesabschluss mit den beiden Mädels!

Die dann nach Hause gefahren, und dann uns – und nun liegen wir hier und erholen uns von diesem schönen Tag ein zweites Mal. Also – wenn ihr mal nach Taupo kommt: unbedingt in den „Hot Water Streams“ (so wird das nämlich genannt) im „Spa Park“ baden – am besten abends.

Mal schauen was wir morgen machen, übermorgen geht es dann ja schon nach Napier, wo wir auch Weihnachten verbringen, dass – oh Schreck – ja schon in 3 Tagen angeblich stattfindet. Nicht für mich jedenfalls. Ich überlege schon, ob ich mir Heiligabend nicht eine Nacht im Gefängnis gönne – Napier hat nämlich ein ehemaliges Gefängnis als Backpackers-Unterkunft….

 

 

Tag 8/9: Picton-Wellington-Waikanae-Taupo

So – nun bin ich auf der Nordinsel, genauer gesagt in Taupo, benannt nach dem gleichnamigen See – oder auch umgekehrt.

Doch der Reihe nach: ich fange in Picton, und damit noch auf der Südinsel an.

Leider war das Wetter gestern ähnlich mies wie vorgestern davor, sodass ich die sehr regnerische Überfahrt nicht genießen konnte. Zuvor, um die Wartezeit zu überbrücken, war ich noch im Aquarium Pictons, dass Haie, Rochen und Co. anpries. Bloß was für Haie? Einzige Exemplare waren 50 cm lange Katzenhaie – und ein kleiner Rochen, zusammen im Becken mit anderen größeren marinen (Speise)fischen. Gelohnt hat es sich also nicht wirklich. Immerhin konnte man noch Seepferdchen und einen (allerdings toten) Riesenkalmar in Salzlösung konserviert sehen, der allerdings nicht sonderlich groß war.

Irgendwann bin ich dann, doch recht früh zum Check-In gefahren, wo ich erstmal noch eine halbe Stunde im Auto vor diesem stand und gelesen habe, bis endlich wer kam. Dann nochmal eine gute halbe, bis es auf die Fähre ging. Dabei habe ich mich – war ja klar – sogar dort noch verfahren – statt nämlich auf die Fähre bin ich als einziges Fahrzeug neben die Fähre gefahren, bis ich meinen Irrtum entdeckt und gewendet habe.

Gefahren bin ich mit Bluebridge – das ist das kleinere, im „Kiwi-Besitz“ befindliche Fährunternehmen (das andere ist „Interislander) – preislich nehmen die beiden sich aber kaum was.

Sonderlich gut ausgestattet war die Fähre dann auch nicht. Ein kleiner Kiosk und Bar, viele Sitzgelegenheiten und ein paar Flachbildschirme, wo neue Filme gezeigt werden, wovon viele auch Anspruch genommen haben. Denn der Regen hat das Deck so unter Wasser gesetzt, dass man selbst mit Regenjacke nicht allzu lange dort ausgehalten hat. Ich war auch anfangs der einzige, der dort stand und Fotos machte, auf denen man aber leider nicht allzu viel erkennen kann.

Habe auch vorwiegend im Innenraum verbracht, und ab und an, als es noch durch den Queen Charlotte Sound ging, ein paar Fotos geknipst. Als es nach 3 Stunden dann in die Bucht, wo Wellington liegt, ging, hat es etwas aufgeklart und zumindest nicht mehr geregnet. Man hatte also einen ganz guten Blick über die südliche Nordinsel, die Wellington vorgelagerten Orte und letztlich auch Wellington selbst, dessen Skyline doch größer als angenommen ist.

Irgendwann ging es dann aus der Fähre raus – ich stand an allererster Stelle, allerdings in der sechsten Reihe. Und zuerst kamen natürlich alle anderen Reihen dran…

 

Irgendwann berührte ich dann tatsächlich wieder den Boden der Nordinsel, den ich mehr als Monate zuvor verlassen hatte. In Wellington wusste ich natürlich nicht, wo ich hin musste, bin mitten durch den CBD gefahren, am Parlamentsgebäude vorbei, das wie ein Bienenstock aussieht (und auch „Beehive“ deshalb genannt wird) und dann letztlich auf den Motorway gekommen, der aus der Stadt nach Norden führt. Dreispurig – das kannte ich bisher ja noch nicht, aber schon einmal ein Vorgeschmack auf die 6-spurigen Motorways in Auckland…

Wellington ist schon nicht klein – hat etwas gedauert, bis ich die Stadt und ihre Vororte verlassen habe. Zum Glück war es Sonntag – um 17 Uhr an einem anderen Tag wären die Straßen sonst wohl extrem verstopft gewesen. Aber so immerhin die Rush-Hour nicht mitbekommen.

Relativ schnell war ich dann auch in Waikanae (nach einem schnellen Mahl in Papaparaumu oder sowas – die Maori-Städte hier sind echt schwer zu merken), wo ich den Jonas aus dem Camp, wo er gearbeitet hat, abgeholt habe. Er hat mir noch ein bisschen sein (ehemaliges) Placement gezeigt. El Rancho – so heißt dieses Adventure Camp, sieht schon ganz nett aus. Ihm schien es dort auch gefallen zu haben.

Nachdem seine Sachen verstaut waren (ja, alles mitbekommen) ging es dann auch schon an die noch knapp 4-stündige Fahrt nach Taupo, was ca. auf halbem Weg zwischen Wellington und Auckland in der Mitte der Nordinsel liegt. Wir haben uns gut ausgetauscht usw. und kamen dann recht erschöpft, um kurz vor Mitternacht in Taupo an, was das Problem mit sich brachte, wo wir übernachten. Wir gingen also ins Xbase, ein Backpacker direkt an der Ausgehmeile Taupos, der 24h Rezeption hatte. War auch ganz gut, aber wir haben jetzt einen neuen. Ist nämlich abends immer sehr laut und war auch etwas teuer. Lieber dann in eines der BBH-Hostels ein paar Minuten außerhalb – da ich dort ja Mitglied bin, ist es meist immer recht günstig. Jetzt sind wir hier in der Rainbow Lodge – auch ganz schön. Nach einem Besuch des Bsucherzentrums haben wir hier noch 2 Betten gefunden, die wir für 3 Nächte nun in Anspruch nehmen.

Danach haben wir erst einmal die Stadt erkundet – und den See in Augenschein genommen. Das ist nämlich Neuseelands größter See und Heimat riesiger Forellen (den weltgrößten angeblich). Aber ich fische ja nicht!

Ein kleines Mittagessen gab es bei Mackas, die sogar eine alte Boeing als Teil ihres Restaurant hatten, in der wir dann stilvoll unsere Burger mampften. Getroffen haben wir uns dort mit 2 ehemaligen Arbeitskolleginen von Jonas, mit denen wir sicher hier auch nochmal was zusammen unternehmen werden. Danach hieß es dann, trotz Regen noch ein bisschen aktiv zu werden.

Wir besichtigten also noch ein paar Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Zu nennen wären die Huka Falls, wirklich beeindruckende Wasserfälle. Sie sind nicht hoch (vielleicht 10m), das Wasser tobt jedoch durch eine vielleicht 10m breite und 100m lange Schlucht mit etwas Schräglage. Es schießt soviel Wasser durch die Schlucht, dass man damit 5 olympische Bäder pro Minute füllen könnte. Die Huka Falls sind außerdem der Grund, warum Aale und andere Fische nicht im Taupo-See zu finden sind – sie schaffen es einfach nicht durch diese Wassermassen- Sieht jedenfalls echt beeindruckend aus! Rafting könnte man dort nicht machen! Machen wir auch nicht, nicht dort…

Wir haben nämlich für morgen eine Wildwasser-Rafting-Tour gebucht, wo wir für über 2 Stunden die Stromschnellen des Tongariro River meistern werden. Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk sozusagen.

Nach den Huka Falls ging es etwas flussabwärts weiter zum Aratiatia-Staudamm, wo der Fluss, übrigens Waikato genannt (und längster Neuseelands), gestaut wird. Dort wird zu bestimmten Uhrzeiten immer Wasser abgelassen, das dann durch eine weitere Schlucht wieder den Fluss erreicht. Wir waren passend da und konnten erleben, wie sich die tiefe Schlucht innerhalb von Sekunden voller Wasser füllte und sich von einem winzigen, vielleicht 20cm tiefen Rinnsal, in einen 10m tiefen, reißenden Strom verwandelte. Natürlich auf Aussichtspunkten überall in der Nähe – nicht von der Schlucht aus 😉

Danach ging es dann zu den „Moon Craters“. Erwartet habe ich eine Mondlandschaft – das stimmte nur teilweise. Es war jedoch geothermales Gebiet, wo lauter heißer Dampf aus dem Boden entstieg. Auf Stegen ging es dann durch dieses Gebiet, weil der Boden teilweise echt warm, wenn nicht sogar sehr heiß ist, Man konnte auch ein paar blubbernde Matschlöcher sehen usw. Der letzte Ausbruch der Mini-Vulkane in diesem Gebiet ist übrigens erst 8 Jahre her…

War ganz interessant, vor allem, weil vulkanische Aktivitäten auf der Südinsel kaum vorkommen. So langsam habe ich also echt alles gesehen.

Der letzte Punkt unseres Ausfluges war der Bungy-Jump in Taupo, wo wir zwar nicht selbst sprangen, den Mutigen aber zuschauten. Hab ein schönes Video gedreht!

Ca. 45m tief geht es runter bis zum Waikato River – kein langer, aber sicherlich ein einmaliger Fall. Aber ich muss das nicht mehr haben – ich habe ja schon meinen Skydive gehabt.

Jetzt chillen wir hier noch ein bisschen in unserem Hostel und schauen mal, ob wir heute Nacht noch noch Taupo unsicher machen. Wobei wir morgen aber früh raus müssen – das Rafting wartet…

Ein letzter Eintrag von der Südinsel!

So schnell vergeht das Leben – eine Woche bin ich schon wieder unterwegs – und meine letzte Nacht auf der Südinsel bricht bald an. Momentan bin ich hier in Picton, einer kleinen Hafenstadt, malerisch im Queen Charlotte Sound gelegen, durch den ich morgen mit meiner Fähre fahren werde. 14 Uhr ist Abfahrt, gegen 17.20 Uhr werd ich Wellington erreicht haben. Das ich dann aber unbesucht lasse (kommt in 3-4 Wochen nochmal dran), um ca. 1 Stunde weiter nördlich den Jonas abzuholen (in Waikanae) und mit ihm nach Taupo zu fahren. Was wir dann da machen, steht noch nicht fest. Gibt aber genug zu tun.

Heute war das Wetter zum Glück schön, bin in einige der Sounds reingefahren und habe viele traumhafte Fotos geknipst, die ersten Meter des Queen Charlotte Tracks gegangen (kein „Great Walk“, aber recht bekannt) und die schöne Landschaft genossen.Und natürlich die schicken Autos, die zu den ganzen Luxus 5.Sterne-Resorts in den Sounds fahren. Danach noch ein bisschen Picton erkundet – Picton hat knapp 3000 Einwohner, und eine schöne Hafenpromenade mit Donald Duck Statue 😀 Auch ein Aquarium, das ich mir vielleicht morgen noch während der Wartezeit zwischen Auschecken im Hostel (spätestens 10 Uhr) und Einchecken vom Schiff (frühestens 12-30 Uhr) anschauen werde.

Wie ihr seht, ich habe mich kurz gehalten – vielleicht ein gutes Omen für die Zukunft auf der Nordinsel!

Neue Fotos!

Bäm – ich habe es getan! Sie alle gelöscht – alle. Alle Fotos, die der Speicherkarte meiner Kamera waren. Unwiderruflich. Für immer verschwunden. Und immer noch verwundert bin ich, dass das nach einer Sekunde schon komplett geschehen war.

Das heisst aber nicht, dass ihr in Zukunft auf sie verzichte müsst – es sind ja alle hier schön auf meinem Netbook überspielt. Wenn ich das verliere, dann habe ich natürlich ein Problem…

Aber es wurde Zeit alle Fotos zu löschen. Ich hatte nämlich absolut keinen Speicher mehr frei, obwohl ich vor dem Urlaub schon manuell ein wenig gelöscht habe. Nichtsdestotrotz, nun warten wieder 2200 andere Fotos drauf geknipst zu werden, mal schauen, ob ich das in den nächsten Wochen schaffe 😀

Die Erlebnisse meiner wunderschönen Tage in Golden Bay, AbelTasman und Co. möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten, so seht ihr nun eine kleine, mühselig getroffene Auswahl der „besseren“ Fotos. Ich muss den unbegrenzten Internetzugang hier ja ausnutzen!

Mit dabei auch ein paar Fotos der Marlborrough Sounds. Jetzt eben kurz vor Sonnenuntergang hat es nämlich etwas aufgeklart und ich noch ein kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt unternommen. Heute nachmittag war ich noch in einer abgelegenen Bucht (Okiwi Bay)hier in den Sounds, vor lauter Regen und tief hängenden Wolken aber nicht viel gesehen. Drum bin ich auch nicht weitergefahren tiefer in diese Wunderlandschaft hinein – hätte ja eh nichts gesehen. Auch das erste Mal in meinem Leben, dass ich mit dem Auto durch eine Wolke gefahren bin, die vielleicht mal grade 100m hoch an den Hügeln hingen. Keine 10m Sicht – und das 20km lang auf sehr kurvige, steilen Straßen…

Aber nun seht selbst, Vorhang auf, Fotos ab…

Edit: nicht so gelaufen, wie vorgestellt – Upload ist total langsam und ein paar Bilder konnten nicht. Sind jetzt nur 6 über meinen Walk vom Abel Tasman Track…

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Reisemonat: Tag 5/6: Nelson-Havelock

Diesmal nur kurz, auch wenn ich viel Zeit habe.

Ich liege hier auf meinem Hochbett im Backpackers in Havelock – und unter mir (ein Bett unter mir :P) liegt eine andere Deutschsprachige, die sich die ganze Zeit einen ablacht beim Skypen. Sie weiß noch nicht, dass ich deutsch bin und sie verstehen kann – genausowenig wie die bestimmt 30 Deutschen letzte Nacht im Hostel in Nelson (bestimmt mehr als die Hälfte dort).

So langsam wird mir nämlich echt bewusst, wie viele Deutsche das Land hier kolonisieren. Ich habe gelesen, Deutschlands Wirtschaft ist in Aufschwung – von Krise kann man jedenfalls bei den Massen nicht mehr reden. In Nelson gibt es z.B extra einen „Wurstladen“, der Bratwurst, Currywurst und Co. verkauft – hätte ich gerne mal wieder gegessen. Wollte auch grade mit schönem deutschen Akzent eine Currywurst bestellen („Could I have a Curry-Wurscht, bitte“), aber der  Verkäufer hatte grade den Laden geschlossen.

Sonst kommt mir aber zugute, dass ich meinen deutschen Akzent doch weitgehend verloren habe, und ich mich somit nicht immer als Deutscher ausgeben muss und auch nicht als solcher erkannt werde. Echt interessant nämlich, was man dann alles mitbekommt an geheimen Gesprächen 😀

Allgemein scheinen die Neuseeländer gegen uns ja nichts zu haben. Im Gegenteil, bei Arbeit wird die Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Belastbarkeit geschätzt – und sonst lassen die Deutschen ja auch Massen an Geld hier im Land. Aber das ist ein anderes Thema, auf das ich irgendwann noch einmal eingehen werde.

Jetzt erst einmal, was nach meinem letzten Artikel geschah. Ich erkundete Nelson, nachdem der Regen aufgehört hatte – bloß gibt es in Nelson nicht viel sehen. Bis auf die Kathedrale. Ansonsten kann man aber ganz gut shoppen, Essen gehen usw. – ist ja auch die drittgrößte Stadt der Südinsel, wenn auch nicht größer als Herford – eher sogar noch kleiner. Hab mir ein Buch als Vorweihnachtsgeschenk gegönnt, dass ich am Abend fast  schon durchgelesen habe. 300 Seiten geschafft, auf Englisch natürlich. Das war dann auch schon meine Tätigkeit am Abend, denn es hatte wieder mit Regen begonnen. Dabei ist Nelson eigentlich die Stadt mit den meisten Sonnenstunden – 2400 pro Jahr.

Heute morgen ging es dann direkt hier in die Marlborough Sounds nach Havelock – eigentlich mit dem Ziel alles hier ausführlich zu erkunden. Ist ein sehr hügeliges, grünes Gebiet mit vielen Fjorden und Inseln usw. Bloß leider regnete es am Morgen schon wieder – seit ich aufgeacht bin, und jetzt imemrnoch, wirklich strömender Regen. Dazu noch dichter Nebel, sodass ich, obwohl ich direkt an einem wunderschönen Fjord bin, noch nichts von der Umgebung gesehen habe. Hoffentlich klart es am Nachmittag noch etwas auf…

Morgen geht es dann nach Picton, was ja ebenfalls in den Sounds liegt, ein etwas größerer Ort, vor allem weil er der Fährhafen nach Wellington darstellt. Dort geht es übermorgen dann auch hin – mit der Fähre, zuerst durch den Queen Charlotte Sound. Ich hoffe, dass Wetter ist zumindest dann besser.