Tag/Nacht 7: Queenstown-Dunedin-Oamaru

Nach dem abenteuerlichen Skydive ist nicht mehr viel passiert, ich ging früh schlafen, da ich am nächsten Morgen zurück nach Dunedin zu meinem Auto wollte. Ich hatte mir einen Bus (Intercity) dahin gebucht; wie ich zu meinem Auto kommen sollte, war mir aber unklar, ich wusste noch nicht einmal den Straßennamen, der zu der abgelegenen Farm führte…

In Dunedin nach 3-4 Stunden Busfahrt (einschließlich mehrerer Zwischenstopps) angekommen, fand ich mich in etwa in der Innenstadt wieder. Der ungefähre Ort, wo das Auto stand (Port Chalmers), ist 20km entfernt, sodass Laufen nicht infrage kam – schon allein wegen meines Gepäcks. Schlau wie ich bin, habe ich mich am Vorabend im Internet über Dunediner Taxi-Unternehmen schlau gemacht und mir diverse Nummern aufgeschrieben. Man hat mich wohl auch verstanden, nach ein paar Minuten kam ein Taxi, dessen Fahrer genau richtig für mein Anliegen war. Ich sagte, ich wüsste nicht genau, wo ich hinmuss, es könnte also eine ziemliche Suchaktion werden. Er meinte, er sei grade erst angefangen, hätte also auch noch keine Ahnung und könne so gut die Wege einprägen 😀

Erstmal hielten wir also auf Port Chalmers zu und unterhielten uns lebhaft. Mein brilliantes Ortsgedächtnis ließ mich diesmal nicht im Stich, ich sah den New World, wo wir Rico getroffen hatten, und ließ das Taxi die Straße den Hügel hinauf ansteuern. Jetzt musste ich nur noch die richtige Abzweigung, eine kleine Straße zu der Farm, finden, was auch gelang. Ohne einmal zu verfahren, kam ich dort an und fand mein Auto noch so vor, wie ich es hinterlassen habe (naja, nicht ganz, es ist ziemlich dreckig – immer noch…).

Der nette Taxifahrer half mir das Gepäck umladen und wartete auch noch, bis mein Wagen ansprang. Ich hatte ihm nämlich erzählt, dass mein Auto gewisse Male ja nicht angesprungen sei. Tatsächlich – auch diesmal funktionierte nichts. Das teure Taxi war sein Geld durch den netten Fahrer schon wert, vor allem, weil er mir den entscheidenden Tipp gab, was ich machen müsse, falls das Auto mal wieder nicht anspringe (behalte ich aufgrund der Einfachheit lieber für mich…). Seitdem habe ich jedenfalls keine Probleme mehr gehabt 🙂

Endlich wieder im eigenen Auto angekommen, stellte ich mir dann schöne Musik ein und verließ den Hof. Dort kam dann noch Ricos Gastschwester (oder wer auch immer), bei der ich mich für den Parkplatz bedankte, und die ich zu meinem ersten Reiseziel ausfragte, die steilste Straße der Welt, die in Dunedin liegt. Hat sie mir beschrieben, hat mir aber nicht viel geholfen. Ich irrte mitten durch die Dunediner Stadt, das erste Mal Stadtverkehr in Neuseeland für mich (da ich noch nicht in Christchurch war damals). Arg vorsichtig wie ich war, konnte ich mir trotzdem nicht verkneifen, einmal auf der rechten Spur gegen den Gegenverkehr zu fahren. Ich hab es zum Glück rechtzeitig bemerkt und konnte noch rückwärts zurück fahren (war einspurig). Trotzdem bin ich irgendwann (auch dank der tollen Straßenkarte Neils, die noch viele andere Wege bestens beschrieben hat) am Ziel angekommen, der Baldwin Street, die die angeblich steilste Straße der Welt ist. Sie hat eine Steigung von ca. 35%, was schon nicht wenig ist. Sie ist nur etwa 200m lang, der Aufstieg hat mich trotzdem etwas Zeit gekostet. Zu Fuß allerdings, meinem Auto wollte ich dieser Belastung nicht aussetzen. Habe mich darauf beschränkt, anderen Autos zuzusehen, wie sie sich die Straße hinauf quälen und dann in freier Fahrt wieder hinuntersausen. Die Straße ist schon recht touristisch frequentiert, die Bewohner dürfte das entsprechend nerven (bleibt ja eine ganz normale Straße in einer Vorstadt).

Nach dieser Besichtigung führte mich mein Weg aus Dunedin heraus Richtung Oamaru. Dort hatte ich geplant, die Nacht zu verbringen. Auf dem Weg nach Oamaru machte ich noch bei den „Moeraki Boulders“ halt, das sind extraterrestrisch anmutende Steinkugeln am Strand von Moeraki. Sehen ganz interessant aus, als wären sie vom Himmel gefallen. Total glatt und kugelrund. Man könnte meinen, sie sind  erodiertes Gestein, das in den vergangenen Jahrmillionen durch Wind, Wellen und Wetter (welch Alliteration!) zu dieser einzigartigen Form geschliffen wurde. Tatsächlich war aber ein Kristallisierungsprozess von Calcium und Karbonaten dran schuld (Gruß von Wikipedia!). Eine Legende der Maori hat noch eine ganz andere Erklärung: demnach wären es Kürbisse, die von einem großen Reisekanu gefallen seien, als es vor 1000 Jahren Schiffbruch erlitt.

Wie dem auch sei, faszinierend war es allemal. Nach der Praktizierung eines geheimen Rituals ging es dann für mich weiter nach Oamaru. Auf den Weg dorthin fand ich jedoch einen einladenden Backpacker, wo ich anhielt und eine kleine Pause einlegte. Es war eine organische Farm und ich war der einzige Gast. Dazu später mehr. Ich brach für den Abend erst einmal nach Oamaru auf, wo ich mir die Stadt anschaute (die Altstadt aus weißem Marmor hat was) und meine Pizza-Tests weiterführte. Für den Abend hatte ich geplant, Pinguine zu sehen. Oamaru ist nämlich Heimat des blauen Pinguins, der kleinsten Art der Welt und vom Aussterben bedroht. Auf dem Weg zum Reservat standen Schilder am Straßenrand, die vor straßenkreuzenden Pinguinen warnen. Sehr nette Schilder! Die Pinguine kann man vor allem dort in einem privaten Reservat sehen. Für die Abendshow habe ich mir dann ein Ticket genommen und nach etwas Wartezeit, weil ich zu früh war, dann auf einer Tribüne Platz genommen, von der man aus das Meer, den Felsstrand, die Steilküste und das Pinguinreservat beobachten kann. Die Tiere in dem Reservat sind nämlich alle wild, sie schwimmen tagsüber im Meer und kommen nur bei Anbruch der Nacht ins Reservat, wo sie ihre Höhlen haben.

Ich saß also mit vielen anderen Leuten auf der Tribüne und wartete, dass sich die Pinguine blicken ließen. Aber erst einmal tauchte ein Seehund aus dem Wasser auf und machte es sich auf einen Felsen bequem, er wollte wohl auch den Pinguinen zuschauen… Die kamen bei Anbruch der Dämmerung dann auch. Erst wenige, dann immer mehr. Am Ende sollten es über 200 gewesen sein, die von den Wellen an die Felsküste gespült wurden (Pinguine können richtig cool surfen ;)) und dann die Felsen hochwatschelten, um durch einen kleinen Kanal in ihr umzäuntes Reservat zu verschwinden. Sehen konnte man sie dabei ganz gut, da der Anlandungsplatz mit Licht erstahlt war, welches die Pinguine allerdings nicht kennen und deshalb für schwarz halten. Um sie anderweitig nicht zu stören, war Fotografieren auch strengstens untersagt 😉

War ganz interessant sie zu beobachten, und den fachkundigen Ausführungen eines Moderators zu lauschen. Als einer der letzten machte ich mich zurück zum Auto auf, wo mir gewahr wurde, dass ich mir den Besuch der Show auch hätte sparen können. Denn auch hier liefen Pinguine herum, überquerten die Straße und trieben allerhand Schabernack. Ich konnte mich ihnen ungestört nähern und hab ein paar nette Fotos gemacht, dabei sogar einen zufällig beim Ka*** zugeschaut, wie interessant 😀 (ja, ich weiß, ich bin ein Tierquäler…).

Nach diesem tollen Erlebnis ging es dann die ca. 30km zurück zum Backpacker, wo ich den Abend bei einem schönen Buch und gutem Gespräch auf besagter organischer Farm ausklingen habe lassen. Ich war der einzige Gast und unterhielt mich mit dem Besitzer, der neben seiner rein total organischen Farm eben auch ein paar Betten und Campingflächen mit entsprechender Infrastruktur zur Verfügung stellt. Er empfahl mir auch ein paar nette Zwischenstopps, die ich auf meiner Reise zum Mount Cook machen könnte, die ich am nächsten Tag vorhatte…

Doch nach dieser Textorgie müsst ihr euch darauf etwas gedulden 😛

Tag/Nacht 6: Skydiving

Weiter gehts, fast ist die Hälfte des Urlaubs schon geschafft 😀 Weil ich damit jetzt angefangen habe, werde ich das auch in dieser Ausführlichkeit durchziehen – aber  den nächsten, 3-mal so langen, Urlaub werde ich mich wohl etwas zurücknehmen.

Tag 6 wachte ich mit ungutem Gefühl auf, dass auch der Schlaflosigkeit der Nacht (trotz gutem Bett) geschuldet sein könnte (weshalb wohl?). Tatsächlich, als ich aus dem Fenster schaute,sah ich grauen Himmel und Regen, der auf die schon arg nasse Straße fiel. Das hieß soviel für mich, als dass ich den Sprung hätte vergessen können.

Ich schlug mir also meine Zeit rum und ging dann um 12 zum Skydive-Büro, wo mir aber mitgeteilt wurde, es würden momentan keine Sprünge stattfinden wegendem Wetter. Da es aber langsam aufklarte, wurde ich für 14 Uhr erneut dorthin eingeladen. In der Zwischenzeit irrte ich dann durch die Stadt und aß noch eine Kleinigkeit, bis ich um 14 Uhr dorthin zurückkehrte. Dabei völlig in der Stimmung schwankend, ob ich mich nun freuen sollte, dass der Sprung ausfiel oder nicht. Doch als ich zurückkam, hieß es dann, es sei noch nicht ganz klar, aber ich solle im Warteraum Platz nehmen und mein Testament schreiben ( sowas ähnliches :D). Neben mir saßen Massen anderer Leute (man muss den verlorenen Umsatz ja wieder reinkriegen) – die Hälfte davon Landsleute, mit denen ich mich dann schonmal austauschte. Wir warteten also, füllten unser „Testament“ aus, schauten einen Einführungsfilm, bis es dann irgendwann für mich und ein paar andere „Abfahrt“ hieß. Mit einem kleinen Bus ging es dann zum Flugplatz außerhalb. Das Wetter war nun schon fast strahlend blauer Himmel mit Sonnenschein, also ideale Bedingungen. Beim privaten, dem Skydiving-Unternehmen gehörenden Flugplatz angekommen, hieß es dann erstmal wieder warten, sicher über eine Stunde. Pro Flugzeug (bei 2-3) können nämlich nur max. 5 Springer abgefertigt werden, und vor mir waren noch einige andere dran.

Aber die Wartezone bot neben einer schönen Aussicht auch ein Gartenschachbrett, an dem ich mich zur Ablenkung austobte, bis ich dann irgendwann, aufgerufen wurde und es nun endgültig los ging. Wertsachen in den Spind (nicht, dass sie mir aus der Hosentasche fallen..) und Sprungkleidung (Ganzkörperanzug) angezogen, dazu gab es noch Handschuhe und einen Helm mit Fliegerbrille.  Uns wurden dann noch die „Basics“ des Fallschirmsprungs beigebracht  – sprich die Bananenstellung. Man winkelt Beine und Kopf so an, dass man aussieht wie eine Banane. Die Arme hält man flach am Oberkörper gepresst, dabei den Gurt, der mit dem Sprungpartner verbindet, anfassend.

Ich bin noch mit 2 anderen Wagemutigen gesprungen. Dazu eine kleine Anekdote: der eine wollte bereits die Vorwoche springen, wurde aber abgelehnt, weil er zu übergewichtig war. Er meinte, er hätte innerhalb einerWoche in einer radikalen Diät 12kg abgespeckt, um jetzt doch springen zu können. Er  und der andere Mitspringer hatten auch das umfangreiche Videopaket dazugebucht, hatten also noch einen extra Springer, der sie gefilmt hat (war mir zu teuer). Da wurden dann vor Absprung noch ein paar Alberheiten durchgeführt.

Bald ging es zum Flugzeug, eine kühn aussehende Propellermaschine mit bemalter Wolfsschnauze. Der Raum im Flugzeug ist nur etwa 1m hoch, man saß bzw. besser lag eng an ang auf dem Boden, ich direkt neben der Absprungtür. Insgesamt waren wir 9 Leute (3x Springer +3x deren Tandempartner, +2 Fotografen, +1 Notfall-Helfer) in dem knapp 1m breiten und 4m langen Raum. Nichts für Klaustrophobiker also! Für Höhenängstliche natürlich auch nicht, weil fast alles verglast und demnach ein super Ausblick.

Den Start des Flugzeugs (über die kleine Graspiste) habe ich garnicht mitgekriegt, weil ich mit dem Anziehen des Helms beschäftigt war. Als ich plötzlich aus dem Flugzeug schaute, waren wir schon ein paar Hundert Meter über den Boden. Nun hiess es  „Kein zurück“ mehr, vor allem da ich ja den Sprungausgang blockierte…

Aber erst ging es noch in die Höhe, auf 12000 feet, das sind knapp 4000m. In den knapp 15 Minuten dahin konnte ich die wunderschöne Aussicht auf die Queenstown umgebenden Berge und Seen werfen.  Als es dann letztlich hieß, die Höhe sei erreicht, und ich unter mir den See sah, war ich ganz beruhigt – sollte der Fallschirm nicht öffnen, wäre ich immerhin etwas weicher gefallen – ob mir das noch was genützt hätte ist aber wohl fraglich…

An die nächsten Sekunden kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Die Tür ging auf und ich richtete mich auf, stellte mich auf die Kufen des Flugzeugs. Mein Tandempartner meinte,  er zähle bis 3, dann würden wir springen. Pustekuchen! Bereits bei 1 sprangen wir, war wohl auch besser so.

Mit 250 kmh sauste ich den Himmel herab und genoss den herrlichen freien Fall, trotz der damit einhergehenden Atem- und Druckausgleichproblemen. Ich dachte, ich ersticke und mein Kopf platzt, doch trotzdem habe ich es genossen. Nach 40 sekunden öffnete sich dann der Fallschirm, es gab einen Ruck, als wäre man wieder nach oben geschleudert. Tatsächlich hat man aber nur deutlich abgebremst. Von nun an ging es noch in kreisenden Flugbewegungen zum Boden herab, nun konnte man auch die Aussicht geniessen. Es ist schon ein komisches Gefühl, mitten in der Luft zu hängen. Und alles saukalt dort oben. Die Landung wäre fast schief gegangen, die letzte Kreisbewegung führte uns nur knapp 1m über den Flugzeug-Abstellhangar. Den zu touchieren wäre wohl nicht so angenehm gewesen. Doch ich kam heil am Boden an und freute mich, trotz höllischer Ohrenschmerzen noch am Leben zu sein. Die kurierte ich dann mit besonderen Bonbons und den Standardtrick („Valsalva-Versuch“) aus, sodass ich keine bleibenden Schäden erhalten habe – nur bleibende Erinnerungen an dieses tolle Erlebnis. Kann im Nachhinein garnicht glauben, dass ich das gemacht hab. Damit ihr das glauben könnt, zeige ich euch noch 3 Bilder, die das belegen sollten, das ich zumindest da war 😉

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Der Poet in mir…

Ich habe mich gestern Nacht an einem einsamen Ort in der Wildnis poetisch betätigt (mehr dazu denmnächst) und möchte Euch das Ergebnis nicht lange vorenthalten. Es sind nur ein paar Gedanken, die  mir in der Stille kamen, in einfachen jambischen Reimen (bei der Betonung beachten) zusammengefasst:

Der Himmel voller Sternenglanz

der Mond, der um die Erde tanzt,

die da liegt wie ein blauer Ball

seit lang vergangnem Urzeit-Knall.


