Tag/Nacht 3: Invercargill-Te Anau- Mavora Lakes

Wow, schon 1999 Besucher hier, die 2000 sind also quasi erreicht. Macht mal schön weiter, ab 500 000 würde mein Blog ein sogenannter VIP-Blog werden, was mit zahlreichen Vorteilen verbunden ist 😛

Doch weiter geht es mit meiner Reise (verzeiht mir, aber alles muss raus…)

Am Morgen des dritten Tages bauten wir erst einmal die Zelte ab, um zu entdecken, dass eines unglücklicherweise auf einen Kuhfladen aufgebaut wurde und demnach etwas schmutzig war. Der Zeltinsasse hatte sich schon gewundert, warum er so weich liege…

Nachdem dieses Malheur beseitigt wurde, ging es in die Innenstadt Invercargills, wo nach diversen kleinen Einkäufen dann unsere Begegnung mit einem ganz besonderen Tier anstand.

Wir wollten nämlich ins Tuatara-House, was an die Invercargiller Kunstgalerie angeschlossen ist. Durch die Galerie, die mir durchaus interessant schien, sind wir (leider) nur gerusht, dafür haben wir uns einige Zeit die Nase an den Scheiben des Tuatara-Terrariums plattgedrückt. Dorthin wurden wir von einer netten Frau geführt (wieder einmal ein Beweis der Gastfreundlichkeit), die uns, obwohl wir eigentlich nur nach den Weg gefragt haben, bestimmt eine halbe Stunde lang Tuatara-Wissen nähergebracht hat und diese Geschöpfe auch aus ihren Höhlen hervorgelockt hat (Tuataras sind nämlich eigentlich nachtaktiv)

Doch was ist der Tuatara? Jeder würde wohl beim Anblick sagen, eine Eidechse. Ist er aber nicht. Er ist sozusagen ein „lebendes Fossil“, älter als manche Dinosaurier (200 Millionen Jahre) und die letzte überlebende Familie der Sphenodontiae (Wikipedia lässt grüssen). Diese beeindruckenden Echsen werden steinalt (zwar nicht 200 Millionen, aber doch über 150 Jahre) und können bei Temperaturen überleben, wo jede andere Reptilienart keine Chance hätte. Noch ein Paar interessanter Fakten (für weitergehende Informationen selber informieren): ihr Herz schlägt sehr, sehr langsam und in Extremfällen reicht ihnen ein Atemzug pro Stunde!

Leider sind diese faszinierenden Tiere fast ausgestorben. In freier Wildbahn kommen sie nur noch auf den kleineren, Neuseeland vorgelagerten Inseln vor (u.a. besagtes Stewart Island), wo sie keine Räuber (Hunde, Katzen, Marder/Wiesel, Ratten) fürchten müssen.

Nach dieser schönen Begegnung führte uns unsere Route nach Te Anau, das Tor zum Fjordland, der unberührtesten Gegend Neuseelands, die vollständig unter Naturschutz steht. Te Anau liegt an einem schönen See inmitten der Berge, genauso wie Manapouri, wo wir vor Ankunft in Te Anau einen kleinen Fotostopp gemacht hatten. Auf den Weg zwischen Manapouri und Te Anau wartete dann eine Herr-der-Ringe Location auf uns. Auf einer wackeligen Hängebrücke überquerten wir den Fluss Anduin (Insider), wo gewisse Teile des ersten Films gedreht wurden. Die Hängebrücke führte auch direkt zum Beginn des Kepler-Tracks, einen der „Great Walks“, der von dort an durch den Regenwald einmal um einen Berg verläuft. Wir sind ein bisschen dort gewandert, haben den Blick genossen, dann aber baldig auch wieder umgekehrt, wo wir einen älteren Kiwi (einheimischen Neuseeländer) trafen, mit dem wir uns etwas unterhielten. Er sei schon tausendmal den Kepler Track gelaufen, er bräuchte gut 11 Stunden dafür. Für normale Wanderer sind 3-4 Tage inklusive Übernachtungen in Hütten eingeplant. Einmal im Jahr findet dort sogar ein Bergmarathon statt, Bestzeit liegt bei etwa sechs Stunden! Er war gerade dabei, die überall zu sehenden Fallen zu überprüfen, denn in Sachen Schädlingen kennen die Neuseeländer keine Gnade. Possums, Wiesel, Marder, Hasen und Ratten werden erbarmungslos gejagt, da sie entweder endemische Arten fressen oder deren Nahrungsgrundlage zerstören.

Danach ging es nach Te Anau, wo wir uns mit Lebensmittel eindeckten und eine kleine Mahlzeit zu uns nahmen, um für unsere Etappe zu den Mavora Lakes gut gerüstet zu sein. Die Stadt sollte uns für ein paar Tage aber nicht loslassen. Die Mavora Lakes liegen an der Straße zwischen Te Anau und Queenstown – fast jedenfalls. Erst einmal mussten wir noch bestimmt 40km über Schotterstraßen in ein Tal hineinfahren. Wir waren fortan vermutlich die einzigen Menschen im Umkreis von vielen Kilometern.

