Tag/Nacht 6: Skydiving

Weiter gehts, fast ist die Hälfte des Urlaubs schon geschafft 😀 Weil ich damit jetzt angefangen habe, werde ich das auch in dieser Ausführlichkeit durchziehen – aber  den nächsten, 3-mal so langen, Urlaub werde ich mich wohl etwas zurücknehmen.

Tag 6 wachte ich mit ungutem Gefühl auf, dass auch der Schlaflosigkeit der Nacht (trotz gutem Bett) geschuldet sein könnte (weshalb wohl?). Tatsächlich, als ich aus dem Fenster schaute,sah ich grauen Himmel und Regen, der auf die schon arg nasse Straße fiel. Das hieß soviel für mich, als dass ich den Sprung hätte vergessen können.

Ich schlug mir also meine Zeit rum und ging dann um 12 zum Skydive-Büro, wo mir aber mitgeteilt wurde, es würden momentan keine Sprünge stattfinden wegendem Wetter. Da es aber langsam aufklarte, wurde ich für 14 Uhr erneut dorthin eingeladen. In der Zwischenzeit irrte ich dann durch die Stadt und aß noch eine Kleinigkeit, bis ich um 14 Uhr dorthin zurückkehrte. Dabei völlig in der Stimmung schwankend, ob ich mich nun freuen sollte, dass der Sprung ausfiel oder nicht. Doch als ich zurückkam, hieß es dann, es sei noch nicht ganz klar, aber ich solle im Warteraum Platz nehmen und mein Testament schreiben ( sowas ähnliches :D). Neben mir saßen Massen anderer Leute (man muss den verlorenen Umsatz ja wieder reinkriegen) – die Hälfte davon Landsleute, mit denen ich mich dann schonmal austauschte. Wir warteten also, füllten unser „Testament“ aus, schauten einen Einführungsfilm, bis es dann irgendwann für mich und ein paar andere „Abfahrt“ hieß. Mit einem kleinen Bus ging es dann zum Flugplatz außerhalb. Das Wetter war nun schon fast strahlend blauer Himmel mit Sonnenschein, also ideale Bedingungen. Beim privaten, dem Skydiving-Unternehmen gehörenden Flugplatz angekommen, hieß es dann erstmal wieder warten, sicher über eine Stunde. Pro Flugzeug (bei 2-3) können nämlich nur max. 5 Springer abgefertigt werden, und vor mir waren noch einige andere dran.

Aber die Wartezone bot neben einer schönen Aussicht auch ein Gartenschachbrett, an dem ich mich zur Ablenkung austobte, bis ich dann irgendwann, aufgerufen wurde und es nun endgültig los ging. Wertsachen in den Spind (nicht, dass sie mir aus der Hosentasche fallen..) und Sprungkleidung (Ganzkörperanzug) angezogen, dazu gab es noch Handschuhe und einen Helm mit Fliegerbrille.  Uns wurden dann noch die „Basics“ des Fallschirmsprungs beigebracht  – sprich die Bananenstellung. Man winkelt Beine und Kopf so an, dass man aussieht wie eine Banane. Die Arme hält man flach am Oberkörper gepresst, dabei den Gurt, der mit dem Sprungpartner verbindet, anfassend.

Ich bin noch mit 2 anderen Wagemutigen gesprungen. Dazu eine kleine Anekdote: der eine wollte bereits die Vorwoche springen, wurde aber abgelehnt, weil er zu übergewichtig war. Er meinte, er hätte innerhalb einerWoche in einer radikalen Diät 12kg abgespeckt, um jetzt doch springen zu können. Er  und der andere Mitspringer hatten auch das umfangreiche Videopaket dazugebucht, hatten also noch einen extra Springer, der sie gefilmt hat (war mir zu teuer). Da wurden dann vor Absprung noch ein paar Alberheiten durchgeführt.

Bald ging es zum Flugzeug, eine kühn aussehende Propellermaschine mit bemalter Wolfsschnauze. Der Raum im Flugzeug ist nur etwa 1m hoch, man saß bzw. besser lag eng an ang auf dem Boden, ich direkt neben der Absprungtür. Insgesamt waren wir 9 Leute (3x Springer +3x deren Tandempartner, +2 Fotografen, +1 Notfall-Helfer) in dem knapp 1m breiten und 4m langen Raum. Nichts für Klaustrophobiker also! Für Höhenängstliche natürlich auch nicht, weil fast alles verglast und demnach ein super Ausblick.

Den Start des Flugzeugs (über die kleine Graspiste) habe ich garnicht mitgekriegt, weil ich mit dem Anziehen des Helms beschäftigt war. Als ich plötzlich aus dem Flugzeug schaute, waren wir schon ein paar Hundert Meter über den Boden. Nun hiess es  „Kein zurück“ mehr, vor allem da ich ja den Sprungausgang blockierte…

Aber erst ging es noch in die Höhe, auf 12000 feet, das sind knapp 4000m. In den knapp 15 Minuten dahin konnte ich die wunderschöne Aussicht auf die Queenstown umgebenden Berge und Seen werfen.  Als es dann letztlich hieß, die Höhe sei erreicht, und ich unter mir den See sah, war ich ganz beruhigt – sollte der Fallschirm nicht öffnen, wäre ich immerhin etwas weicher gefallen – ob mir das noch was genützt hätte ist aber wohl fraglich…

An die nächsten Sekunden kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Die Tür ging auf und ich richtete mich auf, stellte mich auf die Kufen des Flugzeugs. Mein Tandempartner meinte,  er zähle bis 3, dann würden wir springen. Pustekuchen! Bereits bei 1 sprangen wir, war wohl auch besser so.

Mit 250 kmh sauste ich den Himmel herab und genoss den herrlichen freien Fall, trotz der damit einhergehenden Atem- und Druckausgleichproblemen. Ich dachte, ich ersticke und mein Kopf platzt, doch trotzdem habe ich es genossen. Nach 40 sekunden öffnete sich dann der Fallschirm, es gab einen Ruck, als wäre man wieder nach oben geschleudert. Tatsächlich hat man aber nur deutlich abgebremst. Von nun an ging es noch in kreisenden Flugbewegungen zum Boden herab, nun konnte man auch die Aussicht geniessen. Es ist schon ein komisches Gefühl, mitten in der Luft zu hängen. Und alles saukalt dort oben. Die Landung wäre fast schief gegangen, die letzte Kreisbewegung führte uns nur knapp 1m über den Flugzeug-Abstellhangar. Den zu touchieren wäre wohl nicht so angenehm gewesen. Doch ich kam heil am Boden an und freute mich, trotz höllischer Ohrenschmerzen noch am Leben zu sein. Die kurierte ich dann mit besonderen Bonbons und den Standardtrick („Valsalva-Versuch“) aus, sodass ich keine bleibenden Schäden erhalten habe – nur bleibende Erinnerungen an dieses tolle Erlebnis. Kann im Nachhinein garnicht glauben, dass ich das gemacht hab. Damit ihr das glauben könnt, zeige ich euch noch 3 Bilder, die das belegen sollten, das ich zumindest da war 😉

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