Die Dunkelheit am Meeres Strand,

die Wellen auf dem feinen Sand,

der da liegt wie seit Ewigkeit,

und liegen bleibt für lange Zeit.


Die Zeit ist ein Mysterium,

mal währt sie noch, mal ist sie um.

Veränderungen jeden Tag,

ob gut, ob schlecht, wie man es mag.


Die Dunkelheit am Meeres Strand,

die Wellen auf dem feinen Sand,

werden sie ewig weitergehn?

Was wird mit unsrer Welt geschehn?


Der Tag ist fern, die Nacht ist weit

dann wenn herum die Ewigkeit,

die Mutter Erde jetzt noch bleibt.


Doch wenn gekommen diese Zeit,

wo alles nach dem Ende schreit,

geschieht was einst war prophezeit.

Tag/Nacht 5: Arrowtown/Queenstown

Weiter gehts…

Nach der lang ersehnten Nacht in einem warmen Zimmer in Te Anau, wollte ich morgens gerne liegen bleiben und garnicht mehr weiterfahren. Das Bett war auch so gemütlich… Jedenfalls habe ich meinen Gefährten dargelegt, dass ich mich nicht mehr in der Lage sehe, die restlichen 10 Tage mit Ihnen zu verbringen. Zu den Gründen möchte ich hier nur folgendes sagen: einerseits natürlich die Zeltübernachtungen in freier Natur, verbunden mit schlechtem Schlaf und fast erfrorenen Körperteilen. Es war zwar ganz romantisch, auf Dauer ist das aber nichts. Nicht, dass es mir nicht bewusst gewesen sei, im Zelt zu übernachten, doch dachte ich, wir würden wenigstens Campingplätze ansteuern, wo man auch mal duschen könnte…

Was die beiden, Rico und Paul, angeht, habe ich mich entschlossen, weder positive noch negative Worte über sie zu verlieren… (es hat auf intellektueller Ebene aber eher nicht so gepasst)

Aber wie dem auch sei,  es ist doch deutlich angenehmer sein eigener Herr zu sein: Reisen, wann, wo, wie man will; stoppen wann, wo, wie man möchte und Dinge tun, ohne groß diskutieren zu müssen. Etwas Einsamkeit nehme ich dafür gerne in Kauf – es hat sich, wie ihr noch hören werdet, auf jeden Fall gelohnt. Eine nicht ganz so einfache Entscheidung, aber die Richtige. Sonderlich übel haben es mir die beiden ja nicht genommen, waren vielleicht sogar froh, mich los zu sein 😉

Einen weiteren Vorteil kann ich im Nachhinein noch ausmachen – meinen Englisch hat es ganz gut getan, allein zu reisen. Die 4 Tage mit den beiden habe ich nämlich quasi nur Deutsch gesprochen, da wir ja nicht grade viel Personenkontakt hatten.

Nungut, ich bin dann jedenfalls doch noch aufgestanden, um mit den beiden noch nach Queenstown zu fahren, da von dort die Anbindungen nach Dunedin (wo mein Auto stand) doch deutlich angenehmer sind.

Doch bevor ich dort abgesetzt wurde, haben wir noch Arrowtown, einen kleinen Ort in der Nähe angesteuert, wo es wiederum ein paar HdR-Locations gab. Arrowtown hat einen ganz netten historischen Stadtkern (Western-Style), es war und ist immer noch eine Goldgräberstadt. Viele Familien mit Kindern haben in den Bächen nämlich nach Gold geschürft. Wir nicht, wir sind entlang der Bäche gegangen, um die Bruinenfurt (Insider!) zu finden. Bald kamen wir jedoch nicht mehr weiter, weil wir den Bach queren mussten. Der war aber leider etwas tief und die Strömung zu stark. Wir sind zwar mit entblössten Füßen durch den eiskalten Bach gewatet, haben jedoch keinen Übergang gefunden, selbst nicht bei der ausgeschilderten Furt, wo 4WDs angeblich den Bach überqueren können – das hätte ich mal gerne gesehen. Wir sind jedoch am Bach entlang durch die Schlucht gewatet um die richtige Stelle der Bruinenfurt zu suchen und denken, dass wir sie auch gefunden haben. Danach haben wir noch einen einfacher zu erreichenden Schauplatz aufgesucht, eine Allee verkrüppelter Bäume (siehe Fotos). Nach dem Abschieds-Mittagessen (Tütensuppe) in der Nähe wurde ich dann in Queenstown beim YHA-Hostel abgesetzt und nach der kurzen und für mich schmerzlosen Verabschiedung dann endlich auf mich allein gestellt.

Am Nachmittag habe ich dann die Stadt erkundet, die eine beeindruckende Zahl an Restaurants, Boutiquen und Bars besitzt, von den vielen Extremsportanbietern ganz zu schweigen. Wie es das Schicksal so wollte, wurden meine Schritte in das Büro von „NZone Skydive“ gelenkt, wo ich dann aus mir unbegreiflichen Gründen innerhalb von 3 Minuten den Sprung gebucht hatte. Die manipulieren einen extrem, wenn man sowas grundsätzlich vorhat, dann hat man quasi schon gebucht. So war das auch bei mir, aber ich hatte ja auch Lust dazu. Wer sich erinnern kann, ich hatte früher wahnsinnige Höhenangst, die ich damit endgültig überwinden wollte.         Vom Dreier im Schwimmunterricht damals zu springen war extrem hart, viel härter als das Erlebnis des Fallschirmprungs am nächsten Tag, der laut Buchung um 12 Uhr losgehen sollte.

Nach dieser spontanen Entscheidung musste ich meinen Körper erst einmal beim Food Court aufpäppeln (Etage im Kaufhaus nur mit Essensläden). Was es gab, könnt ihr euch denken… Danach stand noch ein kleiner Spaziergang durch den „Stadtpark“ an, der direkt dort am See gelegen ist, auf dem man neben einen historischen Ausflugs-Dampfer auch schnelle Jet-Boote verkehren sieht.

Am Abend sollte es dann jedoch kein Fastfood sein: es verschlug mich um ein gerammelt volles Restaurant, in der lecker Pizzen serviert wurde. Ich musste aus Platzmangel schon an der Bar Platz nehmen, was mir ganz interessante Einblicke in das Personal ermöglichte. Mindestens die Hälfte waren Deutsche…

Das Restaurant hat sogar ein aufklappbares Dach, das sich öfter mal öffnete, um Frischluft hineinzubringen. Im Sommer finden wohl öfter auch mal Open-Air-Parties dort statt. Zurück im Hostel hatte ich dann im Internet noch ein kleines Gespräch mit mit meiner ehemals Erziehungsberechtigten, der ich mein Vorhaben am nächsten Tag andeutete. Was meinte sie doch zu mir in Deutschland: „Das verbiete ich dir!“ 😛

Tja, hat nix genützt, ich hab es gemacht, und lebe noch, doch genaueres gibts im nächsten Eintrag.

Gestern, heute und irgendwann…

Weiter gehts…

Doch vor Tag 5 erst einmal der heutige Tag. Ich durfte nämlich auf 2 pupertierende Jungen aufpassen, die ein Boule-Match (scheint hier populärer Vereinssport zu sein) gegen andere Schulen hatten. Die Fahrt ging im Schulbulli, in dem neben uns auch 6 schnatternde Mädchen auf dem Weg zu einem Fussallmatch waren. Zum Boule gibt es nichts besonders zu sagen, der Sport fasziniert mich aber irgendwie (so ähnlich wie Boccia am Strand, bloß total komisch angeschnittene gerollte Kugeln). Die beiden Jungs, auf die ich aufpassen sollte (Zitat von Neil: „Have a look that they behave themselves well!“) haben auch immerhin gewonnen. Es waren auch noch andere Schulen anwesend, was mir einen Vergleich der Schuluniformen ermöglicht hat. Die Amuri-Schüler können echt froh sein, ihres ist mit Abstand das beste (finde ich, ganz unbeeinflusst, wirklich). In der Haut manch anderes Schüler möchte ich bei der Kleidung nicht unbedingt stecken…

Nungut, nach dem Match mussten wir uns dann noch etwa eine Viertelstunde das Fussballmatch der Mädchen (Klasse 10) ansehen – eine wahre Bestrafung für die Augen (fussballerisch gesehen :P) – trotz des 10:2 Sieges unserer Mannschaft. Dadurch kam ich leider etwas verspätet erst um kurz vor 19 Uhr hier wieder in Culverden an, was schon zu spät für ein Tennis-Trainingsmatch mit Christian war. Morgen fangen nämlich die ersten Spiele an… Drückt mir die Daumen!

Heute haben wir dann auch mal gegrillt, das werden wir jetzt die nächsten Wochen noch häufiger machen. Ein schöne Barbie ist ja immmer nice.

Was den Sydney-Aufenthalt angeht (Gruss an Tatjana :P): der findet ja erst über Neujahr statt, einer Zeit, in dem man viele Preise schon extreme Wucher nennen kann. Wir haben gut getan, gestern zu buchen, was sich schon als ziemlich schwierig herausgestellt hat. Von so ungefähr 40 angeschauten Backpacker waren 39 ausgebucht bzw. hatten extreme Wucher-Preise. Nur mal als Beispiel  (Preis pro Nacht umgerechnet in Euro): bis zum 26. Dez: 16 – 27-28: 30 – 29-30: 80 – 31-2: 150 – und ab dann wieder jäh abfallend zum Standardpreis von vlt. 16 Euro. Aber 150 Euro für ein Bunkerbett in einem 10-Personen-Schlafsaal ohne jedwede Extras ist doch etwas… (ich sprech es mal nicht aus…).

Wir haben jedoch noch was preislich akzeptables gefunden (wo die Preise die ganze Zeit konstant sind, wenn auch doppelt so teuer wie üblich – denn Profit wollen sie ja alle machen…). Jetzt heisst es noch die Reise planen, wir freuen uns jedoch schon riesig auf 10 Tage Sydney, besonders die Sylvesternacht mit der größtenParty der Südhalbkugel…

Nächsten Montag ist übrigens, wie ich heute grade erfahren habe, „Labour Day“, sprich Feiertag. Ich könnte und werde auch wohl einen kleinen Roadtrip unternehmen, weiß bloß noch nicht wohin. Vielleicht geht es zum Hügel, auf dem der Herr-der-Ringe Ort „Edoras“ stand, einen Schauplatz, den man garantiert wieder erkennen wird. Dann würde ich über den Arthurs Pass an die Westküste und von dort aus wieder nach Culverden. Der Arthurs Pass soll nämlich eigentlich der schönste der drei Pässe sein, und ich habe ihn noch nicht gefahren und werde wohl auch sonst keine gute Gelegenheit mehr dafür haben… Aber mal sehen…

Tag/Nacht 4: Milford Sound/Te Anau

So, dann mal weiterschreiben, bevor ich kein Internet mehr habe (dieser lebensbedrohliche Umstand könnte tatsächlich in den nächsten Tagen eintreten, aber no worries, dann kommt eben immer etwas mjher auf einmal…)

Der 4te Tag war ein ziemliches Highlight, und gleichzeitig der letzte volle zusammen mit Rico und Paul. Denn schon die ganze Zeit spukte es mir im Kopf herum, es wie Frodo zu machen (angeregt durch die Drehortbesuche :D) und meine Gefährten zu verlassen.

Nach einem sehr schönen Sonnenaufgang bei den Mavora Lakes, die die Strapazen der Zeltübernachtung fast vergeßen machten, ging es über die staubige Schotterstraße zurück nach Te Anau, wo die Route zum Milford Sound abzweigt. Uns wurde geraten (vom Mann beim Kepler Track), die Reise lieber im Bus zu machen. Man würde sonst nämlich nie ankommen, weil schon der Weg zu so vielen Zwischenstopps einlädt. Falls wir doch das Auto benutzen wollten, sollten wir auf alle Fälle Schneeketten mit uns führen…

Das Auto, das mit uns  dann auf der Straße zum Milford Sound fuhr, hatte dann aber keine bei sich. Tatsächlich haben wir einige Zwischenstopps gemacht, als wir die gut ausgebaute, aspahltierte Straße gefahren sind. Zum Beispiel bei den sich nicht spiegelnden „Mirror Lakes“ oder einem Wasserfall.

Wir waren zwar das einzige Auto auf dem Weg, aber nicht die einzigen Menschen. Denn von der  fernöstlichen Sorte, von denen es in Interlaken nur so wimmelt (ihr wisst, was ich meine), gab es Massen, die ständig von den vielen Bussen ausgespuckt wurden. War also alles etwas voll und man konnte die schöne Natur garnicht geniessen. Die Straße gewann stetig immer mehr an Höhe, bis man durch den „Homer Tunnel“ fährt, auf dessen anderer Seite man sich mitten in der schneebedeckten Gebirtgswelt des Fjordlandes wiederfindet. Ein beeindruckender Ausblick! Leider spielte das Wetter nicht so mit. Sonnenschein im Milford Sound ist jedoch auch wie ein Sechser im Lotto. Es ist eines der regenreichsten Gebiete der Erde, was daran liegt, dass die Regenwolken, die sich über der Tasmanischen See auftürmen, von den Bergen des Fjordlandes am Weiterziehen gehindert werden und dementspechend abregnen. Wir hatten sogar  Glück, dass die Straße zum Milford Sound überhaupt geöffnet war, mehrere Tage zuvor war sie nämlich wegen hoher Lawinengefahr geschlossen. Schon bald kamen wir dann in den eigentlichen Milford Sound, ein von hohen Bergen umschlossenes Tal mit Wasser, das direkten Zugang zur Tasmanischen See hat – ein Fjord also.

Massentouristisch aber bestens erschlossen, es gibt sogar einen Flughafen. Der Anflug muss auch echt spannend sein. Hauptattraktion, die wir auch in Angriff nehmen wollten, ist jedoch eine Schifffahrt in dem Fjord. Dabei konkurrieren mehrere Anbieter in einem riesigen Besucherzentrum um die Gunst der Besucher. Neben 2-stündigen Fahrten werden z.B auch Übernacht-Fahrten angeboten, doch das war nicht geplant. Wir haben uns für den billigsten Anbieter entschieden und eine relativ späte Abfahrt, die letzte Fahrt ergattert.  Die Straße zum Milford Sound wird nämlich ab 17 Uhr geschlossen – unsere 2-stündige Fahrt sollte um 14.30 beginnen, also recht knapp. Da wir zur Abfahrt allerdings noch über eine Stunde Zeit hatten, aßen wir erst einmal im Auto unser Mittagessen (wo auch sonst bei dem heftigen Regen) und fuhren dann später mit dem Schiff los, was Rico und Paul fast verpasst hätten, hätte ich nicht den Stewart ums Warten gebeten (ich bin aus bedürfnisorientierten Gründen vorgegangen). Je weiter wir uns vom Ufer entfernten, desto geringer wurde der Regen bis er schließlich ganz aufhörte. Doch der Himmel blieb natürlich bewölkt. Trotzdem bot sich uns in atemberaubender Anblick über die riesigen Bergen, die steil direkt zum Meer abfallen. Der Regen hatte auch etwas Gutes – tausende von Wasserfällen ergossen sich in den Fjord, ein Phänomen das man bei gutem Wetter nicht beobachten kann. Die Route unseres Schiffes ging von der einen Seite des Fjordes bis zur Tasmanischen See (wo das offene Meer beginnt) und dann auf der anderen Seite zurück. Die See war sehr stürmisch, der Wellengang entsprechend, sodass wir gut durchgeschüttelt wurden und einige der geschätzt 200 Bilder verwackelt sind.

So emotional kann Natur sein – ich war den Tränen nahe und habe gleichzeitig vor Freude gestrahlt (wie selten).

Ich kann euch den Fjord nicht beschreiben, noch können die paar Bilder es, man muss einfach da gewesen sein. Man fühlt sich so klein und verloren, selbst das Schiff ist nichts im Hinblick auf die gewaltigen Berge, dessen Steilwände teilweise direkt vom Wasser an Hunderte von Metern in die Höhe reichen und auf denen auch oft noch Schnee lag.

Allzu schnell war dieses Erlebnis dan nauch vorbei. Aus den erwähnten Zeitgründen wie auch wegen des Wetters konnten wir kein Abstecher zum Unterwasser-Obversatorium machen, in dem man einen Teil der Artenvielfalt im Milford Sound beobachten kann. Aufgrund des starken Regenfalls liegt nämlich eine bis zu 40m dicke Süßwasserschicht auf dem Salzwasser im bis zu 300m tiefen Fjord. Neben Delfinen, die man dort oft  (auch von den Schiffen)beobachten kann (blieb uns leider verwehrt) schwimmt allerlei anderes nettes Getier dort herum. Uns blieb jedoch nur der Blick auf ein paar Seehunde, die einen wirklich tollen Lebensmittelpunkt haben.

Nach etwas frühem Anlegen des Schiffes (wir hatten eigentlich für 30 min mehr bezahlt), ging es dann schnell zum Auto. Aber das war, wie schon erwähnt, auch ok, da die Straße eben bald geschlossen hätte und wir nur ungern eine Nacht dort verbracht hätten. Auf den Rückweg waren wir nicht die Einzigen, die sich den Pass wieder hinaufquälten. Erinnerungen an Bluff wurden wach, wo der Motor derSteigung nicht gewachsen war. Doch er heilt durch (auch wenn wir oft überholt wurden) und wir kamen heil durch den Tunnel und an den Streckenposten vorbei (die kontrollieren, ob alle durch sind, und dann die Strecke sperren), bis wir auf einmal wegen meines ersten Staus in Neuseeland anhalten mussten. Der Grund war nicht unschwer zu erkennen – eine Schlammlawine hatte sich gelöst und die Straße versperrt. Ganz im Touri-Style haben wir das natürlich ordentlich fotografiert, während wir auf das Anrücken des Baggers gewartet haben. Der kam dann auch nach einiger Zeit und hat den Matsch weggeräumt. Nach etwa einer dreiviertel Stunde ging es dann weiter, der weitere Weg nach Te Anau verlief unkompliziert. Dort wollten wir, klatschnass wie wir waren, dann mal eine Nacht im Hostel verbringen, was mir sehr lieb war (den anderen offensichtlich nicht so…). Unter der heißen Dusche (der ersten nach 4  Tagen…) habe ich dann meine Trennungspläne geschmiedet, die ich allerdings noch nicht öffentlich machte, ich wollte erst noch eine Nacht drüber schlafen. Ein Fehler, die Lösung am anderen Tag war etwas unelegant…

Doch dazu ein andermal, ich muss jetzt mit Markus meinen Trip nach Sydney planen. Grünschnabelig wie wir sind, haben wir nämlich noch keine Unterkunft gebucht, und es ist fast unmöglich jetzt noch was halbwegs Preiswertes zu finden…

Zwischenstand

Mal kein Artikel über meine Reise, sondern ein kleiner Zwischenstand.

Schon ist wieder eine Woche Arbeit rum, die sich jetzt ja schon als Alltag etabliert hat. Eine Tätigkeit möchte ich aber noch kurz anreißen, da ich sie bisher noch nicht erwähnt habe. Die Kinder müssen nämlich öfters mal Handschrift üben. Das habe ich damals in der Grundschule ja abgrundtief gehasst. Meine Klaue hat sich ja auch letztlich bis zu den Abiturklausuren hingezogen. Ich finde meine Schrift ja schön, wer sie nicht lesen kann, hat halt Pech gehabt. Jedenfalls darf ich die Handschrift der Kinder bewerten, obwohl ich davon ja nicht viel Ahnung habe. Ich gehe also rum und vergebe zwischen 1 und 3 Sternen, je nachdem, wie schön die Kinder geschrieben haben. Hin und wieder gibt es sogar noch einen extra Sticker. Diese kleine Aufgabe mag ich sehr, vielleicht auch weil etwas Willkür meinerseits im Spiel ist – meistens mache ich mir den Spaß, erst weniger Sterne zu malen, um dann letztendlich doch noch mehr zu geben.

Doch die Arbeit ist nach der Schule noch nicht vorbei. Zu unserem Haus hier gehört auch ein nicht so kleiner Garten, wo das Gras wie verrückt sprießt und gedeiht. Dazu haben wir nur einen Handrasenmäher, der noch nichtmal vernünftig funktioniert.

Außerdem machen Christian und Ich (bzw. haben schon) an die Arbeit, sämtliches Unkraut zu zupfen, was bisher schon 5 volle Schubkarren zur Folge hatte. Wir haben aber gerade mal ca. 1/4 fertig…

Also noch genug Arbeit die nächsten 8 Wochen. Es sind nämlich tatsächlich nur noch 8 Wochen hier (sofern ich das Projekt wechseln sollte), so schnell geht das. Ab dem 10. Dezember beginnen nämlich schon wieder die Sommerferien. Doch die Zeit wird jetzt auch etwas interessanter. In ein paar Tagen eröffnet der Swimmingpool der Schule, in dem ich dann, wann ich will, baden kann. Außerdem spiele ich jetzt für Culverden (im Team mit Christian und 2 anderen Lehrerinnen) Tennis gegen Teams aus anderen Dörfern. Mittwoch hatte ich bereits ein Match (bzw.2), was  auf dem Hartplatz mit den blöden Bällen und mangelnder Eingespieltheit (nur Ausreden :P) aber oft nach hinten losgegangen ist. Im Doppel mit einem Mädel gegen Christian und einer haben wir (obwohl sie quasi noch nie gespielt hatte) immerhin gewonnen.

Außerdem mache ich die nächsten Wochen einen Fahrkurs. „Defensive Driving“, um mein Unfallrisiko zu minimieren. Die Idee ging von Neil aus, und die Schule finanziert auch den ganzen Spaß. Schaden tut es sicher nicht!

Heute war ich dann in Christchurch, wo ich jemand einen Glückstag beschert habe. Ich hatte nämlich 2 Freikarten (von Neil) für das Rugby-Match im AMI Stadium (Canterbury vs Counties), die übrige Karte wollte aber keiner.

Bin ich also alleine nach Christchurch gefahren, wo ich mich natürlich verirrt habe, um nach einer Stunde Fahrt durch die Stadt dann direkt am besagten Stadion anzukommen (welch Zufall), wo keine 100m ein kostenfreier Parkplatz frei war. Parken war nämlich meine größte Sorge. Da ich noch 3 Stunden zum Spiel hatte, habe ich dann noch die Innenstadt Christchurchs erkundet (die 2km entfernt ist, aber etwas Spazieren schadet ja nicht).

Eigentlich eine ganz schöne Stadt, die ich bald nochmal besuchen werde, um die diversen Museen abzugrasen (ja, ich beknne, ich gehe sehr gern in Museen aller Art…), was mir heute aus Zeitmangel verwehrt blieb. War aber immerhin in der berühmten Christchurcher Kathedrale.

Was die übrige Freikarte betrifft: mir kam eine lustige Idee, die ich dann auch ausgeführt habe. Ich habe sie, mit der Aufschrift „Your lucky day today? Have fun!“, in der Toilette bei McDonalds in der Innenstadt hinterlassen. Da hat sich bestimmt jemand gefreut…

Und tatsächlich, als ich im AMI Stadium (36000 Kapazität) saß, um das Rugby-Match über mich ergehen zu lassen, saß neben mir jemand (der die Karte gefunden hatte, war nämlich diejenige Platznummer). Ich habe mich jedoch nicht zu erkennen gegeben, soll der denken, was er will.

Rugby ist eigentlich eine ganz spannende Sache, wenn man sie erst einmal verstanden hat. Die Stimmung im Stadion war aber nicht so toll (waren aber auch nur ungefähr 20000 Leute da), da hätte ich mir mehr erwartet. Das Spiel ging übrigens 39 : 19 für Canterbury aus, war also etwas einseitig. Jetzt habe ich also auch mal ein Rugbymatch gesehen, das stand ja auf meiner To-do-Liste hier.

Soviel dazu, ist ja wieder genau soviel geworden, wie sonst auch. Ich hoffe, ihr kommt noch mit dem Lesen nach 😀

 

Tag/Nacht 3: Invercargill-Te Anau- Mavora Lakes

Wow, schon 1999 Besucher hier, die 2000 sind also quasi erreicht. Macht mal schön weiter, ab 500 000 würde mein Blog ein sogenannter VIP-Blog werden, was mit zahlreichen Vorteilen verbunden ist 😛

Doch weiter geht es mit meiner Reise (verzeiht mir, aber alles muss raus…)

Am Morgen des dritten Tages bauten wir erst einmal die Zelte ab, um zu entdecken, dass eines unglücklicherweise auf einen Kuhfladen aufgebaut wurde und demnach etwas schmutzig war. Der Zeltinsasse hatte sich schon gewundert, warum er so weich liege…

Nachdem dieses Malheur beseitigt wurde, ging es in die Innenstadt Invercargills, wo nach diversen kleinen Einkäufen dann unsere Begegnung mit einem ganz besonderen Tier anstand.

Wir wollten nämlich ins Tuatara-House, was an die Invercargiller Kunstgalerie angeschlossen ist. Durch die Galerie, die mir durchaus interessant schien, sind wir (leider) nur gerusht, dafür haben wir uns einige Zeit die Nase an den Scheiben des Tuatara-Terrariums plattgedrückt. Dorthin wurden wir von einer netten Frau geführt (wieder einmal ein Beweis der Gastfreundlichkeit), die uns, obwohl wir eigentlich nur nach den Weg gefragt haben, bestimmt eine halbe Stunde lang Tuatara-Wissen nähergebracht hat und diese Geschöpfe auch aus ihren Höhlen hervorgelockt hat (Tuataras sind nämlich eigentlich nachtaktiv)

Doch was ist der Tuatara? Jeder würde wohl beim Anblick sagen, eine Eidechse. Ist er aber nicht. Er ist sozusagen ein „lebendes Fossil“, älter als manche Dinosaurier (200 Millionen Jahre) und die letzte überlebende Familie der Sphenodontiae (Wikipedia lässt grüssen). Diese beeindruckenden Echsen werden steinalt (zwar nicht 200 Millionen, aber doch über 150 Jahre) und können bei Temperaturen überleben, wo jede andere Reptilienart keine Chance hätte. Noch ein Paar interessanter Fakten (für weitergehende Informationen selber informieren): ihr Herz schlägt sehr, sehr langsam und in Extremfällen reicht ihnen ein Atemzug pro Stunde!

Leider sind diese faszinierenden Tiere fast ausgestorben. In freier Wildbahn kommen sie nur noch auf den kleineren, Neuseeland vorgelagerten Inseln vor (u.a. besagtes Stewart Island), wo sie keine Räuber (Hunde, Katzen, Marder/Wiesel, Ratten) fürchten müssen.

Nach dieser schönen Begegnung führte uns unsere Route nach Te Anau, das Tor zum Fjordland, der unberührtesten Gegend Neuseelands, die vollständig unter Naturschutz steht. Te Anau liegt an einem schönen See inmitten der Berge, genauso wie Manapouri, wo wir vor Ankunft in Te Anau einen kleinen Fotostopp gemacht hatten. Auf den Weg zwischen Manapouri und Te Anau wartete dann eine Herr-der-Ringe Location auf uns. Auf einer wackeligen Hängebrücke überquerten wir den Fluss Anduin (Insider), wo gewisse Teile des ersten Films gedreht wurden. Die Hängebrücke führte auch direkt zum Beginn des Kepler-Tracks, einen der „Great Walks“, der von dort an durch den Regenwald einmal um einen Berg verläuft. Wir sind ein bisschen dort gewandert, haben den Blick genossen, dann aber baldig auch wieder umgekehrt, wo wir einen älteren Kiwi (einheimischen Neuseeländer) trafen, mit dem wir uns etwas unterhielten. Er sei schon tausendmal den Kepler Track gelaufen, er bräuchte gut 11 Stunden dafür. Für normale Wanderer sind 3-4 Tage inklusive Übernachtungen in Hütten eingeplant. Einmal im Jahr findet dort sogar ein Bergmarathon statt, Bestzeit liegt bei etwa sechs Stunden! Er war gerade dabei, die überall zu sehenden Fallen zu überprüfen, denn in Sachen Schädlingen kennen die Neuseeländer keine Gnade. Possums, Wiesel, Marder, Hasen und Ratten werden erbarmungslos gejagt, da sie entweder endemische Arten fressen oder deren Nahrungsgrundlage zerstören.

Danach ging es nach Te Anau, wo wir uns mit Lebensmittel eindeckten und eine kleine Mahlzeit zu uns nahmen, um für unsere Etappe zu den Mavora Lakes gut gerüstet zu sein. Die Stadt sollte uns für ein paar Tage aber nicht loslassen. Die Mavora Lakes liegen an der Straße zwischen Te Anau und Queenstown – fast jedenfalls. Erst einmal mussten wir noch bestimmt 40km über Schotterstraßen in ein Tal hineinfahren. Wir waren fortan vermutlich die einzigen Menschen im Umkreis von vielen Kilometern.

Ungefähr auf drei Viertel der Strecke zu den Seen hielten wir an, da ein Herr-der-Ringe-Drehort auf uns wartete. Die Wälder Fangorns (Insider) erstreckten ich vor uns auf den Höhen vor den schneebedeckten Bergen. Wir wanderten ein bisschen über die Hügel zum Wald und fanden schon bald eine große Betonplatte mitten im öden Grasland, zu der auch ein recht ausgefahrener Pfad führte. Den Drehort hatten wir also gefunden, Ents (Insider) haben wir aber leider keine entdecken können. Weiter ging es dann zu den Seen, an denen es Campinggründe vom DoC gibt. Das Doc ist die Naturschutzbehörde Neuseelands (Department of Conservation) und sehr wichtig (bei den vielen Naturschutzgebieten und Nationalparks nicht verwunderlich). Campinggründe heisst hier soviel, wie ausgewiesene Zeltplätze, ein paar Bänke und immerhin ein Plumpsklo. Fließendes Wasser gab es jedoch nicht, dafür aber immerhin die spiegelklaren, aber eiskalten Seen. Nach Aufbau der Zelte ging es dann zum Erkunden zweier weiterer HdR-Drehorte. Unmittelbar an unseren Zeltplatz war der nördlichere Mavora Lake gelegen, an den ein dichter Wald angrenzte, in dessen letzten Ausläufern unsere Zelte standen. Ricos Locationfinder sagte, man müsse 150m in den Wald hineingehen und finde dann einen Drehort. Es handelt sich um jene Szene vom Ende des ersten Teils (Vorsicht Insider), wo Merry und Pippin sich hinter einer Wurzel vor den Orks verstecken und dabei erkennen. dass sich Frodo, der sich ihnen gegenüber hinter einem Baum versteckt, von ihnen trennen will. Beim ersten Anlauf fanden wir diese Wurzel nicht und beschlossen dies auf später zu verschieben, um noch den anderen Drehort zu besichtigen. Es ist jener (Vorsicht Insider), an dem Frodo am Ende des ersten Teils alleine über den Anduin (ja, für den Anduin wurde ein See benutzt…) paddeln will, dabei aber noch von Sam eingeholt wird, der darauf fast (weil er nicht schwimmen kann) im Wasser ertrinkt, ehe Frodo ihn rettet und gemeinsam die noch gefahrvolle Reise zum Schicksalsberg auf sich nehmen (über die ich momentan übrigens lese, auf Englisch versteht sich). Besagte Stelle fanden wir dann auch relativ schnell und genossen nebenbei den traumhaften Blick auf die direkt hinter dem See anfangenden schneebedeckten Berge (habe ich auch ein Foto von veröffentlicht).

Da der Abend nahte, kehrten wir zurück zu den Zelten, und während Paul sich freundlicherweise ums Abendessen kümmerte,  gingen die beiden HdR-Freaks Christoph und Rico noch einmal in den Wald, um die Wurzel zu finden. Wie ein leicht abgeändertes Sprichwort sagt, „fanden wir die Wurzel vor lauter Bäumen nicht“! Bestimmt eine Stunde irrten wir herum, immer tiefer in den Wald vorstossend. Langsam wurde es auch dunkel, und in der Dunkelheit wär ich nur höchst ungern in diesem Wald gewesen, man hätte nämlich nicht mehr heraus gefunden. Schlussendlich fanden wir dann noch die Wurzel (oder dachten es zumindest), machten Fotos von uns hinter ihr und gingen dann zurück um sich das Essen (Curry-Reis) schmecken zu lassen.

Wie sich für mich in einem Backpacker eine Woche später in Greymouth feststellte, als ich mit ein paar Leuten den ersten HdR-Teil sah, war dies sehr wahrscheinlich die falsche Wurzel. Aber was solls, der Urwald war ohnehin sehr interessant.

Nach dem Essen saßn bzw. lagen wir dann noch am Kiesstrand, hörten den Wellen zu und beobachteten den in seiner Klarheit bisher unübertroffenen Sternenhimmel, der hier auf der Südhalbkugel ja anders aussieht. So klar habe ich die Milchstraße noch nie in meinem Leben gesehen.

Dabei sichteten wir auch mysteriöse Lichter am Berghang am Ende des Sees, die mich unruhig schlafen ließen. Waren wir doch nicht die einzigen menschlichen Lebewesen hier? Die Lichter, die offenkundlich von Taschenlampen herkamen, bewegten sich auch übermenschlich schnell, sodass man Wanderer (wer wandert auch mitten in der Nacht, dazu an einem Berghang, der, wie im Tageslicht zu sehen, ziemlich unugänglich ist) eigentlich hätte ausschließen können. Wer weiß, vielleicht waren es Orks…

Doch das Mysterium blieb ungeklärt und ich schlug am anderen Morgen lebend meine Augen auf, die mich an diesem Tag die ganze Pracht des Milford Sound sehen lassen sollten. Doch dazu mehr das nächste Mal…

Tag/Nacht 2: Catlins Coast/Bluff

Weiter geht es (und zwar ordentlich):

nach der beschriebenen schlaflosen Nacht ging es entsprechend übernächtigt an der Catlins Coast entlang nach Invercargill. Das ist eine wunderschöne, dünn besiedelte Küstenlandschaft mit dicht bewaldetem Hügelland und mit dem südlichsten Punkt (Festland)-Neuseelands, dem Slope Point. Dieser besagte Punkt war auch ein Ziel unseres Trips. Auf der Fahrt dorthin konnten wir den Regenwald erleben, der wirklich unglaublich war (für unsere daran nicht gewöhnten Augen). Am Slope Point angekommen und das Auto abgestellt, mussten wir noch über eine total matschige Kuhweide (also nicht nur Erdmatsch…) waten (ja, waten, denn es gab auch viele Pfützen), bis wir dann dort ankamen. Zu allen Überfluss begann es noch zu hageln, sodass wir am Slope Point angekommen, Schutz hinter einem kleinen Turm suchten. Wie es dort aussieht, seht ihr auf einen der Fotos. Ein Schild, das die Kilometeranzahl zum Südpol bzw. Äquator angibt, beides noch recht weite En.tfernungen. Bei gutem Wetter (was wir nicht hatten) kann man von hier auch wirklich den südlichsten Punkt Neuseelands sehen. Der ist nämlich eine Insel, Stewart Island, auf die ich eigentlich gerne gefahren wäre. Für einen Kurztripp ist die Fähre von Bluff aber doch zu teuer. Stewart Island ist quasi ein reines Naturschutzgebiet, auf der Insel gibt es nur ein Dorf (namens Oban) mit 400 Menschen und dazu ein paar Touristen, die die wundervolle, dort noch intakte Natur vorallem auf einer mehrtägigen Wanderung erleben (einer der „Great Walks“ ist dort). Vielleicht ein andermal.

Ein besonderes Kuriosum am Slope Point ist der schier unglaubliche Wind. Unter den veröffentlichten Fotos könnt ihr ziemlich schiefgewachsenen Bäume erkennen – die haben es wirklich nicht leicht dort. Man konnte sich dort viel weiter nach vorne lehnen als sonst möglich, der Wind stützte einen. Dazu kommen noch die hohen Wellen, die nur wenige Meter entfernt an die Steilküste donnern…

Nachdem wir durchnässt zum Auto zurückkehrten, fuhren wir wieder die gekommene Strecke zurück (es ging mehrere Kilometer über unbefestigte Kieswege) und machten in einer kleinen Bucht halt, wo wir am Strand entlang spazierend mutige Surfer (im Neoprenanzug, das Wasser ist nämlich eiskalt) beobachteten, die dem Kampf mit den Wellen ausgesetzt waren. Eigentlich sollten in besagter Bucht Delfine zu sehen sein, aber dieses Glück war uns leider nicht vergönnt.

Geplant war eigentlich, dass wir irgendwo an der Catlins Coast wild campen – da es jedoch noch früh war, beschlossen wir bereits bis nach Invercargill und Bluff vorzudringen. Neben einem Fotostopp, wo wir den dichten Regenwald erkundeten, machten wir auch bei den „Niagara Falls“ halt, ein ziemlich perfider Touristen-Gag. Der kleine Ort heisst nämlich Niagara, und die Fälle waren quasi garnix (man wandere in Herford an der Werre entlang und sehe sich die kleinen „Fälle“ an, ungefähr so), wurden aber mit einem Hochglanzschild angepriesen, dass die echten Niagara-Fälle zeigte.

Weiter ging es dann nach Invercargill, wo wir allerdings nicht verweilten, sondern gleich in das südlich auf einer Halbinsel gelegene Bluff ausbrachen, der hässlichste Ort Neuseelands (in meinen Augen bisher), gleichzeitig aber auch der südlichste (von dem kleinen Stewart-Island-Dorf abgesehen) Neuseelands und berühmt für seine Austern, die ich bei den ganzen qualmenden Fabriken aber, selbst wenn ich sie mögen würde, nicht gegessen hätte. Es ist gleichzeitig auch der Fährhafen zur Stewart Island, die Meerenge dazwischen nennt sich Foveaux Street, für ihr raues Meer bekannt. Bluff ist wie gesagt, ein hässliches Industriezentrum mit oft auch leerstehenden Fabriken. Über den Ort ganz im Süden erhebt sich aber ein Hügel, auf dessen Spitze auch eine Wetterstation ist. Wir fuhren also mit Ricos Wagen (übrigens ein Subaru) also die doch recht steile Straße hoch. Zu steil könnte man meinen. Nämlich plötzlich Schrecksekunden: aus der Motorhaube stieg unangenehm riechender weißer Rauch auf. Der Motor kam wohl nicht ganz mit der Steigung klar… Wir ließen uns also langsam den Berg rückwärts herabrollen (kam zum Glück niemand) und stellten das Auto auf einer etwas graderen Stelle ab, um den Restweg zu Fuß zurückzulegen (das Auto funktionierte danach übrigens wieder tadellos). Oben angekommen, ging es auf einen Aussichtspunkt, neben den man sich auf vielen Infotafeln über Bluff und Umland informieren konnte. Für einen der Wanderwege war es schon zu spät, wir genossen also nur die Aussicht (siehe Fotos) und den ähnlich starken Wind wie am Slope Point) und machten uns dann auf, eine Lagerstätte für die Nacht zu finden. Das stellte sich jedoch nicht also so einfach heraus, da einerseits verfügbares Land (wo man wild campen kann) knapp ist, und andererseits uns nach den Erfahrungen der letzten Nacht ein etwas windgeschützterer Ort lieb war. Letztlich fanden wir dann einen, mich nicht ganz befriedigenden Ort. Ein von der Straße abführender privater Matschweg zwischen den Schafweiden entlang. Auf einer kleinen Grasfläche campierten wir dann. Neben uns, nur durch Zäune abgetrennt, Massen von Schafen. Schon wieder hatte ich die Befürchtung einer schlaflosen Nacht durch das „Mäh“ der Schafe, doch zum Glück blieben diese einigermaßen ruhig und der Wind ebenfalls. Doch während wir in anbrechender Dunkelheit unser Abendmahl kochten, wurden wir jäh aus unseren Gedanken gerissen, als ein Geländewagen den matschigen Weg zu uns hinkam. Da wir, wie gesagt, auf privaten Gelände waren, stellten wir uns schon innerlich darauf ein, die Zelte wieder abzubauen und umzuziehen. Doch der junge Farmer hat das nicht gekümmert, ihm schien das absolut nichts auszumachen, das wir dort campten. Er wollte nur nach den Schafen schauen. Dies ist eines der Beispiele für die totale Gastfreundlichkeit, die auf meiner Reise zu schätzen gelernt habe.

Nach einer diesmal ruhigen Nacht und etwas längeren Schlaf (der war nötig) hiess unser nächstes Ziel nun Te Anau – mit Zwischenstopp in Invercargill, wo wir uns ein ganz besonderes Tier (mein altes und neues Lieblingstier) anschauten. Doch dazu mehr das nächste Mal…

Südinselreise: Tag/Nacht 1 – Dunedin

Es ist soviel geschehen während meiner Reise, dass ich das unmöglich hier alles zusammenfassen kann. Man mag es kaum glauben, aber ich halte mich schon kurz . In Folge werde ich auch weniger schreiben, aber der 1. Tag/Nacht ist eben sehr erzählenswert 😀

Los ging es Samstag früh morgens um 4 Uhr, wo ich Paul in Hawarden abholte und wir dann nach Dunedin düsten und ein paar Kaninchen killten, die leider die Angewohnheit haben, bei Lichtschein über die Straße laufen. Aber macht nix – das sind eh Schädlinge hier und man findet alle 500m einen zerfetzten Fleischklumpen auf der Straße liegen…

Nach Zwischenstopp in Ashburton (McDonalds was sonst) und an der Küste nach Timaru, erreichten wir dann um die Mittagszeit (verspätet) Dunedin, wo wir uns beim „New World“ Supermarkt mit Rico trafen. Zur Verspätung kam es, weil wir einen ziemlichen Umweg durch die Stadt auf uns nahmen und den Weg nicht richtig fanden (Dunedin hat zwar wenig Einwohner, aber eine größere Fläche als ganz Berlin). Wir folgten dann Rico zu seiner Gastfamilie, die auf einer wunderschönen Farm auf einem Hügel in Port Chalmers, einen Vorort Dunedins, lebt (siehe erstes Foto). Aufgrund der abgeschiedenen Lage (3km Matschweg) war ich auch beruhigt, mein Auto dort für die 2 Wochen abzustellen. Waren dann ja nicht 2 Wochen, was dann eher als Nachteil anzusehen ist (doch dazu später). Nach Umpacken und Verabschiedung ging es dann zum Einkaufen in den „Pak n Save“ in Dunedin (wohl am ehesten mit deutschen Discountern vergleichbar, doch wesentlich größer) und danach in die Innenstadt, wo wir uns den schönen historischen Bahnhof und die kleine Altstadt anschauten. Relativ bald verließen wir dann aber schon Dunedin und fuhren auf die angrenzende Otago Peninsula, wo man angeblich Pinguine beobachten konnte. Sehr schöne Dünen- und Küstenlandschaft, Pinguine konnte man jedoch nur in einem privaten Schutzreservat sehen, was uns zu teuer schien. Immerhin sahen wir in weiter Entfernung ein paar Seelöwen.

Wir suchten uns dann relativ früh einen Rastplatz für unsere erste Nacht im Zelt und fanden ihn dann auch an einer Stelle unweit der Straße nahe einem kleinen Wald. Auf diesen kleinen Stück campten wir also wild (der dortige Müll impliziert aber, dass wir nicht die einzigen in der Geschichte Neuseelands sind, die diese glorreich blöde Idee hatten).

Glorreich blöde Idee, weil direkt neben uns Hühner und Hähne frei herumliefen, unter ihnen auch eine verängstigte Katze, die sich aber nicht für die Hühner interessierte. Vielleicht könnt ihr euch denken, warum das nicht so optimal war. Nachdem die Zelte aufgebaut waren, begannen wir den Festschmaus: Spaghetti Bolognese, zubereitet in Gas bzw. Petroleumkochern. Schmeckte ganz gut, ich hatte bloß leider kein Geschirr dabei und musste etwas improvisieren. Um 20 Uhr gingen wir dann auch schon ins Bett (weil es eben dunkel wurde und wir nicht mehr viel machen konnten).

Doch die Nacht wurde ein absoluter Horror (für mich), der, hätte ich nicht ein paar Tage danach, die Reißleine gezogen, ein lebenslanges Trauma für mich mit sich gebracht hätte… Es fing an mit der unbequemen Lage im Zelt, der trotz eigtl. ganz guten Schlafsack herrschenden Kälte und den immer stärker werdenden Wind, der das Zelt immer mehr durchschüttelte. Nach 2-3 Stunden Halbschlaf, als der Wind sschon fast im Sturm ausartete, meinte Rico (der mit mir im Zelt war), wir müssten das Zelt abbauen, damit es nicht einstürzt (Pauls hat hingegen gehalten). Wir also mitten in der Nacht in der Dunkelheit im Sturm mit der Aufgabe ein Zelt abzubauen. Das hat allerdings ganz gut geklappt. Die Rest der Nacht mussten wir dann eben im Auto verbringen, auf den Vordersitzen natürlich (der Rest war vollgepackt), was aufgrund fehlender Rücklehnmöglichkeiten nicht sehr angenehm war. Immerhin war es etwas wärmer, doch trotzdem bin ich alle halbe Stunde immer wieder aufgeschreckt. An Schlaf war dann spätestens ab 4 Uhr morgens auch nicht mehr zu denken. Grund: das angesprochenen Hühnerproblem. Freudig begrüssten die Hähne mit ihrem nie endenwollenden Krähen den Morgen, der uebrigens die Sommerzeit mit sich brachte (ist hier schon Ende September, sind jetzt 11h Unterschied). Leider zu früh für meinen Geschmack. Wir machten das beste draus und brachen dann relativ früh auf für die nächste Etappe. die uns an die Catlins Coast führen sollte. Doch dazu mehr das nächste Mal…