Kaikoura – Whale Watching

Heute war mal wieder einer meiner sentimentalen Tage, an denen mir richtig bewusst geworden ist, welches Privileg es doch ist, in Neuseeland sein zu dürfen. Der Tag führte mich nämlich nach Kaikoura, das ich nach einer schönen Fahrt um ca. 10 Uhr morgens erreichte. Schon die Strecke, die teilweise am Meer entlang verläuft, ist atemberaubend. Hohe Hügel auf der einen, das Meer  auf der anderen Seite. Die Gischt der garnicht mal so kleinen Wellen trifft manchmal sogar die Straße. Das Wetter war herrlich, Sonnenschein und kaum eine Wolke am Himmel. Ich habe nur einen kleinen Zwischenstopp gemacht, hätte aber vielmehr machen können, wäre da nicht die Zeit gewesen – ich musste nämlich zeitig zum Whale-Watch kommen, 10.30 war Check-In-Time. Nach etwas Wartezeit und einem Film über die Meeresbewohner mit anschließendem Safety-Briefing (wie im Flugzeug) ging dann auch schon der Bus zum etwas entfernten Hafen. Grade bevor ich jedoch in den Bus einstiegen wollte, gab es eine kleine Überraschung. Ich hörte nämlich jemanden „Christoph“ rufen und erblickte Katha und Sophie, 2 ICYE-Freiwillige, die in Christchurch ihr Projekt haben und wohl auch Wale sehen wollten.  Da aber der Bus nicht auf mich wartet, konnte ich nicht viel mehr machen, als kurz „Hey“ zu sagen…

Am „Hafen“ angekommen ging es dann auf die Boote – ein Art Katamaran. Man musste sich erst einmal in den Innenraum setzen (sehr bequeme Sitze übrigens) und die Crew-Mitglieder – allesamt Maori – haben sich vorgestellt.

„Whale-Watch Kaikoura“ ist nämlich völlig in der Hand von Maori und beschäftigt auch hauptsächlich diese. Auch schlechten, ungelernten Schülern gibt das Unternehmen regelmässig die Chance auf Arbeit. Überhaupt wäre ohne das Whale-Watch-Unternehmen Kaikoura heutzutage wohl nur ein weiterer unbedeutender Küstenort. Wer mehr über Kaikoura, das Unternehmen und Co. erfahren will, ich verweise auf: http://www.merian.de/reiseziele/artikel/a-643617

Besondere Wichtigkeit hatte natürlich das Erklären, was bei Seekrankheit zu tun sei. Vorsorglich wurde auch schonmal auf die Spucktüten an jedem Sitz verwiesen – natürlich kostenlos und so viel man braucht (O-Ton).

Überhaupt war die Crew (nur 4 Leute) total humurvoll, kompetent und freundlich – hat das Erlebnis nochmal deutlich gesteigert.

Irgendwann ging es dann los – und ich dachte, gut das es Spucktüten gibt. Es wurde zwar angekündigt, dass die See total flach sei, in Wirklichkeit reitet man über bis zu 3m hohe Wellenkämme. Wie das bei schlechteren See-Bedingungen dann aussieht, möchte ich mir garnicht ausmalen.

Außerdem saß ich relativ weit vorne, der Ritt durch die Wellen glich also einer Achterbahnfart und in meinen Magen stieg schon ein ungutes Gefühl auf. Ich möchte darauf nicht weiter eingehen, aber es sei gesagt, dass ich keinerlei Tüten gebraucht habe – im Gegensatz zu manch anderen auf dem Boot.

Nach 5 nautischen Meilen waren wir dann auch an unserem Bestimmungsort angelangt, wo das Sonar den Wal vermutet hat.

Kurz ein paar Sachen dazu: bei den Wal(en) handelt es sich um „Sperm Whales“. Das sind nicht etwa (wie Google es übersetzt) „Spermien-Wale“, sondern Pottwale – die größte Art unter den Zahnwalen. Vor Kaikoura erstreckt sich ein sehr tiefer Unterwasser-Canyon, wo es auch die Lieblingsbeute des Pottwals gibt, nämlich Riesen-Kalmare. Die sieht man zwar nicht an der Oberfläche, ab und an wird aber mal ein totes Exemplar an die Küste geschwemmt. Bisher größtes Exemplar war satte 15m groß, ziemlich enorm für einen Kraken. Der Pottwal wird jedoch noch größer (über 20m) – und wiegt wesentlich mehr. Ungefähr so groß wie unser Boot also und doppelt so schwer  (bis zu 40 Tonnen!).

Seine Lieblingsbeute neben den Kalmaren sind übrigens Haie, insbesondere Weiße Haie, die es auch zuhauf in diesem Gebiet geben soll. Da der Pottwal kein schneller Schwimmer ist, hat er eine besonders gemeine Waffe. Sein Sonar wird zu 160 Dezibel laut und tötet alles in der näheren Umgebung Unterwasser. Darum sollte man mit dem Wal auch besser nicht schwimmen. Bei den ganzen Haien, die da angeblich rumschwimmen, aber eh nicht so zu empfehlen. Wer mehr erfahren will, lest den Artikel oben oder benutzt die Suchmaschine Eures Vertrauens!

Am Sichtungsplatz angekommen hiess es dann Warten, bis der Pottwal auftaucht. Er muss nämlich hin und wieder mal an die Oberfläche kommen, um frische Luft zu schnappen, er ist ja schließlich ein Säugetier. Das Warten wurde jedoch nicht lang, da man gut die verschiedenen Seevögel beobachten konnte, die anmutig wenige Zentimeter über das Wasser gleiteten – darunter auch Albatrosse mit bis zu 3m Flügelspannweite!

Irgendwann hiess es dann, der Wal sei da. Es handelt sich nur um einen Wal, einen männlichen  „Resident“, der das ganze Jahr im Canyon dort lebt – die Weibchen und andere Männchen sind immer nur saisonal sichtbar. Das Besondere an Kaikoura ist aber eben, dass ein paar Pottwale das ganze Jahr über zu sehen sind. Natürlich liefen gleich alle Leute auf die eine Seite des Bootes, das schon fast in Schieflage geriet und knipsten, was das Zeug hält. Ich natürlich auch. Gesetzestechnisch muss sich das Boot min. 50m vorm Wal fernhalten, der dadurch kleiner erscheint als er eigentlich ist, zumal man meist nur ca. ein Drittel seiner gesamten Länge aus dem Wasser herausragen sieht. Plötzlich schwamm der Wal jedoch auf das Boot zu, und nur knapp 15m am Rumpf vorbei, was einen wahnsinnigen Blick ermöglicht hat, den ich unglücklicherweise nicht einfangen konnte, weil ich grade ein Video von ihm gedreht hatte. Danach ist er dann auch abgetaucht.

Die Tour war jedoch noch nicht zuende, sondern es wurde wieder ein bisschen gewartet, weil er womöglich bald nochmal auftauchen sollte. nach ca. einer halben Stunde passierte das dann auch, wenn auch ein paar hundert Meter entfernt. Unser Boot nahm also Kurs und wir hatten noch einmal Gelegenheit, dieses majestätische Tier zu bewundern – diesmal sogar im Hintergrund die noch schneebedeckten Berge hinter Kaikoura – traumhaft!

Ca. 10 Minuten liess sich der Wal Zeit Luft zu holen und seine Wasserfontänen hochzupusten, ehe er letztlich verschwand. Seine Schwanzflosse, die aus dem Wasser aufragte, war das letzte was ich von ihm sah, und fast das Schönste. Unglücklicherweise betätigte ich den Auslöser meiner Kamera eine Sekunde zu früh, sonst hätte man die Flosse noch besser gesehen. Aber auch so ein Top-Foto, das ihr unten bewundern dürft.

Dann ging es langsam zur Küste zurück, wo noch kurz die Robben dort besichtigt wurden – war allerdings nur eine da. Delfine oder andere Wale haben wir leider nicht gesehen, das ist Pech. Letzte Woche wurden z.-b neben Massen von Delfinen sogar ein paar Orcas gesichtet. In den Marlborough Sounds und der Tasman Region werde ich dazu jedoch vielleicht auch noch die Gelegenheit bekommen!

Nachdem ich grade etwas Essen bestellt hatte, direkt beim Whale-Watch kam die nächste, eigentlich vorhersehbare, Überraschung. Wenige Meter von meinem Platz gingen die anderen ICYE-Freiwilligen aus Christchurch vorbei – erkannt haben sie mich erstmal nicht. Ich bin hingerannt und habe kurz mit ihnen ein paar Worte gewechselt – doch diesmal umgekehrt, der Bus wartet nicht auf sie…

Da ich mich noch etwas in Kaikoura aufhalten wollte, bin ich durch die „Innenstadt“ (Straße mit ein paar Geschäften, Restaurants, Banken und Co.) zum Besucherzentrum gegangen und habe mich erkundigt, wo man noch gut ein bisschen Wandern könne. Am Strand dann zurückgegangen, stig ich in mein ziemlich warmes Auto ein und probierte den Parkplatz zu finden, von wo es zu diesem Wanderweg ging. Hab ihn, rein der Nase nach, auch auf Anhieb gefunden. Kurz vorher überholte ich jemanden, der mich dann, bevor ich losgehen wollte, wieder einholte und fragte, ob ich ihn wieder zurück nach Kaikoura mitnehmen könnte. Der Arme war nämlich fast schon 2h zu diesem Parkplatz gelaufen. Wir machten also die Wanderung zusammen und unterhielten uns dabei. Er kommt ursprünglich aus Kanada und arbeitet auch an einer Schule in Wellington für ein Jahr, allerdings als „richtiger“ Lehrer. War eine ganz nette Ablenkung, der Weg war nämlich steil. Leider konnte ich den eigentlich erwarteten Ausblick auf Kaikoura  und das Meer nicht geniessen, da der Pfad durch den Regenwald verlief und die Bäume eben die Sicht versperrten. Es war ein Rundweg, und wir brauchten ca. 45 min. um wieder am Carpark anzukommen. Evtl. fahre ich nächstes Wochenende nochmal hin und mache dann eine Tageswanderung zum Gipfel eines der Berge, die ihr unten auf den Fotos bewundern könnt.

Dann nahmen wir die Straße, die 15k schnurgradeaus bis zum Meer führt. Irgendwann habe ich ihn dann rausgeworfen und bin nach einem kleinen Einkauf im „New World“ zurück nach Culverden gecruist. War ein ganz netter Typ und mal eine gute Erprobung meiner Englischkenntnisse über eine Stunde ziemlich viel zu reden.

Jetzt gibt es noch ein paar Fotos als Entschädigung für da viele Lesen!

Enjoy it!

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Karte mit allen bisherigen (und geplanten) Routen!

Alle bisherigen und geplanten Routen

Nach ein bisschen Arbeit habe ich jetzt eine wunderschönes Karten-Kunstwerk erschaffen, das auf Eure Begutachtung wartet!

Das Bearbeiten und Veröffentlichen dieser Karte ist übrigens legal!

Ich denke, sie gibt einen ganz guten Überblick, wo ich bisher so war, und was ich in den kommenden Ferien auf der Südinsel noch machen werde.

Legende ist dort vorhanden, die Linien decken sich natürlich nicht immer (wenn auch größtenteils) mit den wirklichen Streckenverläufen. Bei Sachen in der näheren Umgebung hab ich auf mehrfarbige Routen teilweise verzichtet – so bin ich ja z.B in Hanmer fast jede Woche…

Die schwarzen Punkte sind bisherige bzw. geplante Übernachtungen – dann kann man sich vlt. noch ein bisschen besseres Bild machen, wo ich wirklich war, und wo ich nur mehr oder weniger durchgefahren bin ,)

Zur braunen Linie: das ist eine Alternativroute für die Sommerferien, die mir noch im Kopf rumspukt (setzt sich am Endpunkt dann mit der schwarzen fort), werde sie aber wohl nicht machen, ist zu lang und kostet zuviel sprit für 2 Tage, an denen ich den Weg machen muss (damit werde ich den Arthurs Pass leider wohl nicht überqueren…)

Hätte garnicht gedacht, dass man mit Paint sowas zaubern kann – sehst selbst!

Für bessere Qualität einfach draufklicken!

7 Dinge, an denen man merkt, dass man in Neuseeland ist!

Da nun das Kapitel der Frühlingsreise endlich abgeschlossen ist, wende ich mich interessanteren Dingen zu (für mich jedenfalls).

Im Laufe der Zeit haben sich diverse Dinge in meinem übertaktetem Gehirn angesammelt, die ich nun gerne loswerden möchte. Das ist nur ein kleiner Auszug, es werden sicher bald noch mehr folgen…

Viel Vergnügen also beim Lesen – es geht um Dinge, Ereignisse und Co, an denen man merkt, dass man sich in Neuseeland befindet!

– „Road Pizza“: was ist „Road Pizza“? Kann man das essen? Diese Frage stellt sich sicher gerade mancher Leser. Die Antwort: man kann – aber man sollte nicht! Denn „Road Pizza“ ist nicht eine der wahnsinnig leckeren Pizzen, die die Neuseeländer backen, es verdirbt einen eher den Magen! Bei „Road Pizza“ handelt es sich nämlich um zermatschte, platt gewalzte Tiere, die ständig die neuseeländischen Straßen verzieren. Oft sind es Hasen, mal ein Possum oder Marder, hin und wieder erwischt es auch Vögel, die den Genuss der „Road Pizza“ nicht wiederstehen können und somit selbst „platt wie eine Pizza“ werden – mit tomatenfarbenen Blut und Innereien als leckerer Käse. Da soll noch einer sagen, ich hätte keinen Geschmack!

– Vögel: in Zusammenhang mit diesem „Schocker“ zu Beginn stehen die vielen Vögel, die ständig zwitschernd die Gegend zum Leben erklingen lassen. So schön ihr Gesang auch sein mag – auf Dauer wird er nervig, und die Vögel an sich ebenfalls. Ständig muss ich im Auto abbremsen, weil waghalsige Vögel erst im letzte Moment zur Seite fliegen – sofern sie nicht zur „Road Pizza“ werden wollen – ein Schicksal, was manch Unglücklichem leider schon ereilt hat. Noch schlimmer sind jedoch die Vögel, die, sobald man ein Fenster nur einen Spalt offen hat, schamlos in die Häuser fliegen – aber ihren Weg nicht hinaus finden. Letztlich hatte sich einer in mein kleines Zimmer verirrt und flog ständig gegen die Scheibe (Vögel wissen nicht, was das ist!), bis ich ihn von seinen Qualen erlöste und durch Fenster öffnen in die Freiheit entlassen konnte. Wie dem auch sei, ob Kiwi, Weka, Kea oder Kakapo, oder die ungezählten anderen Vogelarten – Ornithologen werden an Neuseeland ihre reinste Freude haben!

– Kiwi-Englisch: ohne Frage, das Englisch hier ist leicht anders, als man es von der Schule gewöhnt ist. Um einen anderen Blogger nicht zu verärgern erlasse ich mal  einen Vergleich mit deutschen Dialekten – man kann sich aber vorstellen, worauf ich hinauswill. Das Englisch in dieser ländlich geprägten Gegend ist zwar mittlerweile gut zu verstehen, am Anfang gab es aber echt Probleme. So sprechen alle hier länger lebenden Leute z.B das „e“ immer als langgezogenes „i“ aus, was noch nicht sonderlich schlimm ist. Ich kann die Betonungen mancher Wörter scriftlich leider nicht wirklich wiedergeben, aber es ist schon recht witzig. Auch Abkürzugen sind sehr gebräuchlich. Da „thanks“ ja ein so unglaublich langes Wort ist, wird einfach „ta“ gesagt. Auch werden teilweise mehrere Wörter eines Satzes ohne Unterbrechung aneinadergereiht, was ungefähr so klingt: „Howisitgoink“ – ich übersetz es mal mit „Was geht“ – was so aber nicht ganz richtig ist…. Die Standardantwort meinerseits: „Fine, thank you“ oder „Fine, how are you going“. Diese Phrase wird einem von quasi jedem entgegengeworfen, auch im Supermarkt von den Regalauffüllern – in Deutschland wohl eher undenkbar. Ist etwas Gewöhnungssache – aber ja nicht schlimm, im Gegenteil…

– Autofahrt bei Nacht: wer in Neuseeland nachts Auto fahren möchte und über Land fährt, dem sei eine Sonnenbrille empfohlen. Nicht, dass man nicht sieht, wenn man mal wieder einen Hasen versehentlich mitnimmt, der, sobald er Licht sieht, immer über die Straße hoppelt. Vielmehr braucht man es als Schutz für den schädlichen Strahlen anderer Autofahrer. Denn was Fernlicht ist, scheinen die hier nicht zu wissen (vielleicht sind aber auch japanische Touristen :D). Ständig kommen mir Leute mit Fernlicht entgegen und schalten es  nicht aus .  es blendet ziemlich und nervt gewaltig, Ich bin jetzt schon ein echter Profi im Umgang mit der Lichthupe geworden deshalb. Meist peilt der Gegenverkehr dann, das sein Licht etwas grell ist – aber längst nicht immer. Dann hilft quasi nur noch der alte Trick, den jeder bestimmt in der Fahrschule gelernt hat….

– Toiletten: verspürt man mal wieder ein dringendes Bedürfnis? Wäre man in Deutschland in der Stadt, wäre ma  wohl verloren. Man kann natürlich in diverse Cafes, Restaurants oder Co. gehen aber das gilt ja als „unhöflich“ und wird manchmal garnicht geduldet. Fährt man mit dem Auto lange Strecken, dann bieten sich an Raststätten die Sanifair-Anlagen an – 50 cent Voucher (=Wucher – wie ähnlich die Wörter doch sind) zwar, nach der letzten Preiserhöhung aber (wie gut ich informiert bin..) scheinen es jetzt ja 70 cent zu sein. Ab und an gibt es vielleicht auch noch ein paar schmuddelige kostenlose Toiletten, aber auf die will man sich garnicht drauf wagen… Wie dem auch sei, in Neuseeland hat man damit keine Probleme. Jeder noch so kleine Ort hat zumindest ein öffentlich zugängliches Toilettenhaus, wo man kostenfrei, in einer hygienisch akzeptablen Umgebung seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann.

