7 Dinge, an denen man merkt, dass man in Neuseeland ist!

Da nun das Kapitel der Frühlingsreise endlich abgeschlossen ist, wende ich mich interessanteren Dingen zu (für mich jedenfalls).

Im Laufe der Zeit haben sich diverse Dinge in meinem übertaktetem Gehirn angesammelt, die ich nun gerne loswerden möchte. Das ist nur ein kleiner Auszug, es werden sicher bald noch mehr folgen…

Viel Vergnügen also beim Lesen – es geht um Dinge, Ereignisse und Co, an denen man merkt, dass man sich in Neuseeland befindet!

– „Road Pizza“: was ist „Road Pizza“? Kann man das essen? Diese Frage stellt sich sicher gerade mancher Leser. Die Antwort: man kann – aber man sollte nicht! Denn „Road Pizza“ ist nicht eine der wahnsinnig leckeren Pizzen, die die Neuseeländer backen, es verdirbt einen eher den Magen! Bei „Road Pizza“ handelt es sich nämlich um zermatschte, platt gewalzte Tiere, die ständig die neuseeländischen Straßen verzieren. Oft sind es Hasen, mal ein Possum oder Marder, hin und wieder erwischt es auch Vögel, die den Genuss der „Road Pizza“ nicht wiederstehen können und somit selbst „platt wie eine Pizza“ werden – mit tomatenfarbenen Blut und Innereien als leckerer Käse. Da soll noch einer sagen, ich hätte keinen Geschmack!

– Vögel: in Zusammenhang mit diesem „Schocker“ zu Beginn stehen die vielen Vögel, die ständig zwitschernd die Gegend zum Leben erklingen lassen. So schön ihr Gesang auch sein mag – auf Dauer wird er nervig, und die Vögel an sich ebenfalls. Ständig muss ich im Auto abbremsen, weil waghalsige Vögel erst im letzte Moment zur Seite fliegen – sofern sie nicht zur „Road Pizza“ werden wollen – ein Schicksal, was manch Unglücklichem leider schon ereilt hat. Noch schlimmer sind jedoch die Vögel, die, sobald man ein Fenster nur einen Spalt offen hat, schamlos in die Häuser fliegen – aber ihren Weg nicht hinaus finden. Letztlich hatte sich einer in mein kleines Zimmer verirrt und flog ständig gegen die Scheibe (Vögel wissen nicht, was das ist!), bis ich ihn von seinen Qualen erlöste und durch Fenster öffnen in die Freiheit entlassen konnte. Wie dem auch sei, ob Kiwi, Weka, Kea oder Kakapo, oder die ungezählten anderen Vogelarten – Ornithologen werden an Neuseeland ihre reinste Freude haben!

– Kiwi-Englisch: ohne Frage, das Englisch hier ist leicht anders, als man es von der Schule gewöhnt ist. Um einen anderen Blogger nicht zu verärgern erlasse ich mal  einen Vergleich mit deutschen Dialekten – man kann sich aber vorstellen, worauf ich hinauswill. Das Englisch in dieser ländlich geprägten Gegend ist zwar mittlerweile gut zu verstehen, am Anfang gab es aber echt Probleme. So sprechen alle hier länger lebenden Leute z.B das „e“ immer als langgezogenes „i“ aus, was noch nicht sonderlich schlimm ist. Ich kann die Betonungen mancher Wörter scriftlich leider nicht wirklich wiedergeben, aber es ist schon recht witzig. Auch Abkürzugen sind sehr gebräuchlich. Da „thanks“ ja ein so unglaublich langes Wort ist, wird einfach „ta“ gesagt. Auch werden teilweise mehrere Wörter eines Satzes ohne Unterbrechung aneinadergereiht, was ungefähr so klingt: „Howisitgoink“ – ich übersetz es mal mit „Was geht“ – was so aber nicht ganz richtig ist…. Die Standardantwort meinerseits: „Fine, thank you“ oder „Fine, how are you going“. Diese Phrase wird einem von quasi jedem entgegengeworfen, auch im Supermarkt von den Regalauffüllern – in Deutschland wohl eher undenkbar. Ist etwas Gewöhnungssache – aber ja nicht schlimm, im Gegenteil…

– Autofahrt bei Nacht: wer in Neuseeland nachts Auto fahren möchte und über Land fährt, dem sei eine Sonnenbrille empfohlen. Nicht, dass man nicht sieht, wenn man mal wieder einen Hasen versehentlich mitnimmt, der, sobald er Licht sieht, immer über die Straße hoppelt. Vielmehr braucht man es als Schutz für den schädlichen Strahlen anderer Autofahrer. Denn was Fernlicht ist, scheinen die hier nicht zu wissen (vielleicht sind aber auch japanische Touristen :D). Ständig kommen mir Leute mit Fernlicht entgegen und schalten es  nicht aus .  es blendet ziemlich und nervt gewaltig, Ich bin jetzt schon ein echter Profi im Umgang mit der Lichthupe geworden deshalb. Meist peilt der Gegenverkehr dann, das sein Licht etwas grell ist – aber längst nicht immer. Dann hilft quasi nur noch der alte Trick, den jeder bestimmt in der Fahrschule gelernt hat….

– Toiletten: verspürt man mal wieder ein dringendes Bedürfnis? Wäre man in Deutschland in der Stadt, wäre ma  wohl verloren. Man kann natürlich in diverse Cafes, Restaurants oder Co. gehen aber das gilt ja als „unhöflich“ und wird manchmal garnicht geduldet. Fährt man mit dem Auto lange Strecken, dann bieten sich an Raststätten die Sanifair-Anlagen an – 50 cent Voucher (=Wucher – wie ähnlich die Wörter doch sind) zwar, nach der letzten Preiserhöhung aber (wie gut ich informiert bin..) scheinen es jetzt ja 70 cent zu sein. Ab und an gibt es vielleicht auch noch ein paar schmuddelige kostenlose Toiletten, aber auf die will man sich garnicht drauf wagen… Wie dem auch sei, in Neuseeland hat man damit keine Probleme. Jeder noch so kleine Ort hat zumindest ein öffentlich zugängliches Toilettenhaus, wo man kostenfrei, in einer hygienisch akzeptablen Umgebung seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann.

– Kühe und Schafe: Laut Wikipedia (wie seriös!) gab es 2008 33,9 Millionen Schafe in Neuseeland, sowie 5,3 Millonen Milchkühe und 4 Millionen Fleischrinder. Rechnen wir das mal auf die Bevölkerung um, so gehören jedem Neuseelaender mehr als 8 (volle) Schafe, und je min. ein Fleischrind und eine Milchkuh – genug also, um ein bisschen zu überleben, falls das Land sich mal autark versorgen muss. Tatsächlich sieht man, wo man auch hinsieht, Zäune über Zäune – und darin Schafe über Schafe bzw. Kühe und Rinder. Ob auf grünsaftigen Weiden der Ebene, auf Hügeln oder gar an Steilküste und Strand, überall trifft man auf diese armen domestizierten Wesen. Neuseeland ist weiß Gott kein Land für Vegetarier oder gar Veganer. Das kann man hier zwar auch durchhalten, ein schönes BBQ gehört im Sommer aber einfach immer dazu – mit schönem, saftigen, frischen Steak…

– Sonneneinstrahlung: Neuseeland besitzt eine nur sehr dünne Ozonschicht, was sich sehr auf die Sonneneinstrahlung auswirkt. So habe ich heute z.b die Warnung in der Zeitung gelesen, dass die Sonne am Tag auf einer Skala von 1-11 mit 10 benotet wurde, also schon extrem stark. Dabei habe ich es heute nichtmal als so extrem empfunden. Es wird dringend empfohlen (für die Kinder ist es Pflicht) breitkremprige Sonnenhüte zu tragen – und falls man sich mal etwas mehr entkleidet, sollte man sich dick einschmieren, das Gesicht sowieso immer. Und zwar mit Faktor 50+ oder höher, damit man keine Verbrennungen riskiert. Ich bin noch weitgehend verschont, bis auf die schon fast legendäre rote Nase (möchte ja Rudolph spielen zu Weihnachten!). Die Sonne ist aber extrem nervend, obwohl es „nur“ 25 Grad sind, fühlt es sich an wie 40. Ich weiß, dass hättet ihr jetzt auch gerne im nasskalten Germanenland, aber so wünschenswert ist da nicht… Da zieh ich fast die Kälte des Winters vor….

 

Das war es soweit, erstmal nur 7 Dinge, mehrere folgen bestimmt noch 😉

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