Tag/Nacht 12: Hokitika – Greymouth

 

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der 12. Tag in Hokitika begann für mich mit einer Führung in einer Jade-Manufaktur, die direkt unterhalb meiner Unterkunft angesiedelt war. Ich ließ mir also von einer mit ziemlichen Dialekt sprechenden Maori-Dame (die ich trotzdem ziemlich gut verstand) die Herkunft und Bearbeitung von Jade erklären und konnte ein paar Schmuckstücke betrachten. Jade ist schon ein ganz schöner Stein – würde sich gut mit meinen glücksspendenden Bernstein ergänzen, den ich seit Jahren geheim am Herzen trage – das nötige Kleingeld vorausgesetzt.

Hokitika ist nicht nur Stadt der Jade, sondern auch der vieler anderer Kunsthandwerke. So schaute ich nach beendeter Führung in einem anderen Geschäft den Glasbläsern bei der Arbeit zu. Auch Goldschmiede, Juweliere und andere „Kunsthandwerker“ sind dort ansässig, erstere auch deshalb, weil an der West Coast vor über 100 Jahren, auch in Hokitika, ein regelrechtes Goldfieber herrschte.

Aber weg vom schnöden Mammon zum bewegten Leben: das konnte ich in einem kleinen privaten Zoo bestaunen, auf dem ich bereits am Vorabend aufmerksam wurde. Der werb nämlich damit, Kiwis zu zeigen. Und diesen berühmten Vogel hatte ich bisher noch garnicht gesehen. Zuerst schaute ich mir aber verschiedene Fische und Reptilien an, darunter auch die schon erwähnten „whitebait“-Fische, die ziemlich klein (Fingergröße) und durchsichtig sind – mir erschliesst sich nicht, wie man sowas essen kann.

Auch mit Tuataras. die ich ja schon in Invercargill bestaunen konnte, machte ich noch einmal Bekanntschaft. In einem großen Aquarium wurden auch riesige, bis zu 5m lange, hässliche Aale gehalten, die in den neuseeländischen Seen und Flüssen vorkommen – ein Anblick, der mir das Baden in solchen Gewässern verleidet hat – da nehme ich doch lieber den Hai im Meer in Kauf!

Neben ein paar einheimischen Vogelarten und sonstigen nicht erwähnenswerten Kleinvieh stand dann noch die Hauptattraktion an: die Kiwis. Das sind nicht etwa grüne Früchte mit brauner Schale, die man essen kann, sondern wirklich erstaunenswerte Vögel, die leider vom Aussterben bedroht sind. Kiwis sind sozusagen die Säugetiere unter den Vögeln, weil sie viele derer Eigenarten haben, die für Vögel sonst untypisch sind. So sind sie nachtaktiv (ein Grund, warum der Kiwi-Bereich komplett abgedunkelt war) und haben keine Flügel – sie  können demnach also nicht fliegen, jedoch mit ihren langen Beinen, wie ich voller Erstaunen feststellen konnte, ziemlich schnell laufen. Ihr Gefieder sieht mehr aus wie ein Pelz und ihr Schnabel ist eine Art spitze, bis zu 20m lange, nach unten gebogene Röhre, womit sie im Boden  nach ihrem Futter wühlen, das sich vor allem aus Würmern und Insekten zusammensetzt, dass sie, werden sie nicht von den eingeschleppten Schädlingen wie Marder oder unkontrollierte Hunde getötet, über 20 Jahe lang geniessen können, für einen Vogel eine ziemlich lange Zeitspanne. Wer noch mehr über mein neues Lieblingstier erfahren möchte, einfach mal bingen!

War jedenfalls ein sehr schönes Erlebnis mit dem Kiwi, der seinen Namen übrigens seinen schrillen Pfiffen, die so ähnlich klingen, verdankt.

Das Skelett seines ausgestorbenen Verwandten, des wesentlich größeren Moas, konnte ich übrigens letztlich im Christchurcher Museum bestaunen.

Nun gut, machen wir weiter mit meinem Tag. Als museumsbegeisterter Mensch legte ich einen kurzen Stopp im West Coast Museum in Hokitika ein, wo ich mich etwas zur Geschichte und Kultur der Region, insbesondere auch über den Goldrausch dort, informieren konnte. Spannendes Thema, aber für die Leser dieses Blogs wohl eher langweilig 😛

Darum überspringen wir das und reisen weiter nach Greymouth, der größten Stadt der West Coast. Die Stadt liegt an der Mündung (Mund) eines großen Flusses, des „Grey Rivers“, daher der Name. Zur Stadt eine kleine Story: als vor wenigen Jahren in der Stadt ein McDonalds geöffnet hat – der einzige der gesamten West Coast – soll es eine kilometerlange Schlange gegeben haben.

Greymouth ist relativ groß (und hssälich) und darf wirklich als Stadt bezeichnet werden. Ich suchte mir erst eine Unterkunft, um danach etwas durch die Stadt zu spazieren, die mir auf den ersten Blick aber keine sinnvollen Attraktivitäten bot. In der Nähe der Stadt ist „Shantytown“ gelegen – eine historisch erhaltene Goldgräber-Ansiedlung und touristische Attraktion der West Coast. Als ich dort ankam, stellte ich jedoch fest, dass die Kommerzialisierung Einzug gehalten hatte, weshalb ich mich nicht entschied, dort einzukehren (denn nachgebaute „Western“-Städte habe ich in deutschen Freizeitparks genug gesehen).

Stattdessen machte ich eine kleine Spritztour zu einem größeren See in der Nähe, dem Lake Brunner, der aber nichts besonderes bot, zumal das Wetter mies war. Waren also eigentlich nur verschwendet Kilometer, bis ich auf den Rückweg einer Beschilderung folgte, die mich auf eine Schotterstraße brachte, die durch den Urwald direkt an der unberührten Seite des Sees vorbeiführte. Dort konnte man ziemlich cool driften 😛

Mein Auto ist wie geschaffen dafür. Ohne größere Schäden genommen zu haben, erreichte ich dann irgendwann auch wieder Greymouth, wo ich einen ganz netten Abend im, übrigens sehr geschmackvoll eingerichteten, Backpacker hatte. Ich gesellte mich nämlich zu einigen anderen in die Filmecke – und ganz zufällig lief „Herr-der-Ringe – Die Gefährten“, der erste Teil der Trilogie. Ich ergriff schnell die Gelegenheit (in der noch relativ langweiligen Anfangsphase des Films) meine Kamera zu holen, denn ich hatte nun eine ziemlich gute Gelegenheit, diverse Drehorte zu vergleichen. Das führte leider am Ende des Films zu einer ziemlichen Enttäuschung, denn die an den Mavora Lakes lang gesuchte und dann endlich scheinbar gefundene Baumwurzel stellte sich als falsch heraus. Schade!

Nichtsdestotrotz, der Film war mal wieder etwas anderes und ich konnte mich gut erholen, um am nächsten Tag den Schlusspurt einzuleiten.

Sind nämlich nur noch zwei , inhaltlich jedoch sehr füllende, Artikel, bis ich mit meiner Reise-Schilderung endlich fertig bin 😀

Hier noch ein paar Bilder des Tages (alles total spektakulär!):

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Ein Kommentar

  1. Tatjana

     /  November 15, 2010

    schönes Foto, das du jetzt im Header hast! Kaum zu glauben, dass das wirklich ein reales Foto ist – sieht traumhaft aus! 🙂
    lg,
    Tatjana =)

    Antwort

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