– Kühe und Schafe: Laut Wikipedia (wie seriös!) gab es 2008 33,9 Millionen Schafe in Neuseeland, sowie 5,3 Millonen Milchkühe und 4 Millionen Fleischrinder. Rechnen wir das mal auf die Bevölkerung um, so gehören jedem Neuseelaender mehr als 8 (volle) Schafe, und je min. ein Fleischrind und eine Milchkuh – genug also, um ein bisschen zu überleben, falls das Land sich mal autark versorgen muss. Tatsächlich sieht man, wo man auch hinsieht, Zäune über Zäune – und darin Schafe über Schafe bzw. Kühe und Rinder. Ob auf grünsaftigen Weiden der Ebene, auf Hügeln oder gar an Steilküste und Strand, überall trifft man auf diese armen domestizierten Wesen. Neuseeland ist weiß Gott kein Land für Vegetarier oder gar Veganer. Das kann man hier zwar auch durchhalten, ein schönes BBQ gehört im Sommer aber einfach immer dazu – mit schönem, saftigen, frischen Steak…

– Sonneneinstrahlung: Neuseeland besitzt eine nur sehr dünne Ozonschicht, was sich sehr auf die Sonneneinstrahlung auswirkt. So habe ich heute z.b die Warnung in der Zeitung gelesen, dass die Sonne am Tag auf einer Skala von 1-11 mit 10 benotet wurde, also schon extrem stark. Dabei habe ich es heute nichtmal als so extrem empfunden. Es wird dringend empfohlen (für die Kinder ist es Pflicht) breitkremprige Sonnenhüte zu tragen – und falls man sich mal etwas mehr entkleidet, sollte man sich dick einschmieren, das Gesicht sowieso immer. Und zwar mit Faktor 50+ oder höher, damit man keine Verbrennungen riskiert. Ich bin noch weitgehend verschont, bis auf die schon fast legendäre rote Nase (möchte ja Rudolph spielen zu Weihnachten!). Die Sonne ist aber extrem nervend, obwohl es „nur“ 25 Grad sind, fühlt es sich an wie 40. Ich weiß, dass hättet ihr jetzt auch gerne im nasskalten Germanenland, aber so wünschenswert ist da nicht… Da zieh ich fast die Kälte des Winters vor….

 

Das war es soweit, erstmal nur 7 Dinge, mehrere folgen bestimmt noch 😉

Tag 14: Karamea-Opara Basin-Culverden

So, nun möchte ich endlich die Reisegeschichte beenden und den Trip kurz resümmieren, um dann von dieser schweren Last befreit mit interessanteren Artikeln auftrumpfen zu können – es hat sich schon manche Idee auf meiner Festplatte angestaut, genug um jeden Tag bis zu den Ferien etwas zu schreiben. Aber dazu wirds wohl nicht kommen.

Bevor ich mit dem 14ten und letzten Tag beginne – hier noch ein kleiner Witz, den mir ein Grundschulkind heute erzählt hat!

„What does a  possum do at the road? – He wants to see his flat mate“

Hahahaha – habt ihr gelacht,  oder nicht? Zumindest hoffentlich verstanden, auf Deutsch wiederzugeben würde dem auf Wortspiel basierenden Witz schließlich seinen Charme rauben.

Nun aber zum letzten Tag meiner Reise – wer mitgezählt hat, weiß, dass dieser an einem Freitag war – die letzen beiden Ferientage wollte ich in Culverden verbringen, so langsam war ich das „aus dem Koffer leben“ auch satt.

Ich stand also nach einer schlaflosen Nacht auf und richtig, ich befand mich ja immernoch in den Räumlichkeiten der Rongo-Sekte! Die Nacht war deshalb schlaflos, weil es nur dünne Decken zum Zudecken gab bei unangenehmer Kälte) und die Bettmatraze extrem dünn und unbequem war. Aber ich hab es überlebt, noch ein paar Worte mit den Rongonianern gewechselt und bin dann auf deren Anraten zum Opara Basin gefahren. Das hiess, dass ich erst einmal wieder Richtung Heaphy Track gefahren bin, dann aber auf halber Strecke dorthin eine Schotterstraße mitten in den Urwald genommen habe. Das Opara Basin ist nämlich mitten im Kahurangi Nationalpark gelegen, ca. 25k von Karamea entfernt.  Und die Straße war  natürlich auch leer. War bisher die herausfordendste Straße – Schotter bzw. gar kein Belag, ständiges Auf und Ab, extrem kurvige Strecke, dabei die g anze Zeit durch den dichten, kaum Sonne durchlassenden Urwald. Ich kam aber heil im Zielgebiet an, wo sich außer mir auch niemand anders befand. Da wurde mir auch deutlich, dass, wenn ich steckengeblieben wäre (da ich ja nunmal kein Allrad habe) oder von der Strecke abgekommen wäre (man driftet da ganz schön – unabsichtlich) wohl so schnell keine Hilfe bekommen hätte. Ohne Handyempfang, kein Mensch im weiteren Umkreis und mit Karamea der nächste Ort ca. 25km Straße entfernt.

Zum Opara Basin ist folgendes zu sagen: es ist ein Gebiet mitten im Regenwald, indem ein paar Wanderwege verlaufen, darunter auch der Startpunkt eines Mehrtages-Tripps. Hauptsächlich kommen die Besucher hier aber wegen der Höhlen her. Das Gestein dort ist nämlich irgendwie besonders und es gibt viele Höhlen, wo man auch öfters Fossilien oder Knochen vor nicht allzu langer Zeit ausgestorbener Tiere findet (z.B vom Moa (= quasi ein Kiwi, bloß größer als ein Strauß).

Außerdem fliesst ein Fluss durch die Gegend und der idylische Regenwald lockt mit einem Orchester an Vogelstimmen.

Soweit abgelegen hätte ich es nicht erwartet, doch das DoC hat hier sogar eine Toilette aufgestellt und ein überdachtes Infozentrum, wo man sich an Schautafeln schlau machen konnte. So erfuhr ich, dass den Höhlen und Flüssen in dieser Gegend „Herr-der-Ringe“ Namen gegeben wurden (der Kreis schliesst sich…)

Tatsächlich führte mich meine erste Wanderung (von mehreren kleineren, höchens halbstündigen Trips) zur „Moria Cave“ – benannt nach Moria – oder auch Khazad-dûm um den kleinen Volk entgegenzukommen (:P) – der verlassenen Zwergenstadt, wo  der böse Balrog kommt und Gandald von der Brücke mit in die Tiefe reisst…

Doch der Eingang der Höhle sah nicht wie im Film aus, noch befand ich mich im Azanulbizar – einladend war es aber nicht. Ein kleines Loch mitten im Felsen – es herrschte Dunkelheit auf den ersten Blick. Ich entschied mich trotzdem hereinzusteigen und es ging auch sofort hinunter in die Tiefe. Da sah ich aber auch schon, dass es wieder hell wurde, die Höhle hatte ihren wirklichen Einlass nämlich ein paar Meter weiter – bloß kommt man von dort nicht hinein, weil ein Fluss direkt vorüberfliesst. Ich kraxelte also ein bisschen in der „Höhle“ rum, was ich fast bereut hätte, denn der Weg hinaus aus der Höhle war nicht so einfach wie rein – der Boden war glitschig und ich musste mich echt ziemlich konzentrieren, um wieder sicher hinauszugelangen. Ich beschloss dann, statt den Weg wieder umzukehren, den etwas längeren Rundweg zu nehmen, der mich noch an zwei sehr schön spiegelnden Seen vorbeiführte – spiegelnde Bäume sehen aber ja nicht sonderlich interessant aus. Ich stieg dann wieder ins Auto und fuhr noch 2km weiter, weil dort ebenfalls noch ein kleiner Ausflug wartete. Neben einer größeren Höhle, die allerdings abgesperrt ist und die man nur in fachkundiger Begleitung betreten darf, führt ein Pfad zu zwei anderen wirklich größeren Höhlen. Ich ging also den Pfad, weiter und immer weiter, und wunderte mich, warum es plötzlich so dunkel wurde. Der Wald ist zwar ohnehin dicht, aber so dicht konnten die Bäume auch nicht sein. Ich schaute nach oben und stellte verblüfft fest, dass ich mich bereits in einer riesigen, bestimmt 30m hohen Höhle befand, in der die Bäume reingewachsen waren. Die Höhle ging allerdings nicht sonderlich weit, nichtsdestotrotz war es ein beeindruckender Anblick.

Danach suchte ich noch zwei weitere Höhlen auf, wo ich mich diesmal tatsächlich als Höhlenforscher betätigte. Obwohl dringend empfohlen wurde, eine Taschenlampe griffbereit zu haben, betrat ich die Höhle, zuerst die kleinere, ohne. Es führte aber ein gesichter Rundweg einmal hindurch, also nicht sonderlich gefährlich. Trotzdem wurde es recht eng und ich musste zeitweise krabbeln. Schwaches Licht gab mir nur mein Ipod (dessen Leuchtkraft reicht aber quasi nicht aus) und meine Kamera, die, wenn ich den Blitz benutzte, mir für den Bruchteil einer Sekunde die Orientierung ermöglichte. Sonderlich viel von der Höhle habe ich demnach natürlich nicht gesehen, die kleinere jedoch erfolgreich durchquert. Danach ging es in die größere, die im Gegensatz zu der kleineren ziemlich breit und hoch war. Auf einen Schild vorm Eingang wurde vor Spinnen und Käfern hingewiesen – man solle doch bitteschön aufpassen, diese nicht zu zertrampeln. Ich ging also auch in diese Höhle, immer weiter, das Licht vom Eingang erlosch irgendwann und ich war in vollkommener Dunkelheit gefangen. Langsam tastete ich mich mithilfe des Kamerablitzes voran – nach wenigen Minuten wurde es mir aber zuviel. Irgendwie war mir die Höhle unheimlich, so ganz ohne Licht – und mit dem Gedanken weit und breit der einzige Mensch zu sein. Angst vor Höhlenbären braucht man hier zwar nicht zu haben, doch ich beschloss, lieber wieder umzukehren. Diese Höhle blieb von mir also unerforscht.Ich möchte darauf hinweisen, dass die potentiellen Gefahren nicht sonderlich hoch waren, schließlich waren es vom DoC ausgewiesene Wanderziele, die auch entsprechend gesichert waren. Wenn man aber Lust auf „Caving“ hat, dort in der Nähe gibt es noch eine Vielzahl weiterer Höhlen, die noch weitgehend unerforscht sind…

Nun hiess es für mich Abschied nehmen und meine ziemlich lange Auto-Fahrt begann. Ohne nämlich groß einen Zwischenstopp im Auge zu haben, wollte ich nach Culverden zurückkehren. Nach ca. 40 Minuten war ich in Karamea, nach 2 Stunden nahe Westport , nach 3 1/2 Stunden machte ich dann Pause in Reefton, einen kleinen, im Vergleich aber doch recht großen  Örtchen (viertgrößter und einziger inländischer Westküstenort), welcher sich, warum auch immer, preist, die erste Straßenbeleuchtung Neuseelands gehabt zu haben. Irgendwas lässt sich ja immer vermarkten 😀

In nicht allzu weiter Ferne ist übrigens die Pike-River-Kohlemine, von der man vielleicht auch in Deutschland grade hört. SPON berichtet z.B darüber und ergeht sich in der Stadtneuschöpfung „Greychurch“ – eine Mischung aus Greymouth und Christchurch (beim nächsten Erdbeben heisst Christchurch bestimmt „Christmouth“…)

Es gab  nämlich ein Grubenunglück, bloß im Gegensatz zum „Wunder von Chile“ werden dort alle 29 Bergleute ihre Schicht vermutlich  nicht überleben. Die Anteilnahme ist, grade hier in der Gegend, wo es nicht allzuweit weg ist, ziemlich hoch. Aber mal sehen, vielleicht gibt es ja wirklich noch ein Wunder…

Von Reefton ging es dann über den Lewis Pass zurük nach Culverden, was noch einmal 2-3h Fahrt bedeutete. Kurz vor Reefton ereignete sich dann das eigentlich schon lange Erwartete. Regen! 5 Tage war ich an der We(s)t Coast, und es gab keinen Regen, tagsüber. Nun schien ich aber die volle, glücklciherweise ausgebliebene Ladung abzubekommen – es regnete und regnete und hörte nicht auf. Dadurch habe ich auch die eigentlich spontan geplanten Zwischenstopps für kurze Wanderungen nicht wahrgenommen.

Erst als ich das Gebirge verließ und in die Ebene kurz vor Culverden einschwenkte, sah ich wieder die Sonne, die am Horizont zu verschwinden drohte. Es war nämlich schon Abend geworden. Froh, wieder in Culverden zu sein, erließ ich also alle notwenigen Anweisungen (gegenüber mir selbst) und zelebrierte das Ende der Reise mit einer schönen Cranberry-Pizza im Red-Post-Cafe – ein Ritual, dass ich nach Abreise hier wohl vermissen werde. Das restliche Wochenende erholte ich mich dann noch, samstags abends in den Thermalquellen Hanmers, schrieb was in diesem Blog ;), und bereitete mich wieder auf die Arbeit vor. Das ist jetzt zwischen 6-7 Wochen her – und ich bin erstaunt, wie ich mich noch an alles erinnert habe.

Damit könnte ich eigentlich zum Abschluss kommen, mache ich aber nicht. Erst noch ein kleines Resumeé meiner Reise.

Die Reise war wirklich „awesome“, „fantastisch“ und sehr „lehrreich“. Vor allem war sie unerwartet, denn eigentlich dachte ich, ich wäre die ganze Zeit mit den beiden ehemaligen Mitreisenden zusammen. Es war aber genau die richtige Entscheidung, getrennte Wege zu gehen – ich hätte einfach zu viele interesannte Dinge verpasst. Da nehme ich dann gerne auch etwas Einsamkeit auf mich. Im Endeffekt war es durch das Schlafen in Backpackers statt in Zelten und der Spritkosten etwas teurer als kalkuliert, aber es war sein Geld auf jeden Fall wert! Ich freue mich schon riesig, wenn es in knapp 2 Wochen wieder losgeht – die genaue Route werde ich noch mitteilen…

Um meine Frühlingsferien-Route besser nachvollziehen zu können, werde ich wohl auch noch eine Karte bearbeiten und Euch zeitnah präsentieren.

Soviel dazu, Fotos kann ich im Moment leider nicht hochladen, da das Internet grade arg langsam ist…

Mal wieder Schule!

Richtig gehört . mal wieder Schule!

Das heisst mal ein kleiner Zwischenstand über meine Arbeit und noch ein paar weitere Infos zum Schulsystem, als auch Schule für mich!

Denn gestern habe ich nach sehnsüchtiger Wartezeit endlich mal wieder Hausaufgaben aufbekommen! Ich mache ja nämlich jetzt einen „Defensive Driving“-Kurs, den mir mein Projekt ja freundlicherweise spendiert hat.

Ich sitze also mit ein paar jüngeren Leuten in der „Academy“ (Oberstufenraum) meiner Schule und höre den Ausführungen von John zu, der uns defensives, sicheres Fahren lehren will. John ist ein cooler Typ und hat den theoretischen „Unterricht“ gestern Abend sehr lustig gestaltet – am Ende gab es ein paar lustige Videos und Horror-Bilder von verunglückten Autos – schonmal zur Abschreckung!

Die Hausaufgabe, die wir zu morgen (dann gehts nämlich schon weiter) bearbeiten müssen, ist leider neben einen Fragebogen eine CD und damit leider nicht mit meinen Netbook kompatibel. Man sollte die CD aber entsprechend machen, vor allem weil das wohl der spaßigste Teil des Kurses wäre – beinhaltet nämlich ein Fahrsimulator. Als ich John sagte, dass ich die CD nicht benutzen könne, lud er mich sofort zu sich nach Hause ein, wobei sich auch herausstellte, dass seine Frau eine Lehrerin meiner Schule ist. Nachdem die CD auf den Schulcomputer nicht läuft, werde ich auch sein Angebot annehmen und morgen nach der Schule die CD durcharbeiten – bin ich mal gespannt!

Der Kurs war bisher durchaus interessant und hilfreich – und ich habe sogar quasi alles verstanden! Da kommt schon fast wieder Sehnsucht nach Schule auf, die in den letzten Monaten (1 Jahr zuvor) richtig viel Spaß gemacht hatte, muss ich zugeben… Naja, muss ich auf die Uni warten….

Sind aber jetzt noch 3 theoretische Abendkurse und dann ein praktischer  Teil, allerdings keine Prüfung, sondern rein zur Erprobung der gelernten Kenntnisse und fahrspezifische Fragen – im eigenen Auto zum Glück, weshalb meine Angst, im Schaltwagen (und damit Schaltlhebel links), unbegründet ist.

Für die Mitschüler ist der Kurs essentiell für das Erhalten ihrer vollen Fahrlizenz – hier in Neuseeland herrscht ein System mit ein paar verschiedenen Abstufungen, das ich noch nicht ganz durchblickt habe.

Wie dem auch sei, ich komme zur anderen Schule, der Amuri Area School.

Das ist, wie ihr sicher wisst, mein jetziges Projekt, das ich allerdings in 3 Wochen ja schon verlassen werde. Es ist nicht so, dass ich (wie von anderen gehört) Tage im Kalender abhake, aber ich freue mich wirklich auf die 6 Wochen Sommerferien. Die Arbeit ist relativer Alltag geworden und wird zunehmend langweilig – nichtsdestotrotz habe ich immer noch schöne Momente, z.B. heute als mir meine kleine Nachhilfe-Schülerin versicherte, „ich sei so cool“ und „ihr Freund“, obwohl grade sie durch ihre Unmotivation schon manch strengen Umgang meinerseits riskiert hat.

Auch die anderen Kinder sind traurig, dass ich nach den Ferien nicht mehr da bin – genauso geht es mir, ich werde die Kinder ziemlich vermissen, glaube ich! Was mich allerdings besonders nervt, sind die ganzen „petzenden“ Kinder – über Kleinigkeiten, die, wenn ich sie erwähnen würde, nur Kopfschütteln und Gelächter folgen würde. Neuseeländische ländliche Schulen scheinen noch ein echtes Idyll zu sein – es gibt nur 3-4 Kinder, die hin und wieder mal – meist untereinander  – größeren Streß machen.

An der Arbeit an sich hat sich nicht viel geändert – ich mache z.b immer noch jede Menge Pausenaufsicht, wo ich jetzt auch immer darauf achten muss, dass die Kinder ihre Sonnenhüte tragen (wegen der starken Sonnenstrahlung hier) und aufgrund neuer, verschärfter Regeln darauf achten, dass die Kinder in in einem speziellen überdachten Bereich ihr Essen essen, dort jedes einzelne kontrollieren, ob es aufgegessen hat, um dann die Erlaubnis zu geben, dass es spielen kann. War bei uns damals, soweit ich mich erinnere, nicht so.

Eine Sache, die mir hier auch auffällt, ist, dass man nicht sonderlich „kritisiert“ wird – ich jedenfalls nicht – aber vielleicht ist meine Arbeit ja auch einfach nur wunderbar 😀

Außerdem habe ich jetzt die Klassenverteilung der Grundschule verstanden. Es gibt jahr 1/2, Jahr 2/3, Jahr 4/5 und Jahr 5/6.

Die Kinder werden nicht benotet, sondern ihr persönlicher Fortschritt wird beschrieben und mit dem „nationalen Standard“ verglichen. Das sind Vorgaben der Regierung, wann ein Schüler bestimmte Sachen zu können hat. Die meisten Schüler meines Projekts liegen dabei „über“ dem nationalen Standard, worauf die Schule natürlich stolz ist. Das würden deutsche Politiker jetzt natürlich am „decile rating“ festmachen, das anzeigt, welchem „sozio-ökonomischen“ Einzugsgebiet die Schule zuzuordnen ist, auf Gutdeutsch also, welchen Bildungs- und Vermögenshintergrund die Einwohner der  Gegend haben. Die Amuri School kommt auf einen Wert von 8 aus 10, das ist ziemlich  „gut“. Wundert mich auch nicht in einem ländlichen Gebiet – Farmer sind nämlich grundsätzlich sehr wohlhabend hier in Neuseeland – an Landbesitz natürlich eh, aber wenn man sich deren Häuser und Autos anschaut und die als Hintergrund nimmt, auch…

Trotzdem gibt es auch einige „Migranten“ an der Schule, hauptsächlich aus Südamerika und den Philipinnen. Die sind aber vorbildlich integriert, sprechen gutes Englisch (immer noch besser als ich) und stehen ihren in Neuseeland geborenen Mitschülern meist in nichts nach – und falls doch gibt es soviele Lehrer hier an der Schule, die mit lernschwachen oder eben migrantischen (ein Neologismus!?) üben, damit die Kinder ein gesundes Niveau erreichen.

Zu dem kann man wohl sagen, dass insbesondere die schwächeren Schüler hier im Gegensatz zu Deutschland massiv gefördert werden, sodass selbst der schlechteste am Ende seiner Schullaufbahn noch ein relativ hohes Niveau haben wird – ich spreche natürlich nur für die Schüler hier, in den größeren Städten wird das ganz anders aussehen…

Die schwächeren Kinder sind also schlauer im Vergleich zu denen in Deutschland – die schlaueren (schlau in Hinblick auf Schulstoff) jedoch den Deutschen meiner Meinung nach unterlegen. Denn wirklich tief wird hier selbst in der Oberstufe nichts vermittelt. Was in Mathe hier in der Oberstufe gemacht wird, haben wir in der 9. Klasse gemacht. Allerdings ist die hier auch ganz anders strukturiert und ich habe keine Ahnung davon, alo lasse ich es mal sein, darüber zu lästern…

Fakt ist aber, wie ich letztens auch in den heißen Thermalquellen in Hanmer diskutiert habe, dass hier in Neuseeland  ein „braindrain“ herrscht, d.h. die wirklich schlauen Köpfe wandern alle in die USA, nach Asien oder Europa ab, weil ihnen Neuseeland nicht allzu viel bieten kann. Darunter leidet das Land natürlich – das sich für seine Erfindungen eigentlich rühmen darf (komm ich mal noch irgendwannwann drauf)

Soweit dazu – der Abschluss meiner Reise kommt in Kürze als Artikel

Sonntag gehts übrigens Whale-Watching in Kaikoura 🙂

Entscheidungen und Wochenende!

So, mal wieder was von mir.

Gestern fand ich eine Mail im Postfach, das es nun darum geht, ein neues Projekt auszuwählen. Wie ich leider festgestellt habe, stehen meine beiden Wunschprojekte in Wellington garnicht mehr zur Auswahl. Ich muss mich jetzt also anders entscheiden und möchte Euch daran teilhaben lassen.

Klar ist, dass ich auf die Nordinsel möchte, da die Gegend hier, wie schön sie auch ist, doch langsam langweilig wird und alles gesehen ist. Zumal es interessant ist den Lebensstil zu vergleichen – so habe ich schon öfters von den hier Einheimischen gehört, das die Südinsulaner viel netter, freundlicher, offener usw. sind.

Wie dem auch sei, diese 5 Projekte sind in meiner näheren Auswahl:

1. Vertical Horizon Adventure Camp (http://verticalhorizon.co.nz/)

2. Kauaeranga Valley Christian Camp (http://www.kvcc.org.nz/)

3. Finlay Park Camp (http://www.finlaypark.co.nz/)

4. Whangarei Heads School (http://www.whangareiheads.school.nz/welcome.php)

5. Mount Tabor Trust (http://www.mt-tabor.org.nz/index.html)

Könnt ihr euch ja mal anschauen, wenn es interessiert. Ich neige momentan zu ersterem, das ist ein Adventure Camp in Inglewood, an der Ostküste der Nordinsel, direkt bei dem 2500m hohen einsam in der Landschaft stehenden und auf Bildern traumhaft aussehenden Mount Taranaki 😀                                        Mit New Plymouth ist auch eine Viertelstunde entfernt eine größere Stadt in der Nähe, die bereits als lebenswerteste Kleinstadt (unter 50.000) der Welt ausgezeichnet wurde. Ich glaube, das könnte dort ganz nett werden – aber fraglich natürlich, ob ich auch überhaupt meinen Erstwunsch bekomme. Die anderen Camps sind aber auch an durchaus attraktiven Stellen, sodass es mir ehrlich gesagt, eigentlich relativ egal ist, wo ich hinkomme. Die Schule und die Behinderten-Einrichtung ist auch recht interessant, echt schwierig sich zu entscheiden.

Soviel zu diesem Sachverhalt. Gestern war ich mal wieder in Christchurch – eigentlich aus einem ziemlich banalen Grund: ich musste mir mal wieder die Haare schneiden lassen. Der Friseur hier in Culverden ist auf 5 Wochen ausgebucht und außerdem sogar noch recht teuer. Also bin ich in Christchurch irgendwo reinspaziert und sofort wurden mir in barbarischster Weise meine wunderschönen Haare abgesäbelt!

Nachdem es Freitag wieder extrem heiß war (nicht auszuhalten…), hat es gestern fast den ganzen Tag geregnet, auch in Christchurch. Ziemlich schnelle Wetterwechsel hier. Da ich aber nicht nur des Haare Schneidens wegen nach Christchurch gefahren bin, beschloss ich, nicht zuletzt wegen der Hysterie um den neuen „Harry-Potter“-Film ein neuseeländisches Kino aufzusuchen.

Meine Wahl fiel auf das „Hoyts“, eine Kinokette hier in Neuseeland, vergleichbar mit Cinemaxx. Ich muss aber sagen, die Sessel sind deutlich bequemer und weiter und selbst ich kann meine Beine vollständig ausstrecken im Kinosaal.

Dort saß ich dann nämlich auch und erduldete den zweieinhalb-stündigen „Harry-Potter-Film“, der mich nicht sonderlich überzeugt hat. Trotz seiner Länge passiert eigentlich ziemlich wenig – oder aber, anders betrachet, ziemlich viel, soviel dass man das meiste schnell wieder vergisst. Ich muss zugeben, als der Film anfing, wusste ich vor lautem „Herr-der-Ringe“-Fanatismus garnicht mehr, worüber der 7. Teil handelt – aber es fiel mir dann doch recht schnell wieder ein. Was auch gut ist, denn für jene, die das Buch nicht gelesen haben, könnte es Verständnisschwierigkeiten geben.

Aber ich möchte mich hier nicht auch noch als Filmkritiker betätigen und deshalb nur noch sagen, dass der Film immerhin ein paar Stunden gute Ablenkung bot – aber auch nicht mehr…

Nach einem kleinen Imbiss und der Suche meines Autos (diesmal hab ich die richtige Abzweigung genommen!) ging es dann an die Heimfahrt nach Culverden, die so langsam echt ermüdend wird. Noch 3-4 mal werde ich die Strecke machen – trotz der ganz netten Landschaft ist es aber irgendwann zu viel ständig die 100km nach Christchurch  zu fahren – geht ja auch an den Sprit.

Heute Abend geht es für mich dann noch mal wieder nach Hanmer Springs in den heißen Quellen relaxen, ich muss nämlich noch meine 10er-Karte, wo ich noch ein paar Punkte drauf habe, in den nächsten 3 Wochen abgelten. Dort kann ich dann auch schön entspannt nochmal nachdenken, für welches neue Projekt ich mich entscheide – morgen werde ich das dann an den ICYE schicken!

Tag/Nacht 13: Greymouth-Punakaiki-Westport-Karamea

So langsam kommen wir zum Abschluss, vorneweg möchte ich aber sagen, dass dieser Artikel etwas länger werden könnte…

Los ging es für mich am Morgen nach Greymouth, das ich schnell mit Ziel Punakaiki verließ. Punakaiki liegt auf dem Weg nach Westport, welches die zweitgrößte Stadt der West Coast ist.

Bekannt ist Punakaiki vor allem für die in der Nähe gelegenen Pancake Rocks (Pfannkuchenfelsen) – und tatsächlich sehen die Felsen aus wie viele übereinander gestapelte Pfannkuchen. Gibt extra dort ein Infozentrum und ein touristisch stark frequentierter Weg, wo man sich die Pancake Rocks und das Meer (die meisten Felsen bilden die Steilküste) anschauen kann. Neben den Pfannkuchenfelsen kann man hier auch die „Blowholes“ bestaunen – jedenfalls wenn Flut ist. Da bei meiner Ankunft Ebbe herrschte (was man an dieser Stelle zwar nicht sehen konnte, aber die Gezeitentabelle sagte das nunmal) konnte ich dieses Phänomen aber nicht bestaunen. Denn die Felsen bilden teilweise kleine Buchten und sind teilweise auch unterhöhlt, was dazu führt, dass Wellen in die Löcher schlagen und Wasser meterweit in die Höhe spritzt. Ob das jetzt korrekt ist, sei dahingestellt, es ist das, was ich behalten habe (wenngleich nicht gesehen).

Viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen, die Felsen sind schwer zu beschreiben, weshalb ich einfach nochmal ein paar Fotos hochlade.

Nach den Pancake Rocks ging es dann Richtung Westport. Dabei durchquert man auch den kleinen Ort Charleston, in dessen Nähe im Regenwald Höhlen sind, in denen man u.a. „Black Water Rafting“ machen kann, d.h. mit einem Schwimmreifen bewaffnet sich in die Grotten hinabzuwagen und sich durch das Höhlensystem treiben zu lassen und dabei den Glühwürmern zuzusehen . ab und an gibt es natürlich auch ein paar Stromschnellen und sowas zu passieren.

Jene schon in Deutschland geplante Aktivität (neben Skydiving und Whale Watching; letzteres mache ich übrigens am kommenden Wochenende) habe ich jedoch (leider) nicht gemacht, die spare ich mir für die Nordinsel auf, wo man selbiges in den weitaus bekannteren „Waitomo Caves“ machen kann.

Die Straße nach Westport verließ ich dann an einer Abzweigung, weil ich noch zum Cape Foulwind wollte, berühmt für seine Seehund-Kolonie (wollte mich wieder fressen lassen…).

Dort kam ich dann auch bald an und marschierte zur Seehund-Kolonie, wo aber nur ein paar Geschöpfe faul in der Sonne herumlagen. War jetzt nicht so spektakulär, hätte mehr Leben erwartet. In der Nähe war aber ein lustiger Wegweiser, der die Entfernung samt exakter Richtung vieler Metropolen dieser Welt angegeben hat. Fast bekam ich Lust, in der angegebenen Richtung ins Wasser zu springen und die 15732km Luftlinie nach Hamburg zu schwimmen bzw. laufen. Ich bin schon ziemlich weit von Deutschland weg, ist mir da bewusst geworden…

Der Weg ging an der Steilküste dann noch weiter, zum eigentlichen Cape Foulwind, wo ein Leuchtturm steht. Ich beschloss aber die wenigen Kilometer nicht zu Fuß zurückzulegen, sondern dort mit dem Auto hinzufahren (um mir den Rückweg zu ersparen). Habe mir den Leuchtturm dann angeschaut und noch ein paar Inseln vor der Küste beobachtet, ehe ich dann nach Westport gefahren bin. Die Stadt schien mir aber keine nähere Betrachtung wert, sodass ich gleich weiter nach Karamea fahren wollte.

Auf den Weg stach dann aber ein Kohle-Museum ins Auge – und meine Wissbegierde ließ mich dort dann natürlich einkehren. Dort wurde vor allem über Kohleförderung ausgestellt (welche in der näheren Umgebung sattfand früher), aber auch Exponate zur Stadtgeschichte, zum allgemeinen historischen Leben, zu Schiff- und Luftfahrt usw. wurden ausgestellt. So habe ich gelernt, dass Qualität „made in Germany“ schon im 18. Jahrhundert begehrt war, die dort ausgestellten Kutschen waren nämlich alle damals deutscher Abstammung (heute müsste man französisch sagen: Frage an Tatjana: Wenn nicht in Schweicheln, wo wurden die Kutschen demnach hergestellt? :D)

Nach diesem übrigens letzten Museum meiner Reise (welch Glück für Euch :P) nahm ich dann die lange Strecke nach Karamea auf mich, die nördlichste Ansiedlung der West Coast, direkt am Kahurangi-Nationalpark gelegen, einen ziemlich großen Nationalpark. Die Strecke dahin ist eine Sackgasse, da von Karamea abgesehen von Wanderwegen keine Straßen weiter führen. Doch der Ort erschien mir als reizvoll und gelohnt hat es sich – auf jeden Fall!

Die mehr als einstündige Autofahrt führte noch durch gewisse kleinere Dörfer, darunter der Ort „Hector“, der dem um Neuseelands Küsten endemischen „Hector-Delfin“ seinen Namen gegeben hat. Delfine konnte ich jedoch leider nicht sehen. Die Straße führte auch eher selten am Meer entlang, sondern wand sich um die vielen Hügel durch den Regenwald. Relativ oft musste ich anhalten wegen Baustellen und wurde von den Bauarbeitern dann liebenswürdig durchgewinkt – allzu viele Leute fahren nämlich nicht diese Strecke. Das hat den Vorteil, dass ein Großteil der Touristen die Schönheit Karameas entgeht, welches bisher mein persönlicher Lieblingsort Neuseelands ist. Gelegen ein wenig entfernt von der Küste, umgeben von Hügeln, alles dicht bewachsen mit Regenwald, bis auf das Feuchtgebiet bis zur Küste. Der Ort hat in etwa die Größe Culverdens und ist, wie schon gesagt, touristisch eher unerschlossen, bekannt aber für den Anfang bzw. dem Ende des Heaphy Tracks, auf den ich noch zu Sprechen komme.

Erst einmal deckte ich mich aber im örtlichen Supermarkt (ein Foursquare wie in Culverden) mit Lebensmitteln ein und fühlte mich auch zugleich hierhin erinnert. Nichts gegen die Gastfreundlichkeit der Neuseeländer in Städten, aber auf dem Land ist sie noch deutlicher ausgeprägter. Wie ich mich hier im Supermarkt mit der Kassierin halte, so hatte ich auch dort ein nettes Schwätzchen.

Danach suchte ich mir eine Unterkunft und fand sogleich auch den einzigen Backpacker in dieser Gegend, der einige Worte mehr als üblich wert ist.

Als ich ankam, war niemand  dort, ein an der Tür klebender Zettel lud aber dazu ein, es sich im Haus gemütlich zu machen und sich an Speis und Trank zu bedienen. Als Einbrecher wird meine Karriere wohl nicht enden, denn ich trat zwar dort ein, ging nach wenigen Sekunden jedoch wieder heraus, weil ich mich ziemlich unwohl fühlte trotz der freundlichen Einladung auf dem Zettel.  Daran ist wohl meine Erziehung schuld! 😛

Ich fuhr also erstmal an den Strand und machte einen Spaziergang über die Dünen, wo ich viele Vögel beobachtete, sonst aber nicht wirklich erwähnenswertes fand. Zurück beim Backpacker fand ich dann Leute vor.

Ich trat ein und dachte, ich wäre in Jamaika. Drei alternativ aussehende Personen hockten um den Tisch und auf meine Frage, ob ihnen der Lade gehöre, erntete ich komische Blicke (die Frage war wohl zu kapitalistisch).

Mir wurde jedoch gesagt, dass mir geholfen werde könne und trotz ziemlicher Zweifel an der Kultur dieser Unterkunft, beschloss ich das Experiment einzugehen und dort eine Nacht meines Lebens zu verbringen. Ich füllte also meine Anmeldung aus und wurde dann, wie es eigentlich bei allen „privat“ betriebenen Backpackern (die ich den standardisierten YHA-Hostels gegenüber bevorzuge) üblich ist, durch das Haus geführt. Wie auch sonst in solchen Unterkünften üblich schläft man in einen Schlafsaal mit vielen Betten, denen ich aber, was sich in der Nacht als Fehler herausstellen sollte, keine nähere Beachtung schenkte (siehe Tag 14) Neben dem großen Gemüsegarten, in dem ein Typ rumackerte (wie sich später herausstellte, der eigentliche „Besitzer“) verfügte man auch über eine eigene Party-Location, eine Hütte mit astreiner DJ-Anlage. Ich wurde dazu angehalten, ein peaciges Lied zu wählen (hauptsächlich alter Reggae zur Auswahl), entschied mich dann, weil ich es zumindest kannte, für einen Bob Marley-Song und spielte dann kurz den DJ.

Ab und an finden dort nämlich Partys statt, abern icht an dem Abend, wo ich da war. Wär sicher ganz cool gewesen, am Lagerfeuer zu sitzen und einer Party dieser alternativen Lebensgemeinschaft beizuwohnen, die sich selbst übrigens „Rongonianer“ nennen – so heisst der Backpacker auch „Rongos Backpacker“. Wie meine Recherchen ergeben haben, ist Rongo, ein Gott der Maori, zuständig für landwirtschaftlich angebaute Nahrung. Und die Rongonianer, die übrigens nicht zu arbeiten scheinen, versorgen sich selbst rein vegetarisch (oder sogar vegan) über angebaute Nahrung, welche in dem bereits erwähnten Gemüsegarten gut gedieh. Das Geld, ohne das es ja letztlich nicht geht, wird eben durch den Backpacker und noch ein anderes Motel erwirtschaftet.

Wie man also vielleicht ahnen kann, fühlte ich mich an „Love and Peace“ erinnert, was durch die Einrichtung des Backpackers nur noch verstärkt wurde. Lauter Kunst, lauter Blumen usw.. Wirkliche Blumenkinder, die Leute, die da schon fast sektenartig leben. Irgendwann seien sie dorthin gekommen und hätten Karamea so schön gefunden, dass sie dort für lange Zeit bleiben wollen. Davon ließ ich mich jedoch nicht vereinnahmen und machte für den Rest des Tages noch einen Abstecher zum Beginn des Heaphy Tracks.

Das hiess erst einmal noch 20km Fahrt, der letztere Teil auf Schotterstraße.

Am Beginn des Tracks angekommen ist ein vom DoC (Department of Conservation“ eingerichteter Campingplatz, direkt am Strand, wo sich auch ein paar Leute im Caravan niedergelassen hatten.

Nun zum Heaphy Track: es ist einer der „Great Walks“ und mit 82km relativ lang. Benannt nach dem neuseeländischen  Entdecker Charles Heaphy windet er sich erst an der Küste, dann durch das Inland durch den Kahurangi Nationalpark und endet (bzw. fängt an) in Collingwood, dem nordwestlichsten Ort der Südinsel, den ich in wenigen Wochen in den Sommerferien noch besuchen werde. Er ist relativ beliebt, was sich auch an den doch recht vielen Leuten zeigte, die mir bei meiner kurzen Abendwanderung noch entgegenkamen. Gewöhnlich braucht man um die 5 Tage, übernachtet wird in vorhandenen Hütten (oder mitgenommenen Zelten). Der Track ist vor allem beliebt, weil er trotz seiner Länge relativ „leicht“ ist und durch sehr vielfältige Landschaft führt. Leider werde ich nicht die Zeit haben, ihn zu laufen, das wäre sicher ein schönes, forderndes Erlebnis gewesen (auch wenn Camping mir ja eigentlich verleidet ist).

Ich wollte aber zumindest ein bisschen vom Track sehen und ging die erste Rote zu einem einsamen Strand an – Scotts Beach. Ca 3km führte mich der Track dorthin, durch den Regenwald des Kahruangi-Parks, einen Hügel erst hinauf und dann herabsteigend (diesen kann man im Header bewundern ;)).

Dann war ich nämlich letztlich auch angekommen – und fühlte mich wie im Paradies. Ein total einsamer Strand, eingerahmt vom blauen Meer und dem grün bewaldeten Hängen der Hügel. Traumhaft! Das Bild hat es hier in den Header geschafft, und ich habe mich mit einem bisher zurückgehaltenen Bild sogar bei einem Foto-Contest über Neuseeland beworben 😀

Ich ging also ein bisschen am Strand herum, irgendwann kamen dann auch Felsen. an denen ich nach jeder Biegung die ängstliche Erwartung hegte, wieder von einem Seehund attackiert zu werden. Das trat zum Glück nicht ein! Irgendwann war es dann Zeit, den Strand zu verlassen, weil ich bei Dunkelheit ungern den Weg zurückgelaufen wäre. Damit habe ich zwar den Sonnenuntergang dort verpasst, welcher aber die 2km weiter südlich sicher genauso schön war – wie die ja bereits eingestellten Bilder (56 Eindrücke) beweisen. Dort saß ich also am Strand, beobachtete die langsam im Meer versinkende Sonne und fuhr dann schlussendlich zurück zum Backpacker, wo ich noch zum Essen eingeladen wurde – irgendetwas undefinierbar Vegetarisches aus eigenem Anbau, was aber erstaunlich lecker schmeckte.

Ich unterhielt mich auch ein bisschen mit den „Rongonianern“ und fragte, welche Naturschönheiten Karamea noch zu bieten habe. Ich wurde gut beraten und konnte deshalb meine Ferien am nächsten Tag gebührend abschliessen, wobei ich fast, auf mehrere Weisen, hätte verschollen sein können 😛

Aber was sich genau ereignete, erfahrt ihr dann im nächsten  (und den Urlaub betreffend letzten) Artikel, zu dem ich diese Woche aber nur kommen werde, wenn Tatjana mir die richtige Antwort auf die in Klammern gestellte Frage gibt 😉 – oder gerne auch wer anders…

Fotos gibt es demnächst, ich möchte jetzt lieber schlafen…

Tag/Nacht 12: Hokitika – Greymouth

 

Weiter geht es:

der 12. Tag in Hokitika begann für mich mit einer Führung in einer Jade-Manufaktur, die direkt unterhalb meiner Unterkunft angesiedelt war. Ich ließ mir also von einer mit ziemlichen Dialekt sprechenden Maori-Dame (die ich trotzdem ziemlich gut verstand) die Herkunft und Bearbeitung von Jade erklären und konnte ein paar Schmuckstücke betrachten. Jade ist schon ein ganz schöner Stein – würde sich gut mit meinen glücksspendenden Bernstein ergänzen, den ich seit Jahren geheim am Herzen trage – das nötige Kleingeld vorausgesetzt.

Hokitika ist nicht nur Stadt der Jade, sondern auch der vieler anderer Kunsthandwerke. So schaute ich nach beendeter Führung in einem anderen Geschäft den Glasbläsern bei der Arbeit zu. Auch Goldschmiede, Juweliere und andere „Kunsthandwerker“ sind dort ansässig, erstere auch deshalb, weil an der West Coast vor über 100 Jahren, auch in Hokitika, ein regelrechtes Goldfieber herrschte.

Aber weg vom schnöden Mammon zum bewegten Leben: das konnte ich in einem kleinen privaten Zoo bestaunen, auf dem ich bereits am Vorabend aufmerksam wurde. Der werb nämlich damit, Kiwis zu zeigen. Und diesen berühmten Vogel hatte ich bisher noch garnicht gesehen. Zuerst schaute ich mir aber verschiedene Fische und Reptilien an, darunter auch die schon erwähnten „whitebait“-Fische, die ziemlich klein (Fingergröße) und durchsichtig sind – mir erschliesst sich nicht, wie man sowas essen kann.

Auch mit Tuataras. die ich ja schon in Invercargill bestaunen konnte, machte ich noch einmal Bekanntschaft. In einem großen Aquarium wurden auch riesige, bis zu 5m lange, hässliche Aale gehalten, die in den neuseeländischen Seen und Flüssen vorkommen – ein Anblick, der mir das Baden in solchen Gewässern verleidet hat – da nehme ich doch lieber den Hai im Meer in Kauf!

Neben ein paar einheimischen Vogelarten und sonstigen nicht erwähnenswerten Kleinvieh stand dann noch die Hauptattraktion an: die Kiwis. Das sind nicht etwa grüne Früchte mit brauner Schale, die man essen kann, sondern wirklich erstaunenswerte Vögel, die leider vom Aussterben bedroht sind. Kiwis sind sozusagen die Säugetiere unter den Vögeln, weil sie viele derer Eigenarten haben, die für Vögel sonst untypisch sind. So sind sie nachtaktiv (ein Grund, warum der Kiwi-Bereich komplett abgedunkelt war) und haben keine Flügel – sie  können demnach also nicht fliegen, jedoch mit ihren langen Beinen, wie ich voller Erstaunen feststellen konnte, ziemlich schnell laufen. Ihr Gefieder sieht mehr aus wie ein Pelz und ihr Schnabel ist eine Art spitze, bis zu 20m lange, nach unten gebogene Röhre, womit sie im Boden  nach ihrem Futter wühlen, das sich vor allem aus Würmern und Insekten zusammensetzt, dass sie, werden sie nicht von den eingeschleppten Schädlingen wie Marder oder unkontrollierte Hunde getötet, über 20 Jahe lang geniessen können, für einen Vogel eine ziemlich lange Zeitspanne. Wer noch mehr über mein neues Lieblingstier erfahren möchte, einfach mal bingen!

War jedenfalls ein sehr schönes Erlebnis mit dem Kiwi, der seinen Namen übrigens seinen schrillen Pfiffen, die so ähnlich klingen, verdankt.

Das Skelett seines ausgestorbenen Verwandten, des wesentlich größeren Moas, konnte ich übrigens letztlich im Christchurcher Museum bestaunen.

Nun gut, machen wir weiter mit meinem Tag. Als museumsbegeisterter Mensch legte ich einen kurzen Stopp im West Coast Museum in Hokitika ein, wo ich mich etwas zur Geschichte und Kultur der Region, insbesondere auch über den Goldrausch dort, informieren konnte. Spannendes Thema, aber für die Leser dieses Blogs wohl eher langweilig 😛

Darum überspringen wir das und reisen weiter nach Greymouth, der größten Stadt der West Coast. Die Stadt liegt an der Mündung (Mund) eines großen Flusses, des „Grey Rivers“, daher der Name. Zur Stadt eine kleine Story: als vor wenigen Jahren in der Stadt ein McDonalds geöffnet hat – der einzige der gesamten West Coast – soll es eine kilometerlange Schlange gegeben haben.

Greymouth ist relativ groß (und hssälich) und darf wirklich als Stadt bezeichnet werden. Ich suchte mir erst eine Unterkunft, um danach etwas durch die Stadt zu spazieren, die mir auf den ersten Blick aber keine sinnvollen Attraktivitäten bot. In der Nähe der Stadt ist „Shantytown“ gelegen – eine historisch erhaltene Goldgräber-Ansiedlung und touristische Attraktion der West Coast. Als ich dort ankam, stellte ich jedoch fest, dass die Kommerzialisierung Einzug gehalten hatte, weshalb ich mich nicht entschied, dort einzukehren (denn nachgebaute „Western“-Städte habe ich in deutschen Freizeitparks genug gesehen).

Stattdessen machte ich eine kleine Spritztour zu einem größeren See in der Nähe, dem Lake Brunner, der aber nichts besonderes bot, zumal das Wetter mies war. Waren also eigentlich nur verschwendet Kilometer, bis ich auf den Rückweg einer Beschilderung folgte, die mich auf eine Schotterstraße brachte, die durch den Urwald direkt an der unberührten Seite des Sees vorbeiführte. Dort konnte man ziemlich cool driften 😛

Mein Auto ist wie geschaffen dafür. Ohne größere Schäden genommen zu haben, erreichte ich dann irgendwann auch wieder Greymouth, wo ich einen ganz netten Abend im, übrigens sehr geschmackvoll eingerichteten, Backpacker hatte. Ich gesellte mich nämlich zu einigen anderen in die Filmecke – und ganz zufällig lief „Herr-der-Ringe – Die Gefährten“, der erste Teil der Trilogie. Ich ergriff schnell die Gelegenheit (in der noch relativ langweiligen Anfangsphase des Films) meine Kamera zu holen, denn ich hatte nun eine ziemlich gute Gelegenheit, diverse Drehorte zu vergleichen. Das führte leider am Ende des Films zu einer ziemlichen Enttäuschung, denn die an den Mavora Lakes lang gesuchte und dann endlich scheinbar gefundene Baumwurzel stellte sich als falsch heraus. Schade!

Nichtsdestotrotz, der Film war mal wieder etwas anderes und ich konnte mich gut erholen, um am nächsten Tag den Schlusspurt einzuleiten.

Sind nämlich nur noch zwei , inhaltlich jedoch sehr füllende, Artikel, bis ich mit meiner Reise-Schilderung endlich fertig bin 😀

Hier noch ein paar Bilder des Tages (alles total spektakulär!):

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Pimp my Blog

Ich habe und werde in den nächsten Tagen das äußere Erscheinungsbild des Blogs noch etwas verändern, insbesondere für die Übersichtlichkeit.

Sind nämlich schon ganze 55! Artikel, die ich geschrieben habe. Die habe ich jetzt erstmal in Katgorien sortiert, damit ihr leichter finden könnt, was euch interessiert. Die Such-Funktion habe ich auch aktiviert.

Und ein Bild von meiner Reise schmückt jetzt den Header!

Seid gespannt, was ich noch so mache…

Tag/Nacht 11: Gletscher-Hokitika

Weiter gehts mit dem 11. Tag:

Ich merke schon, dass gewisse Erinnerungslücken einsetzen, darum schnell mal aufschreiben.

Zuerst stand nach meiner Nacht in Fox-Village (so heisst die nach dem Gletscher benannte Ortschaft) eben der Besuch des Fox-Gletschers auf dem Plan. Ich verließ den nur dem Tourismus seiner Existenz verdankenden Ort und fuhr etwas zurück Richtung Süden, um dann eine Seitenstraße zum Gletscher zu nehmen – natürlich gut ausgebaut für die ganzen Touristen.

Ein paar Worte zum Fox-Gletscher (gleiches gilt auch für den Franz-Josef-Glacier): benannt nach dem ehemaligen neuseeländsichen Premierminister Fox ist der Gletscher einer der wenigen der Welt, deren Masse nicht schrumpft, sondern sogar zunimmt (40 cm pro Tag)  (wegen dem vielen West Coast-Regen wahrscheinlich) und zusammen mit dem Franz-Josef-Gletscher der einzige Gletscher, der direkt im tropischen Regenwald liegt. Durch diesen ging es dann auch erst. Ganz nett war ein Schild inmitten der vielen hohen Bäume, das der Gletscher um 1750 noch zu dieser Stelle gereicht hatte – schwer vorzustellen. Bald kam man dann aus dem Regenwald raus in eine riesige Geröllwüste umgeben von den hohen Bergen, wo nach kurzer Zeit dann auch ein großer Parkplatz war. Von da an stand dann noch eine etwa 20-minütige Wanderung auf dem Programm, bis man sich dem Gletscher so weit es ging angenähert hatte. So weit es ging – denn man kommt leider nicht bis zum Gletscher, es sei denn man überwindet die Absperrungen. Warnschilder zeigen aber die vielen Möglichkeiten, wie man sein Leben verlieren könnte. Ob nun durch Steinschlag, Lawinen, plötzlich auftretendes Hochwasser usw. Man ist dazu verdammt, ca. 100m vor dem Gletscheranfang anzuhalten und dort seine Fotos zu schiessen. Es sei denn, man mietet sich einen ortskundigen Führer, dann kann man auch bis zum und auf den Gletscher vordringen. Oder man fliegt gleich mit dem Flugzeug oder Helikopter dorthin – ca. alle 10 Minuten sah man einen dorthin fliegen. Aber das kostet natürlich…

Ich hab mich dort nicht allzulange aufgehalten und mich auf dem Weg zum Franz-Josef-Gletscher gemacht, benannt nach dem österreichischen Kaiser Franz Josef (durch den schon erwähnten Julius von Haast, der übrigens Deutscher war, und nicht wie fälschlicherweise bereits erwähnt Österreicher). Das ist der für mich schönere Gletscher, was auch daran liegt, dass hier der Gletscher quasi direkt aus dem Regenwald heraus beginnt. Dort hatte ich auch Bekanntschaft mit einem lustigen Kea gemacht, der mich verfolgt hat. Keas sind die in Neuseeland endemischen Bergpapageien, die gerne Schabernack treiben – z.B Menschen alle mögliche Sachen zu klauen.

Der Gletscher unterscheidet sich anonsten nicht groß vom Fox-Gletscher, wie ein Gletscher aussieht und was es ist, wisst ihr vermutlich – und Fotos habe ich auch bereits veröffentlicht. Aber ehrlich gesagt, ich war nach den beiden Besuchen etwas enttäuscht – hatte mir mehr erwartet. Lag aber vielleicht auch daran, dass ich ihn nur aus der Ferne gesehen und nicht berührt habe.

Es war nun einmal gerade Mittag, ich hatte also noch endlos Zeit, und bin mal wieder an einen einsamen Strand gefahren. Gillesspie Beach – ein wirklich einsamer Strand, zu dem ich gut 45 Minuten eine abenteuerliche Schotterstraße mitten durch den Regenwald fahren musste. Dort angekommen bin ich dann ein wenig rumspaziert, u.a. gab es eine  Lagune zu sehen, dessen Wasser ziemlich unappetitlich aussah. Meinen Weg kreuzten weidende Schafe, die einmal diesen sogar blockierten. Ich weiß nicht, was all die Tiere gegen mich haben, aber schon wieder war ein Schaf ziemlich agressiv – zum Glück nicht mir gegenüber. Es hat mit einem anderen gekämpft und dieses , gerammt, dass es nur so krachte. War mir etwas unangenehm, ich wollte nicht gerammt werden.

Nach diesen Strandspaziergang fuhr ich die Strecke zurück (die Straße ist eine Abzweigung von der Hauptstraße bei Franz-Josef-Dorf), um auf halben Weg noch am Lake Matheson anzuhalten, einen berühmten See, der dafür bekannt ist, dass sich der Mount Cook und die Gletscher in ihm spiegeln. Leider nicht, als ich da war. Eine tief hängende Wolkendecke versperrte die Sicht auf die Berge und damit auch den Mount Cook, den ich demnach von Westen nicht mehr gesehen habe (wie bereits angedeutet). Ich bin trotzdem einmal um den See gewandert (er ist nicht sonderlich groß), hat ca. eine dreiviertel Stunde gedauert. Die Strecke ging durch den Regenwald, mit einigen Steigungen, und immer mal wieder am See entlang, der trotz fehlender Spiegelungen durchaus idyllisch und einen Besuch wert ist.

Danach führte mich meine Reise nach gut 3-stündiger Fahrt dann nach Hokitika, den ersten Ort nach gut 500km West Coast, den man als Stadt bezeichnen könnte. Ja, ca. 3000 Einwohner reichen in Neuseeland für eine Stadt. Alles, was ein Stadtzentrum hat, in dem es mindestens zweigeschossige Gebäude gibt, wo es einen Supermarkt gibt, der nicht Foursquare ist, wo es eine Bank gibt und wo man eine breitere Auswahl an Schlafmöglichkeiten hat, ist eine Stadt in Neuseeland. Hokitika ist Zentrum der Jade-Verarbeitung (pounamu), was auch den wichtigsten Wirtschaftszweig darstellt. Ich deckte mich mit Lebensmitteln ein, erkundete ein wenig die Stadt (und fand eine Attraktion für den nächsten Tag) und ruhte mich abends dann in meinem über einer Jade-Manufaktur gelegenen Backpacker aus, wo ich auch eine Schweizerin traf, mit der ich mich ganz nett unterhielt.

Das war mein 11. Tag. Was ich am 12. Tag machte,in Hokitika und anderswo, erfahrt ihr demnächst.