Ungefähr auf drei Viertel der Strecke zu den Seen hielten wir an, da ein Herr-der-Ringe-Drehort auf uns wartete. Die Wälder Fangorns (Insider) erstreckten ich vor uns auf den Höhen vor den schneebedeckten Bergen. Wir wanderten ein bisschen über die Hügel zum Wald und fanden schon bald eine große Betonplatte mitten im öden Grasland, zu der auch ein recht ausgefahrener Pfad führte. Den Drehort hatten wir also gefunden, Ents (Insider) haben wir aber leider keine entdecken können. Weiter ging es dann zu den Seen, an denen es Campinggründe vom DoC gibt. Das Doc ist die Naturschutzbehörde Neuseelands (Department of Conservation) und sehr wichtig (bei den vielen Naturschutzgebieten und Nationalparks nicht verwunderlich). Campinggründe heisst hier soviel, wie ausgewiesene Zeltplätze, ein paar Bänke und immerhin ein Plumpsklo. Fließendes Wasser gab es jedoch nicht, dafür aber immerhin die spiegelklaren, aber eiskalten Seen. Nach Aufbau der Zelte ging es dann zum Erkunden zweier weiterer HdR-Drehorte. Unmittelbar an unseren Zeltplatz war der nördlichere Mavora Lake gelegen, an den ein dichter Wald angrenzte, in dessen letzten Ausläufern unsere Zelte standen. Ricos Locationfinder sagte, man müsse 150m in den Wald hineingehen und finde dann einen Drehort. Es handelt sich um jene Szene vom Ende des ersten Teils (Vorsicht Insider), wo Merry und Pippin sich hinter einer Wurzel vor den Orks verstecken und dabei erkennen. dass sich Frodo, der sich ihnen gegenüber hinter einem Baum versteckt, von ihnen trennen will. Beim ersten Anlauf fanden wir diese Wurzel nicht und beschlossen dies auf später zu verschieben, um noch den anderen Drehort zu besichtigen. Es ist jener (Vorsicht Insider), an dem Frodo am Ende des ersten Teils alleine über den Anduin (ja, für den Anduin wurde ein See benutzt…) paddeln will, dabei aber noch von Sam eingeholt wird, der darauf fast (weil er nicht schwimmen kann) im Wasser ertrinkt, ehe Frodo ihn rettet und gemeinsam die noch gefahrvolle Reise zum Schicksalsberg auf sich nehmen (über die ich momentan übrigens lese, auf Englisch versteht sich). Besagte Stelle fanden wir dann auch relativ schnell und genossen nebenbei den traumhaften Blick auf die direkt hinter dem See anfangenden schneebedeckten Berge (habe ich auch ein Foto von veröffentlicht).

Da der Abend nahte, kehrten wir zurück zu den Zelten, und während Paul sich freundlicherweise ums Abendessen kümmerte,  gingen die beiden HdR-Freaks Christoph und Rico noch einmal in den Wald, um die Wurzel zu finden. Wie ein leicht abgeändertes Sprichwort sagt, „fanden wir die Wurzel vor lauter Bäumen nicht“! Bestimmt eine Stunde irrten wir herum, immer tiefer in den Wald vorstossend. Langsam wurde es auch dunkel, und in der Dunkelheit wär ich nur höchst ungern in diesem Wald gewesen, man hätte nämlich nicht mehr heraus gefunden. Schlussendlich fanden wir dann noch die Wurzel (oder dachten es zumindest), machten Fotos von uns hinter ihr und gingen dann zurück um sich das Essen (Curry-Reis) schmecken zu lassen.

Wie sich für mich in einem Backpacker eine Woche später in Greymouth feststellte, als ich mit ein paar Leuten den ersten HdR-Teil sah, war dies sehr wahrscheinlich die falsche Wurzel. Aber was solls, der Urwald war ohnehin sehr interessant.

Nach dem Essen saßn bzw. lagen wir dann noch am Kiesstrand, hörten den Wellen zu und beobachteten den in seiner Klarheit bisher unübertroffenen Sternenhimmel, der hier auf der Südhalbkugel ja anders aussieht. So klar habe ich die Milchstraße noch nie in meinem Leben gesehen.

Dabei sichteten wir auch mysteriöse Lichter am Berghang am Ende des Sees, die mich unruhig schlafen ließen. Waren wir doch nicht die einzigen menschlichen Lebewesen hier? Die Lichter, die offenkundlich von Taschenlampen herkamen, bewegten sich auch übermenschlich schnell, sodass man Wanderer (wer wandert auch mitten in der Nacht, dazu an einem Berghang, der, wie im Tageslicht zu sehen, ziemlich unugänglich ist) eigentlich hätte ausschließen können. Wer weiß, vielleicht waren es Orks…

Doch das Mysterium blieb ungeklärt und ich schlug am anderen Morgen lebend meine Augen auf, die mich an diesem Tag die ganze Pracht des Milford Sound sehen lassen sollten. Doch dazu mehr das nächste Mal…

Advertisements
Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare

  1. I have a problem with the overall premise of your article but I still think its really informative. I really like your other posts. Keep up the great work. If you can add more video and pictures can be much better. Because they help much clear understanding. 🙂 thanks Arpigny.

    Antwort
    • Hey,
      the overall premise is just that I am here in New Zealand for one year working and traveling and I want to inform and amuse people in Germany about that 😉 I can’t upload videos, but there still might come some photos. Keep pn reading, although German is a difficult language!

      Regards.
      Christoph

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: