Tag/Nacht 5: Arrowtown/Queenstown

Weiter gehts…

Nach der lang ersehnten Nacht in einem warmen Zimmer in Te Anau, wollte ich morgens gerne liegen bleiben und garnicht mehr weiterfahren. Das Bett war auch so gemütlich… Jedenfalls habe ich meinen Gefährten dargelegt, dass ich mich nicht mehr in der Lage sehe, die restlichen 10 Tage mit Ihnen zu verbringen. Zu den Gründen möchte ich hier nur folgendes sagen: einerseits natürlich die Zeltübernachtungen in freier Natur, verbunden mit schlechtem Schlaf und fast erfrorenen Körperteilen. Es war zwar ganz romantisch, auf Dauer ist das aber nichts. Nicht, dass es mir nicht bewusst gewesen sei, im Zelt zu übernachten, doch dachte ich, wir würden wenigstens Campingplätze ansteuern, wo man auch mal duschen könnte…

Was die beiden, Rico und Paul, angeht, habe ich mich entschlossen, weder positive noch negative Worte über sie zu verlieren… (es hat auf intellektueller Ebene aber eher nicht so gepasst)

Aber wie dem auch sei,  es ist doch deutlich angenehmer sein eigener Herr zu sein: Reisen, wann, wo, wie man will; stoppen wann, wo, wie man möchte und Dinge tun, ohne groß diskutieren zu müssen. Etwas Einsamkeit nehme ich dafür gerne in Kauf – es hat sich, wie ihr noch hören werdet, auf jeden Fall gelohnt. Eine nicht ganz so einfache Entscheidung, aber die Richtige. Sonderlich übel haben es mir die beiden ja nicht genommen, waren vielleicht sogar froh, mich los zu sein 😉

Einen weiteren Vorteil kann ich im Nachhinein noch ausmachen – meinen Englisch hat es ganz gut getan, allein zu reisen. Die 4 Tage mit den beiden habe ich nämlich quasi nur Deutsch gesprochen, da wir ja nicht grade viel Personenkontakt hatten.

Nungut, ich bin dann jedenfalls doch noch aufgestanden, um mit den beiden noch nach Queenstown zu fahren, da von dort die Anbindungen nach Dunedin (wo mein Auto stand) doch deutlich angenehmer sind.

Doch bevor ich dort abgesetzt wurde, haben wir noch Arrowtown, einen kleinen Ort in der Nähe angesteuert, wo es wiederum ein paar HdR-Locations gab. Arrowtown hat einen ganz netten historischen Stadtkern (Western-Style), es war und ist immer noch eine Goldgräberstadt. Viele Familien mit Kindern haben in den Bächen nämlich nach Gold geschürft. Wir nicht, wir sind entlang der Bäche gegangen, um die Bruinenfurt (Insider!) zu finden. Bald kamen wir jedoch nicht mehr weiter, weil wir den Bach queren mussten. Der war aber leider etwas tief und die Strömung zu stark. Wir sind zwar mit entblössten Füßen durch den eiskalten Bach gewatet, haben jedoch keinen Übergang gefunden, selbst nicht bei der ausgeschilderten Furt, wo 4WDs angeblich den Bach überqueren können – das hätte ich mal gerne gesehen. Wir sind jedoch am Bach entlang durch die Schlucht gewatet um die richtige Stelle der Bruinenfurt zu suchen und denken, dass wir sie auch gefunden haben. Danach haben wir noch einen einfacher zu erreichenden Schauplatz aufgesucht, eine Allee verkrüppelter Bäume (siehe Fotos). Nach dem Abschieds-Mittagessen (Tütensuppe) in der Nähe wurde ich dann in Queenstown beim YHA-Hostel abgesetzt und nach der kurzen und für mich schmerzlosen Verabschiedung dann endlich auf mich allein gestellt.

Am Nachmittag habe ich dann die Stadt erkundet, die eine beeindruckende Zahl an Restaurants, Boutiquen und Bars besitzt, von den vielen Extremsportanbietern ganz zu schweigen. Wie es das Schicksal so wollte, wurden meine Schritte in das Büro von „NZone Skydive“ gelenkt, wo ich dann aus mir unbegreiflichen Gründen innerhalb von 3 Minuten den Sprung gebucht hatte. Die manipulieren einen extrem, wenn man sowas grundsätzlich vorhat, dann hat man quasi schon gebucht. So war das auch bei mir, aber ich hatte ja auch Lust dazu. Wer sich erinnern kann, ich hatte früher wahnsinnige Höhenangst, die ich damit endgültig überwinden wollte.         Vom Dreier im Schwimmunterricht damals zu springen war extrem hart, viel härter als das Erlebnis des Fallschirmprungs am nächsten Tag, der laut Buchung um 12 Uhr losgehen sollte.

Nach dieser spontanen Entscheidung musste ich meinen Körper erst einmal beim Food Court aufpäppeln (Etage im Kaufhaus nur mit Essensläden). Was es gab, könnt ihr euch denken… Danach stand noch ein kleiner Spaziergang durch den „Stadtpark“ an, der direkt dort am See gelegen ist, auf dem man neben einen historischen Ausflugs-Dampfer auch schnelle Jet-Boote verkehren sieht.

Am Abend sollte es dann jedoch kein Fastfood sein: es verschlug mich um ein gerammelt volles Restaurant, in der lecker Pizzen serviert wurde. Ich musste aus Platzmangel schon an der Bar Platz nehmen, was mir ganz interessante Einblicke in das Personal ermöglichte. Mindestens die Hälfte waren Deutsche…

Das Restaurant hat sogar ein aufklappbares Dach, das sich öfter mal öffnete, um Frischluft hineinzubringen. Im Sommer finden wohl öfter auch mal Open-Air-Parties dort statt. Zurück im Hostel hatte ich dann im Internet noch ein kleines Gespräch mit mit meiner ehemals Erziehungsberechtigten, der ich mein Vorhaben am nächsten Tag andeutete. Was meinte sie doch zu mir in Deutschland: „Das verbiete ich dir!“ 😛

Tja, hat nix genützt, ich hab es gemacht, und lebe noch, doch genaueres gibts im nächsten Eintrag.

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