Allgemeines über die Schule

Wie versprochen, möchte ich euch einen kleinen Einblick über die Amuri Areea School geben. Der Artikel wird leider irre lang, obwohl ich mich erstmal nur auf Allgemeines beschränke, und meine Arbeit erst in den nächsten Tagen vorstellen werde.

In die Schule kommen alle Kinder der mehr oder minder näheren Umgebung. Mehr oder minder nah heisst in diesem Fall durchaus im Umkreis von 30 km. So gibt es in diesen entfernten Orten (Hawarden, Waiau. Rotherham, Hanmer Springs) meist Grundschulen oder Mittelschulen (5-8), spätestens die Oberstufe absolvieren aber alle Schüler hier in Culverden. Wenn man bedenkt, dass die Schule trotzdem mal grade 270 Schüler hat, kann man erahnen, dass es hier etwas einsam ist. Auf diese 270 Schüler kommen aber in etwa 30 Lehrer, was ein für Deutschland wohl utopisches Betreuungsverhältnis darstellt. Die Klassen bewegen sich insofern auch bei maximal 15 Leuten, in höheren Jahrgängen auch deutlich weniger. Dadurch ist die individuelle Entwicklung jedes Einzelnen viel besser möglich. Darüber hinaus kommen auch oft noch Aushilfslehrer, die wie auch  ich manchmal, den Schülern Nachhilfe geben. Diese werden einfach für kurze Zeit aus dem Unterricht geholt und es wird z.B Rechnen geübt.

Erwähnenswert ist zudem, dass es drei sogennannte „whanau“ gibt, Häuser (wie bei Harry Potter :D) denen die Schüler angehören und die sich unter einander einen Wettstreit um Hauspunkte liefern. Sie heißen Caverhill, Mitchell und Hamilton (benannt nach den ersten Siedlern hier in der Region). Hauspunkte gibt es z.B beim „Talent Quest“ (siehe unten), Sportwettkämpfen oder auch für besonders leistungsstarke Schülern. Diese müssen übrigens Schuluniformen tragen, die aus Rock bzw. kurzer Hose, T-Shirt der Hausfarbe und grünem Pullover mit Schulemblem bestehen. Die Schüler hier sind entsprechend abgehärtet, ihnen macht es anscheinend nichts aus, bei dem aktuell eiskalten Temperaturen so, zwanghaft, rumzulaufen. Für Sport gibt es zudem nochmal ein bestimmtes Dress, ohne das man nicht mitmachen darf. In Deutschland galt ich noch als strenger Gegner einer Schuluniform, mittlerweile habe ich mich aber dran gewöhnt (ich kann schließlich anziehen was ich will :P) und würde das auch in deutschen Schulen unterstützen.

Die Stunden sind hier anders gegliedert als in Deutschland. Die Schule beginnt um 8.45 (einer für mich ganz humanen Zeit) mit einer zehnminütigen „Form Time“, wo Kleingruppen von Schülern mit jeweils einem Lehrer Wichtiges für den Tag klären. Ab 8.55 beginnt der Unterricht. Es gibt sogenannte „periods“ die eine gesamte Zeitstunde umfassen. Nach der zweiten Periode gibt es eine 25-minütige Pause, wo die Kinder essen und spielen können. Von 11.20 bis 13.20 währen dann die nächsten beiden Perioden, die darauf folgende Pause dauert dann sogar 45 Minuten. Hier können die Kinder in der Kantine essen, relaxen oder wieder spielen, oder was auch immer. Einmal wöchentlich findet dann auch ein sogenannter „Talent Quest“ statt, quasi eine Castingshow, wo die Schüler der drei verschiedenen Häuser ihr Talent zeigen und dafür bewertet werden. Das Talent (oder auch nicht) besteht z.B aus Gesang, Klavierspiel oder Tanzdarbietungen, meist ziemlich lustig für die zahlreichen Zuschauer, die sich dafür in der Turnhalle („Gym“) eingefunden haben. In den Pausen muss ich ab und an Aufsicht führen, also rumspazieren und auf die Kinder aufpassen, meist habe ich jedoch frei und unterhalte mich im Lehrerzimmer mit anderen Lehrern, lese dort Zeitung oder rätsel Sudokus und esse natürlich eine Kleinigkeit, die ich mir in der dortigen Mikrowelle aufwärme. Nach dieser großen Pause gibt es noch eine letzte Periode, die von 14.05 bis 15.05 geht. Danach ist die Schule beendet, die Schüler strömen zu ihren Bussen und auch mein Arbeitstag ist beendet, sofern ich nicht ab und an noch kleinere Hilfstätigkeiten verrichte. Im Moment stehen z.B zahlreiche Proben (u.a. noch Sonntag Abend) für das Musical an, das nächste Woche aufgeführt wird. Und ich darf Requisiten schleppen, Kabel verlegen und sonstiges aufbauen. Das ist zwar eher langweilig, aber ja auch nur bis nächste Woche nötig, wenn die Aufführungen sind.

