Mal wieder Schule!

Richtig gehört . mal wieder Schule!

Das heisst mal ein kleiner Zwischenstand über meine Arbeit und noch ein paar weitere Infos zum Schulsystem, als auch Schule für mich!

Denn gestern habe ich nach sehnsüchtiger Wartezeit endlich mal wieder Hausaufgaben aufbekommen! Ich mache ja nämlich jetzt einen „Defensive Driving“-Kurs, den mir mein Projekt ja freundlicherweise spendiert hat.

Ich sitze also mit ein paar jüngeren Leuten in der „Academy“ (Oberstufenraum) meiner Schule und höre den Ausführungen von John zu, der uns defensives, sicheres Fahren lehren will. John ist ein cooler Typ und hat den theoretischen „Unterricht“ gestern Abend sehr lustig gestaltet – am Ende gab es ein paar lustige Videos und Horror-Bilder von verunglückten Autos – schonmal zur Abschreckung!

Die Hausaufgabe, die wir zu morgen (dann gehts nämlich schon weiter) bearbeiten müssen, ist leider neben einen Fragebogen eine CD und damit leider nicht mit meinen Netbook kompatibel. Man sollte die CD aber entsprechend machen, vor allem weil das wohl der spaßigste Teil des Kurses wäre – beinhaltet nämlich ein Fahrsimulator. Als ich John sagte, dass ich die CD nicht benutzen könne, lud er mich sofort zu sich nach Hause ein, wobei sich auch herausstellte, dass seine Frau eine Lehrerin meiner Schule ist. Nachdem die CD auf den Schulcomputer nicht läuft, werde ich auch sein Angebot annehmen und morgen nach der Schule die CD durcharbeiten – bin ich mal gespannt!

Der Kurs war bisher durchaus interessant und hilfreich – und ich habe sogar quasi alles verstanden! Da kommt schon fast wieder Sehnsucht nach Schule auf, die in den letzten Monaten (1 Jahr zuvor) richtig viel Spaß gemacht hatte, muss ich zugeben… Naja, muss ich auf die Uni warten….

Sind aber jetzt noch 3 theoretische Abendkurse und dann ein praktischer  Teil, allerdings keine Prüfung, sondern rein zur Erprobung der gelernten Kenntnisse und fahrspezifische Fragen – im eigenen Auto zum Glück, weshalb meine Angst, im Schaltwagen (und damit Schaltlhebel links), unbegründet ist.

Für die Mitschüler ist der Kurs essentiell für das Erhalten ihrer vollen Fahrlizenz – hier in Neuseeland herrscht ein System mit ein paar verschiedenen Abstufungen, das ich noch nicht ganz durchblickt habe.

Wie dem auch sei, ich komme zur anderen Schule, der Amuri Area School.

Das ist, wie ihr sicher wisst, mein jetziges Projekt, das ich allerdings in 3 Wochen ja schon verlassen werde. Es ist nicht so, dass ich (wie von anderen gehört) Tage im Kalender abhake, aber ich freue mich wirklich auf die 6 Wochen Sommerferien. Die Arbeit ist relativer Alltag geworden und wird zunehmend langweilig – nichtsdestotrotz habe ich immer noch schöne Momente, z.B. heute als mir meine kleine Nachhilfe-Schülerin versicherte, „ich sei so cool“ und „ihr Freund“, obwohl grade sie durch ihre Unmotivation schon manch strengen Umgang meinerseits riskiert hat.

Auch die anderen Kinder sind traurig, dass ich nach den Ferien nicht mehr da bin – genauso geht es mir, ich werde die Kinder ziemlich vermissen, glaube ich! Was mich allerdings besonders nervt, sind die ganzen „petzenden“ Kinder – über Kleinigkeiten, die, wenn ich sie erwähnen würde, nur Kopfschütteln und Gelächter folgen würde. Neuseeländische ländliche Schulen scheinen noch ein echtes Idyll zu sein – es gibt nur 3-4 Kinder, die hin und wieder mal – meist untereinander  – größeren Streß machen.

An der Arbeit an sich hat sich nicht viel geändert – ich mache z.b immer noch jede Menge Pausenaufsicht, wo ich jetzt auch immer darauf achten muss, dass die Kinder ihre Sonnenhüte tragen (wegen der starken Sonnenstrahlung hier) und aufgrund neuer, verschärfter Regeln darauf achten, dass die Kinder in in einem speziellen überdachten Bereich ihr Essen essen, dort jedes einzelne kontrollieren, ob es aufgegessen hat, um dann die Erlaubnis zu geben, dass es spielen kann. War bei uns damals, soweit ich mich erinnere, nicht so.

Eine Sache, die mir hier auch auffällt, ist, dass man nicht sonderlich „kritisiert“ wird – ich jedenfalls nicht – aber vielleicht ist meine Arbeit ja auch einfach nur wunderbar 😀

Außerdem habe ich jetzt die Klassenverteilung der Grundschule verstanden. Es gibt jahr 1/2, Jahr 2/3, Jahr 4/5 und Jahr 5/6.

Die Kinder werden nicht benotet, sondern ihr persönlicher Fortschritt wird beschrieben und mit dem „nationalen Standard“ verglichen. Das sind Vorgaben der Regierung, wann ein Schüler bestimmte Sachen zu können hat. Die meisten Schüler meines Projekts liegen dabei „über“ dem nationalen Standard, worauf die Schule natürlich stolz ist. Das würden deutsche Politiker jetzt natürlich am „decile rating“ festmachen, das anzeigt, welchem „sozio-ökonomischen“ Einzugsgebiet die Schule zuzuordnen ist, auf Gutdeutsch also, welchen Bildungs- und Vermögenshintergrund die Einwohner der  Gegend haben. Die Amuri School kommt auf einen Wert von 8 aus 10, das ist ziemlich  „gut“. Wundert mich auch nicht in einem ländlichen Gebiet – Farmer sind nämlich grundsätzlich sehr wohlhabend hier in Neuseeland – an Landbesitz natürlich eh, aber wenn man sich deren Häuser und Autos anschaut und die als Hintergrund nimmt, auch…

Trotzdem gibt es auch einige „Migranten“ an der Schule, hauptsächlich aus Südamerika und den Philipinnen. Die sind aber vorbildlich integriert, sprechen gutes Englisch (immer noch besser als ich) und stehen ihren in Neuseeland geborenen Mitschülern meist in nichts nach – und falls doch gibt es soviele Lehrer hier an der Schule, die mit lernschwachen oder eben migrantischen (ein Neologismus!?) üben, damit die Kinder ein gesundes Niveau erreichen.

Zu dem kann man wohl sagen, dass insbesondere die schwächeren Schüler hier im Gegensatz zu Deutschland massiv gefördert werden, sodass selbst der schlechteste am Ende seiner Schullaufbahn noch ein relativ hohes Niveau haben wird – ich spreche natürlich nur für die Schüler hier, in den größeren Städten wird das ganz anders aussehen…

Die schwächeren Kinder sind also schlauer im Vergleich zu denen in Deutschland – die schlaueren (schlau in Hinblick auf Schulstoff) jedoch den Deutschen meiner Meinung nach unterlegen. Denn wirklich tief wird hier selbst in der Oberstufe nichts vermittelt. Was in Mathe hier in der Oberstufe gemacht wird, haben wir in der 9. Klasse gemacht. Allerdings ist die hier auch ganz anders strukturiert und ich habe keine Ahnung davon, alo lasse ich es mal sein, darüber zu lästern…

Fakt ist aber, wie ich letztens auch in den heißen Thermalquellen in Hanmer diskutiert habe, dass hier in Neuseeland  ein „braindrain“ herrscht, d.h. die wirklich schlauen Köpfe wandern alle in die USA, nach Asien oder Europa ab, weil ihnen Neuseeland nicht allzu viel bieten kann. Darunter leidet das Land natürlich – das sich für seine Erfindungen eigentlich rühmen darf (komm ich mal noch irgendwannwann drauf)

Soweit dazu – der Abschluss meiner Reise kommt in Kürze als Artikel

Sonntag gehts übrigens Whale-Watching in Kaikoura 🙂

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