Zur baulichen Substanz (welche ausschließlich aus Flachbauten besteht, Treppen sucht man hier vergeblich) kann man sagen, dass man die Schule in Primary School und Secondary School aufteilt, welche durch die treffend „School Road“ benannte Straße durchschnitten wird. Bis auf die Schulbusse vor un nach der Schule kommt hier aber kaum ein Auto vorbei, wenngleich die Straße noch etliche Kilometer (hab auf ihr letzten Samstag ein paar Kilometer zurückgelegt) ins Umland hineinführt. Die Primary School-Seite besteht aus mehreren Gebäuden, einem großen Spielplatz für die Pause, dazu Fussball-/Rugbyfeld und sogar 2 Tennisplätze. Es gibt 6 „rooms“, also Klassenräume für die Kinder, dazu noch Büros und ein Versammlungsraum, wo das „Assembly“ der Primary School stattfindet (freitags). Dort werden nach dem Singen der Nationalhymne (sehr lustig bei dem Kindergeschrei) Preise verliehen, Arbeiten vorgestellt und Dinge angekündigt.                             Außerdem ist das dorfeigene Schwimmbad (und Whirlpool) auf dieser Seite untergebracht, das man bei den eisigen Temperaturen im Moment natürlich noch nicht benutzen kann. Aber ich freue mich schon auf dem Sommer, ich kriege sogar einen eigenen Schlüssel dafür. Zudem befindet sich auf dem Gelände neben viel Gras noch der Kreisel, wo die Schulbusse warten, Materialhäuser (wo die Kinder sich Spielsachen für die Pausen ausborgen können) und sogar eine kleine Zahnklinik, wo die Zähne der Kinder kontrolliert werden können.

Die Secondary-School-Seite ist etwas größer. So gibt es ein Gebäude, in dem sich Büros, Sekretariat und Lehrerzimmer befinden, eine recht große „Library“ (wo ich in Zukunft sicher das ein oder andere Buch ausleihen werde), die Turnhalle („Gym“ genannt“), Kantine, Aufenthaltsraum (bzw. eher Haus) für die Oberstufe, etliche Sportstätten draußen und natürlich noch die ganzen Gebäude mit den Lehrräumen, ob nun  für Kunst, Holzarbeit, Informatik, Sozialwissenschaften oder was auch immer. Unter anderem gibt es auch einen Raum, in dem über hochmoderne Kommunikationstechnik Schüler weit entfernt unterricht werden (videokonferenz-mässig). Überhaupt ist die Ausstattung hier in Längen besser, als man das von deutschen Schulen (jedenfalls vom RGH) gewöhnt ist. So stehen in fast jedem Raum ein paar Computer und darüber hinaus liegen auch überall ein paar fette Notebooks rum, was als ziemlich selbstverständig (selbst in der 1. Klasse) angesehen wird.

Alles in allem also eine Schule, auf die ich auch gerne gegangen wäre. Deutschland sollte sich an solchen Schulen in vieler Hinsicht ein Beispiel nehmen. Auf den Unterricht, meine Arbeit und sonstiges werde in den nächsten Tagen noch eingehen, dieser Artikel wird ungewollt einfach viel zu lang gerade (ich kann leider Unwichtiges nicht vom Wichtigen trennen…).

Advertisements
Vorheriger Beitrag
Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: